Chapter 21.

Kaum waren alle im tiefen Schlaf versunken, so wurden sie auch schon von einem Scheppern aus einem der anderen Räume, wieder aufgeschreckt. Alamiert, aber zugleich noch total verpennt, sprangen alle Jugendlichen ziemlich zeitgleich aus ihren Betten und zu ihren Waffen, bevor sie aus ihren Zimmern schlichen. Innerhalb von Sekunden stürmten sie in den Raum, aus dem das Scheppern gekommen war. Der Raum, der sich als der entpuppte, den sich der Vampir ausgesucht hatte. Verwirrt blickten die Jugendlichen umher, keine Gefahr erkennend. Doch lokalisierten sie schnell den Auslöser des merkwürdigen Geräuschs. Der Sargdeckel, der sich im Gegensatz zu dem Rest, nun am anderen Ende des Raumes befand. Verwundert wanderten ihre Blicke zu Alucard, der aufgesetzt in seinem Sarg saß und sie anblickte. Es war so dunkel, dass sie nur seine Schemen ausmachen konnten. Das einzige Indiz dafür, dass er sie auch wirklich ansah, waren seine feurigen Augen, die durch die Dunkelheit schienen.
Für einen Moment herrschte Stille, in der die Jugendlichen sich aus ihren alamierten Positionen erhoben und die Waffen sinken ließen. Dann war es Aiko, die zuerst ihre Stimme wiederfand, wenn sie auch ein wenig zittrig erschien. "Alucard? Ist alles- ....geht es dir gut?"
In der Dunkelheit sahen sie, wie der Vampir den Kopf ein wenig zur Seite neigte. "Ja...", antwortete er leise, nachdem weitere Momente verstrichen. "Alles ist in Ordnung...geht wieder schlafen. Ihr braucht die Kraft morgen!" Zwar war er eindrücklich mit seinen Worten, doch war seine Stimme noch immer so leise und so sanft. Irgendwas stimmte nicht. Mal ganz davon abgesehen, dass der Vampir den Deckel seines Heiligtums praktisch gegen die Wand geworfen hatte. Somo und Zorin traten als einzige ein paar Schritte zurück, dennoch machten die vier keine wirklichen Anstalten zu gehen.
"Na, worauf wartet ihr?! Drauf dass hier die Eisschmelze einsetzt? Geht!" Die Härte in seiner Stimme verstärkte sich und die Gruppe hätte schwören können, ein Fletschen seiner Zähne gehört zu haben. Es war offensichtlich, dass er, was auch immer das Problem war, sie nicht bei sich haben wollte. Ein wenig verwirrt, gar geknickt darüber verließen sie schlussendlich den Raum. "..gute Nacht, Alucard...", sagte Zorin leise und zog die Tür hinter sich zu, nicht wissend dass es dem Vampir schon jetzt leid tat, sie so angeschnauzt zu haben.
Im Gang, ein wenig von Alucards Zimmer entfernt, blieben sie jedoch stehen. "Scheinbar vertraut er uns doch nicht so sehr, als dass er mit uns über seine Probleme sprechen will...", Seufzte Somo und blickte zu Zorin, die nickte. "Wahrscheinlich hatte er einen Alptraum. Bestimmt wegen etwas aus seiner Vergangenheit... verübeln kann man es ihm nicht, dass er nicht darüber sprechen möchte.." "Aber dass er es in sich hinein frisst, ist besser oder was?", knurrte Matthikan, die ihre Arme vor der Brust verschränkt, worauf Zorin nur wehement mit dem Kopf schüttelte und eine ähnliche Bewegung mit ihren Händen vollzog. "Nein! Ist es natürlich nicht! Aber wir sollten ihn auch nicht dazu drängen. Schlussendlich ist es auch seine Entscheidung!" "Eine Entscheidung die fatal für seine Psyche ist! Wenn er alles in sich hinein fressen lässt." "Nun, aber auch hier ist höchst wahrscheinlich seine Vergangenheit wieder dran schuld!", warf sich Aiko nun ins Gespräch mit ein, wobei sie von den anderen nur fragend angeblickt wurde. "Na! Denkt doch mal nach! So weit ich weiß, musste er sein ganzes Leben lang immer für etwas Verantwortung tragen, sprich musste er immer stark sein. Für sein Land, sein Volk, seine Familie, was auch immer. Wenn man sich über Jahre hinweg keine Schwäche erlaubt, so wird man sich in den Jahren danach auch keine erlauben, egal wie oft man nun die Chance hätte alles raus zu lassen. Das Unterdrücken der eigenen Gefühle und Ängste wird zu einer Angewohnheit, die sich nur schwer zu durchbrechen lässt. Somit kann ich verstehen warum Alucard uns abweist!" Zorin und Somo nicken verstehend, während Matthikan nur schnaubend die Arme verschränkt. "Okay Leute! Ihr geht schon mal in die Zimmer zurück, ich geh nochmal mit ihm reden...", murrte die türkishaarige und dreht sich ein wenig auf die Seite. Irritiert blickten die anderen drei sie an.
"Matthikan.. ich denke dass Alucard gerade wirklich nicht in der Laune ist, mit dir zu reden..", murmelte Zorin leise, bewegte sich aber schon einige Schritte auf ihr Zimmer zu. "Ist mir egal, ich muss es einfach tun!". Somo und Aiko sagten dazu nichts weiter, denn mit Matthikan sowas auszureden, hatte so viel Erfolg, als würde man direkt mit einer Wand reden. Somit drehten sich die drei tatsächlich um, gingen jeweils in ihre Zimmer und ließen Matthikan draußen. Diese war zwar ein wenig erstaunt darüber, dass es so wenig Gegenwehr von den anderen gab, doch wandte sie sich augenblicklich der Richtung zu, in der Alucards Zimmer lag.

Schleunigst schlich sie zur Tür, öffnete diese und schlüpfte ins Zimmer rein ohne anzuklopfen. Langsam sah sie sich um. Alucard war gänzlich aus seinem Sarg aufgestanden und saß auf dem Bett, nachdem er wohl den Sargdeckel wiedergeholt und auf den Sarg gesetzt hatte. "Was willst du, Matthikan?", knurrte er leise, ohne in ihre Richtung zu sehen. Aufmerksam beobachtete sie seine Pose und Körpersprache. Er hatte seine Beine nicht wie sonst überschlagen, seine Hände lagen auf seinem Schoß und die linke umfasste sein rechtes Handgelenk. Auch war sein Kopf gesenkt, sodass seine Haare jeglichen Blick in sein Gesicht abhielten. Wenn sich Matthikan nicht täuschte, war seine Schultermuskulatur auch angespannt. Alles in allem, bei ihm war alles andere als in Ordnung. Als der Vampir bemerkte, dass Matthikan nicht die Absicht hatte zu gehen, schnaubte er. "Bist du jetzt nur gekommen um mich anzustarren? Ich dachte, ich habe klar und deutlich gemacht, dass ich gerade keine Lust auf Gesellschaft habe!" "Das hast du...doch ich habe keine Lust mich danach zu richten", lächelte die türkishaarige leicht provokant, ging aber auf ihn zu und setzte sich neben ihn aufs Bett. Der schwarzhaarige beantwortete dies bloß mit einem knurren, wovon Matthikan jedoch recht unbeeindruckt blieb. "Ich weiß gerade genau was du tust, Alucard, aber solange du hier bist, bei uns, habe ich keine Lust so etwas zu dulden!" Das leise knurren brach ab und ein wenig irritiert sah Alucard in Matthikans Richtung. Er brauchte nicht mal zu fragen da beantwortete sie ihm auch schon die Frage. "Du unterdrückst sie, Alucard. Deine Gefühle." Ein abfälliges schnauben ertönte, doch Matthikan fuhr einfach fort. "Du unterdrückst sie und machst damit die selben Fehler wie ich damals, nach dem Brand. Ich habe meine Alpträume und die Gefühle, die damit einhergingen, auch immer unterdrückt. Vorallem als ich älter wurde. Es hat mich innerhalb der kurzen Zeit fast kaputt gemacht und ich habe nach einer Weile bei einem Psychologen gelernt es nicht mehr zutun. Ich habe gelernt mich ihnen zu stellen und auch Hilfe anzunehmen! Du hingegen bist schon kaputt, aber das heißt nicht, dass du es noch verschlimmern musst! Verdammt, nimm unsere Hilfe an, wenn wir sie anbieten. Wir sind da wenn du Probleme hast!" Langsam sah Matthikan zu ihm. Er hatte den Kopf wieder von ihr weggedreht, aber an seiner Haltung sah sie, dass er durchaus zuhörte. Also redete sie weiter. "Vielleicht musstest du Zuhause immer stark bleiben und durftest keine Schwäche zeigen, aber wir sind hier nicht bei dir Zuhause. Wir sind hier bei uns, gerade in einem Motel in Grönland, in einer Dimension wo du nur fiktiv bist, sprich wir eh von dem gröbsten deiner Probleme wissen. Rede mit uns, denn niemand wird dich hier irgendwie für etwas verurteilen!"
Erneut ertönte ein schnauben vom schwarzhaarigen. Langsam wurde ihm all dies hier zu bunt! "Ich brauch eure Hilfe nicht, ich komm auch allein klar, verstanden?" "Ach, Und für wie lange noch?" Schweigen. Wollte dieses Weib ihn eigentlich verarschen?? Wenn er es nicht brauchte, dann brauchte er es nicht! Was war so schwer daran zu verstehen??
Noch bevor er wirklich reagieren konnte, sah er eine Bewegung und im nächsten Moment fand er sich auf die Matratze gepresst wieder, mit einer Hand fest um seine Kehle. Geschockt riss er die Augen auf. Wie-? "Ginge es dir wirklich so gut, wie du sagst, hättest du meine Bewegung schon im vorraus bemerkt und abgewehrt", zischte Matthikan, die nun auf seinem Torso kniete, ihm einerseits die Luft abschnitt und mit der anderen Hand ein Handgelenk festhielt. Ein Schaudern lief durch seinen ganzen Körper. Sie ist so nah! Wieso ist sie ihm so nah?? Was soll das? Sie sollte runter! Sie soll ihn nicht anfassen! Sie soll gehen! "Jetzt hör also auf uns diesen Blödsinn verkaufen zu wollen! Wir sind weder dumm noch irgendwie blind! Zumindest ich nicht" Wütend fletschte Alucard seine Zähne, schaffte es aber nicht ein fauchen heraus zu bringen. Ihm fehlte schlicht weg die Luft. Sie sollte bloß von ihm runter gehen! "Weißt du, du bist nur solange unvorhersehbar solange man nicht weiß, worauf man achten soll! Sobald man das aber weiß, kann man dich lesen wie ein offenes Buch! Ich beobachte dich jetzt schon seit einer ganzen Weile und ist dir eigentlich schon mal aufgefallen wie viel deine Augen über dich verraten?" Seine Wut schlug augenblicklich in absolute Verwirrung um. Provokant lehnte sich Matthikan ein wenig vor, sah ihm tief in die Augen, und erneut musste der Vampir ein schaudern unterdrücken. Nein! Wieso kommt sie auch noch näher!? Sie soll ihn in Ruhe lassen! "Du beherrschst deine Körpersprache sehr gut, aber deine Augen verraten dich! Manchmal denke ich wirklich, du glaubst es vor anderen verstecken zu können, aber ich weiß wie furchbar unsere momentane Position für dich ist! Du bist ein Vampir und hättest mich mit deiner Kraft schon lange runterwerfen können. Dennoch hast du dich bis jetzt nicht wirklich bewegt und das nur weil deine Angst dich lähmt!" Was?! Das leichte verengen seiner Pupillen zeigte Matthikan, dass sie genau ins schwarze getroffen hatte. "Du hast Berührungsangst und ich habe Recht! Stimmts? Wie ich sagte, deine Augen verraten dich. Außerdem hast du bis jetzt jegliche Berührung vermieden, wenn möglich, weshalb ich nur noch eins und eins zusammen zählen musste." Damit ließ sie den Vampir wieder los, ging ein paar Meter von Alucard weg, bevor sie die Arme vor der Brust verschränkte und ihn wieder ansah. Schleunigst setzte er sich auf und griff sich auch erstmal an den Hals. Gott! Endlich war sie wieder auf Abstand und er konnte wieder atmen! Dann sah er wieder auf Matthikan. Um ehrlich mit sich selbst zu sein, hatte er keinerlei Ahnung wie er sich nun fühlen sollte. Einerseits war er sauer, weil sie ihn so sehr in die Ecke gedrängt hatte und ihm sein Körper in diesem Moment nicht wirklich gehorcht hatte. Andererseits war er auch einfach nur verwirrt und irgendwie auch verunsichert. Gott! Er war der mächtigste Vampir, den es gab, und nun war er verunsichert wegen einem 14 Jahre alten Mädchen! Es war erbärmlich... Doch ändern konnte er es nicht. Widerwillig sah er kurz in ihre Richtung und wandte seinen Blick darauf wieder ab. "Wirst du es den anderen ausplaudern?", fragte er darauf und war geschockt wie leise und kleinlaut seine Stimme rüber kam. Alucard! Reiß dich verdammt nochmal zusammen! Fragend zog Matthikan eine Augenbraue hoch und verlagerte ihr Gewicht von einem Bein aufs andere. "Was? Schämst du dich für deine Ängste?" Doch wurde ihr nur mit schweigen begegnet. Mit einem seufzen ließ sie den Kopf hängen. "Nein...Die anderen haben wahrscheinlich eh schon Wind davon bekommen aber ich werde ihnen nichts direkt sagen, okay?" Ein leichtes nicken von Alucard. Damit drehte sich Matthikan von ihm weg und ging zur Tür. "Warum eigentlich?", fragte er dann. Die türkishaarige war sich nicht sicher worauf er sich genau bezog, doch hatte sie so eine Ahnung. "Mir ist egal wie viele Leben du auf dem Gewissen hast, denn wir alle haben so unsere Leichen im Keller. Du bist ein guter Kerl, Alucard, und du verdienst die Hilfe, die wir dir anbieten..." Damit verschwand sie schlussendlich aus dem Raum und ließ einen sehr perplexen Vampir zurück. Er hatte wohl nun einiges zum Nachdenken!

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Gott! Es tut mir so leid, dass ich immer so lange für ein neues Kapitel brauche! QwQ
Doch dadurch, dass ich es ja nur am überarbeiten bin und es nicht mehr wirklich neu schreibe, kostet es mir viel Motivation daran zu arbeiten und ich hasse es! Es dauert wirklich viel zu lang, obwohl Chap 21 eigentlich sogar eines meiner absoluten Favorite Chapters ist! Tatsächlich habe ich in diesem Kapitel zwei Kapitel von der Rohfassung zusammengefasst und es kommt mir immernoch so kurz vor. Meh! Aber hey!
Hoffe ihr hattet dennoch Spaß beim lesen und ich entschuldige mich noch einmal, dass ich immer so lange für Updates brauche u_u

Bleibt immer fresh
Lesen uns wieder
Eure Laskume Dragon

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