Kapitel 3
Kathrine
Als wir wieder vor der Tür ankamen, hinter der sich Jason, Ashlyn und Mila befanden, schloss er sie auf und schubste mich rein. Ich fiel auf meine Knie, konnte mich aber noch mit meinen Händen abstützen.
"Oh mein Gott, Kat ist alles okay? Was haben sie mit dir gemacht?", fragte Ashlyn mich besorgt und rutschte zu mir.
"Nichts.", flüsterte ich und setzte mich auf den kalten Boden. Ich rutschte etwas zu Ashlyn und legte meinen Kopf auf ihren Schoss.
Sie fing an mir über mein Haar zu streichen. Sie wusste das mich soetwas immer beruhigte, doch nicht in so einer Situation.
"Da war ein Mann. Er hat mich angeguckt und wieder hergeschickt. Er hat-" Meine Stimme brach. "Er hat irgendwas mit uns vor, ich bin mir sicher.", sagte ich, während Tränen über meine Wangen liefen.
"Keine Sorge, alles wird gut.", versuchte Ashlyn mich zu beruhigen und drückte mir einen Kuss auf meine Stirn.
"Es war diese Sms."
"Was?", fragte Jason und rückte näher an mich und Ashlyn.
"Ashlyn, du hast gestern eine Sms bekommen. Wer war das?", fragte ich und schaute sie an.
"Ich- ich weiß es nicht."
"Siehst du. Du weißt es nicht." Tränen liefen erneut über meine Wangen. "Die haben das geplant. Keine Ahnung wie, aber sie haben es geplant. Und wir sind ohne etwas zu hinterfragen, ohne uns zu fragen woher plötzlich diese Sms kam, einfach darauf reingefallen."
Ashlyn fing an wie eine verrückte zu lachen. "Willst du jetzt damit sagen, dass das alles hier meine Schuld ist? Willst du das damit sagen, Kathrine? Du hast einen Mund. Du hättest auch etwas sagen können. Und wäre diese Sms zu dir gekommen, hätten wir genau so reagiert. Schieb die Schuld jetzt nicht auf mich."
"Ich hab nicht gesagt das es deine Schuld ist. Ich meinte damit, das wir, wenn wir alle aufgepasst hätten nicht hier reingeraten wären. Wir haben alle Schuld."
"Natürlich das willst du damit sagen. Denkst du ich wäre dumm und würde nicht verstehen was du damit sagen möchtest?" Sie hob eine Augenbraue. "Das ist jetzt aber egal. Sie haben schließlich dich ausgewählt. Uns werden die bestimmt frei lassen. Du kannst hier schön verrecken. Mich würde es nicht stören. So lange ich unbeschadet hier raus komme.", sagte Ashlyn wütend und drehte sich weg von mir.
"Es reicht!", meldete sich Mila.
Mehr Tränen liefen über meine Wangen. "Was? Wie kannst du so etwas sagen? Du bist meine beste Freundin."
Sie sprach nicht mehr mit mir. Ich sah Jason an der alles schlichten wollte, aber keine richtigen Worte fand. Ich fand sie ja selbst nicht einmal.
Unterbewusst war mir klar, das wenn es hart auf hart kommen würde, Jason auf ihrer Seite sein würde. Denn was sie nicht wusste war, das Jason sie liebte. Schon eine lange Zeit und warum sollte man es zu lassen, das die Person die man liebte stirbt?
Aber Ashlyn empfand nicht das gleiche für ihn. Das dachte ich zumindest. Schließlich flirtete sie sehr oft und hatte schon einige Nummern gesammelt.
Das war aber nicht wichtig. Ich musste einen Weg finden um hier raus zu kommen. Um uns hier raus zu bekommen.
Ich dachte an Mila und zog sie sofort zu mir. "Keine Sorge. Alles wird gut.", flüsterte ich ihr zu. "Ich pass auf dich auf."
Irgendwann stand ich auf und ging zu diesem kleinen Fenster an der Tür. Ich stellte mich auf meine Zehenspitzen und schaute durch das Gitter.
"Hallo, Mr. Joey? Ich muss mal."
Joey, der neben der Tür stand, schaute mich an und hob eine Augenbraue. "Kann das nicht warten?"
"Wenn ich nicht gleich gehe, dann platze ich."
Er seufzte und schloss die Tür auf. Dann nahm er mich an das Ende des Ganges und öffnete eine weitere Tür. Er schaltete noch schnell das Licht an und sagte mir ich solle schnell machen. Mit einem nicken ging ich ins Badezimmer.
Ich schaute mich um und suchte nach etwas nützlichem. Langsam und leise öffnete ich alle Schubladen. Aber jede einzelne war leer. Entweder sie hatten soetwas schon mal oder hier war schon von Anfang an nichts drin. Es gab auch keine Fenster oder ähnliches.
Keine Ahnungs wie lange ich suchte, aber irgendwann klopfte Joey an die Tür, was mich aufgeben ließ.
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