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Shelby

"Ich will nicht, dass du gehst. Und ja, es würde sich jedes Mal nichts daran ändern, wenn wir uns wieder sehen und jedes Mal auf Abstand gehen", er lehnte sich zu mir vor. Ich wusste nicht das wievielte Mal es war, dass sich unsere Lippen mal wieder so nah wie jetzt standen. "Am Ende würde es nur immer so ausgehen wie jetzt", spielte er auf die Situation an. "Und deswegen frage ich dich auch jetzt ein weiteres Mal, weil ich ausnahmsweise keine Lust mehr auf irgendwelche Spielchen habe und ich diese Situationen in Zukunft vermeiden will. Ich möchte Klarheit..."  Seine rechte Hand löste sich von der Arbeitsplatte, im nächsten Augenblick spürte ich wie seine Finger mein Kinn anhoben. "Willst du das hier? Oder verleugnest du es immer noch?"

JA! JA, ICH WILL DICH!

Mein inneres Ich schrie sich die Seele aus dem Hals und streckte die  dünnen Ärmchen bettelnd nach ihm aus, während mein äußeres Ich keinen  vernünftigen Satz herausbringen konnte. "Ich... ich..." Nervös biss ich  mir auf die Lippe.

Tja, Shelby, was willst du wirklich.

Leider brauchte ich mal wieder Zeit, um darüber nachzudenken.

Die hatte er jedoch anscheinend nicht.

Seine Finger entfernten sich von meinem Kinn, genauso wie die Hand  auf meiner linken Seite. "Du wehrst dich immer noch dagegen, ich sehe es  dir förmlich an", meinte er plötzlich wieder etwas verschlossener.  "Dann will ich dich auch dieses Mal nicht aufhalten."

Nein.

Nein, nein, nein.

Nein.

Er wollte sich gerade von mir abwenden, doch ich hatte etwas anderes vor.

Mein Herz raste, als ich meine Hand nach ihm ausstreckte, den Stoff  seines weichen Shirts zu fassen bekam und Tyran so bestimmend festhielt.

In seinem Gold schimmerte kurz auf, wie verletzt er war, doch dieser Ausdruck wurde schnell von seiner Kälte und stillen Wut verdeckt. "Was willst du noch? Merkst du nicht, wie du-"

Er kam nicht weiter, weil ich mich nun aufgeregt vorbeugte, um meine Lippen auf seine zu legen.

Sie waren so warm und weich. Langsam fingen sie an sich gegen meine zu bewegen, so, als würde Tyran austesten wollen, ob das hier jetzt wirklich mein bitterer Ernst war - doch ich blieb bei ihm.

Ich küsste ihn weiter.

Und er mich.

Nach ein paar Sekunden, als ihm klar wurde, dass ich blieb und dass ich nicht vorhatte wegzugehen, schmiss er jegliche Vorsätze, sich in irgendeiner Art zurückzuhalten, über Bord.

Seine Zunge fuhr über meine Unterlippe und kämpfte wenig später mit   meiner um die Kontrolle. Natürlich verlor ich, denn er liebte es   offenbar dominant und immer dem anderen einen Schritt voraus zu sein.   Ich hatte kein Problem damit, ich mochte es.

Sehr.

Meine Finger glitten durch sein dickes volles Haar, zogen an den   Spitzen und entlockten ihm immer mal wieder ein Keuchen, das mich nur   weiter anstachelte.

Gierig pressten sich unsere Körper aneinander, bis er es scheinbar nicht mehr aushielt und uns umdrehte, um mich gegen die Kücheninsel zu drücken. Mit einer freien Hand fegte er etwas in einer schnellen Bewegung vom Tisch und wenig später hörte ich das laute Klirren von Glas.

Doch das interessierte uns kein bisschen, wir zuckten nichtmal zusammen.

Stattdessen hob er mich nun in einem Schwung an, weswegen sich meine Finger beinahe automatisch an seiner Schulter festhielten.

Als Antwort auf mein Festkrallen stöhnte er an meinem Mund - dieses tiefe, unkontrollierte Geräusch jagte mir durch sämtliche Zellen. Tyran schob sich fordernd zwischen meine Beine, seine Hände  umgriffen besitzergreifend meine Oberschenkel. Er zog mich wieder  dichter zu sich heran, sodass mein Unterleib genau auf seine Jeans traf,  wobei sich sofort etwas warmes und hartes gegen meine Jeans drückte. Noch mehr als seine Worte, seine Blicke und alles andere, deutete vorallem das darauf hin, wie sehr er mich wollte.

Unsere Küsse, unsere Berührungen, dieses unersetzliche Kribbeln  dabei, die Lust - das alles führte dazu, dass wir wie in einem Rausch  gefangen waren, aus dem wir einfach nicht mehr entkamen.

Seine Lippen küssten sich demonstrativ langsam einen Weg weg von meinem Mund, um sich dann  gegen meinen Hals zu pressen. Er fand meine empfindliche Stelle knapp  unter meinem linken Ohr sofort, an der er festhielt und ich mich nun zum  ersten Mal nicht mehr zurückhalten konnte, jegliche wimmernde Geräusche zurückzuhalten.

Ich spürte, wie er gegen meine Haut lächeln musste und ohne jegliche  Rücksicht auf meine flache Atmung weitermachte, um mich immer mehr in  den Wahnsinn zu treiben.

Um es ihm heimzuzahlen, wanderte ich mit meinen Fingern hinunter bis  knapp zu seinem Gürtel und schlüpfte mit ihnen schließlich unter sein  Shirt. Ich ertastete erhitzte Haut und Muskeln, die sich unter meiner Berührung  unwirrkürlich anspannten. Meine Fingerspitzen fuhren neckend über die  Hautvertiefungen, bis Tyran nicht mehr konnte, an meinem Hals innehielt  und selbst wieder hörbar nach Luft schnappte.

Wir schauten uns so intensiv an, dass ich mich fragte, wie so viel Sucht nacheinanander überhaupt möglich sein konnte - und warum ausgerechnet bei uns.

"Wir sollten das eigentlich nicht machen", murmelte ich heiser. "Aber du hast auch recht. Ich kann mich nicht mehr dagegen wehren."

"Ich weiß", er atmete flach. "Ich weiß... Aber manchmal kann man sich nicht aussuchen, was man will und was man letztendlich macht - es passiert einfach." Er beugte sich wieder vor, seine Hand fuhr von meiner Wange herunter über mein Schlüsselbein und strich nahezu hauchzart über meine linke Brust.

Auch wenn diese von meinem BH und meinem Shirt verdeckt war, musste ich überwältigt laut Luft holen.

Als ich meine Hand flach auf seine nackte Haut legte, spannte sich gefühlt jeder Muskel in seinem Körper an. Genauso mühevoll wie ich musste er nach Atem ringen, während sein Blick fest auf meinem Arm unter sein leicht hochgeschobenes Shirt ruhte.

Kurz passierte nichts, dann nahm ich seine raue Stimme wahr.

"Du machst mich verrückt, weißt du das?" Seine stark verdunkelten Augen suchten fragend meine - aber auf eine Antwort wartete er nicht, denn jetzt schien er die Ungeduld in Person zu sein.

Wieder bewegten sich unsere Lippen fordernd gegeneinander und ich spürte schon vor Aufregung zitternd, wie seine Hände weiter auf Wanderschaft gingen, als ein Handy mit einem Mal losklingelte.

Mein Handy.

Oh nein.

Reece - ich hatte ihn total vergessen!

Keuchend löste ich mich von Tyran, der daraufhin gleich drei Schritte Abstand von mir nahm. Mit einer Hand fuhr er sich durch die Haare, während er sich umdrehte und sich mit dem Rücken am Kühlschrank anlehnte.

Doch ich konnte leider keinen weiteren Blick auf diesen unglaublich attraktiven Menschen verschwenden oder mich meinem Gewissen widmen, was ich hier bitte gerade getan hatte, da ich nun erstmal viel dringerendes zu klären hatte.

Meine zitternden Finger kramten das Handy heraus und ich tippte  mehrmals neben dem grünen Hörer, bis ich den Anruf endlich entgegennahm.

"Shelby, wo bist du? Ich bin jetzt schon bei dir Zuhause, deine Schwester hat mich hereingelassen. Sie hat keinen Schimmer, wo du steckst. Ist irgendetwas passiert?"

"Ähhh, natürlich nicht", meine Augen wanderten zu Tyran, der mir genau im gleichen Augenblick einen vielsagenden Blick zuwarf.

Natürlich ist etwas passiert.

Ich kaute kurz auf meiner Unterlippe herum, um mir eine geeignete Ausrede einfallen zu lassen. "Also um ehrlich zu sein bin ich noch im Einkaufszentrum. Tut mir wirklich leid, dass ich nicht Bescheid gesagt habe, aber es hat am Ende länger gedauert als erwartet. Und dein Karamelleis wollte ich dir eigentlich auch noch besorgen."

Jetzt doch sehr an dem Gespräch interessiert, beobachtete mich Tyran weiterhin eingehend.

Stille am anderen Ende der Leitung.

"Wann bist du ungefär da?"

Reece klang etwas enttäuscht und ich konnte es ihm nichtmal verübeln. "Ich weiß nicht, die Schlange ist hier ziemlich lang und ich muss schauen, wie der Bus fährt."

Erneut Stille.

"Okay... dann warte ich hier... schreibst du, wenn du im Bus sitzt?"

"Ja klar."

Das nächste, was ich wahrnahm, war ein Tuten.

Ohja, er war sehr enttäuscht.

Ich schaute zurück zu Tyran, der nach wie vor weit weg von mir am Kühlschrank stand. "Warum stehst du da eigentlich?"

Er hob spöttisch eine dunkle Augenbraue an. "Ist die Frage wirklich ernst gemeint?"

"Ja?"

Kopfschüttelnd schloss er die Augen und lächelte leise vor sich hin. Dann starrten mich seine goldenen Augen wieder durchdringend an. "Ich übe mich in Selbstbeherrschung und ich denke, ich mache das für den Anfang gar nicht so schlecht. Außer du willst heute noch bei mir bleiben, aber da du das nicht machen wirst..." Er ließ den Satz in der Schwebe hängen und zuckte mit den Schultern. "... brauche ich Abstand."

Eine Welle von heißen Schauern lief mir bei seiner Andeutung über den Rücken, doch jetzt durfte ich nicht schwach werden.

Schlimm genug, dass ich das andere zugelassen habe.

"Also schön", ich rutschte von der Kücheninsel herunter und wackelte ihm mit ein paar Fingern zum Abschied zu. "Wir sehen uns."

"Ohja", er hob sein Kinn an und zog sich kurze seine Unterlippe zwischen die Zähne, während er mich lüstern musterte. "Stell dich darauf ein."

Ich konnte nicht anders und musste wie eine hirnverbrannte verliebte Idiotin viel zu erfreut auf sein Versprechen lächeln. "Gut zu wissen."

"Viel Spaß mit deinem kleinen Lockenkopf."

Einen letzten warnenden Blick in seine Richtung, dann stieg ich mit einem großen Schritt über die Scherben am Boden hinweg.


Früheres Update, da ich morgen nicht uploaden kann. Denke aber, die meisten lesen das hier eh erst morgen😉

Mhmmmmm.... hat euch denn die Entwicklung gefallen?😏

Und warum will sich Reece so dringend mit Shelby treffen?

Bis zum nächsten Maaaal.

💖

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