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Jungkook Pov

Wie gebannt starrt Taehyung auf den Bildschirm des Fernsehers und verfolgt das Geschehen im Drama mit. Er hat sich überhaupt nicht verändert, das durfte ich mit großer Erleichterung und Freude fest stellen. Er ist immer noch derselbe selbstsichere, aber auf eine positive Art Kind gebliebene, Film- und Serienliebende Tae, den ich damals kennen gelernt und in den ich mich verliebt habe.

Aber selbst wenn es nicht mehr so wäre, wenn er nicht mehr von sich selbst überzeugt wäre in allem was er tut, sondern verunsichert vom Leben oder in sich zurückgezogen, selbst dann würde ich ihn noch lieben, weil er immer noch Tae ist. Ein Mensch ändert sich nie vollkommen, es sei denn er hat das, was er vorgegeben hat zu sein nur gespielt und das hat er definitiv nicht.

Es ist, als wären diese fünf Jahre nie gewesen, als hätte es den Streit damals nicht gegeben, so fühlt sich die Zeit mit Tae an. Wenn ich bei ihm bin, verfliegt sie förmlich. Ein Tag, mit seinen 24 Stunden erscheint mir plötzlich wie ein Bruchteil einer Sekunde. Wir haben fünf gemeinsame Jahre verloren, aber ich habe ihn wieder und ich habe nicht vor auch nur eine weitere Sekunde ohne ihn zu verschwenden.

"Tae, erinnerst du dich damals an die Bedingung, die ich gestellt habe als du mir deine Hilfe angeboten hast?", frage ich während des Filmes, obwohl ich weiß, dass er einer der Menschen ist die dabei vollkommene Stille bevorzugen und es eigentlich nicht leiden können wenn jemand redet.

Er schnappt sich die Fernbedienung und schaltet zu meiner Überraschung auf Stumm statt Pause zu machen. Als er sich zu mir dreht, sehe ich wie ernst er das nimmt und das ihm dieser Film wirklich nicht wichtiger ist als das, was ich ihm sagen möchte.

"Meinst du, dass ich niemals bei dir zu Hause auftauchen soll?", fragt er und ich nicke.

Damals kannten wir uns nicht wirklich. Diese Bedingung stellte Ich, bevor ich anfing ihn zu mögen und dann zu lieben. Es war eine Schutzmaßnahme, denn ich wollte nicht das er sieht was bei uns zu Hause geschieht. Wirklich schlimm ist es nicht, aber wer weiß wie meine Mutter darauf reagiert hätte wenn zum ersten mal jemand an unserer Haustür stehen würde der mich sehen will.

"Meine Mutter und ich... Wir haben kein enges Verhältnis. Um ehrlich zu sein ist das sogar untertrieben. Ich habe sie die Jahre stark verletzt und kaum mit ihr geredet Ich denke, ich wollte einfach nicht das jemand sieht wie kaputt ich bin oder erkennt, was der Grund dafür ist."

Obwohl ich dieses Gespräch angefangen habe, senke ich kurz den Blick und starre auf meine Hand, die mit der von Tae verschränkt ist. Dieser Anblick gibt mir Mut, tröstet mich und hilft mir beim weiterführen von dem, was ich angefangen habe.

"Als ich neun Jahre Alt war, erfuhr ich von der Affäre meiner Mutter mit einem anderen Mann. Das war auch der Anfang meiner Angst, oder viel besser ausgedrückt, dem Ekel vor Berührungen. Ich ließ es noch zu, das sie mich anfasste, aber ich wusch mich danach oder benutze das Desinfektionsmittel, das mein Vater immer in seinem Büro stehen hatte. Erst als ich erfuhr, wer die Affäre war, verweigerte ich es ganz mich von ihr berühren zu lassen. Für mich, ein Kind, das erst Zehn war, war es schwer zu begreifen wie die Frau, die meinem Vater ins Gesicht lächelte und ihm Liebe vor gaukelte, etwas mit seinem Bruder anfangen konnte."

Ich erinnere mich zurück, an die Situation unter dem Bett wo das ganze seinen Anfang genommen hat. Aber erst als meine Mutter mich mit zu meinem Onkel nahm und ich dort einen Streit zwischen den beiden mitbekommen habe, entwickelte sich der Ekel so richtig.

"Immer wenn sie mich umarmte, mir mit der Hand über die Haare streichelte oder mir einen Kuss gab, musste ich daran denken wie sie das gleiche mit diesem Mann tat. Ich stellte mir immer wieder die Frage, ob ihr 'Ich liebe dich' wirklich so gemeint, oder ob es nur eines ihrer Spiele war, wie dasjenige, das sie mit meinem Vater spielte. Ich ertrug ihre Liebe nicht mehr, weil die Zweifel mich auffrassen und ihre Berührungen, die ein Ausdruck dieser für mich schmutzigen Liebe waren."

Taehyung streicht mir mit seinen Fingern den Nacken auf und ab und während ich über die Angst vor Berührungen, ihrer Ursache spreche, beruhigen mich seine und sorgen dafür das ich überhaupt so ruhig und gelassen sprechen kann ohne sofort bei den bloßen Erinnerungen wieder den Ekel zu verspüren.

"Als ich 11 war, eskalierte das ganze. Mein Vater erfuhr von der Sache zwischen meiner Mutter und seinem Bruder und als wäre das nicht genug, stellte sich heraus, dass ich nicht sein Sohn war. Der Mann, von dem ich Jahrelang dachte er wäre mein Vater, war in Wahrheit mein Onkel und mein Onkel war mein Vater."

Ich mache eine kurze Pause und lache, trotz des fassungslosen Blickes von Taehyung, verächtlich. "Es kam wie es kommen musste. Mein Vater, oder sollte ich mein Onkel sagen? Egal, er verließ uns, trotz der Tatsache das Yeongja seine leibliche Tochter ist. Er ertrug es nicht den Jungen zu sehen, von dem er 11 Jahre dachte er sei sein Sohn, der aber in Wahrheit der seines Bruders ist und ich ertrug es nicht die Frau zu sehen, die mir in meinen Augen meinen Vater genommen hatte."

Ich war 11, mir blieb also nichts weiteres übrig als zu Hause wohnen zu bleiben. Mein Onkel hatte eine eigene Familie und obwohl seine Frau von der Affäre erfuhr, blieb sie bei ihm, verbat ihm allerdings den Kontakt zu meiner Mutter und mir. Obwohl sie meine Mutter war und immer wieder versuchte mir ihre Liebe zu beweisen, ließ es mich kalt. Ich konnte ihre Berührungen nicht ertragen, egal wie sehr ich es versuchte. Die einzige, die mir noch blieb und vor der ich mich nicht ekelte war Yeongja, denn ihre Liebe war unschuldig und sie war, zusammen mit dem MP3-Player, das einzige, das mir noch von meinem Vater geblieben ist.

"Es tut mir leid, Jungkook", sagt Taehyung und nimmt mich in den Arm. Sofort erwidere ich die Umarmung und Schlinge meine so fest ich kann um ihn.

"Ich habe dir diese Geschichte nicht erzählt, damit du dich entschuldigst." Generell habe ich nie verstanden, warum sich Leute für etwas entschuldigen, wofür sie nichts können. Ohne mich von ihm zu lösen, spreche ich weiter.

"Seit ich von zu Hause weggezogen bin, habe ich kein Wort mehr mit meiner Mutter gesprochen. Ich habe immer ihr die Schuld an allem gegeben, meinem Zustand und dem verschwinden meines Vaters, aber das will ich nicht länger." Ich klammere mich an seinem Pullover fest und atme den Duft ein, der mich wie so oft beruhigt.

"Ich habe vor meine Mutter zu besuchen und ich wollte dich bitten mit mir zu kommen. Ich möchte, das sie sieht, dass ihr Wunsch in Erfüllung gegangen ist, das ich jemanden gefunden habe der mir gezeigt hat das die Liebe kein Spiel ist, sondern ein Gefühl das dich beflügelt. Ich möchte, dass sie die Person sieht die das geschafft hat."











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Entschuldigt das langweilige Kapitel, aber bald gibt es wieder Vkook 😄❤

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