23.

Der zweite Teil für heute.

Erschöpt legte ich mich in mein Bett. Nach einem anstrengenden Tag kam es mir noch gemütlicher vor, hier zu liegen. Heute waren wir im Schwimmbad, das hatten wir schon am Tag davor ausgemacht, und ich hatte lange nicht mehr so viel Spaß am Schwimmen wie heute. Aber nichts desto trotz war schwimmen anstrengend. Müde schloss ich meine Augen und war kurz davor, einzuschlafen, doch natürlich machte mir mein Handy ein Strich durch die Rechnung. Seufzend nahm ich es in die Hand und las mir die Nachricht durch. Sie war von Marc und lautete:
Hey Ana,
Ich wollte mit dir reden, es ist wichtig, kannst du mich anrufen, wenn du meine Nachricht liest?
Danke
LG, Marc

Was gab es mitten in der Nacht schon wichtiges zu besprechen? Ich wählte seine Nummer und wartete darauf, dass er ab nahm. "Ana?", meldete sich Marcs Stimme am Telefon.

"Ja, du hast mir eine Nachricht geschickt und ich wollte wissen, was es damit auf sich hat."

"Ich dachte, du schläfst schon."

"Hab ich auch, jedenfalls fast."

"Oh, tut mir leid, ich wollte dich nicht aufwecken."

"Kein Problem. Also, was beschäftigt dich?"

"Ich möchte das nicht so gerne am Telefon besprechen. Treffen wir uns morgen um 08:00 Uhr in einem Café?"

"Hast du keine Schule?"

"Die ersten beiden Stunden fallen bei mir aus. Wir haben ja alle unterschiedliche Kurse. Also kommst du?"

"Okay!"

Er nannte mir noch die Adresse und den Namen des Cafés. Dann verabschiedeten wir uns und ich konnte endlich schlafen. Oder auch nicht. Ich war nervös, wegen morgen, sodass ich einfach keine Ruhe finden konnte. Was war so wichtig, dass er mich nicht morgen nachmittag kurz beiseite nehmen konnte, um es mir zu sagen?

***

Am nächsten Morgen hatte ich keine Ahnung, wie lange ich mich noch in meinem Bett herum gewälzt hatte, bis ich endlich in einen unruhigen Schlaf gefallen war. Es muss jedenfalls ewig gedauert haben, denn ich sah echt scheiße aus. Das mit dem 'nicht schminken' sollte ich mir echt noch einmal überlegen. Demotiviert versuchte ich, das Beste aus meinem Aussehen zu machen. Nach fünf Minuten gab ich es auf und beschloss, mir einfach eine Mütze anzuziehen.

Ich ging runter in die Küche und begrüßte Emma mit einem Lächeln. Sie kam immer ziemlich früh, weshalb ich ihr einen Ersatzschlüssel gegeben hatte. Manche mögen mich für verrückt halten (okay, mehrere Indizien deuteten darauf hin), aber ich vertraute ihr. Sie war nett und man konnte sich mit ihr über die unterschiedlichsten Sachen unterhalten.

"Möchtest du einen Kaffee, Ana?", fragte sie mich. In der Hand hatte sie eine Kanne, mit der schwarzen Flüssigkeit.
Ich habe drei Tage gebraucht, bis Emma mich endlich bei meinem Vornamen nannte.
"Ich mag keinen Kaffe, aber danke!", beantwortete ich ihre Frage. Sie nickte und füllte eine Tasse. Diese stellte sie auf ein Tablett, worauf sich schon ein lecker aussehendes Frühstück befand.

"Auf dem Tisch steht dein Essen, ich hoffe, es schmeckt dir gut. Ich bringe das hier erst einmal deiner Mutter", während sie redete, lief sie schon in die Richtung der Treppe.

Hungrig setzte ich mich an den Küchentisch und verschlang mein Essen. Als Emma wieder runter kam, war ich gerade dabei, meinen Teller in die Geschirrspülmaschine einzuräumen.
"Hat es dir nicht geschmeckt?", fragte sie, wobei ich die Enttäuschung aus ihrer Stimme heraus hören konnte.
"Doch natürlich. Wie kommst du auf den Gedanken, dass es mir nicht geschmeckt hat?", meinte ich, während ich mir eine Flasche mit Wasser füllte.
"Weil du deinen Teller wegräumst. Wo ist denn das ganze Essen hin?"

"In meinen Bauch!", antwortete ich grinsend. Mit geweiteten Augen sah Emma mich an. Verwundert sprach sie weiter:
"Ich war nicht mal zwei Minuten weg."
"Da siehst du, wie gerne ich dein Essen habe."
Sie bedankte sich bei mir. Danach verabschiedete ich mich und machte mich auf den Weg zum Café.

Was Marc wohl von mir will?

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