Kapitel 5
Kathrine
Mila lag mit dem Kopf auf meinem Schoß und schlief.
Ich wusste nicht wie viel Zeit inzwischen vergangen war, aber es fühlte sich an wie Tage. Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren.
In meinem Kopf ging ich tausende von Szenarien durch, wie ich Mila und mich hier raus bekommen könnte.
Sie hatte das nicht verdient. Sie war noch ein Kind. Aber eigentlich hatte es niemand von uns verdient hier zu sein.
Wir waren keine schlechten Menschen. Wir hatten nie jemanden unrecht getan. Okay, okay, vielleicht hatten wir hier und da mal über jemanden schlecht geredet, aber wir haben niemanden etwas getan. Weder physisch noch psychisch.
Mila und ich hatte grade erst unsere Eltern verloren und jetzt das hier. Das war zu viel für einen Menschen.
Ich lehnte meinen Kopf nach hinten und schloss meine Augen. Ich war so Müde. Ich konnte kaum noch meine Augen auf behalten.
Als ich grade im Halbschlaf war, hörte ich wie jemand die Tür aufschloss. Sofort fuhr ich hoch und wurde wieder hellwach.
Es war der braunhaarige, wer auch sonst, der in den Raum kam. "Hallo, Kathrine.", sagte er, kam zu mir und hockte sich zu mir runter. "Siehst du, ich hatte einen Plan was dich, deine Schwester und deine Freunde angeht. Und du bist nicht dumm. Du weißt sicherlich was wir hier machen."
"Menschenhandel.", sagte ich, doch es hörte sich eher wie eine frage an.
"Genau, aber ich habe einen kleinen Deal für dich und deine Schwester."
"Und der wäre?"
"Du willst sicherlich nicht das deiner kleinen Schwester etwas passiert oder das jemand ihr zu nahe kommt. Also wäre der Deal das ich euch nicht verkaufe, sondern... sagen wir mal selbst behalte."
Ich schaute ihn verwirrt an. "Und was heißt das?"
"Das heißt ihr bleibt bei mir. Niemand fässt deine Schwester an, das gleiche gilt aber nicht für dich. Du bist meins und ich kann mit dir machen was ich will. Gehst du aber nicht auf diesen Deal ein. Verkaufe ich euch beide an verschiedene Leute und ihr werdet euch nie wieder sehen. Dabei kann ich auch nicht garantieren das eine von euch lange am leben bleiben wird."
"Du fässt sie nicht an? Weder einer von deinen Freunden oder Männern?"
"Du hast mein Wort.", sagte er und grinste.
Ich wusste nicht, ob sein Wort etwas wert war, aber so konnte ich Mila bei mir haben und sie beschützen. Ich wusste nicht was ich tun sollte.
Ja sagen und alles über mich ergehen lassen? Oder nein sagen und es zu lassen das er uns an irgendwelche kranken Psychos verkauft?
Ich schloss meine Augen. Wieso passiert mir sowas? Was habe ich getan das mir so etwas wiederfährt?
Ich atmete tief ein und aus. "Okay."
"Gute Entscheidung. Dann kommt mal mit." Er stand wieder auf und ging zur Tür.
"Mila, hey wach auf.", flüsterte ich und rüttelte sie etwas.
"Mhh was ist los?", fragte sie und setzte sich auf. Sie rieb sich über ihre Augen. Ich stand auf und half ihr hoch. "Wohin gehen wir?"
"Komm einfach mit."
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