.18.
Namjoon
„Ich liebe dich so sehr."
„Ich würde deinen Platz einnehmen."
„Ich will dich einfach nur an meiner Seite wissen. Für immer."
Mehr habe ich Jin in den letzen beiden Tagen nicht sagen können. Dafür fehlt mir einfach die Kraft. Aber mein Freund hat es verstehen können und jedes Mal bei meinen Worten nur zärtlich genickt.
Es ist schrecklich ihm dabei zuzusehen, wie er stirbt. Wie er von Tag zu Tag schwächer wird und ich nichts dagegen tun kann. Ich bin komplett machtlos und die Krankheit frisst ihn von innen auf.
„Das Schöne daran zu wissen, dass man stirbt, ist, das einem klar wird, was wirklich wichtig ist. Und mir ist klar geworden, was für mich wirklich wichtig ist. Und du bist ein ganz großer Teil."
Jins Stimme ist belegt und meiner Kehle entflieht ein kläglicher Laut.
„Wenn ich sterbe, möchte ich, dass du ein gutes Leben führst und nicht mehr an mich denkst."
„Das kann ich nicht!"
Meine Stimme ist zu laut und Jin zuckt zusammen, ehe er etwas lächelt.
„Bitte versuche es für mich. Bitte."
Meine Schultern fangen an zu beben und erst dadurch realisiere ich, dass ich wieder begonnen habe, zu weinen. Mich wundert es, dass ich überhaupt noch Tränen habe, die ich vergießen kann.
„Ich liebe dich, Namjoon. Ich habe nie jemanden so sehr geliebt wie dich. Du bist meine zweite Hälfte."
Mein Herz bricht bei jedem Wort, was Jin leise zu mir spricht.
Ein Klopfen an der Zimmertür lässt uns aufschrecken und fast sofort bin ich verärgert, dass man uns keine Zeit zu zweit gönnt.
Der behandelte Arzt betritt das Zimmer und ich kneife die Lippen zusammen.
Er bringt nur wieder schlechte Nachrichten. Vielleicht eröffnet er uns nun, dass Jin noch weniger zu leben hat und vielleicht in den nächsten zwei Tagen sterben wird.
„Herr Kim?" Jin nickt.
„Ich würde gerne mit Ihnen reden. Ich habe eine erfreuliche Nachricht zu überbringen."
Mein Herz macht einen Satz und auch Jins Augen leuchten auf. Vielleicht geben die Ärtze ihm noch etwas Zeit?
„Sie können das ruhig vor meinem Freund sagen." Jin umfasst bestätigend meine Hand und ich lächele, ebenso wie der Arzt.
„Wir haben einen passenden Spender in Argentinien gefunden."
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