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Aufgeregt checke ich ein letztes mal mein Outfit im Spiegel, bevor ich meinen Eltern einen schönen Abend wünsche und das Haus verlasse. Heute ist Freitag und somit steht das große Football-Spiel an. Die Golden Titans spielen gegen die Flying Bulls, also Glen und die Jungs gegen das Team unsere Schule. Ich fühle mich schon den ganzen Mittag, als würde ich auf heißen Kohlen sitzen. Einerseits, weil ich es kaum abwarten kann Glen wiederzusehen und andererseits, weil ich keine Ahnung habe was mich bei diesem Spiel erwarten wird. Anscheinend ist Football hier in der Gegend eine große Sache und wird fast schon als heilig angesehen. An meinen vorherigen Schulen war Sport zwar auch ein großes Thema, aber dann eher Basketball.

Alli und Jocelyn winken mir bereits, als ich den gepflasterten Weg vor unserem Haus entlanggehe. Breit lächelnd winke ich zurück, werde aber leicht stutzig, als ich erkenne das die beiden mit Kiyans schwarzem SUV hier sind.

„Hey Mädels, warum fahren wir in Kiyans Auto?", begrüße ich die beiden, als ich auf der Rückbank platz nehme und streiche mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

„Er hat es angeboten und das lasse ich mir nicht entgehen. Dieses Auto ist der Knaller: Sitzheizung, eine premium Soundanlage, Massagesitze, nicht zu vergessen der Tempomat und Sportmodus", schwärmt Allison und ich muss mir ein Lachen verkneifen: „Ooookay."
„Was? Mein Wagen ist dagegen eine Schrottkiste", verteidigt Alli ihre Schwärmerei, was Jocelyn und mich zum Lachen bringt.
Gut gelaunt fahren wir die kurze Strecke bis zu unserer Schule und finden sogar noch einen passenden Parkplatz auf dem Gelände.

Auch wenn das Spiel erst in einer Stunde beginnt, haben sich schon einige unserer Mitschüler vor dem Stadion versammelt und quatschen ausgelassen. Die meisten tragen das Trikot ihres Lieblingsspielers oder haben sich in den Farben der Mannschaft geschminkt.

„Kommt, vielleicht erwischen wir die Jungs noch vor der Kabine!" Jocelyn bedeutet Allison und mir ihr zu folgen und gemeinsam laufen wir in Richtung der Katakomben. Tatsächlich entdecke ich schon von weitem die Jungs, wie sie noch entspannt an ihren Autos lehnen und sich unterhalten.

„Wie ist Kiyan eigentlich hergekommen?"

„Mit Brian", antwortet Allison, „Die beiden wollten sowieso noch was für ein Schulprojekt besprechen."

Inzwischen haben die Jungs uns ebenfalls bemerkt und Brian und Kiyan machen sich auf den Weg, um ihre Freundinnen zu begrüßen. Ich selbst umarme Luke und Leon zur Begrüßung und komme dann vor Glen zum stehen: „Hi."

„Hey", lächelt er mich warm an und schließt mich in seine Arme. Automatisch umarme ich ihn zurück: „Bereit für das Spiel?"

„Ja, das Training gestern war gut und wir sind sowieso besser als Reece und seine Idiotentruppe", meint Glen selbstbewusst und lässt seinen rechten Arm auf meinen Schultern ruhen. Ein warmes Gefühl steigt in meinem Bauch auf, als ich mich an ihn lehne: „Klingt gut, ich drück euch auf jeden Fall die Daumen!"

„Dann kann es ja nur gut werden", antwortet Glen, „Warst du schon mal auf einem Football-Spiel?"

„Ja, aber an meiner alten Schule war das nicht so ein großes Ding wie hier. Glaube unser Stadion war nichtmal die Hälfte von eurem."

„Viele ehemalige Schüler haben in den letzten Jahren ein Stipendium für's College bekommen und es dann in die NFL geschafft, deshalb hat sich bei uns dann alles so zum positiven entwickelt - wir haben mit die besten Trainer des Landes und zu gefühlt jedem Spiel kommen Talentscouts."

„Wow", gebe ich beeindruckt von mir, „Dass ist doch dann aber auch ganz schön viel Druck, oder?"

„Natürlich, aber man wird auch zu Höchstleistungen angespornt."

„Hast du schon ein College in Aussicht?"

„Hmm, Alabama oder Georgia. Bei denen habe ich mit die beste Chance auf einen erfolgreichen Draft. Wie sieht's bei dir aus mit College?"

„Habe ich mir noch nicht wirklich Gedanken drüber gemacht, ich möchte auf jeden Fall etwas in Richtung Management studieren."

Bevor Glen mir antworten kann, werden wir von Leon unterbrochen: „Auf geht's, Glen! Wir müssen uns aufwärmen gehen. Bis später, Sophia!"

Ich winke Leon noch schnell zu, bevor er auch schon in den Katakomben verschwindet.

„Du hast ihn gehört, wir sehen uns nach dem Spiel", verabschiedet sich Glen, umarmt mich nochmal und folgt dann seinen Freunden in die Umkleide.

„O-M-G! Ihr seid ja sowas von süß!", ertönt plötzlich Allison's Stimme und ich wende meinen Blick fragend in ihre Richtung. Sie und Jocelyn stehen einige Meter neben mir und zeichnen überdreht und kichernd Herzchen in die Luft. Augenverdrehend überbrücke ich den Abstand zwischen uns, nehme beide an die Hand und ziehe sie in Richtung Stadioneingang: „Ihr seid so peinlich, wirklich." Doch auch ich kann mir ein Lachen nicht verkneifen.

Das Spiel ging mit einem ziemlich deutlichen Ergebnis zu Ende: 34 zu 14, für die Mannschaft von Glen. Ein klarer Sieg.
Dementsprechend sind unsere Mitschüler nicht wirklich gut gelaunt. Ich glaube im ganzen Stadion haben sich nur Allison, Jocelyn und ich über den Ausgang des Spiels gefreut - und natürlich die gegnerischen Fans.

Nachdem wir uns gemeinsam mit der breiten Schülermasse aus dem Stadion gequetscht haben, gehen wir erneut nach hinten zu den Umkleiden, um auf unsere Jungs zu warten. Bis die fertig sind kann es allerdings noch ein Weile dauern - immerhin sollten sie erstmal duschen und sich umziehen.

„Kommst du noch mit Pizza essen? Ja, oder?", fragt Jocelyn mich und ich nicke: „Als ob ich mir eine gratis Pizza entgehen lasse."

„Da hast du Recht, der Coach ist einfach der Beste", stimmt Alli mir zu, „Der muss doch am Ende der Saison echt keinen Dollar mehr auf dem Konto haben, wenn der nach jedem Sieg die ganze Truppe plus Freunde zum essen einlädt."

„Aber war der nicht mal ein Profi? Dann hat der doch safe Millionen auf dem Konto und weiß nicht wohin mit seinem Geld."

„Uh, stimmt! Das hatte ich nicht auf dem Schirm."

Die restliche Zeit bis die Jungs fertig sind, reden wir über belangloses Zeug und gerade als Allison uns von ihrem peinlichen Vorfall in der Mall erzählen will, kommt die ganze Mannschaft aus der Kabine.
Sofort erscheint auf dem Gesicht der Brünetten ein strahlendes Lächeln und wenig später liegt sie in den Armen ihre Freundes. Die beiden geben so ein schönes Paar ab - optisch, aber auch vom Charakter her -, genau wie Jocelyn und Brian.

„Glückwunsch zum Sieg", gratuliere ich unterdessen den anderen Jungs und schließe alle einmal in die Arme. Heute wird wirklich viel umarmt.

„Du hast uns ja die Daumen gedrückt, also was konnte da dann schief gehen", grinst Glen mich an und meine Mundwinkel ziehen sich sofort nach oben: „Genau, alles mein verdienst."
Ich weiß selbst nicht, was da in mich gefahren ist, aber bevor ich es mir anders überlegen kann, stelle ich mich auf die Zehenspitzen und drücke ihm einen kurzen Kuss auf die Wange. Und als meine Lippen seine Haut berühren explodieren die Schmetterlinge nur so in meinem Bauch - yup, ich bin sowas von verknallt.

Während ich noch am überlegen bin, ob das jetzt komisch kam, erhellt sich Glen's komplettes Gesicht in einem strahlenden Lächeln: „Wenn ich nach jedem Sieg einen Kuss bekomme, werden wir diese Saison wohl nur noch gewinnen."
Dann legt er seinen Arm um meine Schultern und zieht mich zu seinem Mercedes, damit wir zur Pizzeria fahren können.

„Aber nächstes Mal möchte ich einen richtigen Kuss." Verschwörerisch zwinkert er mich an, während mein Mund sprachlos aufklappt. Oh mein Gott, Hilfe!


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Glen + Sophia = <3

Denkt an den ⭐️ meine Lieben!

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