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Taehyung Pov
Das erste was ich bemerke als ich wieder einen klaren Gedanken fassen kann, ist dieser stechende Kopfschmerz vor dem mich selbst der Airbag nicht bewahren konnte.
Etwas warmes läuft meine Hand hinunter und als ich die Augen mit großer Mühe öffne, sehe ich daran eine rote, glänzende Flüssigkeit runter laufen. Nur kurz darüber in meinen Unterarm hat sich eine Glasscherbe gebohrt, die nur knapp die Ader verfehlt hat.
Verdammt, ich kann mich nicht erinnern jemals in meinem Leben solche schmerzen erlitten zu haben.
Meine Linke Hand zittert noch viel mehr als vor dem Unfall, trotzdem umfasse ich damit die Scherbe und beiße die Zähne zusammen, bevor ich sie mit einem Ruck raus ziehe.
"Fuck", fauche ich und schmeiße sie auf den Rücksitz zu dem Koffer. Oder eher zu dem Koffer, der da eigentlich liegen sollte.
Verwirrt kneife ich die Augen zusammen und öffne sie wieder, aber es handelt sich nicht um irgendeine Täuschung, da befindet sich tatsächlich kein Koffer mehr.
Plötzlich höre ich neben mir ein Klack und drehe den Kopf langsam zur Seite bis ich das glänzende Metall im Licht des Mondes erkennen kann.
"Steig aus", zischt er während er mir durch das Fenster die Waffe an die Schläfe hält.
Trotz der lebensbedrohlichen Situation schaue ich kurz zur Seite, zu dem Fenster der zum Beifahrersitz gehört um zu sehen wer im Auto sitzt das diesen Unfall verursacht hat, aber da ist niemand und meine Vermutung, dass der Fahrer derselbe Mann ist, der mich gerade mit einer Waffe bedroht verdichtet sich.
Dieses Arschloch wusste das ich den Koffer holen würde, er muss mich verfolgt und dann hier auf mich gewartet haben bevor er mit seinem Auto in mich rein gerast ist.
Er weicht gerade so weit zurück, dass ich die Tür öffnen kann ohne ihn dabei zu verletzen, die Waffe ist stets auf mich gerichtet und als ich sein Gesicht sehe, vergesse ich mich fast.
Dieses Grinsen, keinerlei Spur von Reue, es ist als wäre er sich keiner Schuld bewusst. Nein, es scheint nicht nur so, ich sehe in seinen Augen, das er es jederzeit wieder tun würde und das ich der nächste in seiner Liste bin.
"Jetzt gib mir den Schlüssel", sagt er und tritt mit der Waffe wieder näher an mich heran, was die Nervosität und Angst in mir nur steigert.
Was soll ich tun? Kann man in dieser Situation eigentlich irgendetwas richtig machen? Er wird mich umbringen, ob ich ihm den Schlüssel gebe oder nicht und dann wird er mit allem was er getan hat davon kommen, aber das schlimmste ist, dass er Jungkook auch noch töten wird.
Ich öffne den Reißverschluss meiner Jacke und krame zwischen den Kleinigkeiten und dem ganzen Müll der sich darin befindet nach dem Schlüssel, bis ich das kalte Metall zwischen meinen Fingern spüre und ihn raus ziehe.
Mit einem grinsen im Gesicht streckt er die behandschuhte Hand nach mir aus und ich trete eine weiteren Schritt nach vorne um den Schlüssel langsam rein zu legen.
Sein Blick ist nur darauf gerichtet, er senkt die Waffe unbewusst ein wenig und gibt mir damit die Chance auf die ich gehofft habe.
Meine Linke Hand schließt sich um sein Handgelenk und drückt die Waffe damit in eine andere Richtung während meine rechte eine Faust formt und mit voller Wucht ihren Weg in seine Magengrube findet.
Ein Schuss löst sich, aber er trifft nicht mich, sondern das Auto und kurz darauf fällt die Waffe dumpf zu Boden. So schnell ich kann stopfe ich den Schlüssel zurück und trete die Waffe so weit weg wie ich nur kann.
Bevor er sich vom Schlag erholen kann, greife ich nach dem Koffer den er in der Linken Hand hält und möchte ihn ihm entreißen, aber zu meiner Überraschung hebt er ihn an und lässt ihn mit all seiner Kraft gegen meine Wange sausen.
Der Schmerz durchfährt meine ganze linke Gesichtshälfte bevor er sich im gesamten Kopfbereich nieder lässt und mein Blickfeld verschwimmt.
Ich Taumel zurück, versuche irgendwo halt zu finden, stolper aber irgendwann über meine eigenen Beine und lande unsanft mit dem Hinterkopf auf dem Boden.
Er scheint Blut geleckt zu haben, denn als nächstes folgt sein Fuß mit dem er mir gegen die Rippen tritt und mich aufschreien lässt.
Schluchzend führe ich meine Hand an die Stelle, die sich anfühlt als wären fünf Stiere darüber gelaufen, aber er gönnt mir keine einzige Sekunde in der ich mich erholen und neue Kraft tanken könnte.
Er bohrt seine Hacke in meine Blutverschmierte Hand und grinst als er mir einen Schrei entlockt. Warme Tränen laufen meine kalte Wange hinunter als ich sie nicht länger zurückhalten kann.
Es ist ein kurzer Moment, in dem ich mir wünschte ich wäre tot. Ich bin nicht so stark wie manch einer denken mag, ich bin überhaupt nicht stark, aber ich darf trotzdem nicht sterben.
Wer soll Jungkook beschützen wenn ich nicht da bin?
Ich kann nicht mit dem Gedanken sterben, dass er bald das gleiche Schicksal erleiden wird.
Aber ich habe keine Kraft mehr, weder genug um mich zu wehren noch um irgendwie zu schreien.
Er dreht mich mit einem tritt auf den Rücken und setzt sich mit seinem ganzen Gewicht auf meine Hüfte bevor er beide Hände um meinen Hals legt und zu drückt.
Sanfte Tropfen des Regens landen auf meiner Stirn und dem Rest des Gesichtes, machen mir das Atmen aber nur noch schwerer.
Verzweifelt schnappe ich nach Luft die meine Lungen füllt und das brennen lindert, ich versuche ihn zu kratzen und von mir zu treten, aber das Siegessichere Lächeln, das seine Lippen formt ist nicht ohne Grund da.
Das hier ist mein Tod und der ist bereits besiegelt.
Trotzdem versuche ich alles mögliche, es wirkt hoffnungslos aber ich kann nicht sterben, ich will nicht sterben.
Ich möchte wieder zu Jungkook zurück, ihm sagen dass er nie wieder zurück in seine eigene Wohnung zu gehen braucht und das ich uns beiden eine größere suche, die in der nähe von Jimins und Yoongis liegt damit er sie besuchen kann wann er will.
Ich möchte ihm sagen, dass er wieder in Sicherheit ist, dass es nichts mehr gibt was ihn verletzen könnte und das ich alles dafür tun werde damit er glücklich ist.
Ich möchte sein Gesicht sehen, seine Stimme hören und seine wunderschönen Lippen auf meinen spüren, kein letztes mal, ich möchte alles von ihm für immer.
Ich bin nicht bereit zu sterben.
In meinen Ohren brummt alles, es ist das ganze Blut das in meinem Kopf rauscht und das Gehirn das sich aufgrund des Sauerstoffmangels zu Wort meldet.
Mr. Kangs Lippen bewegen sich und ich sehe das er mir etwas sagt, aber ich verstehe seine Worte nicht, ich höre weder ihn noch den laufenden Motor meines Autos.
Aber was ich ganz klar höre ist ein weiteres Klack wie aus dem hintersten Teil meines Gehirns, bevor diesem Klack ein Knall folgt und damit alles beendet.
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