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Taehyung Pov
Langsam und so leise wie es geht schließe ich die Tür als ich das Zimmer mit dem nach wie vor schlafenden Jungkook auf dem Bett verlasse und nach draußen auf den kalten Flur trete.
Im Zimmer sind es gefühlte vierzig Grad, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass darin intensiver Bettsport betrieben wurde. Alleine bei dem Gedanken an alles was gestern passiert ist, könnte ich wie ein Mädchen anfangen auf und ab zu hüpfen während ich dabei kreische.
Er hat es zwar nicht direkt gesagt, aber ich weiß das er mich immer noch liebt, immerhin sagte er mir er würde es gerne ausdrücken können. Ich kenne ihn und weiß aber wie schwer es ihn fällt Gefühle in Worte zu fassen, deswegen würde ich ihn niemals drängen.
Außerdem macht es mich dann umso glücklicher wenn er es mir von sich aus sagt. Es zeigt mit, wie viel ihm daran liegt mir seine Gefühle mitzuteilen.
Ich möchte mich gerade mit einem Glas Wasser an den Tisch setzen, als ich in der Mediawand unter dem Fernseher in seinem Wohnzimmer eine Holzschachtel entdecke, die aus irgendeinem Grund meinen Blick auf sich zieht. Vielleicht liegt es daran, dass das Schloss, welches daran befestigt ist, geöffnet dran hängt, aber ich schätze es ist eher die Tatsache, dass sich sonst nichts in dieser Mediawand befindet außer ihr.
Keine Fotos, keine Konsolen, ja nicht einmal irgendwelche Unterlagen hat er dort verstaut, also muss irgendetwas besonderes oder wichtiges sich darin befinden. Ich überlege kurz ob ich es wirklich tun soll bevor ich tatsächlich aufstehe und davor in die Knie gehe, doch als ich die Hände danach ausstrecke, kann ich es nicht tun.
Ich habe ihn gerade erst wieder, was ist also wenn hier tatsächlich etwas drin ist was er vor mir verbergen möchte, etwas was er keinem anderen zeigen will. Es würde mich verletzen, da ich ihm alles von mir zeigen würde, aber es wäre seine Sache. Wenn ich das jetzt tue, verletze ich ihn und missbrauche sein Vertrauen - schon wieder.
Seufzend ziehe ich meine Hand zurück und lasse sie in meinem Schoß liegen. Wer weiß ob er mir überhaupt vollkommen verziehen hat, wenn ich das jetzt tun würde, dann würde er mir sicher nie wieder Vertrauen, das ist klar. Ich kann warten bis er es mir von selber zeigt.
"Schon gut", ertönt seine Stimme plötzlich hinter mir und ich springe mit einem kurzen Aufschrei auf. Er stand an die Lehne der Couch gestützt wahrscheinlich die ganze Zeit hinter mir, während ich mit meinen Gewissensbissen gekämpft habe und er hat nichts weiter getan als mich zu beobachten.
"Seit wann stehst du da?", frage ich und versuche mein Herz wieder zu beruhigen, aber es braucht eine Weile um sich von diesem Schock zu erholen.
"Ich bin aufgewacht, als du das Bett verlassen hast und stehe hier seit du dort kniest."
Er kommt um die Couch herum und stellt sich direkt vor mich, aber obwohl ich nicht weiß warum, bin ich nicht imstande ihn anzusehen. Ich senke den Kopf und Spiele an einem Faden herum, der sich vom Saum meines Shirts gelöst hat.
"Entschuldige, Jungkook", murmle ich.
"Wofür entschuldigst du dich?" Er verschränkt die Arme vor seiner Brust und obwohl ich sein Gesicht nicht sehe, weiß ich das er eine Augenbraue hochgezogen hat, weil er die Antwort auf diese Frage schon kennt, aber sie aus meinem Mund hören will.
"Dafür, dass ich mit dem Gedanken gespielt habe diese Kiste zu öffnen."
Ich weiß nicht warum ich mich schuldig fühle, immerhin habe ich aufgehört bevor ich ihn verletzen konnte und dennoch fühle ich mich mies.
"Du hast es aber nicht getan." Er greift nach meiner Hand und verschränkt seine Finger mit meinen. Überrascht sehe ich hoch und bemerke statt der erwarteten Enttäuschung ein beruhigendes Lächeln, das seine Lippen umspielt. "Ich vertraue dir, Tae."
Ohne meine Hand los zu lassen bückt er sich und greift an mir vorbei nach der Kiste. Mit einem Nicken deutet er mir mich auf den Boden zu setzen und ich tue was er verlangt. Ich finde es fast schon schade, dass er meine Hand los lässt, aber das ist vergessen als er die Kiste öffnet.
"Nicht lachen", sagt er, bevor er sie in die Mitte stellt und mich hinein sehen lässt. Zuerst etwas verwirrt, weil ich nicht erkenne was das ist, greife ich zögernd hinein und ziehe eines der zusammengefalteten Zettel hinaus. Dann erkenne ich was es ist und mein Herz fängt wie wild an zu klopfen.
"Du hast sie behalten?", frage ich vollkommen Baff und spüre wie mir die Tränen kommen. Er hätte so vieles, was seine Wohnung verschönern könnte. Bilder, Poster oder Dekoration, aber alles, was darauf hin deutet das hier tatsächlich ein Mensch lebt, ist diese Kiste.
Eine Kiste voll mit den Briefen, die ich ihm vor fünf Jahren geschrieben habe und die er gehütet hat wie einen Schatz, alle 15.
"Sie waren alles, was ich noch von dir hatte. Wenn ich sie weggeworfen hätte, hätte es sich angefühlt als würde ich deine Liebe wegwerfen und das konnte ich nicht." Er nimmt mein Gesicht in seine Hände und küsst mir eine Träne weg, die meinem Auge entflohen ist. "Du warst damals alles, was ich hatte und du bist immer noch alles was ich habe. Alles was ich je haben wollte."
Wenn mich jemand jetzt fragen würde, warum ich Weine wie ein Kind, dann hätte ich keine richtige Antwort darauf. Vielleicht sind es seine Worte, seine Gesten, dieses Lächeln das er mir schenkt. Es ist eine Mischung aus allem, aber vor allem meine Liebe ihm gegenüber, die mit jedem Tag stärker wird. Ich würde es ganz sicher keine weiteren fünf Jahre ohne ihn aushalten.
Ich kann mir nicht mal eine Stunde ohne ihn vorstellen.
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Okaaaaay, schlagt mich wenn ihr wollt, aber es werden doch 65 statt 64 Kapitel 😅😅😅😅
Ich höre lieber auf mit meinen Berechnungen, die sind echt nicht gut 😥
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