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Nervös spiele ich mit meinen Fingern und tippe mit den Füßen abwechselnd auf den Boden. Ich sitze auf meiner Bettkante, halte mein Handy in der Hand und kann immer noch nicht glauben, auf was ich mich da eingelassen habe. Die eingegangene Nachricht von Glen leuchtet mir entgegen und ich bereue es langsam, zugesagt zu haben.

Glen: Hast du heute Abend Lust zum Essen vorbeizukommen? Meine Familie würde dich echt gerne kennenlernen und keine Sorge, die sind alle total nett. Kann dich auf 18.00 Uhr abholen.

Shit! Ich werde in weniger als einer Stunde Glens Eltern und seine Geschwister kennenlernen. Wie soll ich das hinbekommen, ohne mich komplett zu blamieren?
Meine Outfitwahl hat mich bereits in die ein oder andere Sinnkrise hineingezogen. Woher soll ich bitte wissen, was angemessen ist, um Glens Eltern kennenzulernen? Letztendlich habe ich mich für eine helle Jeans und ein babyblaues T-Shirt entscheiden - schlicht und nicht zu übertrieben. Meine braunen Haare fallen offen über meine Schultern und ich habe nach kurzem zögern ein leichtes Make-Up aufgetragen. Gerade genug, um meine Rötungen und Unreinheiten zu verdecken.

Natürlich hat meine Mutter auch sofort bekanntgegeben, dass sie Glen ebenfalls gerne kennenlernen würde, kaum habe ich ihr von der Nachricht erzählt. Ich stehe meinen Eltern sehr Nahe und vor allem meine Mum weiß so gut wie alles, was in meinem Leben abgeht. Von Glen hat sie schnell Wind bekommen, einfach weil ich in letzter Zeit sehr viel mit ihm unternommen habe. Nur verständlich, dass sie ihn kennenlernen möchte.

Mit einem Blick auf die Uhr stelle ich fest, dass er in fünf Minuten hier sein müsste. Um ihn nicht warten zu lassen, stehe ich auf, nehme meine Tasche und mache mich auf den Weg, die Treppe nach unten.
Nachdem ich meine weißen Sneaker angezogen habe, werde ich einen letzten Blick in den Spiegel und spreche mir selbst Mut zu: „Du schaffst das! Seine Eltern sind auch nur Menschen und werden sicher nett zu dir sein."

Sobald ich das inzwischen vertraute Brummen des Mercedes höre, rufe ich meinen Eltern ein Tschüss zu und verlasse das Haus. Mit laut klopfendem Herzen gehe ich auf das dunkle Auto zu und meine Nervosität intensiviert sich mit jedem Schritt. Sollte ich wieder umdrehen und mich für immer in meinem Zimmer verkriechen? Quatsch.

„Sophia, sei jetzt keine feige Kuh!", murmle ich mir leise zu und wende meine Aufmerksamkeit dann Glen zu, der gerade aus seinem Wagen steigt.
Scharf ziehe ich den Atem ein. Er sieht so unfassbar gut aus! Die schwarze Cargo Hose sitzt lässig an seinen Beinen und das weiße T-Shirt betont seinen muskulösen Torso. Dazu trägt Glen weiße Airforce und an seinen Fingern erkenne ich silberne Ringe, die zu der Kette um seinen Hals passen. Ich hätte nie gedacht, dass ich Schmuck an Männern mal attraktiv finden werde - bis ich Glen kennengelernt habe.

„Du siehst gut aus", strahlt er mich breit grinsend an und ich kann nicht anders, als das Lächeln zu erwidern. Mit wenigen Schritten ist er bei mir und zieht mich in seine Arme: „Keine Sorge, meine Familie wird dich lieben." Scheinbar hat er mir meine Nervosität angesehen.

„Du siehst auch echt gut aus", gebe ich das Kompliment zurück, was sein Lächeln ein Stückchen breiter werden lässt.
„Ich hoffe, ich habe dich mit meiner Nachricht nicht zu sehr überrumpelt. Aber Vika hat sich vor meiner Mum verplappert und die wollte dich dann natürlich sofort kennenlernen."

Leicht verlegen kratzt Glen sich am Hinterkopf, was mich schmunzeln lässt: „Ehrlich gesagt war ich schon etwas überrascht, aber ich freue mich darauf, deine Familie kennenzulernen. Vor allem auf deine Schwester bin ich sehr gespannt, ich glaube, wir beide werden uns gut verstehen. Du bist von meinen Eltern übrigens auch ganz herzlich zum Essen eingeladen am Wochenende."

Kurz blitzt etwas, wie Unsicherheit in seinen Augen auf, was er aber sofort mit einem frechen Grinsen überspielt: „Wunderbar! In zehn Jahren sind wir dann verheiratet mit vier Kindern."

Augenverdrehend gebe ich ihm einen Klaps auf die Brust: „Vier Kinder? Das kannst du vergessen."

„Drei?"

„Zwei", meine ich, was Glen dazu bringt amüsiert eine Augenbraue nach oben zu ziehen: „Deal."

Haben wir uns gerade darauf geeinigt, wie viele Kinder wir in der Zukunft mal haben werden? Sieht ganz so aus.
Mit Glen an meiner Seite fühle ich mich irgendwie leicht und kann all meine Sorgen vergessen. Er ist ein angenehmer Gesprächspartner und gibt mir ein gutes Gefühl.

„Können wir los?"
Glen schaut fragend zu mir nach unten und als ich nicke, gibt er mir einen sanften Kuss auf die Stirn, bevor er sich von mir löst und die Beifahrertür aufhält.

„Dankeschön", meine ich und lasse mich dann in das weiche Leder sinken. Die Schmetterlinge in meinem Bauch veranstalten noch immer eine Party, obwohl man meinen sollte, ich habe mich langsam an Glen's körperliche Nähe gewöhnt.

Glen nimmt hinter dem Steuer platz und startet den Wagen. Kaum setzen wir uns in Bewegung, kehrt meine Nervosität mit voller Wucht zurück. Ich werde gleich seine Familie kennenlernen. Ich habe noch nie, die Familie eines Jungen kennengelernt. Was, wenn sie mich nicht mögen?

„Baby, hör auf dir Sorgen zu machen!"

Glen scheint wirklich meine Gedanken lesen zu können oder ich bin für ihn, wie ein offenes Buch. Seine rechte Hand findet den Weg auf meinen Oberschenkel und er drückt kurz zu: „Meine Eltern sind total nett, wirklich. Und Vika kann es kaum erwarten, dich persönlich zu treffen. Kleiner Tipp: Sie steht gerade voll auf Rihanna. Mit meinem kleinen Bruder hast du leichtes Spiel, sobald du Star Wars magst oder Skateboard fahren kannst."

Tief atme ich durch und versuche, meinen schnellen Herzschlag zu beruhigen. Rihanna und Star Wars? Das bekomme ich hin.
Ich lege meine Hand auf seine und werfe Glen ein kleines Lächeln zu: „Danke. Ich will nur unbedingt einen guten Eindruck machen."

„Das wirst du."


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Nawwww, es wird ernst zwischen den beiden. ^^

Denkt an den ⭐️! <3

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