Kapitel 4

Kathrine

Ich verließ enttäuscht die Toilette und ging neben Joey her. In unserem Raum wieder angekommen, schaute ich Jason mit Tränen in den Augen an. Ich rutschte die Wand neben ihm runter und lehnte meinen Kopf nach hinten. "Wir kommen hier nie raus.", sagte ich tonlos, während eine Träne meine Wange runterlief.

Ich spürte Jason's Hand auf meiner und schaut zu ihm. "Gib die Hoffnung nicht auf. Wir schaffen das. Wir alle! Und wir werden da weiter machen wo wir aufgehört haben. Wir werden aufs College gehen und feiern, aber auch lernen." Ich lächelte etwas. "Gib die Hoffnung noch nicht auf, okay? Bitte. Für mich."

Ich nickte zögerlich. "Okay.", hauchte ich dann. "Mila, komm her."

Mila rückte zu mir und legte ihren Kopf auf meine Schulter.

Plötzlich ging die Tür auf. Der braunhaarige Mann kam in den Raum und lächelte mich an. Ich wischte meine Tränen weg.

"Denk an meine Worte.", flüsterte Jason mir noch ein letztes mal zu. Als hätte er gewusst das Joey auf ihn zu kommen würde, und ihn mit sich ziehen würde.

Die Tür wurde mit einem Knall zu geschlagen.

Ich schaute zu dem braunhaarigen und sah das er Ashlyn musterte. Dann ging er zu ihr und strich ihr über ihr Haar.

Mit einem mal riss er dann an ihren Haaren und zog sie auf ihre Beine. Ashlyn schrie schmerzvoll auf und verstand nicht was los war. Dann warf er sie mit einem ruck wieder auf den Boden.

Ich zog Mila an meine Brust, sodass sie nichts sehen konnte.

Ashlyn weinte am Boden und ich bekam keinen mucks heraus.

"Aufstehen.", befahl er Ashlyn und krempelte die Ärmel seines Hemdes hoch.

Geschockt starrte ich auf Ashlyn, die immer wieder versuchte aufzustehen, doch es nicht schaffte.

Nach etlichen versuchen, seufzte er und zog sie erneut an ihren Haaren hoch. Ich schaute weg, als sie erneut aufschrie.

Der braunhaarige zog ihren Kopf nach hinten und flüsterte ihr etwas in ihr Ohr, worauf Ashlyn immer wieder: "Nein!", schrie.

Joey kam erneut in den Raum und nahm sie mit sich. "Ashlyn!", schrie ich und hielt meine Tränen zurück.

Erneut wurde die Tür zu geschlagen und wir waren alleine mit ihm.

Der braunhaarige Mann kam zu mir und bückte sich zu mir runter. Mila setzte sich aufrecht hin und rückte näher an die Wand.

Sein Blick wanderte immer wieder zwischen Mila und mir hin und her. "Wie alt bist du?", fragte er sie schließlich.

"S-sechzehn.", antwortete Mila, mit zittriger Stimme.

"Keine Angst, kleine.", sagte er und wollte seine Hand auf Mila's Wange legen, doch ich hielt seine Hand fest bevor er sie erreichen konnte.

Er blitzte mich wütend an.

"Wag es ja nicht sie anzufassen.", zischte ich.

Er lachte und Sekunden später schlug er mich auf meine linke Wange. Mein Kopf flog nach rechts und ich spürte wie das Blut in meine Wange lief.

Noch nie in meinem Leben hatte mich jemand geschlagen. Weder meine Eltern, noch irgend jemand anderes. Und nun hatte er Hand an mich gelegt.

Ich wusste nicht wozu er fähig war und was er vor hatte, aber ich wurde alles auf mich nehmen. Nur damit er Mila nicht zu nahe kommen würde.

Ich würde sie mit all' meiner Kraft beschützen. Komme was wollte. Auch wenn das heißen würde das er mich schlagen würde.

Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte.

"War das alles, was du kannst?" Ich kam ihm näher. "Du musst dich etwas mehr ins Zeug legen wenn du sie anfassen willst. So leicht gebe ich mich nicht geschlagen."

Das letzte dachte ich, doch es kam ungewollt aus meinem Mund raus.

"Meinst du?", fragte er lächelnd. "Ich nehme an das ist deine Schwester." Ich schwieg. "Na wenn das so ist."

Er stand wieder auf und verließ den Raum.

"Kathrine, spinnst du?"

"Ich werd es nicht zu lassen das er dir zu nahe kommt."

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