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Taehyung Pov

Die Worte, vor denen ich mich so sehr gefürchtet habe, jetzt wirklich aus seinem Mund zu hören tut verdammt weh. Es fühlt sich an, als würde der Boden unter mir zusammenbrechen. Es ist genau sowie damals. Es ist meine Schuld, das weiß ich, aber ich kann nicht einfach so gehen, egal wie sehr er das will.

"Warum willst du so unbedingt das ich das tue? Stimmt es was er gesagt hat? Hast du ihn nie geliebt?"

"Selbst wenn", schießt er sofort zurück. "Wieso interessiert dich das?"

Es ist eine kleine Hoffnung an die ich mich klammere, wie ein sterbender an das Leben, denn das ist Jungkook für mich. Ich sterbe nicht wenn er mich verlässt, aber leben tue ich auch nicht. Ich verbringe jeden Tag damit ihn zu vermissen, das habe ich bereits fünf Jahre lang getan, weitere fünf Jahre oder auch nur einen Tag ohne ihn ertrage ich nicht.

"Weil ich es tue." Ich lehne meine Stirn gegen die Tür und schließe die Augen um mir mit aller Mühe sein wunderschönes Gesicht vorzustellen. "Ich liebe dich, Jungkook, habe ich immer, werde ich immer und ich weiß, dass es nicht normal ist. Ich weiß, dass du einen Partner hattest, aber das war nicht das Problem. Das Problem war, dass es mir egal war, weil ich dich packen und nie wieder los lassen möchte."

Mein Herz klopft wie wild gegen meine Brust und trotz den milden zehn Grad ist mir so heiß, dass ich mich am liebsten aus all den Klamotten befreien würde. Fünf Jahre habe ich diese Worte nicht mehr ausgesprochen oder generell überhaupt daran gedacht sie jemals wieder zu irgendjemandem zu sagen, aber hier bin ich. Ich hocke vor der Tür von der einzigen Person, die ich jemals geliebt habe und ich hoffe, dass er mich nicht fallen lassen wird.

"Und warum jetzt?", fragt er lauter und ein schluchzen mischt sich unter seine Worte. "Warum entscheidest du jetzt nach fünf Jahren, in denen du Zeit hattest, aufzutauchen und alles durcheinander zu wirbeln? Warum bist du damals gegangen?"

"Weil ich es nicht ertragen habe in deiner Nähe zu sein und von dir gehasst zu werden", feuere ich zurück und ignoriere dir Tränen die auch mir das Gesicht hinunter laufen.

"Wovon redest du?" Er klingt tatsächlich verwirrt, als hätte er überhaupt keine Ahnung wovon ich spreche, dabei war es für mich immer so offensichtlich, der Grund warum ich damals gegangen bin.

"Die Briefe, die ich dir geschrieben habe. Du hast sie nie gelesen. Ich habe immer gesehen, wie du sie aus deinem Spind geholt und in deine Tasche geworfen hast, als wären sie wertlos. Es hat verdammt weh getan und ich habe es nicht mehr ertragen."

Nach unserem Streit und dem Schlussstrich, den er damals gezogen hat, konnte ich ein Ende nicht einfach akzeptieren. Ich wusste, er würde nicht mit mir sprechen wollen, aber ich konnte das nicht stehen lassen, ich musste kämpfen, selbst wenn es nur mit Briefen war. Aber zu sehen, wie er sie jeden Tag einfach weg gesteckt hat, hat mich nur immer mehr daran erinnert, dass das ein hoffnungsloser Kampf ist.

"Ich habe sie gelesen", sagt er kaum hörbar.

"Und wieso hast du nie darauf geantwortet?" Ich habe ihm fragen gestellt in den Briefen, ihm genug Möglichkeiten gegeben zu Antworten, aber es kam nie irgendetwas zurück. Ich hatte es satt eine schon längst verlorene Schlacht zu kämpfen, in der ich mich nur mit meinem eigenen Schwert verletze.

"Weil ich ein verdammter Idiot bin, der nicht weiß wann es genug ist. Weil ich dachte, du hättest es verdient für das was du getan hast und weil ich niemals damit gerechnet hätte das du irgendwann weg sein könntest. Ich habe dich, deine Nähe und deine Liebe für selbstverständlich gehalten.
Ich habe dich damals nicht gehasst, das könnte ich nie, aber ich hasse dich dafür, dass du gegangen bist und ich hasse dich noch mehr dafür, dass du einfach wieder auftauchst."

Seine Worte treffen mich, auf eine Art die ich nicht beschreiben kann. Auf der einen Seite ist es ein bitterer Schmerz, der mir nur allzu bewusst macht was ich ihm angetan habe. Ich habe den Menschen, den ich mehr als alles andere auf dieser Welt liebe verletzt und ich habe nicht einmal gemerkt wie sehr. Aber auf der anderen Seite ist es ein schönes Gefühl, weil es mir zeigt, dass ich ihm immer noch nicht egal bin. Ihm liegt noch etwas an mir.

Ich presse meine Hand erneut auf die Tür und stelle mir vor es wäre seine warme Haut und nicht die kalte Oberfläche, die ich berühre. "Sag mir was du willst, Jungkook. Was soll ich tun, damit du nicht mehr wegläufst?"

"Geh weg", kommt es sofort von ihm zurück geschossen. Seine Worte sind wie kugeln aus einer Pistole, die sich in meine Brust bohren, aber ich kann es trotzdem nicht einfach so dabei belassen. Ich werde ihn mich nicht erneut von sich stoßen lasse.

"Jungkook..."

"Geh einfach, Taehyung."

"Nein", sage ich ohne zu zögern und schlage mit der Faust gegen die Tür. "Weil ich nie wieder den gleichen Fehler machen werde. Ich werde nicht auf dich hören wenn du mir sagst ich soll gehen, ich bleibe bei dir, egal wie sehr du mich von dir stößt."

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