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Jungkook Pov

"Bitte beeilen Sie sich", sage ich dem Taxifahrer und klopfe nervös mit den Fingern auf meinem Schoß herum.

Ich schaffe es nicht einfach nur still da zu sitzen, es vergeht keine Sekunde in der ich nicht an Taehyung denke, an seine Dummheit, die ihn dazu veranlasst hat sein Versprechen zu brechen und sich in Gefahr zu begeben.

Wieso musste er das tun?

Ich habe ihm doch gesagt, dass wir das zusammen erledigen werden, immerhin haben wir das auch zusammen angefangen.

Wenn ich ihn in die Finger bekomme, dann bringe ich ihn um.

Er hätte bei mir sein sollen, ich habe mich gefreut von ihm aus dem Krankenhaus abgeholt zu werden, mich darauf gefreut von ihm umsorgt zu werden und was tut dieser Idiot? Er macht mich verrückt vor Sorge.

Vielleicht ist das seine Rache für all die Male, in denen ich das getan habe und dafür wird er was von mir zu hören bekommen.

"Sie sollten sich anschnallen", sagt der Taxifahrer und sieht mich im Rückspiegel eindringlich an.

Ich schüttle den Kopf und starre aus dem Fenster. Wenn er nicht fahren würde wie eine Schildkröte, die Gras geraucht hat, dann hätte ich auch einen Grund mich anzuschnallen.

Was soll ich tun wenn ihm iremgendetwas zugestoßen ist?

Egal wie sehr ich versuche diesen Gedanken aus meinem Kopf zu verbannen, er ist größer als jeder andere.

Wenn ihm tatsächlich etwas zugestoßen sein sollte, dann wüsste ich nicht was ich tun sollte.

Das darf einfach nicht passieren.

Er muss unverletzt sein.

Er muss am Leben sein.

"Was ist denn hier los?", fragt der Fahrer und tritt auf die Bremse. Ein leichter Ruck geht durch das Auto und wirft mich ein Stück nach vorne, aber es sind nur einige Zentimeter.

"Was tun Sie? Sie müssen weiter fahren!"

Ich lege eine Hand auf seine Lehne und beuge mich zu ihm vor, aber sein Blick ist starr auf die Szenerie gerichtet, die sich vor uns abspielt.

Zwei Autos scheinen ineinander gerast zu sein, wobei es das eine schlimmer als das andere erwischt hat, aber die Fahrer sitze nicht mehr darin.

Die schwachen Laterne an den Rändern der Straße beleuchten das Geschehen und obwohl man keine Gesichter erkennen kann, reicht es um zu sehen, dass da zwei Gestalten sind.

Eine von ihnen liegt auf dem Boden, die andere steht darüber und tritt immer wieder auf sie ein, so fest, dass ich befürchte die Tritte könnten den Mann auf dem Boden töten.

Etwas entfernt auf der Straße liegt etwas silbernes, metallenes das im Schein des Mondes und der Laterne glänzt und als ich realisiere, dass es ein Koffer ist, schließe ich auch für den Rest Schlüsse.

Die Gesichter erkenne ich zwar immer noch nicht, aber ich bin mir sicher, dass es sich bei der Gestalt auf dem Boden um Taehyung handelt.

"Rufen Sie die Polizei und einen Krankenwagen!", schreie ich den Mann an, der einfach nur da sitzt und vollkommen panisch alles beobachtet.

Die Angst ist ihm deutlich anzusehen und auch bei mir fließt sie deutlich spürbar durch meine Adern, aber ich kann nicht zulassen das sie meinen Körper bestimmt.

"Vielleicht fahren wir erst einmal ein Stück zurück und rufen sie wenn wir in Sicherheit sind." Er nickt zufrieden über die Idee, die ihm gekommen ist.

"Sind Sie verrückt geworden?", schreie ich ihn an und beuge mich noch weiter zu ihm vor. So weit ich kann strecke ich die Hand aus, bis ich den Schlüssel zu fassen bekomme und aus dem Loch ziehe damit er das Auto nicht erneut starten und einfach wegfahren kann.

"Rufen Sie sofort die Polizei und einen Krankenwagen!", schreie ich ihn erneut an und reiße wütend die Autotür auf.

Der starke Wind peitscht mir den Regen sofort ins Gesicht und die Wucht mit der sie auf meiner Haut landen, ist nicht milde schmerzhaft, trotzdem ignoriere ich sowohl diesen, als auch den Schmerz der nur halb vertheilten Verletzung im Bauchbereich.

Die Person auf dem Boden strampelt verzweifelt mit den Beinen und tritt nach dem Kerl, der in schwarz gekleidet über sie beugt auf ihr sitzt.

Obwohl mir, desto näher ich trete, immer klarer wird wer diese beiden Menschen sind, beschleunige ich meine Schritte nicht.

Mein Körper ist wie gelähmt während ich mich mit jedem Schritt der Gefahr nähere und fast hätten meine Beine unter mir nachgegeben, wenn mir nicht die Armbanduhr an dem Handgelenk der Person aufgefallen wäre die gerade im Begriff ist erwürgt zu werden.

Es ist eine Armbanduhr, die ich ganz genau kenne, eine, die ich seit mehreren Monaten jeden Tag zu sehen bekomme. Er sagte mir sie sei ein wichtiges Geschenk von seinem Vater gewesen, etwas das er immer und überallhin mitnimmt.

Bisher war es nur eine Vermutung, eine Angst von der ich nicht wollte das sie sich erfüllt, aber das ist es mit Sicherheit.

Es ist Taehyung der auf dem Boden liegt.

Hektisch schweift mein Blick durch die Gegend, auf der Suche nach etwas was ich nutzen kann um ihn zu verteidigen, um ihn zu retten und tatsächlich finden meine Augen etwas das mindestens genauso stark glänzt wie der Koffer.

Es ist halb unter das Unfall Auto gerutscht und wäre mir nicht aufgefallen, wenn der Griff nicht aus silbernem Metall gewesen wäre.

Ich hatte sowas noch nie in der Hand, aber ich denke gar nicht darüber nach wie man es benutzt oder wie gefährlich dieser Gegenstand ist als ich zum Auto renne und sie aufhebe.

Meine Hände zittern als ich den Griff umklammere und den Zeigefinger der rechten Hand an den Abzug führe.

Ich denke gar nicht darüber nach, ob das was ich gerade im Begriff bin zu tun richtig oder falsch ist, oder was es für Konsequenzen nach sich ziehen würde.

Alles was ich weiß ist, dass es Taehyung das Leben retten wird und das ist alles was für mich in diesem winzigen Moment, in diesem engen Zeitraum in dem ich mich für das Leben von einem der beiden entscheiden muss zählt.

Ich könnte die Waffe wieder senken und ihn stattdessen mit meiner kaum vorhandenen Körper Kraft angreifen, aber er wäre mir deutlich überlegen und je länger ich hier stehe und die beiden einfach nur anstarre, desto gefährlicher wird das ganze für Taehyung.

Mein Blick ist verschwommen als ich dir Waffe hebe und sie auf den Rücken der Gestalt richte.

Ich merke kaum wie mein Finger sich bewegt und den Abzug betätigt, bis die Kraft mit der die Patrone aus der Waffe geschossen kommt mich nach hinten wirft.

Obwohl ich nicht glaube, dass es wirklich so gewesen ist, bilde ich mir ein zu hören wie diese winzige Kugel sein Fleisch durchbohrt, bevor er wie ein leerer Sack Mehl auf den nassen Straßen zusammen sackt.













Dieses Kapitel ist für die liebe Taeoxic, die nicht mal ein Kapitel abwarten kann bevor sie mir Mord Drohungen sendet 😂

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