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„Na, Schatz. Wie war der Abend mit deinen neuen Freunden?", will meine Mutter wissen, als ich nachhause komme. Sie ist gerade dabei, noch einige der Umzugskartons auszupacken und aus dem Weg zu räumen.
„Wirklich gut!", antworte ich lächelnd, während ich meine Schuhe ausziehe und die Jeansjacke an der Garderobe aufhänge, „Die sind alle total nett und wir hatten echt viel Spaß."
„Das freut mich!"
„Kann ich dir noch was helfen?", frage ich, mit einem Blick auf die braunen Kartons, die unsere Jacken und Schuhe beinhalten.
„Nein, nein. Geh' ruhig in dein Zimmer. Ich nehme an, du hast schon gegessen? Ach ja, morgen kannst du das Auto leider nicht haben, um zur Schule zu fahren, aber übermorgen dann wieder."
„Okay! Hab' dich lieb!"
„Ich dich auch!", höre ich noch von meiner Mutter, als ich die Treppenstufen erklimme und kurz darauf in meinem Zimmer stehe. Es ist groß und durch die bodentiefen Fenster auch hell. Wie jedes Mal wenn wir umziehen, bekomme ich von meinen Eltern das größte Zimmer im Haus. Ich nehme an, dass ist ihre Art, mir den Umzug zu erleichtern oder schmackhaft zu machen - klappt jedoch nicht wirklich. Meine Möbel wurden bereits letzte Woche von den Umzugshelfern hergebracht und aufgebaut, sodass mir das auf dem Boden schlafen erspart bleibt.
Mit einem seufzen stelle ich den schwarzen Rucksack, den ich für die Schule benutze, neben den Schreibtisch. Der Abend mit Jocelyn und ihren Freunden war wirklich schön. Ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, dazu zugehören. Glen hat es mir auch echt angetan, mit seiner offenen Art und dem sympathischen Lächeln. Sobald ich an ihn denke, muss ich mir ein Grinsen verkneifen.
Als mein Handy eine eingehende Nachricht anzeigt, werfe ich einen Blick auf das Display.
»Jocelyn hat dich zu der Gruppe „Vollspackos" hinzugefügt.«
Oh mein Gott! Sie hat mich zur Gruppe hinzugefügt. Sprachlos starre ich auf den Bildschirm und sehe sofort mehrere eingehende Nachrichten.
unbekannt: Ist das Sophia?
unbekannt: Ey, hier ist Jacob und ich erwarte, dass du mich mit einem Herz einspeicherst! :D
unbekannt: Mich dann aber auch! @Sophia.
unbekannt: @Jacob @Glen, hört mal auf solche Spasten zu sein.
Breit lächelnd lese ich mir die Nachrichten der Jungs durch und mache mich daran, alle einzuspeichern - natürlich ohne Herz, aber das muss ja keiner wissen. Dann kehre ich zurück in den Chat.
Jacob: Wir sind keine Spasten!
Allison: Doch!
Glen: Niemals! Oder @Sophia?
Ich: Natürlich seid ihr keine Spasten....
Jacob: Ha! Siehst du @Allison!!
Ich: ... ihr seid Chaoten.
Allison: Ganz deiner Meinung, girl.
Schmunzelnd lege ich das Smartphone zur Seite und hole meinen Pyjama aus dem Kleiderschrank, damit ich mich nach einer heißen Dusche in's Bett kuscheln kann.
♡
„Guten Morgen, guten Morgen, guten Morgen, Sonnenschein!", trällert Allison übertreiben fröhlich zur Begrüßung, als ich vor Schulbeginn auf sie und Jocelyn zulaufe. Wie kann man vor acht Uhr bitte schon so eine gute Laune haben?
„Morgen", meine ich nur und muss ein Gähnen unterdrücken. Ich bin definitiv kein Morgenmensch.
„Hast du jetzt auch Bio?"
„Hmm, glaube schon", antworte ich Jocelyn, „Welches Thema behandelt ihr da gerade?"
„Wiederholung von Zellbiologie."
„Urgh."
„Sehe ich genau so", stimmt Jocelyn mir zu, „Kommt, gehen wir rein!" Mit diesen Worten hakt die Blondine sich bei Allison und mir ein und gemeinsam steuern wir das Schulgebäude an.
„Oh fuck, da kommt Reece!"
„Wer?", frage ich noch, doch da ragt schon ein großer Schatten über mir auf. Stirnrunzelnd hebe ich meinen Kopf und treffe auf ein paar giftgrüne Augen. Der dazugehörige Körper kann sich durchaus sehen lassen, jedoch gibt der Typ mir creepy Vibes. Irgendwas an seinem aufgesetzten Lächeln und den angeekelten Blicken der beiden Mädels neben mir, lässt mich unbewusst einen Schritt zurückweichen.
„Hey, Schönheit! Ich bin Reece, du bist neu an der Schule?"
„Sie ist nicht interessiert, Arschloch", geht Jocelyn kalt dazwischen, bevor ich in irgendeiner Weise antworten kann und zieht mich weiter, sodass wir diesen Reece hinter uns lassen.
„Halte dich bloß fern von dem, der Typ bedeutet nur Ärger", warnt Allison mich und wirft Reece nochmal einen bösen Blick zu, „Das ist der Quarterback, der Kiyan verprügelt hat."
„Oh, krass!", erinnere ich mich an Allison's Erzählungen gestern. Ich habe gleich gemerkt, dass mit diesem Kerl was nicht stimmt; Und im Normalfall kann ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen.
„Halt dich lieber an Glen", grinst Jocelyn und stupst mich dabei leicht an.
Erschrocken schnellt mein Blick zu ihr: „Wie bitte?!"
„Du hast mich schon verstanden. Halt dich an unseren Glen, er ist ein toller Kerl!"
„A-aber, hä", sage ich überfordert und höre Allison neben mir nur lachen: „Wir haben gestern Abend die vibes zwischen euch ganz eindeutig gespürt."
„Die vibes?", frage ich kritisch, während wir die Bücher für die kommenden Unterrichtsstunden aus unseren Spinden holen.
„Zwischen euch passt es einfach, da bin ich sicher", erklärt Jocelyn, „Alli und ich haben da ein Gespür für. Sie hat sofort gemerkt, dass es zwischen Brian und mir passt und ich habe erkannt, dass Kiyan der Richtige für sie ist."
„Ich kenne Glen doch gerade mal seit gestern Abend, da kann man sowas noch gar nicht wissen."
„Oh, glaub mir: Bei den Jungs geht alles einen Gang schneller, die machen Nägel mit Köpfen. Ich kannte Kiyan keine Stunde und er hat mich direkt geküsst. Jocy und Brian sind auch innerhalb weniger Tage ein paar geworden, als die beiden sich endlich über ihre Gefühle füreinander klar geworden sind."
„Macht mal halblang, Mädels. Nur weil das bei euch so schnell ging, muss das nichts heißen", versuche ich die beiden zu bremsen.
„Aber du scheinst nicht abgeneigt", stellt Allison mit einem wissenden Grinsen fest, „Glen ist aber auch ein Hübscher."
„Und sein Lächeln erst!", schwärmt Jocelyn weiter, was mich zum lachen bringt: „Mädels!"
„Sie streitet es nicht ab."
„Hmm, ein gutes Zeichen!", stimmt Jocelyn ihrer Freundin zu und beide stehen mir mit einem breiten Grinsen gegenüber. Augenverdrehend schließe ich meinen Spind, bevor ich mich wieder Allison und Jocelyn zuwende.
„Gehen wir zum Unterricht? Ihr Zwei könnt später noch Amor spielen."
„Darauf kannst du dich verlassen! Ich wette, Glen wird sich freuen", meint Jocelyn und klatscht euphorisch in die Hände.
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