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Taehyung Pov
Seit dem letzten mal ist Jungkook besser darin geworden meine Hand zu halten. Er ist immer noch niemand, der es gerne und freiwillig tun würde, aber er hält es mittlerweile länger aus.
Zwar wäscht er sich danach immer noch die Hände, aber er wartet bis das Treffen vorbei ist und die dauern in der Regel um die sechs Stunden, für ihn muss das eine quälend lange Zeit sein, aber für mich ist das viel zu kurz.
Obwohl ich viel mehr Dinge mit ihm tun möchte, als immer nur Händchenhaltend vor dem Fernseher in meinem Zimmer Filme zu gucken, übe ich mich in Geduld, weil ich merke das wir Fortschritte machen.
Beim dritten Treffen noch ist er fast alle fünfzehn Minuten ins Bad gerannt um sich die Hände gründlich zu waschen. Das er es jetzt, nach dem achten Treffen, ganze sechs Stunden bis zum Ende aushält ist mehr als nur gut, ich bin sogar einwenig Stolz.
Aber Trotz des Verständnisses seiner Situation gegenüber, muss ich irgendetwas ändern. Das ist das achte treffen und von den sechs Monaten die ich Zeit habe ist einer bereits weg.
Trotz der Freude darüber, dass wir einen Fortschritt gemacht haben, muss ich irgendetwas tun damit er sich mir gegenüber öffnet und sich auf mich einlässt, denn nur dann kann ich ihm helfen.
Das größte Problem dabei ist, dass er mir nicht Vertraut. Ich weiß nicht wieso, aber es verletzt mich aus irgendeinem Grund. Er möchte nicht das wir zu ihm gehen und Fragen über sich beantwortet er mir gar nicht. Ganz sensible Themen sind vor allem seine Familie.
Während er über seine Schwester noch ab und zu redet und sogar glücklich dabei wirkt, versteift er sich sobald seine Eltern ins Spiel kommen. Ich weiß nicht was sie Berufsmäßig machen oder warum sie ihre Tochter damals vergessen haben von der Schule abzuholen. Generell scheint diese Frage ihn besonders gereizt zu haben.
Als ich sie ihm bei unserem sechsten treffen gestellt habe, ist er sofort aufgestanden und gegangen, mit der Begründung ihm würde es nicht gut gehen, aber ich bin nicht dumm. Es war ganz klar die Frage die ihn aufgewühlt hat.
"Jungkook", sage ich seinen Namen bevor ich mich selber davon abhalten kann. Nur zögernd wendet er den Blick vom Film ab, denn das ist der erste aus der ganzen Sammlung der ihm gefällt.
Ich war schockiert, als er mir gesagt hat, er hätte Iron Man noch nie gesehen. Er wusste nicht einmal, dass es eine Verfilmung davon gibt. Entweder dieser Junge ist in einem Kloster aufgewachsen oder seine Eltern haben ihn von der gesamten Welt abgeschottet.
Er legt seinen Kopf schief und sieht mich fragend an, was mich beinahe dazu bringt zu grinsen und ihm in die Wangen zu kneifen wie einem kleinen Kind dem er gerade gleicht, aber ich habe in der Zeit mit ihm gelernt mich zu kontrollieren. Ich möchte nie wieder das er meinetwegen verletzt wird, selbst wenn er es sich eigentlich selber antut.
"Hast du schon mal darüber nachgedacht hier zu schlafen?", frage ich und kämpfe gegen das starke verlangen an ihm durch die Haare zu fahren, die aussehen als wären sie so weich wie Seide. Na ja, selbst wenn er es mir erlauben würde sie zu berühren, so könnte ich sie nicht spüren, dank der Handschuhe.
Generell sind die Dinger recht unpraktisch und ziemlich eklig, weil man darunter schwitzt, als sei es eine Sauna speziell für Hände.
"Nein."
"Dann tu es jetzt", sage ich und kann nicht anders als bei der Vorstellung wie er hier bei mir schläft, am besten neben mir in meinem Bett zu lächeln. Es wäre so schön ihn im Pyjama zu sehen, mit unordentlich Haaren am Morgen und verschlafenen Augen.
"Du möchtest, dass ich darüber nachdenken bei dir zu schlafen?", fragt er etwas unsicher, aber ich nicke nur wie wild mit meinem Kopf und drehe mich ganz zu ihm.
"Wir haben bereits acht treffen hinter uns und bisher kannst du nur meine behandschuhte Hand halten. Was kommt als nächstes? Ich kann vielleicht meine Hand auf deine Oberschenkel legen und zugegeben, das wäre nicht schlecht, aber ich denke nicht das wir so was erreichen können. Deswegen habe ich mir gedacht, du könntest einmal in der Woche bei mir übernachten, vielleicht hilft uns das."
Bei der Stelle mit seinem Oberschenkel ist er rot geworden, sogar die Spitzen seiner Ohren nehmen die Farbe, die viel mehr einem dunklen rosa gleicht, an. Nachdenklich beißt er sich auf die Unterlippe und schüttelt den Kopf.
"Ich kann nicht", sagt er dann mit leichtem bedauern in der Stimme. Aber damit gebe ich mich nicht zufrieden, wir wären nicht hier wenn ich der Typ wäre, der nach einem Nein einfach so aufgibt.
"Du kannst, aber du hat Angst davor."
"Was?", fragt er und runzelt verwirrt die Stirn.
"Du hat Angst vor Veränderungen. Ich weiß nicht wie lange du den Berührungen anderer bereits aus dem Weg gehst, aber du hast dich daran gewöhnt und es ist vollkommen normal für dich. Jeder Mensch fürchtet Veränderungen, aber in deinem Fall kann es sich nur zum guten verändern."
Natürlich ist es etwas ganz normales etwas gewohntes beibehalten zu wollen. Umstellungen sind mit Mühe verbunden, man muss sich auf etwas neues einlassen und das erscheint einem zuerst unmöglich, aber es ist machbar. Auch bei Jungkook.
"Was ist wenn ich hier schlafe und es nicht hilft?", fragt er während er mit seinen Fingern herumspielt uns sich ab und zu den Handrücken kratzt, an genau der Stelle, wo ich vorhin mit meinem Daumen immer wieder drüber gestrichen habe.
"Dann haben wir es versucht. Was ist das schlimmste das passieren kann? Ich fasse dich an und du wäschst dich. Es wäre nicht anders als es sowieso schon ist."
Obwohl es ein vollkommen dummes Argument ist, das ich kurz ausgesprochen habe weil mir nichts anderes einfällt, scheint es ihn wirklich zum Nachdenken zu bringen, denn er dreht seinen Kopf zur Seite und klopft auf dem Boden herum.
"Aber ich schlafe auf dem Boden", sagt er leise und ich verstehe ihn nur, weil es sonst totenstill ist.
"Ich freue mich!"
Ich greife glücklich über seine Entscheidung nach seiner Hand und verschränke unsere Finger ineinander. Zuerst liegt seine nur locker in meiner, wie ein leerer Sack Mehl, aber dann drückt auch er zu und sein wunderschönes Lächeln sorgt dafür, dass der ganze Raum gleich viel heller wirkt.
"Ich freue mich auch, Tae."
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Dieser Moment, wenn ihr in Bio eine Arbeit über die DNA Replikation schreibt und nach 20 Minuten abgebt mit nur zwei von 5 gelösten Aufgaben
RIP meine Note
Aber dafür hatte ich Zeit dieses Kapitel zu schreiben und das ist doch was 😂
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