Kapitel 7
Der Flug von Nürnberg nach Tokio war ruhig und ereignislos verlaufen. Misaki hatte die Zeit genutzt, um sich auf ihre neue Umgebung vorzubereiten und einige Notizen in ihrem Reisetagebuch festzuhalten.
Die Stunden vergingen schnell, während das Flugzeug sanft durch die Wolken glitt und die Welt darunter immer kleiner wurde. Als das Flugzeug schließlich zur Landung ansetzte, spürte Misaki ein sanftes Beben, das sie aus ihren Gedanken riss.
Die Lichter von Tokio leuchteten bereits in der Ferne, ein glitzerndes Netz aus Farben und Formen, das die Dunkelheit der Nacht durchbrach. Die Stadt wirkte auf eine Weise faszinierend und einladend, ein Symbol für den Neuanfang, den sie sich erhoffte. Mit einem sanften Ruck rollte das Flugzeug auf die Landebahn, und die Passagiere klatschten leise Beifall, als die Maschine sicher auf dem Boden aufsetzte.
Misaki lächelte schwach, eine Mischung aus Erleichterung und Vorfreude in ihrem Gesicht. Während das Flugzeug zum Gate rollte, fühlte sie, wie sich eine neue Energie in ihr regte. Nach dem Betreten des Flughafens von Tokio, einer imposanten Mischung aus moderner Architektur und geschäftigem Treiben, wurde sie von der klaren, frischen Luft und der hektischen Atmosphäre begrüßt.
Sie machte sich auf den Weg zur Passkontrolle und dann zum Gepäckband, wo sie auf ihre Koffer wartete. Die Ankunftsbereiche waren voll von Menschen, die sich darauf vorbereiteten, ihre eigenen Abenteuer zu beginnen oder von Reisen zurückzukehren. Als sie schließlich ihre Taschen geschnappt hatte und den Flughafenbereich verließ, sah sie die großen Schilder mit den Namen der verschiedenen Abholer. Tante Himeko sollte sie abholen, und die Vorstellung, diese kaum bekannte Verwandte nach all den Jahren wiederzutreffen, machte Misaki ein wenig nervös, aber auch aufgeregt. Sehr aufgeregt.
Ihre Hände, welche ihre Koffer und Taschen umklammerten, würden wahrscheinlich unkontrolliert anfangen zu zittern, sobald sie diese loslassen würde, genau wie es ihre Knie taten. Mit einem tiefen Atemzug, um sich selbst zu beruhigen, trat Misaki aus dem Flughafen hinaus in die kühle Nachtluft Tokios. Die Stadt, die sie bald ihre neue Heimat nennen würde, breitete sich vor ihr aus, und der große Moment des Neubeginns stand unmittelbar bevor. Die junge Frau sah sich um, sie wusste wie die Frau aussah, welche sie seit Jahren nicht mehr persönlich gesehen hatte – sie hatte ein paar Tage vor ihrem Abflug den Instagram Account ihrer Tante gestalked.
Sie musste ja schließlich wissen, wie die Familie, zu welcher sie ziehen würde, jetzt aussah. Schließlich änderte Himeko scheinbar jede Woche irgendetwas an ihrem aussehen. Haare, Make-up, Kleidung irgendwas sah auf den Bildern immer anders aus. Meistens im Abstand von ein bis zwei Wochen.
„Misaki!“, ertönte eine schrille Stimme hinter ihr, Misaki zuckte leicht zusammen und drehte sich in Richtung der Stimme.
Eine hübsche Frau lief freudestrahlend auf sie zu. Ihre schulterlangen dunkelbraunen Haare umschmeichelten ihr hübsches schmales Gesicht. Die hellbraunen Augen der Dame strahlten. Es erinnerte Misaki ein wenig an sich selbst. So ungefähr musste es für andere aussehen, wenn Misaki ein Tier oder ein niedliches Plüschtier sah, welches sie haben wollte.
Wenn man sie so ansah, fielen Misaki ein paar Ähnlichkeiten zu ihr selbst auf. Beide Frauen hatten ein markantes aber schmales Gesicht, das klare, geschliffene Züge aufwies. Ihre Augen, obwohl in einem leicht unterschiedlichen Farbton, hatten einen ähnlichen Ausdruck – eine Mischung aus Wärme und Entschlossenheit, die sie sofort erkennbar machte.
Zudem strahlten Misaki und Himeko eine natürliche Eleganz aus, die sich in ihrer Körpersprache zeigte. Ihre Bewegungen waren geschmeidig und bedacht, und sie hatten beide eine gewisse Würde in ihrem Auftreten. Als ehemaliges Model war dies wohl ein Erkennungsmerkmal für Himeko, während Misaki dies schon von klein auf beigebracht wurde.
Ihre Tante zog die junge Frau in eine herzliche und warme Umarmung „Misaki mein Kind, wie groß du geworden bist. Ich habe zwar ein paar Bilder von dir gesehen aber dich jetzt so vor mir zu sehen. Du bist so eine hübsche junge Frau geworden, du siehst ein wenig aus wie ich in deinem Alter – du könntest glatt meine Tochter sein“, scherzte die Frau, welche sie schon so lange nicht gesehen hatte.
So wie Himeko ihre Nichte begrüßte, fühlte es sich kaum an, als wären Jahre seit ihrem letzten treffen vergangen – ganz im Gegenteil.
Misaki fühlte sich sofort wohl und geborgen, fast so wie sie sich immer bei ihrer Mutter fühlte – vor ihrem Streit. Sie hatte das Gefühl, als wäre sie wirklich willkommen in der Familie ihrer Tante, zumindest nach dem was Himeko innerhalb dieser kurzen Umarmung ausstrahlte.
Sie war zwar noch immer etwas nervös die Familie ihrer Tante zu treffen aber die erste Hürde war überstanden ihre Nervosität legte sich etwas.
Himeko löste sich sanft von ihrer Nichte und strahlte sie an „diese neue Haarfarbe steht dir wirklich gut, sie unterstreichen das leichte grün in deinen braunen Augen.“
Ein leichtes Lächeln bildete sich auf Misakis Lippen „Danke … es war eine ziemliche Überwindung das zu tun, Rina musste recht lange auf mich einreden, damit ich mich dafür entscheide. Es ist etwas komisch, da ich von anderen Menschen oft dafür angestarrt werde, aber ich denke, ich muss mich einfach daran gewöhnen.“
Himeko lachte leicht auf, es war ein Lachen, welches so unbeschwert klang, das es Misaki schon fast ansteckte „Weißt du Misaki, angestarrt zu werden, muss nicht immer etwas Schlechtes sein. Aber komm, wir haben genug Zeit um über alles zu reden, wenn wir zu Hause sind.“
Die Dame griff nach einem der Koffer, ihre Hände zeigten die feine Art von Geschicklichkeit, die auf jahrelange Erfahrung hindeutete. Misaki beobachtete, wie ihre Tante den Koffer mühelos in den Kofferraum eines eleganten schwarzen Autos hob, dessen polierter Lack im Neonlicht des Parkplatzes glänzte. Das Auto war ein luxuriöser Wagen, der sofort den Eindruck von Stil und Wohlstand vermittelte.
Misaki konnte nicht umhin, sich über die Unterschiede in ihrem bisherigen Leben und diesem neuen Umfeld Gedanken zu machen. Der Wagen schien perfekt zu Himekos Anmut zu passen. Als die Koffer verstaut waren, öffnete Himeko die Beifahrertür und winkte Misaki freundlich zu.
„Steig ein, wir haben eine kurze Fahrt vor uns.“ Misaki ließ sich in den bequemen Ledersitz sinken, und Himeko setzte sich auf den Fahrersitz.
Der Innenraum des Autos war ebenso luxuriös wie die Außenansicht – edles Holz, feine Lederpolster und sanftes, gedämpftes Licht, das eine beruhigende Atmosphäre schuf. Himeko startete den Motor, und das sanfte Brummen des Wagens schien sich harmonisch in die ruhige Nacht einzufügen.
Während das Auto langsam vom Parkplatz rollte, warfen die Straßenlichter flüchtige Schatten auf die Wände des Fahrzeugs, und der Verkehr der Stadt begann, sich um sie herum zu entfalten.
„Wie war dein Flug?“, fragte Himeko, ihre Stimme war gelassen und freundlich, während sie den Wagen sicher durch den Verkehr manövrierte.
„Ich hoffe, du hattest eine angenehme Reise.“ Misaki erwiderte das Lächeln und begann, sich zu entspannen.
„Ja, der Flug war ruhig, danke. Es ist nur ein bisschen überwältigend, alles hier zu sehen.“ Himeko nickte verständnisvoll.
„Das ist ganz normal. Tokio ist eine große Stadt, und es dauert seine Zeit, sich einzugewöhnen. Aber du wirst dich schnell an die neuen Eindrücke gewöhnen.“ Während sie sich durch die Stadt bewegten, leuchteten die Neonlichter der Metropole in einem kaleidoskopischen Farbenspiel auf, und Misaki ließ ihre Gedanken schweifen, gespannt auf das, was die kommenden Tage bringen würden.
Als das Auto sanft durch die Straßen von Tokio glitt, und die Lichter der Stadt an den Fenstern vorbeizogen, nahm Himeko einen Moment, um das Gespräch in eine persönlichere Richtung zu lenken. Ihre Stimme war sanft, doch ein warmes Interesse schwang in jedem Wort mit.
„Misaki“, begann Himeko, „wie geht es deiner Mutter? Ich hoffe, es ist alles in Ordnung bei ihr.“
Misaki, die sich gerade entspannte und die Fahrt genoss, wurde von der Frage aus ihren Gedanken gerissen. Sie schätzte Himekos Interesse, doch das Thema war heikel. Ihre Mutter, Yumiko, war ein kompliziertes Thema, und die Beziehung zwischen Himeko und Yumiko war nie einfach gewesen.
„Mama …“, sagte Misaki langsam und suchte nach den richtigen Worten.
„Es ist kompliziert. Wir haben in letzter Zeit nicht viel miteinander gesprochen, vor allem wegen der Dinge, die zwischen ihr und dir stehen. Sagen wir … sie war ziemlich sauer als sie erfahren hat, dass ich hier her zu dir komme.“ Himeko nickte verstehend.
„Ja, ich weiß, dass es immer einige Spannungen gab. Es tut mir leid, dass es so gekommen ist. Ich hoffe, du weißt, dass das nie etwas Persönliches gegen dich war. Manchmal können alte Konflikte über Generationen hinweg nachwirken. Ich weiß das deine Mutter dich liebt, aber zu wissen, dass du hier zu mir kommst, muss sie verunsichert haben, nach allem was zwischen ihr und mir vorgefallen ist. Ich denke, sie macht sich nur Sorgen um dich.“
Misaki sah Himeko dankbar an „Ja, ich verstehe das. Ich glaube, es ist einfach schwierig für Mama, alte Wunden zu heilen. Aber ich wollte mich auf meine eigene Weise um mich selbst kümmern.“
Himeko lächelte sanft „Das ist verständlich, Misaki. Jeder hat seine eigene Art, mit solchen Dingen umzugehen. Ich bin froh, dass du den Mut gefunden hast, diesen Schritt zu wagen. Manchmal ist ein Neuanfang genau das, was man braucht.“
Die Stadtlichter tauchten die Umgebung in ein sich ständig veränderndes Spiel aus Farben und Schatten, während das Auto weiterfuhr. Misaki fühlte sich etwas erleichtert, die Worte von Himeko zu hören, die sowohl Verständnis als auch Unterstützung ausstrahlten. Vielleicht war die Zeit gekommen, alte Konflikte hinter sich zu lassen und einen neuen Anfang zu wagen, auch wenn es bedeutete, mit den eigenen Ängsten und Herausforderungen konfrontiert zu werden. Himeko warf einen kurzen Blick auf Misaki, ein amüsiertes Funkeln in ihren Augen.
Sie schaltete den Blinker, während sie eine Kreuzung passierten, und ein leichtes Lächeln spielte um ihre Lippen.
„Weißt du, Misaki“, begann sie scherzhaft, „in Tokio gibt es viele interessante Dinge zu entdecken. Und, ich sage es nur mal so: auch jede Menge hübsche Männer.“
Misaki blinzelte überrascht und drehte den Kopf zu ihrer Tante. Sie wusste, dass Himeko es nur gut meinte und versuchte, die Stimmung aufzulockern, aber bei dem Gedanken an Marco verspannte sich ihr Körper leicht. Die Wunde war noch zu frisch, die Trennung lag erst ein paar Wochen zurück, und die Erinnerungen an ihre Beziehung – und wie sie endete – waren immer noch schmerzhaft präsent. Sie schüttelte den Kopf und lächelte gezwungen.
„Ich glaube, das ist das Letzte, woran ich im Moment denken möchte“, sagte sie leise.
Ihre Stimme klang entschlossen, aber auch etwas traurig.
Himeko warf ihr einen nachdenklichen Blick zu, als sie an einer Ampel hielt „Natürlich, Misaki. Es ist noch frisch, und ich kann mir vorstellen, dass du Zeit brauchst. Ich wollte nur, dass du weißt, dass das Leben hier viele Überraschungen bereithält. Es gibt keinen Grund, dich unter Druck zu setzen.“
Misaki nickte dankbar. „Ich weiß, Himeko. Aber gerade jetzt … brauche ich erstmal nur ein bisschen Ruhe.“
„Das verstehe ich“, sagte Himeko sanft.
„Nimm dir alle Zeit, die du brauchst. Du bist hier, um dein eigenes Tempo zu finden.“ Dann setzte sie ein leichtes, aufmunterndes Lächeln auf. „Aber sollte dich irgendwann doch die Neugier packen, die Stadt hat einiges zu bieten. Und wer weiß – vielleicht bringt der Zufall irgendwann jemanden in dein Leben, der dich überrascht.“
Misaki lächelte schwach, während sie aus dem Fenster schaute. Auch wenn sie im Moment nicht an eine neue Beziehung denken konnte, schätzte sie Himekos Bemühungen, sie aufzuheitern. Aber für jetzt war ihr Fokus darauf, in Tokio anzukommen und ihr Leben wieder in Ordnung zu bringen – ohne Ablenkungen.
Himeko drehte sich leicht zu Misaki um und sagte mit einem leisen Lächeln in der Stimme „Ach, bevor ich es vergesse, Misaki, ich habe dir für in ein paar Tagen ein Vorstellungsgespräch organisiert.“
Misaki blinzelte überrascht. Ihre Gedanken waren immer noch bei Himekos scherzhafter Bemerkung über die „hübschen Männer“, sie hatte die Tatsache weshalb sie überhaupt erst nach Tokio gekommen war total verdrängt nach ihrem Gesrpäch mit Himeko. Ihre Tante nickte und legte eine Hand entspannt auf das Lenkrad.
„Ja, genau. Es ist bei Yugen Games, einer Firma, für die ich arbeite. Ich bin dort die Sekretärin des Firmenleiters.“
Misaki spürte, wie sich eine Mischung aus Neugier und Nervosität in ihr regte. „Yugen Games? Ist das nicht diese große Spielschmiede, die narrative Spiele entwickelt? Sie ist relativ bekannt in der Szene. Ich meine auch, dass Rina mir davon erzählt hat.“
Himeko lächelte wissend. „Genau die. Sie haben eine eigene Storytelling-Abteilung, und ich habe dem Teamleiter von dir erzählt. Er ist interessiert und möchte dich kennenlernen. Es könnte eine großartige Gelegenheit sein.“
Misaki war für einen Moment sprachlos. Sie wusste, dass sie sich irgendwann um eine Arbeit kümmern musste, aber das ging schneller als erwartet. Klar, es gab dieses kurze Gespräch indem Rina ihr sagte, dass Himeko ihr einen Job verschaffen wollte...oder hatte?
Aber dass sie wirklich jetzt schon ein Vorstellungsgespräch haben konnte, überwältigte sie „Wow... das klingt... wirklich groß. Aber bist du sicher, dass ich bereit bin? Ich meine, ich bin gerade erst angekommen.“
Himeko warf ihr einen aufmunternden Blick zu.
„Natürlich bist du bereit. Du hast immer schon ein Talent für Geschichten und kreatives Schreiben gehabt. Und keine Sorge, du hast noch ein paar Tage, um dich einzuleben und vorzubereiten. Ich dachte nur, es wäre gut, dir schon mal etwas in Aussicht zu stellen, falls du bereit bist, loszulegen. Außerdem hast du doch immer am liebsten in diesem Bereich in deiner alten Firma gearbeitet, nicht wahr?"
Misaki spürte, wie sich in ihr sowohl eine Aufregung als auch ein leises Unbehagen breitmachte. Ein Job in einer so großen Spielefirma? Die Möglichkeit, Geschichten zu schreiben, Dialoge zu erfinden und die Charaktere mitsamt ihrer Geschichte zu entwickeln war definitiv verlockend, aber die Herausforderung schien auch gewaltig. Ihre alte Firma war relativ klein und sie wurde dort eingesetzt, wo sie gerade gebraucht wurde, Yugen Games war eine ganz andere Hausnummer, sie hatte nur Gutes gehört und auch, wie riesig alleine das Gebäude sein musste.
Sie erkannte, dass Himeko ihr diese Chance bot, weil sie an sie glaubte. Und das bedeutete ihr viel.
„Danke, Himeko. Ich weiß das wirklich zu schätzen“, sagte Misaki leise, wobei sie versuchte, ihre Unsicherheit zu verbergen.
„Du wirst das großartig machen“, sagte Himeko sanft.
„Das ist eine Chance, neu anzufangen – beruflich wie auch persönlich.“
Als Misaki mit ihrer Tante Himeko vor dem Haus ankam, stieg sie aus dem Auto und ließ ihren Blick über das moderne Gebäude gleiten. Das Haus wirkte auf den ersten Blick wie ein kalter, starrer Monolith aus Glas und Beton, seine schlichte, graue Fassade passte sich schon fast den dunklen Nachthimmel Tokios an. Die klaren, geometrischen Linien und das dunkle Ziegelmuster verliehen dem Gebäude eine elegante, fast unnahbare Aura.
Es war das Gegenteil von dem, was Misaki bisher als Zuhause gekannt hatte – kein warmes Holz oder sanfte Farben, sondern klare, urbane Strenge. Trotzdem verspürte sie eine seltsame Faszination. Der schmale Eingang, der von der aufragenden Fassade fast verschluckt wurde, wirkte wie eine Einladung in eine neue Welt, ein weiterer Schritt in diesen ungewohnten Neuanfang in Tokio.
Die Fenster waren groß, aber schützten gleichzeitig die Privatsphäre, als wollten sie die Geheimnisse der Bewohner bewahren.
„Willkommen zu Hause, zumindest für die nächste Zeit“, sagte Himeko lächelnd, als sie den Kofferraum öffnete „Von außen sieht es vielleicht nicht nach etwas Besonderem aus, aber im Inneren strahlt Luxus.“
Misaki atmete tief durch und nickte. Es fühlte sich fremd an, aber vielleicht war genau das, was sie brauchte „Es ist mir egal, ob es luxuriös ist, solange es sich irgendwann anfühlt wie ein zu Hause.“
Misaki stand vor dem Haus und atmete tief ein. Der kühle Wind Tokios wehte durch ihr Haar, als sie den Blick über das moderne Gebäude gleiten ließ. Alles an diesem Ort schien neu, fremd, und doch verspürte sie eine unerwartete Ruhe. Das alte Leben – die Kämpfe, die Trennung, der Verlust ihres Jobs – schien weit hinter ihr zu liegen, fast als hätte sie es mit dem Flug über den Ozean zurückgelassen.
Sie war bereit. Bereit für das Unbekannte. Bereit für einen Neuanfang. Die Unsicherheit, die sie in den letzten Wochen begleitet hatte, wich einem leisen Gefühl von Entschlossenheit. Hier, in dieser Stadt, in diesem Haus, würde sie neu beginnen – ohne die Schatten der Vergangenheit, die sie so lange verfolgt hatten. Misaki sah zu Himeko, die ihr einen ermutigenden Blick zuwarf, als sie die letzten Koffer aus dem Auto hob.
„Es wird nicht einfach, aber du wirst es schaffen“, sagte ihre Tante leise, als hätte sie Misakis Gedanken gelesen.
Misaki nickte. Die Zweifel waren immer noch da, tief in ihr vergraben, aber sie ließ sich davon nicht mehr leiten. Das war ihre Chance, ein neues Kapitel zu beginnen. Und diesmal würde sie es auf ihre Weise schreiben.
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