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Jungkook Pov
Ich ziehe die Decke tiefer in mein Gesicht und tue weiter so als würde ich schlafen, als ich das knarren der Tür und leise Schritte im Zimmer höre.
"Wieso schläfst du auf dem Boden?", fragt er. Die Worte sind deutlich verständlicher als noch Minuten zuvor. Es scheint fast so, als hätte ihm das kalte Wasser nicht nur die Müdigkeit ausgetrieben, sondern ihm auch etwas von dem Alkohol runter gewaschen.
Mir ist klar, dass das nicht geht, aber vielleicht hat es ihn trotzdem ein wenig zur Besinnung gebracht, immerhin war das, was er davor von sich gegeben hat nur irgendein Brei von zusammengewürfelten Wörtern, die ich selbst nach Dutzenden Wiederholungen nicht verstanden habe.
Seine Schritte werden lauter und ich schließe die Augen, als ich ihn trotz der Dunkelheit im Spiegel, der an der Wand steht, erkenne. Mit der Hoffnung er hat mich nicht gesehen versuche ich meinen Herzschlag etwas zu beruhigen und atme so leise wie möglich durch die Nase.
"Willst du wirklich so tun, als würdest du schlafen?" Ich muss mir ein Lachen verkneifen, was schwer ist wenn man versucht sich so wenig wie möglich zu bewegen und keinen Laut von sich zu geben. "Komm schon, Jungkook, ich weiß das du wach bist."
Wenn das ein Test sein soll, um zu sehen ob ich tatsächlich nur so tue als würde ich schlafen, dann muss er sich was besseres ausdenken. Selbst wenn er mir sagen würde das Gebäude steht in Flammen, würde ich mich nicht vom Fleck rühren.
Das hier haben Tae und ich oft gemacht. Manchmal, wenn ich nicht wusste wie ich mich in einer Situation verhalten soll, habe ich mich einfach schlafen gestellt und er wusste das, aber er hat so getan als würde er mir glauben, das hab ich gemerkt. Aber ich war ihm dankbar dafür, dass er nichts sagte, sich einfach zu mir legte und mich in den Arm nahm.
Auch jetzt hoffe ich, dass er das tut. Vorhin in der Badewanne, da hätte mein Verstand sich fast selber ausgeschaltet. Ich wollte ihn so sehr küssen. Mein Herz sagte ich soll es tun, dass ich nichts für meine Gefühle kann und ich mich einfach dem Verlangen hingeben soll, aber mein Gewissen sagte Nein. Da war Minhyuk, der mir vertraute und obwohl mein Herz jemand anderem gehört, stets an meiner Seite war.
Es wäre falsch gewesen, auch wenn es sich richtig angefühlt hat.
"Jungkook", beginnt Taehyung erneut. "Wenn du wirklich schlafen würdest, dann hätte ich dein Schnarchen bis ins Bad gehört."
Sofort schlage ich die Decke beiseite und setze mich auf. Beleidigt runzle ich die Stirn und sehe ihn fassungslos an. "Ich Schnarche? Du verdammter Lügner!"
Ich nehme das erste Kissen welches ich in die Hände bekomme und werfe es ihm ins Gesicht. Lachend fängt er es auf und umarmt es wie ein Kuscheltier. Wütend war ich wegen dieser Bemerkung nicht, aber er wusste es war meine Schwachstelle, weil ich ihm oft genug gesagt habe er würde Schnarchen, aber er darauf immer wieder erwiderte ich würde nur mich selber hören. Aber jetzt, wenn ich ihn im Dunkeln mit den Klamotten, die ich ihm geliehen habe sehe, wie er das Kissen wie ein kleines Kind an seine Brust presst, da geht mir das Herz auf.
"Geh einfach schlafen", murmel ich. Ohne Kissen, dafür aber auch ohne Decke, weil mir jetzt ohnehin warm genug ist, lege ich mich zurück auf die Matratze und schließe wieder die Augen, dieses mal aber tatsächlich mit dem Vorhaben wirklich schlafen zu gehen.
"Wieso schläfst du nicht in deinem Bett?"
"Du hast ziemlich viel getrunken." Es ist dumm von mir zu denken, dass diese Erklärung genügt um ihn zufrieden zu stellen, denn das tut es nicht.
"Na und?"
"Du wirst Morgen früh einen ziemlich fiesen Kater haben, da hilft es in einem gemütlichen Bett zu schlafen, statt auf einer Matratze, die dir zusätzlich Rückenschmerzen bereitet."
Eine plötzliche Stille beherrscht den Raum. Taehyungs viel zu lautes Atmen ist nicht mehr zu hören, genauso wenig wie sein ständiges hin und her treten von dem einen auf den anderen Fuß.
Ich bin kurz davor mich aufzusetzen und mich umzudrehen, weil ich mir Sorgen um ihn mache, als er sich plötzlich hinter mich auf die Matratze legt und die Arme um mich schlingt. Zuerst etwas überrascht und überrumpelt von der Aktion versuche ich mich aus seinem Griff zu befreien, aber keine Sekunde später entspanne ich mich vollkommen.
Seine Arme liegen lose um meine Taille, sein Gesicht ist in meinem Nacken vergaben und mir ist noch wärmer als zuvor, aber seine Nähe alleine macht mich so glücklich, dass ich nichts anderes tun kann als zu Schweigen und es zu zulassen.
"Danke für das Bett, Jungkook, aber es gibt keinen Ort, an dem ich besser schlafen kann als neben dir."
Ich schließe die Augen und lächle in mich hinein während ich seine Berührungen und den Geruch meines Shampoos an ihm genieße.
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