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„Soll ich dich nachhause fahren?", wendet Glen sich fragend an mich, als langsam alle zum gehen aufbrechen. Es ist jetzt vier Uhr am Nachmittag, Jocelyn und Brian haben sich schon vor einer Stunde verabschiedet. Der Mittag war wirklich lustig: Wir haben Pizza bestellt, viel gequatscht und ich konnte alle nochmal besser kennenlernen. Wie schon gestern, wurde ich komplett integriert; Ich fühle mich, als würde ich schon Jahre ein Teil dieser Clique sein. Und all das nur, weil ich im Schulflur mit Jocelyn und Jacob zusammengestoßen bin - das war pures Glück.

„Oh, wenn es dir nichts ausmacht?", antworte ich ihm, „Ich habe meinen Rucksack aber noch bei Leon im Auto."

„Ne, ist doch kein Problem. Ich bin eh mit dem Auto da und dann kann Leon nämlich Jacob und Max heimfahren."

„Dann machen wir es so, danke!"

Genau wie die anderen, stehen wir vom Sofa auf und machen uns daran, uns von Allison und Kiyan zu verabschieden. Die beiden freuen sich bestimmt auf ein wenig Zeit zu zweit.

„Schön das ihr da wart, wir sehen uns dann morgen in der Schule", winkt Allison, als wir die Villa von Kiyan verlassen. Lächelnd winke ich zurück: „Ciao!"

„Also", spricht Leon mich an, „Glen fährt dich heim?"

„Yup, aber ich brauch' noch meine Tasche aus deinem Auto." Nickend läuft der Schwarzhaarige zu seinem Jeep und schließt ihn auf. Ich folge ihm, damit ich meinen Rucksack von der Rückbank holen kann.
„Merci", bedanke ich mich bei Leon, „Dann bis bald!"

„Tschüss! Kommst du am Freitag mit zum Spiel, also mit Alli und Jocelyn?"

„Ähm- gute Frage?"

„Ach, dumme Frage, die Beiden werden dich eh mitschleppen", winkt Leon grinsend ab und steigt dann in seinen Wagen.
Nachdem ich mich noch von Max und Jacob mit einer Umarmung verabschiedet habe, steuere ich Glen an, der neben einem dunkelblauen Mercedes steht. Scheißen die Jungs eigentlich alle Geld? Brian und Leon fahren einen Jeep, Kiyan einen Range Rover, Glen einen Mercedes und Luke habe ich vorhin in einen teuer aussehenden Sportwagen steigen sehen.

„Nimmst du den Rucksack mit nach vorne oder sollen wir ihn in den Kofferraum legen?"

„Würde den einfach in den Fußraum stellen", meine ich und beobachte, wie Glen die Beifahrertür öffnet: „Na dann: Einsteigen, mylady." Mit bestimmt knallroten Wangen, werfe ich Glen ein dankbares Lächeln zu und lasse mich auf den Beifahrersitz sinken. Warum ist der Kerl so süß? Mir hat noch nie ein Junge die Tür aufgehalten. Oh man, ich sollte ihn erstmal besser kennenlernen, bevor ich mich in ihn verknalle. Hilfe!

Die Zeit, in der Glen um das Auto herumläuft, nutze ich, um einmal tief durchzuatmen und mich kurz zu sammeln. Ich werde gleich alleine mit ihm auf engstem Raum eingesperrt sein, also muss ich mich zusammenreißen. Die Fahrt zu mir nach Hause wird wohl so fünfzehn Minuten dauern, je nach Verkehrslage. Hoffentlich überlebe ich die Fahrt, ohne mich vor Glen in irgendeiner Weise lächerlich zu machen.

„Ich bräuchte noch deine Adresse", ergreift Glen das Wort, als er auf dem Fahrersitz platz nimmt, „Kannst du die schnell in's Navi eingeben?" Dabei deutet er mit seinem rechten Zeigefinger auf das integrierte Navigationssystem, dass zeitgleich mit dem Auto zum Leben erwacht. Während Glen den Wagen aus Kiyans Einfahrt heraus lenkt, tippe ich meine Adresse in das Navi und drücke auf Route starten.

„Unternehmt ihr eigentlich oft was, so als ganze Gruppe?", frage ich Glen neugierig. Diese Frage stelle ich mir tatsächlich schon seit gestern, vor allem weil alles so harmonisch und eingespielt wirkt. Immerhin muss man das ja auch immer organisiert bekommen mit so vielen Leuten. Andere verzweifeln schon zu zweit oder zu dritt und sehen sich nur in der Schule.

„Ja, eigentlich schon. Manchmal fehlen ein oder zwei, je nachdem wie es mit Schule oder Familie aussieht. Aber im Allgemeinen versuchen wir immer was als ganze Gruppe zu machen. Meistens ist das auch spontan, so wie heute. Größere Sachen planen wir dann längerfristig, wir sind zum Beispiel diesen Sommer für eine Woche zusammen in den Urlaub beziehungsweise zum Ferienhaus von Kiyan gefahren. Außerdem haben wir alle halt gefühlt keine anderen Freunde, also passt das schon."

„Macht Sinn", meine ich, „Das ist richtig cool so eine Gruppe zu haben mit der man sich gut versteht."

„Auf jeden Fall!", stimmt Glen mir zu, „Du kommst doch zum Spiel am Freitag, oder?"

„Genau das Gleiche hat mich Leon vorhin auch gefragt", lache ich, „Keine Ahnung - ich werde mal mit Allison und Jocy reden."

„Also kommst du." Die Worte klingen überzeugt und als ich zu ihm rüber schaue, trägt er ein Grinsen auf seinem Gesicht.

„Gegen welche Schule spielt ihr eigentlich?"

„Na, gegen eure - da gewinnen wir sowieso. Euren scheiß Quarterback haut Kiyan mit links um."

„Ihr seid alle keine großen Fans von diesem Reece, nicht wahr?"

„Woher kennst du das Arschloch?", fragt Glen sofort alarmiert und ich beiße mir auf die Lippen. Ups, es sollte nicht so klingen, als ob ich mit dem Typ befreundet wäre oder so. Den einzigen Kontakt, den ich mit Reece hatte, war heute morgen im Schulflur. Und da haben die Mädels mir deutlich gemacht, dass ich mich von ihm fern halten und mich lieber auf Glen konzentrieren soll. Nicht das ich an Reece interessiert wäre, der strahlt ein paar ganz creepy Vibes aus.

„Bin ihm heute morgen in der Schule begegnet, aber das war's auch schon. Was hat er denn gemacht? Das einzige, was die Mädels mir erzählt haben, ist dass er damals Kiyan verprügelt hat. Mehr weiß ich nicht."

„Der baut andauernd scheiße", beginnt Glen zu erzählen, wobei sich seine Hände um das Lenkrad verkrampfen, „Angefangen hat es beim Footballspiel mit Kiyan. Dann hat er sich vorgenommen Allison in's Bett zu bekommen - ich muss wohl nicht erwähnen, dass er sich an ihr die Zähne ausgebissen hat. Jedenfalls hat er nicht locker gelassen und sie andauernd belästigt. Dabei sind auch ein paar unschöne Wörter gefallen, bis Kiyan irgendwann eingeschritten ist und deutlich gemacht hat, dass Alli zu ihm gehört. Anstatt uns dann in Ruhe zu lassen, hat er angefangen Jocelyn anzubaggern. Damit hat er auch erst aufgehört, als sie mit Brian zusammengekommen ist. Der Typ ist ein dreckiger Wixxer und ich würde dir raten, dich von ihm fernzuhalten. Reece ist zu einigem fähig."

„Wow. Warum darf er weiterhin Football spielen?" Ich bin ehrlich schockiert. Dieser Reece gehört von der Schule geschmissen und am besten in polizeilichen Gewahrsam. Körperverletzung und Belästigung, vielleicht sogar schlimmeres.

„Keine Ahnung. Sein Vater ist irgend so ein reicher Pisser, der seinen ach so tollen Sohn überall einkauft - Geld regiert die Welt. Solange er euch Mädels in Ruhe lässt ist mir das eigentlich egal. Auf dem Spielfeld hat er sowieso keine Chance gegen die Jungs und mich."

„Ich freue mich darauf, euch mal spielen zu sehen", lächele ich und bemerke, dass Glen bereits in meine Straße einbiegt. Die Fahrt ist wirklich schnell vergangen; Glen ist ein guter Gesprächspartner und ich rede gerne mit ihm.Generell fühle ich mich total wohl in seiner Nähe - Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich irgendwie verstellen muss.

„Dann sehen wir uns spätestens am Freitag! Und versprich mir, dass du dich von Reece fern hältst!", verabschiedet Glen sich von mir und bekommt beim zweiten Satz einen ernsten Gesichtsausdruck.

„Versprochen!", antworte ich. Aus Reflex greife ich nach seiner Hand und drücke kurz zu, um das Versprechen zu unterstreichen. Kaum berührt meine Haut die seine, schießen kleine Blitzschläge durch meine Finger und ein Schwarm Schmetterlinge flattert durch meinen Bauch.
Schnell unterbreche ich den Körperkontakt, bedanke mich für's nach Hause fahren und steige dann aus seinem Mercedes. Hoffentlich hat das jetzt nicht gehetzt gewirkt. Aber ich möchte nicht, dass Glen sieht, was für eine Wirkung er auf mich hat.



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Die zwei Süßen.

Denkt an den ⭐️! <3

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