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„Hast du eigentlich einen Plan B, falls dein Plan mit der NFL nicht aufgeht? Nicht, dass ich dir das nicht zutrauen würde, aber eine Karriere im Sport birgt immer Risiken", frage ich Glen neugierig, nachdem wir gegessen haben und hoffe, er nimmt mir die Frage nicht übel.

„Die Jungs und ich haben alle einen Plan B", meint Glen und lächelt mich leicht an: „Falls ich, aus welchen Gründen auch immer, kein Football-Profi werde, versuche ich trotzdem im Bereich Sport zu bleiben. Vielleicht als Trainer oder Moderator, je nachdem was sich ergibt. Ich könnte mir auch vorstellen, Sportagent zu werden oder als Manager."

„Ich schätze mal das war deinen Eltern auch wichtig, oder?"

„Auf jeden Fall. Sie unterstützen mich in allem, was ich tue, aber gute Noten und Engagement waren immer ein muss. Gerade weil meine Karriere so schnell vorbei sein kann und man dann ein anderes Standbein braucht."

„Kluge Eltern", grinse ich und kann in Glens Augen sehen, wie dankbar er seinen Eltern für alles ist.

„Was wollen Brian und Kiyan machen, wenn das mit dem Profisportler sein nichts wird?"
Ich muss zugeben, ich bin echt gespannt. Die Jungs wirken auf mich, als gäbe es keinen Plan B. Vor allem Kiyan, als Starquarterback, scheint gar nicht in Erwägung zu ziehen, jemals in seinem Leben etwas anderes zu machen, als Football zu spielen. Ich verstehe das, es ist verlockend und traumhaft, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Es sei ihnen gegönnt.

„Kiyan würde die Firma seines Vaters übernehmen und Brian hat einen ähnlichen Plan, wie ich. Also Coach oder Agent zu werden und damit weiterhin etwas mit Football zu tun zu haben."

„Kiyan als CEO, kann ich mir aber irgendwie gut vorstellen", meine ich leicht grinsend. Glens Mundwinkel ziehen sich ebenfalls nach oben: „Oh ja, er ist nicht umsonst der Quarterback unseres Teams. Liegt in der Familie ehrgeizig und zielstrebig zu sein. Kiyans Vater hat sein Unternehmen praktisch aus dem Boden gestampft und es hat keine fünf Jahre gedauert, bis er die erste Million auf dem Konto hatte."

„Wow", gebe ich beeindruckt von mir, „Das erklärt die Villa."

„Lieber für immer Single in einer Villa wohnen oder mit einer Familie obdachlos sein?"

„Boaar, schwierig. Wäre ich für immer obdachlos oder hätte ich die Chance Geld zu verdienen und meinen Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen?", frage ich Glen und drehe dabei das halbvolle Cola-Glas in meiner Hand hin und her.

„Für immer obdachlos. Keine Chance auf Besserung."

„Dann lieber für immer allein in einer Villa. Ich möchte keine Kinder auf der Straße großziehen. Lieber arm und schön oder reich und hässlich?"

„Arm und schön", grinst Glen, „Dann kann ich mir eine reiche Sugar Mummy angeln oder Model werden."

„So schnell wie die Antwort kam, hast du darüber definitiv schon nachgedacht", lache ich, während ich mir eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht streiche. Glen grinst nur unschuldig und zuckt mit den Schultern: „Vielleicht. Okay, nächste Frage: Lieber Hände als Füße oder Füße als Hände?"

„Hä", kommt ein verwirrter Laut über meine Lippen und ich versuche, mir die Sache bildlich vorzustellen. Füße als Hände? Eklig. Und Hände als Füße? Komisch, aber würde klar gehen.

„Hände als Füße", antworte ich schließlich und Glen nickt zustimmend: „Sehe ich auch so, überleg mal du hast einfach Füße an deinen Armen dran. Nein danke."

„Eine letzte Frage", beginnt Glen, „Footballspieler oder Eishockeyspieler?"

„Hmm", überlege ich gespielt konzentriert, was Glen dazu veranlasst über den Tisch hinweg spielerisch in meine Seite zu kneifen. Lachend wehre ich seine Hand ab: „Wenn du weiter so frech bist wähle ich vielleicht noch die falsche Antwort."

„Das war sowieso eine rhetorische Frage, baby."

Das Herz in meiner Brust fängt bei Erwähnung des Kosenamens an, unnatürlich schnell zu schlagen und ein kleines Feuerwerk explodiert in meinem Bauch. Glen hat inzwischen meine Hand genommen, sodass unsere verschränkten Hände auf dem Tisch liegen. Am liebsten würde ich laut in ein Kissen schreien oder mich selbst kneifen, um zu schauen, ob das alles hier real ist. Was für ein Glück hatte ich bitte, Glen kennenzulernen? In all den Städten, in denen ich vorher gewohnt habe, waren die Jungs nur unreife Idioten. Alle wollten nur das Eine und hatten an jeder Hand fünf Mädchen. Natürlich gibt es hier auch Arschlöcher - ich sag' nur Reece - aber Glen und seine Jungs sind wirklich korrekt und erwachsen für unser Alter.
Ich hoffe einfach, dass ich nicht zu viel in alles hineininterpretiere und Glen ähnlich empfindet, wie ich.

„Aber Eishockeyspieler sind schon heiß", erwidere ich neckend. Während Glen mir einen bösen Blick zuwirft, breche ich in lautes Lachen aus und drücke leicht seine Hand: „War nur ein Spaß."

„Das hoffe ich für dich", meint Glen leicht amüsiert und ich bemerke zum ersten Mal, dass er beim lächeln kleine Grübchen in den Wangen hat. Das lässt ihn noch charmanter aussehen.

Wir quatschen den restlichen Abend über Gott und die Welt, bevor wir beschließen zu zahlen und nachhause zu fahren. Als Glen mich vor meiner Haustüre absetzt ist es bereits nach neun Uhr abends. Die Zeit in seiner Gesellschaft verfliegt schnell und ich bin jedesmal traurig, wenn wir uns verabschieden.

„Komm noch gut heim, es war ein schöner Tag", sage ich. Ein plötzlicher Schub von selbstbewusstsein bringt mich dazu, Glen in eine Umarmung zu ziehen und ihm anschließend einen kurzen Kuss auf den Mund zu geben. Ohne seine Reaktion abzuwarten, stürze ich fast schon aus seinem Auto heraus und eile den Weg zum Haus hinauf, um hinter der weißen Tür zu verschwinden. Bisher ging jeder Körperkontakt von seiner Seite aus und es war mal wieder klar, dass ich mich in so einer Situation nicht wie eine Normalsterbliche verhalten kann, sondern wie ein kleines Kind davonrenne. Wie peinlich! Er hält mich jetzt bestimmt für eine Idiotin.

Mit knallroten Wangen stehe ich in unserem Flur und muss erstmal tief durchatmen, bevor ich meine Schuhe und die Jacke ausziehe und mich den sicher kommenden Fragen meiner Mutter stellen kann. So wie ich sie kenne, wartet sie bereits im Wohnzimmer und möchte alle Details über den Jungen wissen, mit dem ich den Abend verbracht habe.

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Nach langer Pause ein neues Kapitel.

Denkt an den ⭐️! <3

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