Chapter 20
Nicht das leiseste Geräusch ertönte, dass irgendeine Art von anderem Leben hätte verraten können, als die Gruppe durch die Straßen von Kengerleque schlenderte. Bis auf das pfeifen des Windes und dem knirschen ihrer Schritte im Schnee, hielt eine unheimliche Stille diesen Ort fest im Griff. Durch die Stille ausgelöst, nahmen die kleinen grönländischen Holzhäuser, trotz ihrer fröhlichen Färbung, etwas bedrohliches an. Jedes Haus war in einer anderen Farbe gestrichen und hätte in diesem Dorf mehr Leben geherrscht, so wäre es ein sehr schöner und kuscheliger Aufenthalt geworden. Doch war dem nicht so, weshalb der Anblick der bunten Häuschen ein unangenehmen Nachgeschmack hinterließ.
"Meint ihr diese.... Gruppierungen steckt dahinter?", fragte Somo schließlich, um diese verdammte Stille zu durchbrechen. "Wie meinst du das?", kam die verwirrte Gegenfrage Zorins. "Naja, im Lagerhaus fanden wir Hinweise die nach Kengerleque, eine eigentlich belebte Stadt, führten. Doch kaum sind wir hier, sehen wir keinen einzigen Menschen. Die Stadt sieht aus als wären von heute auf morgen alle Menschen weg sublimiert! Das ist doch komisch, findet ihr nicht?" "Ja natürlich, aber was ist dein Punkt dabei?". Somo seufzte ein wenig frustriert bevor er seinen Gedanken begann zu erläutern. "Nun.. was ist wenn sie dahinter stecken, was das verschwinden dieser Menschen betrifft? Ich meine...sie werden ja wohl Versuchsobjekte zur Herstellung oder Futter für diese Biester brauchen.. was ist, wenn eben dies das Schicksal dieser armen Menschen war?" Kaum hatte er zu Ende gesprochen, zeigte sich ein trauriger und bedrückter Ausdruck in seinem Gesicht, dass sich nun auch in den Gesichtern der anderen abzeichnete. "So merkwürdig wie deine Theorie auch angefangen hat, es ist gar nicht mal so unwahrscheinlich...", schaltete sich nun Alucard wieder ein, allerdings verschlimmerte es das Unwohlsein der Kinder um ein Vielfaches. Die Bewohner dieser Stadt waren wahrscheinlich so nette Menschen gewesen, doch nun waren sie womöglich alle tot oder untot.
"Apropos diese Organisation...", begann Matthikan etwas unbeholfen. "Wir sollten diesen Monstern vielleicht einen Namen geben.." Aiko und Zorin sahen sie nur fragend an. "Wieso das denn?", fragte die schwarzhaarige schließlich und sprach damit allen anderen womöglich aus der Seele. "Nun, wir müssen sie ja irgendwie bezeichnen! 'Monster' oder 'Wesen' kann auf Dauer etwas verwirrend sein, vorallem wenn wir hier noch ein anderes Wesen und/oder Monster bei uns haben.." Für einen kurzen Moment zog Alucard empört die Augenbrauen nach oben, bevor er jedoch verstand und ein wages nicken zu stande brachte. "Eine Bezeichnung wäre womöglich besser. Ich will nämlich nicht durch Verwechslung mit so einem Schmutz gleichgesetzt werden. Danke"
Matthikans nickte und sah in die Runde. "Irgendwelche Vorschläge?" "Wie wärs mit.... Superzombies!", grinste Somo mit einem gespielt epischen Unterton, um die Stimmung weiter zu lockern. "Äh..ja...danke, das ist wunderschön. Gibt es bessere Vorschläge?", seufzte Matthikan und Somo atmete laut hörbar in einer empörten Gestik ein!
"Nun, ich hätte 'Pallidi' im Angebot!" warf nun Zorin auf gut Glück in die Runde. "Und was heißt das?", fragte diesmal Aiko, die sich zuvor nicht wirklich in diesem Gespräch beteiligt hatte. "Es ist Latein und heißt im Grunde nichts anderes als 'Ghoul' und da diese Viecher so aussehen wie Ghouls, habe ich diesen Begriff als recht passend erachtet." "Klingt jedenfalls um einiges besser als 'Superzombies' ", sagte nun Matthikan worauf Somo erneut ein empörtes Geräusch verlauten ließ. "EY!"
Dennoch wurde der Protest des blondhaarigen betont ignoriert, als Matthikan erneut in die Runde nach besseren Begriffen fragte. "Na gut...Pallidi it is!" "Yay!", grinste Zorin wobei Aiko nun mit dem Finger nach vorne zeigte. "Wir müssen nur noch an diesem blauen Haus vorbei und wir sind wieder bei der kleinen Herberge, die wir vorhin gefunden haben!"
Allein nur diese Aussage hob die Laune der Gruppe wieder um ein Vielfaches, denn das hieß endlich wieder in einem schönen Bett schlafen zu können! .....oder Sarg...je nach dem auf wen man dies bezog.
Als sie eben jenes Gebäude betraten, was die Jugendlichen zuvor nicht gemacht hatten, machten sie erneut eine überraschende Entdeckung! Es brannte Licht! Von draußen war dies durch die verhangenen Fenster nicht zu sehen gewesen, weshalb es ihnen auch nicht zuvor aufgefallen war. Verwirrt und fragend zog Zorin die Augenbrauen zusammen. "Also ich hätte jetzt nicht gedacht, dass hier der Strom noch funktioniert...." "Nun, in Grönland sind viele Städte und Dörfer weit von einander entfernt, sprich es kann hier keine großen Stromkraftwerke und Leitungen geben. Wahrscheinlich gibt es relativ außerhalb ein eigenes Stromaggregat, welches gerade genug Strom für die Stadt produziert!", überlegte nun Aiko laut und sah kurz in die Runde. Alucard grinste leicht und präsentierte damit nur die Spitzen seiner Fänge. "Das hast du gut kombiniert, Sherlock!"
Aiko nickte stolz und grinste über das Lob, obwohl sie nicht ganz sicher war, ob es überhaupt als ein solches gemeint war. Auf der anderen Seite war es ihr allerdings egal. Matthikan war inzwischen auf die Suche nach einem Gästebuch und Schlüsseln gegangen, um für die Gruppe ein paar Zimmer zu organisieren.
"Okay, Leute.... Ich habe hier drei Schlüssel mit Räumen die relativ nebeneinander liegen!"
Aufgeregt blätterte die türkishaarige im ebenso gefundenen Gästebuch herum, um herauszufinden wie viele Betten die jeweiligen Zimmer hatten. Ganz hinten im Buch fand sie dann zum Glück eine Liste. "Okay, wir haben die Nr. 11, 9 und 12. 11 und 12 sind jeweils Zweibettzimmer, während nr.9 ein Einzelzimmer ist!" Mit einem mildem grinsen legte Matthikan das Gästebuch weg und schnappte sich die drei Schlüssel. "Also...wie teilen wir uns auf?", fragte Zorin schließlich und blickte in die Runde. "Ich geh auf das Einzelzimmer. Vielleicht bekomme ich dann etwas Ruhe vor euch", murrte Alucard und verschränkte die Arme vor der Brust, wobei Zorin einen gespielt verletzten Gesichtsausdruck annahm. Schließlich war es nie sie gewesen, die Alucards Schlaf gestört hatte. "Wäre es nicht theoretisch logischer Alu mit Somo zusammen in ein Zimmer zu stecken. Halt..damit die Boys unter sich sind..", warf Aiko ein. Eigentlich wäre es ja auch logischer, dennoch wurde die rothaarige augenblicklich von Alucards bösen Blick gestraft. "Jeez...is ja gut", gab sie dann auf und machte eine abwinkende Bewegung.
"Und was ist jetzt dein Problem damit?", seufzte Matthikan genervt. "Ich will vielleicht mal meine Ruhe?" "Wow, zuerst der Einsamkeit entfliehen und jetzt zu ihr zurück wollen? Klingt schon fast so wie so manche Mädels, die von ihren Partnern geschlagen werden und dennoch immer wieder zurückkehren.." Mit einem verächtlichen schnauben wandte Alucard seinen Blick ab, doch nahmen seine Augen auch etwas verwirrtes an, als er Matthikans Worte revue passieren ließ.
Matthikan jedoch begann triumphierend zu grinsen als sie sah, dass sie Alucard doch tatsächlich zum Nachdenken gebracht hatte. Zwar hatte 'ruhe wollen' und 'Einsamkeit' nicht viel miteinander zu tun, doch hatte sie ihr Hauptziel damit erreicht "Na gut...dann lassen wir ihn eben der einsamen Wolf sein! Somo, willst du dann auf ein Zimmer mit mir?" Kurz sah der blondhaarige Matthikan irritiert an, bis sein Kopf den Satz verarbeitet hatte und er verstand was sie von ihm wollte. "Oh! Klar!"
Damit wurden die Zimmer endgültig verteilt und jeder verschwand mit seinen Sachen in seinem jeweiligen Zimmer.
Seufzend stellte Alucard seinen Sarg neben das eigentliche Bett und ging zum Fenster. Draußen betrachtete er die Sterne, die er nun so zahlreich sehen konnte. In den anderen Räumen konnte er noch eine zeitlang Getuschel hören, bevor es auch dort relativ still wurde. Nun konnte er nur noch den Herzschlag der Jugendlichen hören, der ihm versicherte, dass er tatsächlich nicht allein hier war. Langsam öffnete er das Fenster und ließ den eiskalten Wind in sein Zimmer ein, jedoch nicht ohne, dass dieser ihm einen Schauer über den Rücken jagte. Die Kälte hatte zwar keine wirklichen Folgen für ihn, da er zwar einfrieren aber nicht erfrieren konnte, dennoch hieß es noch lange nicht, dass er sie nicht spüren konnte.
Doch mochte Alucard die Kälte. Sehr sogar. Wobei er nicht wusste warum. Nun, eigentlich war es gelogen. Er wusste ganz genau warum! Alucard mochte die Kälte, weil er sie mochte, weil die Kälte ein Teil von ihm war.
Seufzend schloss Alucard das Fenster wieder und drehte sich von diesem weg. Er wollte nicht weiter darüber nachdenken. Es würde ihn nur melancholisch, gar traurig, stimmen und darauf hatte der Vampir keine Lust. Er hasste diese Gefühle, also war es besser, sich möglichst wenig damit auseinander zu setzen. Außerdem brauchte sein Körper Ruhe, sprich es war einfach besser sich schlafen zu legen. Somit legte er sich in seinen Sarg, zwang alle Gedanken zu verstummen und hoffte schnell einzuschlafen.
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Hehehehe! Ich bin endlich an dem Punkt angelangt, wo ich ihn anhinten kann, lol
Diesmal wieder ein kürzeres Kapitel! (Wahrscheinlich wird das nächste Kapitel abee noch kürzer, Oop-)
Ich hoffe jedoch sehr das es euch gefällt und pls feel free einen Kommentar zu hinterlassen!
Ich liebe es mit euch zu interagieren! ÙwÚ
Bleibt immer fresh
Lesen uns wieder
Eure Laskume Dragon
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