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„Ahhhh, was macht ihr denn hier?", kreischt Allison glücklich, als sie die Jungs vor unserer Schule entdeckt. Kiyan, Brian und Leon lehnen an ihren Autos und beginnen zeitgleich  zu grinsen, sobald sie den Ausruf der Braunhaarigen hören.

„Überraschung!", grinst Brian nur, der kurz darauf auch schon Jocelyn in seine Arme schließt. Allison begibt sich ebenfalls zu ihrem Freund; Jacob, Max und ich steuern Leon an: „Hey Kumpel, was geht ab?"

„Wir dachten, wir holen euch ab und fahren zu Kiyan - der hat Sturmfrei. Die anderen sind schon dort", erklärt Leon, „Vorausgesetzt ihr habt Zeit?"

„Klar, aber ich brauche dann was zum essen. Habe heute nur gefrühstückt", kommt es von Max, der sich vielsagend über den Bauch reibt. Lachend beobachte ich ihn dabei und streiche mir durch die Haare, damit mein Zopf wieder richtig sitzt.

„Dann steigt mal ein", fordert Leon uns auf und deutet auf seinen Jeep, „Wir können bei Kiyan safe was zu essen bestellen, ich könnte auch was vertragen."

Ich rutsche zusammen mit Max auf die Rückbank, während Jacob es sich auf dem Beifahrersitz bequem macht. Schnell hole ich mein Handy aus der Hosentasche und tippe eine Nachricht an meine Mutter, dass ich direkt nach der Schule etwas mit Allison und den anderen unternehme. Sie antwortet fast sofort:

Mama: Danke für's bescheid geben, viel Spaß!

„Warum habt ihr eigentlich immer früher Schule aus, als wir. Das ist so unfair", meint Jacob und verstellt zeitgleich den Radiosender, um die Musik zu wechseln.

„Unsere Schule ist halt cooler", scherzt Leon nur, startet den Wagen und fährt dann, gefolgt von Brian und Kiyan, los. Die Augen einiger Schüler folgen uns neugierig, fremde Autos fallen immer auf dem Schulparkplatz auf. Wobei die meisten wahrscheinlich Kiyan und Brian kennen - zumindest vom sehen - allein wegen ihren Freundinnen.

„Sophia?", spricht Leon mich jetzt direkt an und ich schaue fragend zu ihm nach vorne: „Hm?"

„Soll einer von uns dich dann später nachhause fahren?"

„Das wäre gut, also nur, wenn es keine Umstände macht." Normalerweise kann ich eines der Autos von meinen Eltern mitbenutzen, aber heute musste meine Mum einige Dinge erledigen, weshalb ich auf den Bus ausweichen musste. Insgeheim spare ich bereits auf ein eigenes Auto, dann bin ich nicht mehr ganz so abhängig von meinen Eltern.

„Ne, dass ist kein Problem", winkt Leon ab und lenkt das Auto in eine breite Einfahrt. Wow, wie reich sind Kiyans Eltern bitte? Direkt vor uns ragt eine große Villa in die Höhe, die von gepflegten Hecken und einem angelegten Garten umgeben ist. Das Haus sieht aus wie ein Palast - Ich wette, dort arbeiten jede Menge Angestellte. Allison hat gestern erwähnt, dass Kiyans Eltern getrennt sind und sein Vater der CEO einer großen Firma ist. Ich hatte erwartet, dass seine Familie nicht gerade arm ist - aber das?! Krass. Staunend mustere ich die Villa, während Leon die Einfahrt entlang fährt. Wenig später kommt er vor dem Haus auf einem der vier Parkplätze zum stehen.

„Ist dieser Palast noch größer geworden als letztes Mal?", will Jacob stirnrunzelnd wissen und deutet auf Kiyans Haus, woraufhin Max prustend in Gelächter ausbricht: „Das sagst du jedes Mal!!"

„Kann ich meine Tasche bei dir im Auto lassen?", frage ich Leon und erhalte ein Nicken als Antwort. Genau wie die Jungs, steige ich aus dem Jeep aus und kann die Villa nun in voller Pracht bestaunen.

„Du hast genau den gleichen Gesichtsausdruck wie ich drauf, als ich das erste Mal hier stand." Mein Blick findet den von Allison und ich realisiere, dass ich sprachlos meine Umgebung wahrgenommen habe.

Inzwischen sind auch Brian und Jocelyn eingetroffen, die Händchen haltend zu uns rübergelaufen kommen.

„Wollt ihr eigentlich ewig hier draußen rumstehen oder auch mal reinkommen?" Überrascht drehen wir uns alle um und entdecken Glen an der Haustür stehen, der uns mit einer hochgezogenen Augenbraue mustert. Er hat uns wohl von drinnen gesehen.

„Du bist aber mal wieder lustig", kommentiert Jocelyn das Gesagte, drängelt sich dann aber an Glen vorbei ins innere des Hauses. Die anderen folgen ihr und ich tue es ihnen gleich: „Hi", begrüße ich noch mit einem kleinen Lächeln Glen, als ich an ihm vorbeigehe.

Von innen ist die Villa genauso beeindruckend, wie von außen. Luxus soweit das Auge reicht - alles schreit nur so nach Geld. Rechts von mir ist das Wohnzimmer, dass Allison zielsicher ansteuert. Auf einem der Sofas erwartetet uns bereits Luke, der jetzt aufsteht, um uns alle zu begrüßen. Nach dem typischen Handschlag geben und Umarmungen verteilen, setzen wir uns alle hin und eine angenehme Stimmung macht sich breit. Ein paar der Jungs unterhalten sich angeregt über Football, während Jocelyn und Allison über Jacob's Affäre diskutieren und Leon mit Max über Autos streitet. Entspannt lehne ich mich in die weichen Polster der dunkelblauen Couch zurück und beobachte die Gesprächsrunde.

„Na, wie war dein Schultag?", lässt sich Glen neben mich fallen, wodurch mir der Geruch seines Aftershaves in die Nase steigt. Verdammt, er riecht gut.

„Schule halt. Zum Glück haben wir viel von dem Stoff schon an meiner alten Schule behandelt, deshalb habe ich nicht wirklich Probleme. Und bei dir?"

„Ich hatte Mathe, war nicht so cool", verzieht Glen leidend sein Gesicht, „Aber dafür nur vier Stunden Unterricht, also könnte schlimmer sein."

„Du Glücklicher!"

„Das ist jetzt nicht dein Ernst!" Zeitgleich drehen Glen und ich unsere Köpfe zu Jocelyn, die Jacob vorwurfsvoll betrachtet. Auch die anderen wenden ihre Aufmerksamkeit den beiden zu: „Was ist das Problem?", fragt schließlich Brian neugierig.

„Jacob hier", dabei deutet Jocelyn überschwänglich auf den Blonden, „Hat schon wieder was mit Jannis gehabt! Du hast gesagt, du wärst über ihn hinweg. Der Typ meint es doch nicht ernst mit dir; Du verdienst was besseres!"

„Könntest du aufhören mein Liebesleben hier vor allen zu diskutieren?!", hält Jacob Jocelyn vor weiteren Ausschweifungen ab und verschränkt genervt seine Arme vor der Brust.

„Sorry. Aber du weißt doch selbst, das Jannis ein Arschloch mit einem Ego von hier bis zum Mond ist und er nichtmal öffentlich zu dir stehen kann."

„Und das ist immer noch mein Leben - meine Entscheidung", meint Jacob, „Ich habe mich bei dir und Brian auch nicht eingemischt."

„Da hat er Recht", ergreift Allison das Wort, „Wir wissen, du meinst es nur gut, aber es ist Jacobs Liebesleben und nicht deines. Ich heiße die ganze Sache rund um Jannis auch nicht gut, aber so ist es nunmal."

Seufzend stößt Jocelyn die Luft aus: „In Ordnung. Tut mir leid, Jake. Du weißt, wir sind immer für dich da!"

„Danke", antwortet dieser und schließt Jocelyn kurz in seine Arme, dann wendet jeder sich wieder seinem vorherigen Gespräch zu.

„Wer ist Jannis?", frage ich Glen leise. Immerhin bin ich noch nicht lange hier dabei und habe den Namen Jannis vorher noch nie gehört.

„Ein überaus von sich selbst überzeugter Football-Spieler. Er und Jacob haben eine Affäre, aber Jannis verleugnet in der Schule die Existenz von Jacob. Ich schätze, er hat sich noch nicht geoutet vor seinen Teamkollegen - was aber auch keine Entschuldigung ist. Jedenfalls macht das Jake total fertig, aber er kommt auch nicht von Jannis weg. Jacob ist Hals über Kopf in dieses Arschloch verknallt." Ähnlich wie Jocelyn, sieht Glen nicht wirklich begeistert aus, als er von diesem Jannis spricht. Scheinbar heißt er die Affäre ebenfalls nicht gut und ist um seinen Kumpel besorgt. Das verstehe ich, Jannis klingt wie ein totaler Idiot.

„Oh, da hat Jacob wohl die rosarote Brille auf", stelle ich fest.
Ohne das ich es bemerkt habe, sitzen Glen und ich inzwischen so dicht beieinander, dass sich unsere Oberschenkel und Schultern berühren. An den Stellen, wo sein muskulöser Körper meinen berührt, steigt eine unglaubliche Hitze in mir auf. Ich kann nicht bestreiten, dass Glen wirklich gutaussehend ist - noch dazu stimmt sein Charakter, zumindest wie ich ihn bisher kennengelernt habe. Wenn ich nicht aufpasse, habe ich bald auch eine rosarote Brille auf. Mit seinen dunklen Haaren und der muskulösen Statur, entspricht er voll und ganz meinem Typ.

„Yup. Aber er wird daraus lernen und wenn er verletzt wird, dann sind wir alle für ihn da. Meine Mutter sagt immer: Man kann sich nicht weiterentwickeln ohne Fehler zu machen und daraus zu lernen; Nur so wird man erwachsen und eigenständig."

„Da hat deine Mutter vollkommen Recht", stimme ich Glen zu, „Meine sagt immer, ich soll mich auf mein Bauchgefühl verlassen."

„Was sagt dein Bauchgefühl zu mir?", fragt Glen plötzlich mit einem schelmischen Grinsen und ich hätte mich fast an meiner eigenen Zunge verschluckt: „Hm?" Oh Gott, ich laufe gerade bestimmt knallrot an. Aber was ist das auch für eine bescheuerte Frage, was soll mein Bauchgefühl schon zu ihm sagen: wegen den ganzen Schmetterlingen gibt es da keine rationalen Gedanken. Innerlich rüge ich mich selbst, ich kenne Glen doch gerade mal zwei Tage!?

„Also?"

„Äh, ja - also du... du bist nett", versuche ich es mit einem kleinen Lächeln und würde am liebsten im Boden versinken. Habe ich ihn gerade als nett bezeichnet? Nett ist der kleine Bruder von scheiße.

„Das war jetzt nicht das, was er hören wollte", mischt sich auf einmal Leon kichernd in das Gespräch ein. Ich habe ganz vergessen, dass er neben Glen sitzt und wahrscheinlich alles hören konnte. Wie peinlich!

„Kumpel, ich steh' dir zur Seite wenn sie dir das Herz bricht", fährt Leon scherzhaft fort und klopft Glen dabei auf die Schulter. Dieser spielt sofort mit und legt seine Hände mit einem wehleidigen Gesichtsausdruck auf sein Herz: „Bro, hast du es nicht brechen gehört?"

Beide Jungs verziehen ihre Gesichter dabei so urkomisch, dass ich nicht anders kann, als breit zu Grinsen: „Ihr seid wirklich unmöglich!"



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Glen+Sophia = <3

Denkt an den ⭐️!

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