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Jungkook Pov
An einer Uni herrscht eine ganz andere Atmosphäre als an der Schule. Hier wirken alle erwachsener und obwohl ich mir ziemlich sicher bin das es auch hier ein paar Menschen geben wird die geistig noch nicht ganz reif sind, weiß ich jetzt schon das es mir hier besser gefallen wird.
Ich ziehe mir die Kapuze tiefer in das Gesicht und betrete das Gebäude. Trotz dem verdächtigen Aussehen mit dem Mundschutz sieht mich keiner schief an, ich werde kaum beachtet.
Obwohl die Temperatur hier im Gebäude angenehm ist, zittere ich was nicht an äußeren Einwirkungen liegt sondern lediglich an meiner Nervosität und der Angst die mir mit jeder Minute bewusster wird.
Taehyung hat mir mal geschrieben, das er mittwochs um diese Uhrzeit bereits frei hat und meistens in der Bibliothek büffelt, er müsste also noch irgendwo im Gebäude sein.
Ich lege meine Hand gerade auf das Treppengeländer als ich von oben ein tiefes Lachen höre, dass das ganze Gebäude erfüllt. Ich bin selber darüber erstaunt das ich es sofort erkenne, noch bevor ich ihn oben stehen sehe.
Schnell drehe ich mich um und gehe mit schnellen Schritten in die andere Richtung. Ich wollte ihn sehen, aber auf keinen Fall wollte ich von ihm gesehen werden.
Meinem Vorsprung habe ich es zu verdanken das ich ungesehen die nächste Tür ansteuern und in die Jungen Toilette hinein stolpern kann.
Obwohl ich nicht gerannt bin, fühlt es sich an als hätte ich einen Marathon hinter mir. Ich gehe zu den Waschbecken und möchte gerade den Mundschutz entfernen um mich im Spiegel zu betrachten als ich Stimmen vor der Tür höre.
Ich stoße mich vom Waschbecken ab, laufe in eine der Kabinen und schließe mich darin ein. Es dauert keine Sekunde, da höre ich auch schon wie die Tür aufgerissen wird und jemand das WC betritt.
Mit dem Rücken presse ich mich gegen die Wand und halte die Luft an, weil ich sogar schon befürchte man könnte mich atmen hören.
Kurz darauf wird die Tür noch einmal aufgerissen und das Geräusch von Absätzen auf dem Glatten Toilettenboden ist zu hören.
"Spinnst du? Das ist die Jungen Toilette!"
Oh gott, diese Stimme. Fuck, Fuck, Fuck! Ich muss in meinem vergangenen leben irgendetwas schlimmes angestellt haben. Vielleicht habe ich jemanden umgebracht, anders kann ich mir so viel Pech nicht erklären.
"Na und? Es hat dich doch sonst nie interessiert." Diese Stimme gehört definitiv einem Mädchen, nein, einer Frau.
Mein Herz spielt verrückt und mir wird mit jeder Sekunde die ich hier verbringe heißer. Ich fürchte das ich das Bewusstsein verlieren könnte, ich habe mich noch nie in einer so unangenehmen Situation wieder gefunden.
Soll ich vielleicht irgendetwas sagen? Immerhin ist es nicht in Ordnung ein Gespräch zu belauschen, aber die Situation in der ich mich befinde erlaubt mir so etwas wie Moral nun mal nicht. Wenn ich die Kabine jetzt verlasse, riskiere ich von Taehyung gesehen zu werden.
Warum muss er auch ausgerechnet hier rein?
"Hau ab, du hast hier nichts zu suchen", sagt er und die Kälte in seiner Stimme lässt mich schaudern, aber nicht einmal das ändert etwas daran das sie wunderschön ist.
"Du bist mir eine Erklärung schuldig." Jedes mal wenn Taehyungs Stimme mich in den Bann zieht, reißt die Stimme des Mädchens mich wieder da raus. Noch nie hat mich etwas so genervt wie sie reden zu hören.
"Ich bin dir gar nichts schuldig, du wusstest von Anfang an das ich nichts für dich empfinde."
"Du hast es ja nicht einmal versucht!" Ihre Stimme wird plötzlich lauter und erschreckt mich, aber ich fasse mich schnell wieder und schließe die Augen um mich darauf zu konzentrieren ja keine Geräusche zu machen.
"Das habe ich dir auch nie versprochen."
Könnte ich mich vielleicht irren? Ist das vielleicht doch nicht Taehyung der hier redet? Dieser Tonfall, die Art wie er redet und diese kälte, es ist ganz anders als wie er mir mir am Telefon geredet hat.
"Du meintest es also ernst, als du sagtest es sei eine unverbindliche Sache", sagt sie nun wieder leiser und gefasster.
"Ich meine die meisten Sachen die ich sage ernst." Mittlerweile kling er so genervt das er ihr am liebsten das geben würde was sie möchte damit sie ihn in ruhe lässt.
Ich lege meine Hand auf meine Brust in der Hoffnung mein Herz beruhigen zu können, aber ich weiß das es so lange verrückt spielen wird bis Taehyung verschwindet. Seine Stimme, nein, seine Anwesenheit alleine bringt mich völlig aus der Fassung.
"Na gut", sagt die Frau nun in einem Zucker süßen Ton und ich kann das Lächeln praktisch aus ihrer Stimme heraus hören."Dann lass uns unser kleines Spielchen fort führen. Nur Sex, das ist doch das was du willst, nicht wahr?"
"Das ist das was ich wollte."
Was...?
Das darf doch nicht wahr sein... Kann man sich wirklich so sehr in einem Menschen getäuscht haben? Moment, was habe ich denn erwartet?
Ich vergrabe meine Hände in meinen Haaren und versuche bei all den Gedanken nicht verrückt zu werden.
Das hier kann mir doch eigentlich relativ egal sein, nicht wahr? Taehyung ist 21, da ist es nur normal, das er bereits Erfahrungen mit Frauen gesammelt hat und wenn diese eben nur auf körperlicher Ebene basierten ist es eben so.
Außerdem war ich doch immer derjenige der deutlich gemacht hat das man das was zwischen uns ist nicht definieren braucht, denn da ist einfach nichts.
Immer wieder rede ich mir das ein, es waren meine Handlungen, warum also bereue ich sie im Moment so? Ist es meine Schuld wenn die beiden in meiner Anwesenheit anfangen sich näher zu kommen, weil ich ihn immer wieder abgewiesen habe?
Nein, das ist es nicht. Selbst wenn ich seine annäherungsversuche zugelassen hätte, das was Taehyung von ihr will ist keine Freundschaft, es ist etwas was ich ihm niemals geben könnte und doch schmerzt es in meiner Brust bei dem Gedanken.
"Dann lass uns weiter machen, ich bin mir sicher du wirst das hier vermissen." Ihre Stimme ist leise, fast nur ein raunen welches von einem Schmatzen ersetzt wird.
Küssen sie sich etwa...?
Gerade als ich mir die Finger in die Ohren stecken möchte um das nicht mit an zu hören, hört es auf. Taehyungs tiefes lachen ist zu hören.
"Ich brauche das nicht und ich brauche dich nicht. Der einzige Grund warum das überhaupt passiert ist war weil du es wolltest und ich sage nur ungern nein. Aber du langweilst mich. Ich hatte meinen Spaß und anfangs war es auch ganz lustig, aber mittlerweile habe ich die Nase voll von dir."
Schokiert über diesen plötzlichen Ausbruch von Taehyung zieht sie scharf die Luft ein und auch ich weiß nicht wie ich reagieren soll. Obwohl ich sie aus irgendeinem Grund auch immer nicht leiden kann, tut sie mir leid.
"Es liegt nicht an dir, ich verliere schnell Interesse an Gegenständen und Personen, aber ich hasse es wenn sie anhänglich sind, also tu mir einen Gefallen und verschwinde."
Ich weiß das diese Worte nicht an mich gerichtet sind, ich weiß das er mit ihr spricht und doch treffen sie mich.
"Es stimmt also was man über dich sagt, das egal was, ob Spiele, Musik oder Personen, dein Interesse nur drei Wochen hält."
Sie klingt nicht verägert, es ist viel mehr Verachtung die aus ihr spricht. Das Geräusch der Tür die zu knallt reißt mich aus meinem Schock Zustand und ruft mir wieder in Erinnerung wo ich mich eigentlich befinde.
Erneut geht die Tür auf, allerdings wird sie dieses mal deutlich sanfter geschlossen. Ich bin wieder alleine.
Erleichtert lasse ich mich an der Wand entlang sinken und atme tief ein. Mein Herz stand noch nie unter solchem Druck. Mal hat es so schnell geklopft das man glauben könnte es würde jeden Moment explodieren und ein anderes mal hat es einfach ausgesetzt. Taehyung hat es in nur wenigen Minuten geschafft mein Herz verrückt spielen zu lassen.
Egal wie schockierend und überraschend dieses Erlebnis für mich jetzt auch war, ich muss schleunigst von hier weg bevor mich noch irgendjemand entdeckt.
Ich schließe die Tür auf und stolpere aus der Kabine heraus. Mit der ins Gesicht gezogenen Kapuze und dem Mundschutz öffne ich die Tür und trete nach draußen.
Das Licht hier ist Gott sei Dank nicht so grell wie in der Toilette und meine Augen gewöhnen sich auch schnell wieder an das sanfte, gelbe Licht.
Plötzlich packt mich jemand am Handgelenk und drückt mich gegen die Wand direkt neben der Toilette.
Erschrocken reiße ich die Augen auf und starre in das Gesicht von Taehyung. Ein schiefes Lächeln ziert seine Lippen und seine Augen funkeln mich neugierig an.
"Ich wusste das jemand gelauscht hat", sagt er bedrohlich leise und beugt sich weiter zu mir vor. Er löst eine Hand von meinem Handgelenk und führt es an den Mundschutz.
Zu spät reagiere ich in dem ich versuche ihm zu entwischen, denn er hat es mir bereits vom Gesicht gerissen und fixiert meine Handgelenke mit seinen großen Händen an der Wand.
"Jungkook?"
Puhh, das ist das bisher längste Kapitel mit 1450 Wörtern. Ich habe wirklich versucht es so kurz wie möglich zu halten, aber damit habe ich immer so meine Probleme 😅
Ist es für euch eigentlich besser wenn ich kurze Kapitel schreibe? Ich passe mich da ganz euch an 😊
Jetzt gibt es also erst mal ein bisschen Drama zwischen den beiden 🤗
Ich würde gerne mehr über euch erfahren, deswegen stelle ich erst einmal eine ziemlich unspezielle frage, aber es interessiert mich: Wie alt seid ihr eigentlich?
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