○15○
Jungkook Pov
Taehyung
War das zu direkt?
Du scheinst es wirklich nicht zu mögen süß genannt zu werden
Aber das macht dich nur noch süßer ^.^
Jungkook
Ignorierst du mich deswegen?
Entschuldige, ich sage nicht mehr das du süß bist
Jungkook?
Alles in Ordnung?
Jungkook?
Wenn du die Nachrichten siehst und nicht antwortest weil du wütend bist, dann verstehe ich das, aber schreib irgendetwas, damit ich weiß das es dir gut geht
Jungkook
Langsam mache ich mir ernsthafte sorgen!
Sende mir sofort deine Addresse!
Es waren weitere Nachrichten und in jeder weiteren wurde er ungeduldiger. Macht er sich wirklich Sorgen um mich? Er hat sogar versucht mich an zu rufen. Die letzte Nachricht ist erst 20 Minuten her. Seit dem Vorfall schreibt er mir also ununterbrochen Nachrichten.
Ich tippe auf den schwarzen Bildschirm und lasse meine zitternden Finger eine Weile über der Tastatur schweben, unschlüssig darüber was ich schreiben soll.
Taehyung
Taehyung
JUNGKOOK
GOTT VERDAMMT
WO BIST DU?!?!
Mir geht es gut
DAS WAR NICHT MEINE FRAGE!
Wo. Bist. Du?
Ich kann dir das nicht sagen...
Nicht einmal eine Sekunde nachdem ich die Nachricht abgeschickt habe wird der Chat auf dem Bildschirm durch einen Anruf ersetzt. Wieso ruft er mich an?
Ich sitze einfach nur da und starre sowohl das grüne als auch das rote Symbol an, kann mich allerdings nicht entscheiden ob ich seinen Anruf annehmen oder einfach ignorieren soll. Die Entscheidung wird mir abgenommen als er nach mehrmaligem klingeln auflegt. Sofort taucht wieder der Chat auf.
Taehyung
Geh ran!
Wieso?
Weil man das normalerweise macht wenn jemand anruft?!?
Erneut klingelt mein Handy und ohne zu zögern wische ich mit meinem Finger nach rechts um den Anruf anzunehmen.
"Hallo", sage ich leise und zögernd. Gott, ich bin so nervös, das ich trotz des fehlendes Arzt Berufes an den Geräten ablesen kann das mein Herz verrückt spielt.
Ein leises "Gott sei dank" ist auf der anderen Seite zu hören, gefolgt von einem erleichterten ausatmen.
"Ich hatte schon angst du wärst es nicht", sagt er und lacht leise als wären ihm seine Worte peinlich.
Ich bin viel zu hypnotisiert um irgendetwas zu erwidern oder mich auf seine Worte zu konzentrieren. Es ist mir ganz egal was er sagt, es ist mir egal solange ich seine Stimme hören kann.
Wenn man mich fragt was das außergewöhnlichste Gefühl ist was ich jemals in meinem Leben verspürt habe, dann muss ich wohl diesen Moment nennen, denn noch nie hat mich etwas zur gleichen Zeit so in Aufregung versetzt und beruhigt wie seine Stimme gerade.
"Bitte sag mir das er dir gut geht." Seine Stimme ist leise, angenehm, fast wirkt es als hätte er geprobt bevor er anrief, weil er klingt wie ein Erzähler. Ich ignoriere die Gänsehaut die sich auf meinem Körper ausbreitet und blinzle um zurück in die Realität zu finden.
"Ich... Es ist alles in Ordnung", sage ich und werde mit jedem Wort leiser.
"Und jetzt die Wahrheit."
Wie kann jemand so eine Stimme besitzen? Er ist erst einundzwanzig Jahre alt und doch schwingt in seiner Stimme eine gewisse Erfahrung mit. Sie ist schön, so schön das ich nicht anders kann als mir vor zu stellen wie wohl der Mensch aussieht der solch eine Stimme besitzt.
"Taehyung", sage ich seinen Namen um mich wieder aus dem Trance-ähnlichen Zustand zu befreien.
"Ja?"
"Wo bist du gerade?", frage ich und achte noch einmal darauf das die Tür wirklich zu ist.
"Die Frage hatten wir schon mal, nur das sie von mir kam."
"Taehyung, bitte, es ist wichtig."
"Ja, das weiß ich, mir ist das auch ziemlich wichtig, weil ich seit 42 Stunden damit beschäftigt bin mir Sorgen um dich zu machen."
Was? Ist es wirklich bereits 42 Stunden her seit sie mir aufgelauert sind? Ich muss wohl wirklich müde und erschöpft gewesen sein um so lange zu schlafen.
"Ich frage dich noch mal und bitte antworte mir dieses mal: Wo bist du?"
Ich kralle mich in das Laken und beiße mir auf der Unterlippe herum. Meine Absicht war es ihn hier raus zu halten, ihn nicht unnötig nervös zu machen, aber ich kann nichts tun, da wir beide in diese Geschichte verwickelt sind.
"Ich bin im Krankenhaus", sage ich dann nach kurzem zögern.
"Was? Was ist passiert?", fragt er noch aufgeregter als vorher.
"Ich habe gerade mit dir geschrieben als ich von zwei Männern angegriffen wurde."
Ich denke darüber nach wie viel ich ihm erzählen soll und ob es doch schlauer wäre etwas zu verheimlichen, merke aber schnell das ich mit der Wahrheit besser dran bin.
"Was zur...? Was für einen Grund hatten sie?!"
Taehyung klingt wütend und mit jeder neuen Information wird seine Wut nur noch mehr geschürt, aber es ist bereits zu spät um zu lügen.
"Sie dachten ich hätte das Handy."
Meine Worte ziehen eine unangenehme Stille nach sich die sich für Sekunden zwischen uns durchzieht. Ich weiß nicht was er denkt und ich weiß nicht ob er mir antworten wird, also ergreife ich wieder das Wort.
"Taehyung, du darfst das Handy niemals in der Öffentlichkeit benutzen. Ich weiß nicht woher sie von mir wussten, aber die Tatsache das sie bei mir aufgeschlagen sind bedeutet das sie nichts von dir wissen und das du in Sicherheit bist."
"Glaubst du das interessiert mich?!?" Ich zucke zusammen als seine Stimme sich von diesem weichen und beruhigenden Ton in einen aufgebrachten und vor Hass getränkten verwandelt.
"In welchem Krankenhaus bist du?", fragt er plötzlich.
"Warum willst du das wissen?"
"Wir reden persönlich", sagt er als wäre das bereits beschlossene Sache und ich hätte nichts mehr zu diesem Thema zu sagen.
"Warte..."
"Ich kann nicht warten. Es macht mich wahnsinnig hier herum zu sitzen und nicht zu wissen wie es dir geht. Ich möchte sicher gehen das sie nicht erneut die Chance bekommen dich an zu fassen."
Seine Worte überraschen mich und treten eine ganze Lawine von Gefühlen in mir los. Wie schafft dieser Mann es meinen ganzen Körper mit wenigen Worten verrückt spielen zu lassen?
"Ich glaube das wäre keine gute Idee", sage ich zögernd und kralle mich wieder an dem Lacken fest.
"Du vertraust mir immer noch nicht", sagt er leise und mehr zu sich selbst als zu mir.
"Nein, das ist es nicht...-"
"Schon gut, Jungkook, du hast mir bereits mehr als ein mal gesagt wie unbedeutend unsere Beziehung für dich ist, du brauchst dich nicht recht zu fertigen. Tu mir einen Gefallen und sorgt dafür das immer jemand an deiner Seite ist der auf dich aufpasst."
Seine Worte klingen wie ein bittersüßer Abschied. Mein Herz zieht sich bei seinen Worten zusammen und noch bevor ich die Chance habe etwas zu erwidern deutet mir der grässliche piep-ton an das der andere Teilnehmer bereits aufgelegt hat.
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