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Taehyung Pov

Ich versuche meine Stimme wieder zu kriegen, aber das plötzliche auftauchen von Jungkook hat mir die Sprache verschlagen. So viele Fragen schwirren in meinem Kopf herum, fragen auf die ich so schnell keine Antwort finde, denn er versucht sich immer wieder verzweifelt aus meinem Griff zu befreien.

"Jungkook, hör auf", sage ich sanft und versuche ihm in die Augen zu sehen, aber er meidet meinen Blick gekonnt.

"Dann lass mich los", sagt er zwischen zusammengebissenen Zähnen. Ich möchte wissen was er denkt.

Er war bereits in der Kabine noch bevor ich die Toilette betreten habe, er hat alles mit angehört.

Was denkt er jetzt über mich?

Hat er das in den falschen Hals bekommen?

Versucht er deswegen mir mit aller Kraft zu entkommen?

"Ich lasse dich los", sage ich und beuge mich weiter zu ihm vor. "Aber versprich mir das du mit mir reden wirst, versprich mir, das du nicht weg läufst."

Er zittert und meine Nähe sorgt dafür das er rot anläuft. Trotz der Situation in der wir uns befinden, komme ich nicht umhin zu bemerken wie gut er aussieht und wie süß seine Reaktionen sind.

Die Bilder in diesem Ordner haben mich neugierig gemacht. Es gab so viele verschiedene, in so vielen unterschiedlichen Situationen das ich mir nicht ausmalen konnte was für eine Person dieser Mensch ist.

"Ich verspreche dir gar nichts", zischt er und dreht seinen Kopf zur Seite. Ein kleiner Teil in mir hat sich diese Antwort erhofft.

Mit einem Lächeln im Gesicht schiebe ich mein Bein zwischen seine und presse meine Hüfte gegen seine.

Schockiert über die plötzliche Nähe dreht er sich zu mir, merkt dann aber schnell wie nah sich unsere Gesichter sind und senkt den Kopf.

"Wir können auch so reden", raune ich ihm ins Ohr und spüre wie sein zittern noch stärker wird.

Macht es mich zu einem schlechten Menschen das seine Reaktionen in mir Aufregung und Lust auslösen?

"Was wenn uns jemand sieht?", fragt er und ich höre in seiner Stimme Hoffnung heraus, Hoffnung das mir das Angst machen und dafür sorgen würde das ich von ihm lasse.

"Dann sollen sie ruhig hinsehen. Es macht mir nichts aus. Was ist mit dir, Kookie?"

Es fällt mir schwer noch normal mit ihm zu reden, mir wird immer heißer und ich spüre wie es in meiner Hose immer enger wird

Seit wann ist es so leicht mich geil zu machen? Was hat er an sich das meinen Körper verrückt spielen lässt?

Alles an ihm benebelt meine Sinne, sein Geruch, seine samt weiche Stimme die meinen Ohren schmeichelt, selbst wenn schlimme Worte diese zarten Lippen verlassen.

Zum ersten Mal hebt er den Kopf und sieht mir in die Augen. Spätestens da ist es um meine Konzentration geschehen. Seine Augenbrauen hat er wütend zusammengezogen und das funkeln in seinen Augen würde wahrscheinlich die Vögel vom Himmel holen, aber ich kann nicht anders als mich von ihnen faszinieren zu lassen.

Langsam gebe ich eines seiner Handgelenke frei und führe meine Hand an seine Wange. Sanft streiche ich mit meinem Daumen über seine Haut. Keines der Mädchen die ich bisher hatte kann von sich behaupten so schöne und weiche Haut gehabt zu haben.

Bei all der Bewunderung vergesse ich alles um uns herum und sogar das er das alles gar nicht will. Mit seiner nun freien Hand stößt er mich gegen die Brust. Überrascht taumle ich nach hinten und finde erst wenig später mein Gleichgewicht wieder.

Er funkelt mich noch einmal wütend an bevor er sich umdreht und mir den Rücken zuwendet.

"Jungkook!", rufe ich und laufe ihm hinterher. Seine Beine sind lang und seine Schritte dementsprechend groß. Als ich bei ihm ankomme, packe ich ihn am Arm, aber er entreißt ihn mir wütend und dreht sich dann von alleine um.

Auf diesem Handy gab es viele Bilder. Ich durfte einen mir fremden Menschen mit ihrer Hilfe von seiner fröhlichen, genervten, traurigen, erleichterten und wunderschönsten Seite kennenlernen, aber auf keinem dieser Bilder hat er geguckt wie gerade, mit so viel Hass.

"Was? Was willst du noch von mir?", fragt er und die Adern sind vor lauter Anspannung deutlich an seinem Hals zu erkennen.

"Lass uns reden, Jungkook." Ich versuche es auf die ruhige Art, wenn ich ihm jetzt zeige wie nervös mich das alles macht, hilft es keinem von uns beiden.

"Da gibt es nichts worüber wir reden müssten." Seine wunderschönen Lippen beben vor Wut und zu wissen das ich es bin der dieses Gefühl in ihm auslöst macht mich nur noch nervöser.

"Ich möchte nicht das du wütend auf mich bist."

Wieso habe ich das gesagt? Ich wollte doch eigentlich was ganz anderes sagen, aber wenn ich in seiner Nähe bin oder auch nur mit ihm schreibe tut mein  Körper was er will und ignoriert meinen Verstand komplett.

"Wütend? Ich bin nicht wütend, zwischen uns ist alles gut", sagt er und seine Worte sind nur so getränkt in Sarkasmus.

Er kontert mit meinen eigenen Worten.  Haben ihm diese Worte solchen Kummer bereitet? Ich wollte was ganz anderes bewirken, ich wollte das er merkt das wir eben nicht nur Fremde sind, stattdessen habe ich nur erreicht das er sich weiter von mir entfernt.

"Ich dachte vielleicht, dir sei etwas passiert, das sie dich gefunden hätten", fängt er leise an und ich höre wie verletzt er ist. "Ist das der Grund warum du mir nicht mehr geschrieben hast, Taehyung?"

Verwirrt runzle ich die Stirn und sehe ihm in die mit Tränen gefüllten Augen. Er wird doch nicht etwa weinen? Aber wieso, ich verstehe nicht einmal wovon er spricht.

"Dein Interesse an Gegenständen und Personen ist also nur von kurzer Dauer, ja? Ich verstehe schon Taehyung, dein Interesse an mir hielt nur so lange es unkompliziert war, aber auch ich werde schnell langweilig und Probleme sind keine angenehme Sache."

Er reibt sich über die Augen und lacht verächtlich.

Nein... Das ist es was ihm Kummer bereitet? Er hat meine Worte die an dieses Mädchen gerichtet waren genommen und sie auf sich selber angewendet.

"Jung-"

Er wartet nicht. Er lässt mich nicht einmal seinen Namen ganz aussprechen, da hat er sich bereits umgedreht.

Und ich? Ich weiß nicht warum ich ihm nicht hinter her renne, warum ich nur so stehen bleibe und seinen Rücken ansehe wie eine Leinwand die mir das Ende eines Filmes anzeigt.

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