4.2
Es war eine Weile her, seit Luhan Astralia zuletzt gesehen hatte, doch sie war noch immer so atemberaubend, wie eh und je. Sie war gealtert, doch sie wirkte noch schöner und stolzer als sie es vor über zehn Jahren gewesen war. Sie war wohl wie Wein, der mit den Jahren nicht schlechter, sondern nur noch besser wurde.
Minseok schob Luhan weiter. „Bleib nicht stehen, sie bilden sich zu viel ein, wenn du sie anstarrst."
Die Damen im Raum lachten vor vorgehaltener Hand. „Minseokie das war unhöflich. Lass den Jungen ruhig ein wenig hinsehen."
„Ich habe nicht gestarrt", murmelte Luhan und strich seine Kleidung glatt, um nicht aufblicken zu müssen. Er konnte sich vorstellen, wie Minseok eine Augenbraue anhob und ihm einen belustigten Blick zuwarf.
„Tanta Astralia", rief Mina sobald Luhan aus der Tür geschoben wurde und rannte auf die Frau mit den prächtigen, braunen Haaren zu. Astralia fing das Mädchen in den Armen ein und presste sie fest an ihre Brust.
„Ich habe euch so vermisst", murmelte sie in das lockige, kurze Haar des Mädchens und küsste sie. „Minseok wieso habt ihr euch so lange nicht mehr blicken gelassen?"
Minseok setzte ein entschuldigendes Lächeln auf. „Es waren ein paar hektische Wochen, entschuldige."
Rahil und Jia wurden ebenfalls in die Arme geschlossen und während Luhan die Szene noch beobachtete, wurde er umringt von mehreren Frauen des Hauses. „Wie ist das nur möglich?", fragte eine und zwickte Luhan plötzlich in die Wange. Eine andere griff nach seinem Arm.
„Ist das tatsächlich ein Mann?"
„Er hat Haut wie ein Mädchen!"
Eine Frau strich mit ihren langen, dünnen Fingern über seine Brust und Luhan machte erschrocken einen Schritt zurück. „Definitiv ein Mann", lachte sie.
„Wer ist das?", fragte eine neue Stimme. Es war die ehrenwerte Dame, die sich in den Salon hinunterbegeben hatte, als sie von ihrem Besuch gehört hatte.
„Das ist Luhan", erklärte Minseok für alle. Er küsste die faltige Wange der ehrenwerten Dame und nahm ihren Arm, um sie zu einem der Sitzkissen zu begleiten. „Er lebt derzeit bei uns."
Astralia sah Luhan mit ihren klugen, kühlen Augen an und Luhan hatte unweigerlich das Gefühl, dass sie alles über ihn wusste. Es war lächerlich, aber diese Frau war schon immer gruselig gewesen. Luhan dachte daran, was für einen Engel sie im Himmel einmal abgeben würde und erschauderte.
„Setz dich Junge", sagte die ehrenwerte Dame und winkte Luhan zu sich und Minseok heran. Die Frauen lachten und ihr süßes Parfum stieg dem Engel in die Nase und in den Kopf. Es war benebelnd wie Opium und süß wie Weihrauch.
„Minseok hat sich schon immer darin verstanden, schöne Menschen in dieses Haus zu bringen", lachte ein Mädchen mit roten Haaren. Ihr Name lautete Roselia, erinnerte sich Luhan. „Erst Rahil und nun Luhan." Sie beugte sich weit zu ihm nach vorne. „Sag Luhan, Rahil durften wir nicht behalten", ihr Finger strich die Seite seines Gesichts entlang. „Aber was ist mir dir?"
„Was wollt ihr schon mit einem Jungen anfangen?", warf Minseok verwirrt ein.
„Oh Minseokie", lachte ein anders Mädchen – Lia. „Du bist so ahnungslos. Es gibt Männer mit sehr unterschiedlichen Vorlieben." Luhan spürte wie seine Augen sich weiteten.
Minseok runzelte die Stirn. „Macht keine Scherze."
Astralias Augen blitzten belustigt. „Nur weil du ein ehrenwerter Mann bist, kannst du nicht denken, dass alle anderen so sind."
„Das weiß ich. Sie würden euch nicht besuchen, wenn sie es wären", murmelte Minseok, woraufhin ihm bunte Kissen um die Ohren flogen. „Es war ein Scherz! Ein Scherz!", entschuldigte er sich unter Lachen, während die Frauen genervt die Kissen zurückholten mit denen sie nach Minseok geworfen hatten.
„Wollen wir ihm etwas anderes beweisen?", fragte Roselia mit einem Augenzwinkern. „Komm mit mir." Luhan wurde davongezogen, während Rahil und Astralia noch immer über Minseoks Scherz schimpften und Minseok nur noch lauter lachte, denn natürlich hatte er es nicht ernst gemeint. Er war in diesem Haus aufgewachsen und liebte alle Frauen, wie Tanten oder Geschwister – je nach Alter oder Alterskomplex der Frauen.
Minseok hatte gar nicht bemerkt wie Roselia Luhan am Handgelenk aus dem Raum geführt hatte, nur ein paar Frauen, die in ihrer Nähe saßen hatten es mitbekommen und waren ihnen gefolgt. Roselia brachte Luhan in der Raum neben dem Salon, wo noch mehr bunte Chiffon-Tücher von der Decke hingen, wie Zelte in denen man sich verlieren konnte.
Roselia strich die Stoffe zurück und bedeutete Luhan sich auf die Kissen zu setzen. Luhan zuckte beinahe zurück als die Damen plötzlich nach seiner Kleidung griffen.
„Was?"
„Wir zeihen dir etwas schöneres an", erklärte Roselia. „Und kümmern uns um deine Haare und dein Gesicht." Sie zwinkerte ihm zu und Luhan ließ es geschehen.
Sie strichen ihm rotes Puder auf die Wangen und schmierten schwarze Kohle in einem dünnen Strich um seine Augen. Anschließend trugen sie eine rote Substanz auf seine Lippen auf und legten schweren Schmuck um seinen Hals und um seine Arme. Ein Clip-Ohrring, an welchem eine Reihe smaragdgrüner Kristalle hinunterhing befestigten sie an seinem Ohr und ein Armband aus eben diesen Kristallen noch einmal um seine rechten Fußknöchel.
„Deine Haare sind goldfarben", schwärmte ein Mädchen und schnallte Luhan anschließend eine dünne goldene Kette um den Kopf, so dass das dünne Band sich auf seiner Stirn erwärmte.
„Komm steh auf", sagte Roselia und reichte ihm Stoffe, die er anziehen sollte. Luhan zögerte unsicher.
„Es sind keine Röcke", versicherte sie mit einem Lächeln. Tatsächlich war es ein weißes Shirt aus Samt in das goldene Verzierungen eingenäht waren. Luhans Finger zitterten als er den Stoff entlang fuhr. Die Klamotten sahen fast so aus, wie die Robe, die er im Himmel getragen hatte. Weiß mit goldenen Ornamenten – nur edler und leichter als dieser Stoff.
„Lasst uns herausgehen", sagte Roselia und schenkte Luhan ein aufmunterndes Lächeln. „Wir kehren zu den anderen zurück. Komm zu uns sobald du dich umgezogen hast."
Als die Tür ins Schloss fiel seufzte Luhan und ließ die Stoffe in seinen Händen sinken. „Was mache ich hier nur?" flüsterte er. In einer Ecke des Raumes stand ein großer Ganzkörper Spiegel. Er betrachtete sein Spiegelbild und war für einen Moment abgrundtief überrascht. Seine schwarzumrandeten Augen wirkten noch größer als sonst. Seine blassen Wangen waren rosig und seine Lippen voll und Rot. Er strich mit den Fingern über die kalte Oberfläche des Spiegels und wandte sich dann ab um die neue Kleidung überzustreifen.
Während das Shirt Weiß und Gold war, war die Hose in der Farbe der Smaragde an seinem Ohr und an den goldenen Stickereien, als Gegenstück zum Shirt zu erkennen.
Für einen kurzen Moment wünschte sich Luhan seine Flügel zu öffnen und sich ALS GANZES zu betrachten, doch er wagte es nicht, der Erzengel wegen. Er fragte sich was Minseok denken würde, ob er Luhan schön fände? Luhan führte seine Finger zu seinen Lippen und schüttelte die Gedanken von sich.
Er verließ den Raum und legte sich seine Kleidung, in der er gekommen war, um den Arm. Er war nervös, als er das kurze Stück Flur bis zur nächsten Tür durchquerte. Seine Hand griff nach dem Türknopf und es war lächerlich wie sehr er sich wünschte, dass Minseok ihn gutaussehend finden würde. Luhan, der Engel der niemals gefühlt hatte, ein Wrack wegen einem Menschen. Ein gefallener Engel, wegen einem Menschen.
Luhan sammelte Mut und öffnete die Tür.
~*~
Roselia tauschte zufriedene Blicke mit den anderen Frauen aus, während Luhan in den Salon zurückkehrte. Sein Blick war zu Boden gerichtet, aber seine Körperhaltung war aufrecht und sein Gang geschmeidig.
Minseok hatte sich gerade mit Astralia über die Wichtigkeit einer ordentlichen Schulbildung, auch für Mädchen, unterhalten, als alle Gespräche um sie verstummten.
„Du meine Güte", flüsterte Rahil neben ihm und legte sich eine Hand über den Mund. Minseok folgte ihrem Blick und fand sich konfrontiert mit Luhans dunklen Augen, die sich in sein Gesicht bohrten
Minseoks Augen weiteten sich vor Überraschung und seine Lippen spalteten sich unweigerlich. Luhan war in edle Kleidung gehüllt, dessen goldene Ornamente mit seinen Haaren um die Wette glitzerten. Edelsteine hingen von seinem Ohr hinunter und goldenen Ketten lagen um seinen schlanken Hals und seine Stirn gespannt.
Es war unmöglich ihn nicht anzustarren, er leuchtete und war schöner als es einem menschlichen Wesen erlaubt sein sollte. Minseok befreite sich aus seiner Starre, indem er heftig blinzelte und wandte sich dann mit einem Stirnrunzeln an Roselia. „Was habt ihr mit ihm gemacht?"
Roselia grinste. „Gefällt es dir?"
„Was versucht ihr aus ihm zu machen?", wich er der Frage aus. „Wollt ihr ihn wirklich in diesem Haus an Männer verkaufen?"
„Ach Minseokie es war nur ein Scherz, um dir zu zeigen das auch Männer begehrenswert sein können."
Minseok seufzte. „Er sollte solche Kleidung nicht anziehen." Er war schön genug ohne sie und zog ohnehin schon genug Aufmerksamkeit auf sich.
Jia und Mina waren aufgeregt zu Luhan gerannt, doch er nahm sie nicht auf die Arme, oder ging in die Hocke um auf ihre Augenhöhe zu gelangen, so wie er es sonst tat. Stattdessen stand er einfach nur da und starrte Minseok mit Horror in den Augen an. Seine Lippen bebten gefährlich und Minseok verstand, dass er ihn missverstanden hatte. Er wollte seinen Fehler gerade berichtigen, als-
„Luhan!"
Minseoks Blick glitt hinter den blonden Jungen, wo gerade ein Mann zur Türe hereingekommen war. Er war groß, breitschultrig und dunkelhaarig und zudem kein vertrautes Gesicht. Hinter ihm drängten ein paar Frauen in den Raum, die ihn hilflos am Arm ergriffen.
„Ich wusste, dass du es gewesen bist."
„Kris?", fragte Luhan überrascht.
„Was geht hier vor sich?", meldete sich Astralia zu Wort und stand mit einem spöttischen Lächeln auf dem Gesicht von ihren Kissen auf. „Verzeihung aber der Salon ist bereits belegt, führt unseren Gast doch bitte in ein leeres Zimmer."
„Ich kenne ihn", sagte Luhan schnell. „Entschuldigung, ich...ich wusste nur nicht dass er heute hier sein würde."
Der Neuankömmling grinste breit und die Mädchen entspannten sich, erleichtert nicht mehr in Schwierigkeiten zu sein. „Wenn das so ist", sagte Astralia und zuckte die Achseln. Mit einer Handbewegung bedeutete sie, dass er bleiben könne.
Kris grinste, bevor er Luhan wieder ansah. „Erfrischend dich so zu sehen mein Engel", sagte Kris und durchschritt den Raum mit wenigen, großen Schritten um direkt vor Luhan zum Stehen zu kommen. Er hob Luhans Kinn mit Daumen und Zeigefinger an und drehte seinen Kopf sanft von einer in die andere Richtung. „Du bist sogar noch schöner als die reizenden Damen, die mich hierher begleitet haben."
Minseok runzelte die Stirn über den Kosenamen, den Kris Luhan gegeben hatte und stand auf.
„Mach keine Scherze", zischte Luhan und trat einen Schritt zurück.
„Oh ich meine es völlig ernst Engelchen", er zwinkerte ihm zu und wandte sich mit einem bezaubernden Lächeln an Astralia. „Steht dieser Junge in den Diensten des Hauses?"
Minseok konnte nicht mehr an sich halten. Er ging schnell zwischen die beiden und schob Luhan hinter sich. „Das reicht."
Kris blickte von Minseok zu Luhan und wieder zurück, bevor sich sein Gesicht in ein breites Lächeln spaltete. „Verstehe, du musst Minseok sein. Luhan hat mir von dir erzählt."
„Kris", zischte der blondhaarige und schob sich an Minseok vorbei um den anderen Mann am Arm zu packen. „Komm mit."
Kris schenkte Minseok ein triumphierendes Lächeln, das Minseoks Innerstes zum Kochen brachte. „Vielen Danke für den Service", rief er, bevor Luhan die Tür hinter ihnen zu schlug.
~*~
Luhan brachte Kris in den Raum in dem er sich umgezogen hatte und stieß ihn gegen die Wand neben der Tür, sobald diese zurück ins Schloss fiel.
„Was zur Hölle sollte das?"
„Gleich so grob", grinste Kris. „Nette Atmosphäre, du magst deinen neuen Job wohl."
„Hör auf Scherze zu machen." Luhan kochte vor Wut und er spürte die Anspannung in seinem Rücken.
„Wenn du deine Flügel jetzt öffnest machst du das schöne Shirt kaputt", bemerkte Kris mit falschem Bedauern in der Stimme.
„Was suchst du hier Kris?!"
„Ich wollte etwas Spaß haben." Luhan keuchte vor Schreck, als Kris ihre Position umdrehte und Kris Luhan nun plötzlich gegen die Wand in seinem Rücken presste. Mit seinem eigenen Körper. „Da bin ich mal auf der Erde und deinetwegen musste ich die Damen davonschicken. Wie willst du das wieder gutmachen?"
„Du willst mir sagen du bist zufällig hier gewesen?"
Kris seufzte und trat einen Schritt zurück, der Scherz machte ihm offensichtlich keinen Spaß mehr. „Nein, Lucifer schickt mich." Er grinste breit. „Für einen Moment war das ganze Bild, das ich von dir habe auf den Kopf gestellt, als Lucifer mir deinen Standort verraten hat. Wegen dem Bordell und alles." Er musterte ihn von Kopf bis Fuß. „Wobei du mein Bild von dir tatsächlich umgekrempelt hast Engelchen."
„Was will Lucifer?", fragte Luhan ohne auf den Rest der Sachen einzugehen.
„Oh er richtet seine Grüße aus und fragt wie es dir geht, was du so treibst..." Kris sah ihn ernst an. „Scherz beiseite Luhan, was zur Hölle treibst du hier?! Du kannst nicht einfach auf der Erde wandeln, wie es dir beliebt."
Luhan schluckte schwer. „Ich weiß."
„Nur das? Luhan, die verdammten Erzengel wollen dir an den Kragen und du spielst mutterseelenruhig Menschlein auf der Erde?!"
„Ich-"
„Lucifer hat dir deinen Wunsch gestattet, aber du hast noch nichts dafür getan um ihn einzulösen. Was hält dich auf?"
„E-es ist nicht so einfach."
Kris sah ihn an als hätte er den Verstand verloren. „Du musst ihn doch nur töten Luhan! Wenn du es nicht kannst, dann erledige ich es für dich."
Luhan riss die Augen auf und klammerte sich an Kris' Arm fest. „Nicht, bitte. Ich werde es tun, nur..."
„Du kannst es nicht. Du bringst es nicht über dich Minseok zu verletzen."
„Kris-"
„Du liebst ihn zu sehr."
„Bitte-"
„Was suchst du dann noch hier Luhan? Kehre in die Hölle zurück und vergiss es."
Kris sprach aus, was Luhan so lange verdrängt hatte. „Ich werde ihn nie wiedersehen", flüsterte er. Seine Finger zitterten, als er sie sich vor das Gesicht hielt. Du verstehst nicht was das bedeutet!"
„Natürlich verstehe ich das", knurrte Kris und Luhan zuckte zusammen.
„Du...was hast du gefühlt als du vom Himmel gestoßen wurdest? Wegen Junmyeon meine ich. Du wusstest du würdest ihn niemals wiedersehen." Kris trat mehrere Schritte zurück und wandte sich dann ab. „Es muss schmerzhaft gewesen sein, nicht wahr?", setzte er verzweifelt fort. „Auch wenn du dich von ihm getrennt hast, ihr seid ein Paar gewesen, der Gedanke ihn nie wieder zu sehen, muss dich umgebracht haben."
„Luhan", knurrte Kris mit einer deutlichen Warnung in der Stimme.
„Es ist dasselbe, was du damals verspürt haben musst. Ich will ihn nicht verlassen Kris, denn es bedeutet ihn nie wieder zu sehen."
„Dann lös deinen Wunsch von Lucifer ein."
„Ich kann nicht."
„Dann lass ihn gehen."
„Ich kann nicht!", schrie Luhan. Seine Knie knickten unter ihm weg und er fiel zu Boden, das Gesicht in den Händen versteckt und den Kopf gebeugt. „Ich kann einfach nicht. Keines von beidem."
Kris seufzte und drehte sich wieder zu ihm herum. „Du weißt, dass Lucifer auf dich wartet."
„So soll er warten."
„Das willst du nicht wirklich Luhan." Kris machte eine Pause in der er seine Gedanken sortierte. „Gut, ich gebe dir noch etwas Zeit." Ein Funke Hoffnung entfachte in Luhan. „Aber wenn ich dich das nächste Mal treffe, dann will ich deine Entscheidung hören und du wirst in die Hölle zurückkehren."
Luhan antwortete nicht.
Kris wandte sich zur Tür herum, hielt jedoch noch einmal inne. „Es wird nicht besser", flüsterte er. Seine Stimme wurde kaum an Luhans Ohr getragen. „Das Gefühl dass du nicht komplett bist, weil ein Teil deines Selbst fehlt. Es wird niemals besser. Du wirst ihn vermissen so lange du existierst, sei dir dessen bewusst Luhan."
Luhan hatte erst vor etwas mehr als zehn Jahren gelernt wie man fühlt. Und niemand sprach jemals darüber wie angsteinflößend es tatsächlich war zum ersten Mal zu fühlen, weil sich keiner an seine ersten Gefühle erinnern konnte. Aber Luhan hatte das Gefühl bodenloser Angst erst vor kurzem kennengelernt und er zitterte noch immer bei dem Gedanken daran, was für eine schreckliche Empfindung es war.
Angst.
Luhan wusste nicht was er tun sollte.
~*~
Minseok packte Luhan an den Schultern in der Sekunde, in der er den Salon wieder betreten hatte.
„Bist du in Ordnung?", fragte er mit zu lauter Stimme, die durch den Raum hallte.
Luhan war so überrascht über seine heftige Reaktion, dass er für einen Moment vergaß, dass er vor der schwersten Entscheidung seiner Existenz stand. „Mir geht es gut", sagte er leise.
„Wo ist der andere Typ hin?" Er betrachtete ihn als glaubt er ihm nicht und fuhr seinen Körper mit den Augen entlang, auf der Suche nach etwaigen Schäden. Es war so schrecklich schön zu sehen, dass Minseok sich um ihn sorgte, dass Luhan Tränen in die Augen stiegen.
„Er ist gegangen", flüsterte er und schniefte.
„Luhan..." Minseok sah ihn hilflos an. „Was ist mit dir? Oh, hey, Luhan, bitte weine nicht..." Aber es war zu spät, Luhan kullerten dicke Tränen aus den Augen und Minseok hielt ihn noch immer auf Armlänge von sich und starrte ihn überfordert an.
Rahil schob ihn mit der Hüfte fort und legte sanft ihre Arme um den zitternden Jungen. „Nicht weinen", flüsterte sie und strich ihm über den Rücken. Minseok wurde weiter nach hinten gedrängt, als immer mehr Frauen an Luhans Seite traten und er getätschelt und liebkost wurde.
„Ach du dummer Junge", schellte Astralia und nahm Luhan nun auch in die Arme. „Dieser Mann war es nicht wert", sagte sie sanft. „Vergiss ihn."
Minseok starrte hinunter auf Mina, die als einzige an seiner Seite geblieben war. „Deshalb weint er? Wegen dem Typen von vornhin?"
„Das verstehst du nicht Papa."
Minseok starrte seine siebenjährige Tochter blinzelnd an. „Oh mh, okay, du hast wohl Recht." Damit ging auch Mina in die Menge, um Luhan zu trösten. Minseok stand dämlich in der Mitte des Raumes da, als plötzlich erneut die Tür aufgerissen wurde.
Gina trat in gestreifter Kochschürze und mit einer Suppenkelle in der erhobenen Hand im Türrahmen. „Minseokie ist hier!", rief sie und wurde von etlichen, verdutzten Blicken begrüßt.
„Er ist schon seit einer Weile hier Gina."
Die ebenfalls verdutzte Köchin ließ ihre Suppenkelle sinken, bis sie Minseok entdeckte und sich mit einem animalischen Schrei auf ihn stürzte.
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Hey :) ich habe zwar gestern schon geupdatet aber ich habe gelernt dass ihr euch nicht wirklich über häufige updates beschwert also wieso nicht ^^ außerdem bin ich euch immer noch hundert Seiten voraus (was echt eigenartig ist) und ich will mit der Story schnell vorankommen. Also entweder längere Kaps oder häufigere updates...darüber denke ich noch nach ^^
Zum Kapitel: Wahrscheinlich wussten alle schon was Luhans Aufgabe von Lucifer war und wenn nicht dann wisst ihr es jetzt. Lulu muss minseokie umbringen und ja...er ist nicht ganz happy darüber aber was auch immer.
Liebe Grüße !
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