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Taehyung Pov

Zum ersten Mal seit einer Ewigkeit fühlt sich das aufwachen für mich nicht an wie die reinste Qual oder zu etwas wozu ich gezwungen wurde.

Bereits als ich die Sonnenstrahlen durch die offenen Gardinen auf meiner Haut tanzen spüre und das Licht durch meine geschlossenen Augenlider dringt, habe ich ein Lächeln im Gesicht.

Komisch, es hat mich noch nie so wenig gestört, dass der Raum nicht vollkommen abgedunkelt ist wenn ich aufwache. Es freut mich sogar, weil das schöne Wetter meine gute Laune heute perfekt untermalt.

Ich reibe mir den Schlaf aus den Augen, bevor ich mich umdrehe und auf dem Bett neben mir nach dem Grund für das merkwürdige Verhalten von mir taste. Sogar mit den Beinen versuche ich ihn auf dem viel zu riesigen Bett zu finden, aber egal wie wild ich um mich herum fuchtel, ich kriege nichts in die Hände.

Verwirrt öffne ich die Augen und muss zwei mal blinzeln, als ich die ordentlich hingelegten Kissen und die Klamotten sehe, welche ich ihm die Nacht zuvor ausgeliehen hatte, weil er meinte Nackt in einem Bett zu schlafen sei dann doch etwas zu viel für ihn.

Sofort setze ich mich auf und fahre mir durch die Haare während ich den ganzen Raum nach ihm absuche, aber nichts finden kann.

Ich lache in mich hinein, lasse mich mit dem Rücken zurück ins Bett fallen und drücke mir mein Kissen ins Gesicht, damit das dämliche Licht nicht so in meinen Augen brennt.

Es ist kein Lachen aus Freude, ganz im Gegenteil. Ich lache, weil ich nicht glauben kann, dass er tatsächlich am Morgen direkt nachdem wir Sex hatten einfach gegangen ist.

Schon lustig, wie genau das, was ich selber jahrelang mit anderen abgezogen habe jetzt mir passiert. Ich habe mir da nie wirklich Gedanken drüber gemacht, wie die Mädchen sich fühlen müssen wenn sie morgens aufwachen und den Platz neben sich leer vor finden, aber jetzt weiß ich es.

Man fühlt sich beinahe benutzt, so leer und der Raum, der einem vor wenigen Minuten nach so warm erschien, fühlt sich kälter an als die Straßen im Winter.

Es ist ein beschissenes Gefühl.

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Ich warte in der kurzen fünfzehn Minuten Pause zwischen der 5/6 und der 7/8 Stunde vor der Tür seines Klassenraumes auf ihn.

Heute ist Mittwoch, das bedeutet, dass er jetzt Musik haben müsste und dafür muss er ins Klassenhaus Nord. Ich könnte auch einfach zu ihm rein gehen, aber das habe ich bereits den ganzen Tag versucht.

Jedes mal, wenn wir uns gesehen haben, hat er sich umgedreht und ist irgendwo anders hingegangen. Auch meine Versuche ein Gespräch zu starten hat er ignoriert.

Viele würden sich davon unterkriegen lassen, aber ich nicht. Nicht wenn es um ihn geht.

Ich stoße mich von der Wand ab, als die Tür aufgeht und er das Klassenzimmer verlässt, als letzter, wie ich durch die Fenster in Schulhof vorhin erkennen konnte.

Er sieht mich nicht, weil er in die andere Richtung geht, aber das ist auch genau das was ich wollte. Direkt auf ihn zuzugehen hat heute nicht geklappt, also muss ich es anders machen.

Ich gehe mit schnellen Schritten auf ihn zu und gerade als er sich umdrehen will, wahrscheinlich um zu gucken wo die lauten Schritte her kommen, packe ich ihn am Oberarm und drücke ihn gegen die Wand.

Seine Augen sind vor Überraschung und Angst weit aufgerissen, aber bevor er sich wieder fassen kann, presse ich ihn mit meinem ganzen Körper gegen das harte Beton und stütze beide Hände neben seinem Kopf an der Wand ab.

Seine Gesichtszüge entspannen sich einwenig nachdem er merkt, dass ich es bin, dafür bildet sich aber eine Falte zwischen seinen Augenbrauen als er sie wütend zusammenzieht und mich fassungslos ansieht.

"Spinnst du?", schreit er mich an und schlägt mir gegen die Brust. "Ich wäre fast gestorben!"

Er legt seine Hand auf seinen Oberarm und reibt über die Stelle, an der ich ihn berührt habe, als könnte er meine Berührung damit wegwischen.

"Wieso gehst du mir aus dem Weg?" Ich verringere den Abstand zwischen uns noch mehr, indem ich eine Hand an seinen Rücken lege und ihn näher an mich heran ziehe.

Die Nervosität ist ihm deutlich anzusehen. Er fokussiert sich nicht auf eine Sache, sein Blick wandert wie wild durch den Raum. Er versucht mich von sich weg zu drücken, aber er ist zu schwach und auch sein Herz gönnt ihm keine Ruhe.

"Ich gehe dir nicht aus dem Weg." Seine Stimme ist leise, er beißt sich auf der Unterlippe herum und wirkt auch sonst sehr verunsichert.

Er zupft jetzt auch an dem Kragen seines Hemdes herum und öffnet den obersten Knopf, während er sich mit der Hand Luft zu wedelt.

Ich kann nicht anders, als von oben herab unter sein Hemd zu starren. Sofort fällt mir der rote Fleck an seinem Schlüsselbein auf, den ich gestern dort hinterlassen habe und alleine dieser Anblick bringt mich wieder total in Fahrt.

"Was soll das werden?", frage ich und lasse meine Hand, die bis jetzt auf seinem Rücken lag, jetzt seine Seiten entlang nach oben wandern.

"Was meinst du?" Er sieht mich mit großen, glänzenden Augen an, wie ein Kind, das sich seiner Schuld nicht im geringsten bewusst ist.

"Wir gehen zu mir", sage ich und nehme seine Hand in meine. Er stolpert fast über seine eigenen Füße als ich ihn hinter mir her zerre, fängt sich aber schnell sind lässt sich einfach mit ziehen.

"Ich habe noch Unterricht!"

"Dann schwänzt du den jetzt eben."

"Aber... Wir können doch auch nach der Schule zu dir..."

Ohne Vorwarnung bleibe ich stehen. Er läuft fast in mich hinein und sieht mich verwirrt an, aber ich lasse ihm keine zeit um Fragen zu stellen.

"Du wirst einen Weg finden um wegzulaufen, das weiß ich. Außerdem", beginne ich und lege seine Hand mit einem grinsen im Gesicht auf die Beule unter meiner Hose. "Ich glaube nicht, dass ich es noch zwei Stunden aushalte."





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Hat jemand von euch die Serie "Tote Mädchen lügen nicht" auf Netflix gesehen oder guckt sie noch? Ich habe das Buch gelesen und bin gerade bei Folge 7, gott, diese Serie hat too much feels...

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