¤15¤
Jungkook Pov
Es ist ja nichts neues für mich, Taehyungs Haus zu betreten. Seine Eltern habe ich zwar noch nie gesehen und normalerweise gehen wir auch immer direkt die Treppen hoch und in sein Zimmer, aber heute ist es anders.
Er nimmt mir meine Tasche ab und weist mich an in dem Wohnzimmer, dass so groß ist wie unsere gesamte Wohnung, zu warten während er sie hoch in sein Zimmer trägt.
Irgendwie fühle ich mich unwohl, an einem Ort an dem ich bereits so oft gewesen bin, aber auch wieder nicht. Ich weiß zwar nicht was er vor hat, aber im Moment wäre mir sein Zimmer lieber als hier zu stehen. Was wenn seine Eltern nach hause kommen?
Ich wüsste nicht wie ich mich verhalten soll, ich war noch nie zuvor bei jemandem zu Hause, ich weiß nicht wie ich den Eltern gegenüber auftreten soll. Was ist, wenn sie mir die Hand reichen wollen?
Zu viele Fragen und Gedanken die mich verrückt machen, noch dazu über etwas, das passieren könnte, nicht muss. Ich verschränke die Arme vor der Brust und starre das große Bild an, das links neben der riesigen Couch an der Wand hängt.
Hier scheint alles groß zu sein, Taehyungs Familie scheint ja auch viel Geld zu besitzen, ganz im Gegenteil zu meiner. Aber während alle anderen Bilder in normalen Fotorahmem hängen, ist dieses hier einen Meter lang und ca. 60 Zentimeter breit.
Es ist kein besonderes Bild, nichts außergewöhnliches und doch zieht es meinen Blick wie magisch an.
Darauf ist ein Mädchen in einem gelben Kleid zu sehen, ich schätze mal sie ist höchstens 2 Jahre alt. Die Haare sind noch nicht wirklich lang, aber das Haarband, das sie trägt steht ihr, genau wie das bezaubernde Lächeln, das mich an das von jemand anderem erinnert.
"Sie ist hübsch, nicht wahr?"
Erschrocken zucke ich zusammen und führe meine Hand an meine Brust als ich herum fahre. Ich habe gar nicht gehört, dass er wieder die Treppen herunter gekommen, geschweige denn ins Wohnzimmer getreten ist.
"Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken."
Seine Worte gelten mir, aber seine Augen hängen an dem Bild des Mädchens welches uns direkt ansieht, als wüsste sie das wir vor ihr stehen würden.
"Ist schon okay", sage ich und deute mit einem Nicken auf sie. "Ist das deine Schwester?"
Eigentlich ist die Frage mehr als überflüssig, denn das Mädchen sieht aus wie eine kleinere und weiblichere Version von Taehyung. Es ist einfach zum dahin schmelzen wie sie den Fotografen anlächelt, als gäbe es keinerlei Sorgen auf der Welt.
Es ist genau wie bei ihrem Bruder, ich kann nicht anders als ebenfalls Lächeln, weil sie aussieht wie ein Sonnenschein.
"Sie wird sicher eine wundervolle Frau", sage ich und lächle noch breiter bei dem Gedanken an eine junge Frau, die genauso aussieht wie Tae, nur mit weiblicheren Gesichtszügen und ein paar... Na ja, einer ganzen Menge Änderungen am körperlichen Aufbau.
Aber wie wunderbar ist die Vorstellung denn bitte?
"Das wäre sie sicher gewesen."
Ich drehe mich zu ihm und bemerke erst jetzt mit welchem Ausdruck er das Foto betrachtet. Trotz des lächelns wirkt er kein Stück glücklich, viel eher traurig und wenn man dieses mit seinen Worten in Verbindung bringt, dann bleibt nicht viel worüber man nachdenken muss.
"Taehyung", fange ich an und trete noch näher an ihn heran um meine Hand auf seinen Arm zu legen, aber sie fängt nur kurz davor an zu zittern und ich kann nicht anders als sie wieder zu senken und hoffen er hat das nicht bemerkt.
"Ist sie... Ich meine... Kann es sein, dass sie..." Egal wie sehr ich mich bemühe, ich finde nicht die richtigen Worte um diese Frage möglichst rücksichtsvoll zu stellen.
"Sie ist tot, Jungkook."
Jetzt ist er es der mich ansieht und zum ersten Mal seit ich ihn kenne, wünsche ich mir nichts lieber als ihn berühren zu können. Wie gerne würde ich ihn anfassen, ihm sagen das er ruhig weinen kann, weil ich ihm die Tränen jederzeit wegwischen würde, aber ich kann es nicht.
Ich kann nur zugucken wie er die Tränen schnell wegzwinkert und seine Trauer mit einem Lächeln zu überdecken versucht, das zwar genauso breit ist wie die sonstigen auch immer, aber nicht annähernd so hell. Das Lächeln macht mich nur trauriger.
"Möchtest du meine Hand halten?", frage ich und strecke sie ihm hin, aber er streicht sich nur die Haare aus dem Gesicht und schüttelt den Kopf.
"Ich habe keine Handschuhe an." Er hält die Hände hoch. "Wir sollten in mein Zimmer bevor meine Eltern kommen."
Er wartet nicht darauf das ich irgendetwas sage, sondern geht einfach langsam vor, in der stillen Erwartung das ich ihm Folge.
Ich weiß, dass er in dem Moment nur Rücksicht auf mich nehmen wollte, weil er weiß, wie schwer es mir fällt ihn zu berühren, selbst mit Handschuhen. Aber seine Worte haben mich verletzt, weil mein Angebot ernst gemeint war.
Es war mir egal, dass er keine Handschuhe trug.
~~~~~
I'm so sorry
Ich versuche wirklich jeden tag etwas hochzuladen, aber meine Ferien sind vorbei (ich kenne eine Person die das freuen wird) und die Klausuren Phase hat angefangen.
Das heißt nicht, dass die uploads jetzt unregelmäßiger werden, es kann nur sein das ich ab und zu einen Tag aussetze, aber wirklich nur ab und zu und wenn es sehr knapp wird 😄
Die wichtigste Klausur, Geschichte, ist jetzt aber erledigt und ab jetzt kann es wieder jeden Tag ein Kapitel geben ❤
Bạn đang đọc truyện trên: AzTruyen.Top