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Als Tyran plötzlich mitten in der Menge stehenblieb, bekam ich es doch wieder mit meiner Unsicherheit zutun.
Natürlich würde ich jetzt nicht zum ersten Mal mit einem Jungen tanzen.
Aber das war hier Tyran.
Tyran.
Ja na und? Zeig doch einfach mal, was in dir steckt und spiel nicht das unterwürfige Mäusschen, regte sich meine innere Stimme genervt auf.
Mhm.
Als hätte Tyran meine kurze Unsicherheitsphase mal wieder gespürt, ging er auch sofort darauf ein. "Alles okay? Liegt es... am Tanzen? Hast du überhaupt schonmal... so getanzt?" Erneut löste sein heißer Atem, der an meiner Haut entlangstrich, ein undefinierbares Kribbeln in mir aus.
Es schwang so viel Herausforderung in seiner tiefen Stimme mit, dass ich mich regelrecht provoziert von ihm fühlte. Angestachelt dazu, diesem Typ mal zu zeigen, was ich eigentlich immer im Ärmel versteckt hatte.
Ich schluckte.
Nun los, zeig es.
Entschlossen riss ich mich zusammen und blickte standhaft zu ihm hoch, meine Lippen wurden von einem teuflischen Grinsen umspielt. "Natürlich."
Nur keine Unsicherheit zeigen.
Sein Blick, der darauf folgte, brannte sich in meine Haut ein wie heißes Metall.
Um es ihm auch noch zu zeigen, passte ich mich an den Beat der Musik an und schwang selbstbewusst meine Hüften, dabei strich ich mir meine Haare aus dem Gesicht und von den Schultern. Den Kopf etwas in den Nacken gelegt drehte ich mich leicht und ließ mich ganz auf den Takt der Musik ein.
Meine Augen fanden den Weg zu ihm zurück - und mein Atem stockte ein weiteres Mal.
Tyran spannte seinen markanten Kiefer an und die goldene Farbe in seinen Augen war unglaublich dunkel, selbst, als mal kurz ein Lichtstrahl über sein Gesicht glitt.
Das bescherrte mir schon eine Gänsehaut, aber das war nichts zu dem, was danach folgte.
Langsam zog er die Unterlippe zwischen seine Zähne, während seine Augen wieder über meinen ganzen Körper glitten und ich regelrecht verbrannte vor Hitze.
Angestrengt versuchte ich meinen immer schneller werdenden Puls und die Aufregung zu verstecken, indem ich weiter tanzte. So konnte er auch nicht erkennen, dass meine Knie eigentlich schon weich wie Pudding geworden sind.
Nur ein paar Sekunden lenkte ich meinen Blick woanders hin, dann wurde er aber wieder von Tyran angezogen.
Wie ein Raubtier legte er die vielleicht zwei, drei Meter Abstand zwischen uns zurück, voller Eleganz und diese gefährliche Aura, die ihn umhüllte, unterstrich alles noch mehr. Gerade drehte ich mich wieder, da schmiegte er seine Körper an meine Rücken.
Vorhin dachte ich schon, ich würde vor lauter Empfindungen durchdrehen, doch diesmal war es noch schlimmer.
Besonders, als wir zusammen unsere Hüften etwas zum Takt bewegten und er sich auf diesen Tanz einließ, wirklich einließ. Irgendwie glaubte ich auch, dass er sich das so mit seinem provokanten Ton bei seiner Frage insgeheim gewünscht hatte.
Ich machte meine Arme nach oben und tastete mit meinen Fingern nach ihm. Zu greifen bekam ich seine weichen, dicken Haare, in denen ich meine Finger gleich vergrub. Meine Wange presste ich an seine raue, die sich urplötzlich an mein Gesicht gelegt hatte.
Tyran fuhr mit seine Händen langsam und bedacht an den Seiten meines Körpers herunter und wieder hoch. Immer wieder, während wie eng aneinander weiter unsere Hüften wiegten.
Kurz war ich davor, mich verklemmt zurückzuziehen und meine Mauer aufzurichten wie jedesmal, wenn ich mich doch wieder abseilen wollte.
Aber hinter mir stand Tyran.
Und ich vetraute ihm auf sonderbarer Weise.
Deshalb schloss ich meine Augen und konzentrierte mich mehr auf Hören und Fühlen. Auf den wummernden Bass der Musikanlagen, die ausgelassenen Stimmen, die durch die Musik mehr in den Hintergrund gerückt wurden.
Die Berührungen von ihm.
"Verdammt", flüsterte er rau an mein Ohr. "Du weißt gerade nicht wie eifersüchtig ich auf die Kerle bin, die so mit dir tanzen durften."
Nun legte ich eine Hand an seine andere Wange und strich vorsichtig über seine Haut. "Denk nicht daran... jetzt tanze ich mit dir."
Erst kam nichts von ihm, nur dieser unergründlicher Blick, den er mir zuwarf und mich ein weiteres Mal erschaudern ließ.
Dann drehte er uns plötzlich blitzschnell und ich spürte nach meinem nächsten Atemzug seine Lippen auf meine. Warm und weich. Voller Verlangen küsste er mich und ich registrierte nur zu sehr diese einzigartige Sehnsucht, die wir in den Kuss hereinlegten.
"Tyran", flüsterte ich, als wir eine Atempause einlegten, dabei strich ich ihm ein paar Haare aus dem Gesicht.
Es war noch immer für mich komisch seinen Namen auszusprechen.
Er lächelte mich nicht an, aber in seinen Augen lag so viel Wärme, das mir das schon völlig ausreichte. Seine Lippen berührten erneut mein Ohr. "Ich würde jetzt so gerne mit dir von hier abhauen. Irgendwo hin..." Er beugte seinen Kopf herunter und küsste mein Schlüsselbein. "Es fällt bei der Menge an Leute nicht auf, wenn wir beide fehlen."
Dieser Mensch war einfach so herzlich direkt, dass es mir ein Lächeln auf mein Gesicht zauberte, während ich dem Pochen meines schnell schlagenden Herzes lauschte. "Doch. Doch, das würde auffallen."
"Und wenn schon", wieder seine Lippen an meinem Ohr. "Dann ist es eben so..."
Der nächste heiße Schauer rollte mein Rückgrat herunter.
"Ich...", setzte ich an, wusste nicht ganz genau wie ich den Satz beenden sollte. Andererseits würde ich ihn sofort aus der Halle herausziehen, um ihn mich irgendwo hinführen zu lassen. Auf der anderen Seite waren Reece und Daniel immer noch hier in der Halle und sie würden sich große Sorgen machen, wenn ich aufeinmal weg wäre. Sie wundern sich bestimmt jetzt schon, wo ich blieb.
Tyran schaute auf. "Du kannst nicht, hm?" Mit einem Finger strich er mir über die Lippen.
Ich schüttelte den Kopf. "Nein..."
Er gab mir einen langen Kuss, der so intensiv und schön war, dass ich immer mehr in Versuchung geriet mit ihm mitzugehen.
Gekonnt versuchte er mich zu manipulieren.
"Vielleicht solltest du wirklich besser deine Freunde suchen, sonst drehen die bestimmt noch durch", schlug Tyran vor, seine Finger spielten an dem Stoffende meines Tops herum, weshalb seine Fingerknöchel mehrmals meine glühende Haut berührten.
Aber das konnte ich auch nicht.
Irgendwie.
Da bin ich :)
Wer es noch nicht mitbekommen hat, Tyran ist eines der Bücher, das jetzt einen festen Updatetag hat. Jeden Sonntag werde ich etwas hochladen und wenn nicht, informiere ich euch natürlich darüber. Aber ich hoffe eher darauf, dass das jeden Sonntag klappt.
Außerdem habe ich noch ein neues Buch veröffentlicht, es heißt "Suddenly Secretly" und hat einen genauso festen Updatetag wie Tyran, nur ist es da der Donnerstag. Wer Interesse hat, kann ja mal hereinlesen, ich würde mich freuen. Dieses Buch spielt mal mehr in der Romantik...
Ansonsten hoffe ich wie immer, dass euch das Kapitel gefallen hat.
💖
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