○16○
Jungkook Pov
Taehyung
Du bist wütend, nicht wahr?
Bin ich nicht
Du lügst
Lass das
Ich möchte aber nicht das du wütend auf mich bist
Ich habe dir doch bereits gesagt das ich nicht wütend bin!
Dann ist alles in Ordnung zwischen uns?
Jap
Gut...
Taehyung ist offline
Ich möchte noch weiter nachhaken, ihn so lange mit Nachrichten bombardieren bis er mich von sich aus anruft und mir versichert das alles beim Alten ist, das er weiter versuchen wird mich näher kennen zu lernen und das ich es nicht verbockt habe.
Die Wahrheit ist, das ich ihn durchaus gerne treffen würde, aber das meine pessimistische Sichtweise auf die Welt und mein fehlendes Vertrauen in andere das nicht so schnell zu lassen.
Jimin kenne ich bereits seit ich vier bin, das Vertrauen zwischen uns war einfach von Anfang an da und er hat es nie missbraucht, bei Yoongi habe ich eine Weile gebraucht bis ich ihn wirklich als Freund akzeptieren konnte, um genau zu sein hat es ganze sechs Jahre gedauert.
Wieso ist es bei Taehyung so anders? Wieso braucht dieser Fremde Mensch nur wenige Wochen um meine Neugier zu wecken? Ich weiß noch nicht ganz was ich von ihm denken soll, aber eines ist sicher, er ist bereits ein Teil in meinem Leben den ich nicht einfach ignorieren kann, alleine wegen des Handys.
Selbst wenn ich bis jetzt geglaubt habe es sei etwas harmloses oder gar ein Zufall bin ich mir jetzt im Klaren darüber das dieses Handy irgendetwas verbirgt und alles spricht dafür das es etwas gefährliches ist, immerhin gibt es Menschen die dieses Geheimnis um jeden Preis schützen wollen und bereit sind dafür alles zu tun.
Was habe ich getan um in so etwas hinein gezogen zu werden? Mein Leben hat sich nicht verändert, ich bin immer noch ein neunzehnjähriger, Menschenscheuer Schüler in seinem letzten Jahr und bis vor kurzem war meine größte Sorge die Frage was ich nach meinem Abschluss studieren möchte, aber mittlerweile ist da dieses Handy das Taehyung und mich irgendwie verbindet.
"Mit wem schreibst du?", fragt Yoongi neben mir und versucht einen Blick auf den Display meines Handys zu erhaschen, aber ich sperre es schnell und packe es auf das Bett neben mich.
Yoongi ist vor zehn Minuten gekommen, direkt nachdem er Schulschluss hatte und da es immer etwas schlechtes bedeutet wenn er sich mehr Mühe gibt als nötig hat er mir natürlich die Hausaufgaben mitgebracht vor denen mich wahrscheinlich nicht einmal der Tod bewahren würde.
"Was hat es mit euren neuen Haarfarben auf sich?", frage ich und lege den Kopf schief. Yoongi fährt sich durch die Haare und sieht mich verwirrt an.
"Was meinst du?"
"Du kannst mir nicht erzählen das es Zufall ist das du und Jimin euch so plötzlich zur selben Zeit die Haare färbt." Ich schnaube verächtlich und sehe ihn warnend an ehe er auf die Idee kommt mir irgendeine Lüge auf zu tischen.
Jimin ist zuvor über ein halbes Jahr mit ein und der selben Haarfarbe herum gelaufen, dieses Orange das ihn ausgewaschen so unschuldig und lieb hat wirken lassen während Yoongi das Mintgrün bevorzugte das ihm durchaus stand, aber jetzt wo er wieder schwarze Haare hat merke ich wieder wie gut er aussieht.
"Ich wollte wieder was natürliches ausprobieren", sagt er und vergräbt seine Hände wieder ganz lässig in seinen Hosentaschen.
"Meine Schwester hat jedes Mal ihre Frisur geändert wenn eine Beziehung zu Ende gegangen ist. Gibt es da etwa etwas was ich nicht weiß? Und hat Jimin vielleicht seine Finger im Spiel?"
Yoongis Ausdruckslose Miene verändert sich und er zieht peinlich berührt, fast schon ertappt die Augenbrauen zusammen. Als er allerdings gerade den Mund zu einer wahrscheinlich nicht sehr freundlichen Erwiderung öffnet, wird er durch ein Klopfen an der Tür unterbrochen.
Unsere beiden Blicke richten sich auf die große weiße Tür die sich langsam öffnet als keine Antwort kommt. Jimin kommt, genau wie Yoongi, in seiner Uniform herein geschlendert, die Blonden Haar zerzaust. Das Lächeln in seinem Gesicht verschwindet schlagartig als er Yoongi erblickt, der immer noch neben meinem Bett steht.
Die beiden sehen sich eine weile überrascht an, bis Jimin zuerst den Blick abwendet und die Plastiktüte in seiner Hand am Ende des Bettes abstellt.
"Du schuldest mir eine Menge für den ganzen Kram den ich dir kaufen musste", sagt er und kratzt sich am Hinterkopf.
Seine vollen Lippen, seine Nase und seine Wangen sind von der Kälte die Seoul im Winter beherrscht gerötet. Wieso fällt mir erst jetzt auf was für gutaussehende Freunde ich eigentlich habe?
"Meine Geldbörse ist in der Schublade, nimm dir raus was ich dir Schulde", sage ich und versuche heraus zu finden was zwischen den beiden vorgefallen sein könnte, denn da ist definitiv etwas.
"Es ist kein Geld das ich will, aber mal ernsthaft, weißt du wie es aussieht wenn ein Kerl nach Lippenpflegestiften mit Erdbeergeschmack fragt? Und warum zur Hölle benutzt zu Frauenshampoo?"
Sein beschämtes Gesicht bringt mich zum Lachen. "Ich mag den Geruch", sage ich und zucke mit den Schultern.
"Wie auch immer, ich muss auch schon wieder los", sagt Jimin und sieht mich entschuldigend an.
"Du bist doch gerade erst gekommen", sage ich verständnislos und bemerke wie sein Blick kurz zu Yoongi wandert der seinen Kopf gesenkt hat und ganz offensichtlich versucht Jimin nicht an zu sehen.
"Ich bin gekommen um dir deine Sachen zu bringen da du das Shampoo, das ich dir gestern gebracht habe nicht mochtest. Wenn du etwas brauchst, sag bescheid und wenn der Raum nicht mehr so überfüllt ist ruf mich an, dann statte ich dir einen Besuch ab."
Ohne Yoongi auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen verlässt Jimin in meine Richtung winkend das Zimmer. Überfüllt? Die einzigen die sich hier befinden sind ich und Yoongi, das war mal ein herber Schlag für den neuerdings natürlichen Yoongi.
"Aua", rutscht es mir aus und ich fange an zu lachen als er den Kopf hebt und sein Gesicht die Farbe einer Tomate angenommen hat. Das gerade war ihm deutlich unangenehm.
"Halt die Klappe", fährt er mich an.
"Du hast es wohl mächtig verbockt. Hat ihm deine Natürlichkeit nicht so zugesagt? Vermisst er den alten, wilden Yoongi?" Ich kann nicht anders als mir einen Spaß mit ihm zu erlauben, wo er es doch immer derjenige ist der sich über unsere Fehler lustig macht.
"Sie hätten dir die Zähn rausschlagen sollen, deine Stimme pisst mich an." Er schnappt sich seinen Rucksack der auf dem Stuhl neben der steht und reißt die Tür auf. Ohne sie hinter sich zu schließen und ohne irgendeinen Abschied verlässt er das Zimmer.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, also frage ich lieber was ihr davon haltet wenn das nächste Kapitel ein Yoonmin Kapitel wird? Dort erkläre ich dann was zwischen den beiden passiert ist, wäre glaube ich interessanter als es einfach von Jimin runter rattern zu lassen, was sagt ihr?
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