Chapter 11.
"Alexander? Hast du Alucard gesehen?! Der ist nicht in seinem Zimmer. Dafür aber Raika, ganz alleine.", meinte Heinkel, als sie gefolgt von dem aufgedrehten Dilophosaurus, die Treppe wieder hinab stieg. Ein wenig irritiert hörte Anderson auf zu kauen und sah auf. Auch Yumiko wirkte nun etwas verwirrt. "Vielleicht ist er einfach mal früh aufgestanden...", merkte die Schwarzhaarige kurz an und wandte sich wieder ihrer Suppe zu. Anderson nickte. Wenn er früher aufgestanden ist, dann hat er Raika wahrscheinlich im Zimmer gelassen, um sie nicht zu wecken. Nichts, was den Pater großartig beunruhigte. Vielleicht war er ja schon draußen und machte irgendwas. Zwar wirkten die beiden anderen unglaublich entspannt, aber Heinkel hatte irgendwie ein ungutes Gefühl. Es war kein Misstrauen ihrerseits, sondern mehr ein Instinkt, dem sie gelernt hatte zu vertrauen. In der Woche wo Alucard hier war, bemühte er sich wirklich irgendwie von nutzen zu sein, weshalb die Mädchen ihm nicht ewig mit Jähzorn entgegentreten konnten. Doch jetzt war es wirklich dieser Instinkt. Irgendwas war los! Und eventuell steckte der ehemalige Vampir in Schwierigkeiten. Doch hielt sie die Klappe und gemeinsam aßen sie ihr Frühstück. Heinkel war jedoch so still, dass der Paladin irgendwann seufzte. "Wir schauen einfach gleich wo er ist, okay? So weit kann er ja nicht weg sein! Aber er ist auch ein Individuum, welches sich frei bewegen darf, ich hoffe dir ist es schon bewusst." Darauf verdrehte Heinkel genervt die Augen. Natürlich wusste sie es und eigentlich war sie es ja auch nicht, die den Schwarzhaarigen ständig an der Leine hielt. Nach einem erwartungsvollen Augenbrauen hochziehen von Anderson, nickte Heinkel schließlich. Wenn sie ihn fanden, würde sich zeigen ob an ihrem Gefühl etwas dran war, oder eben nicht.
Kaum war das Essen beendet, räumten die drei auf und verließen das Haus, erneut gefolgt von Raika. Diese schnupperte kurz in der Luft herum, bevor sie zielstrebig zu den Carnivoren hinüber lief. Anderson sah die Mädchen nur schulterzuckend an, bevor Heinkel vorlief und dem kleinen Saurier folgte. Je mehr Zeit verging, desto schlimmer wurde nämlich ihr Gefühl. Die beiden anderen folgten stumm. Anderson, weil er selbst einfach neugierig war und Yumiko weil sie Heinkel sowieso immer folgte, wohin sie auch ging. Natürlich war sie auch um Alucard besorgte, da sie ebenso so sehr auf Heinkels Gefühl vertraute wie diese selbst, doch war ihre Freundin ihr ein wenig wichtiger.
Als Raika ein wenig irritiert stehen blieb, blieben auch die Menschen an Ort und Stelle. Neugierig kamen die Raptoren näher und beschnupperten Raika, welche jedoch etwas verloren in den Himmel starrte. Ihre Fährte war ab hier, wie vom Erdboden verschluckt. Nachdenklich kraulte Anderson Beerson am Hinterkopf, da sich dieser an ihn gelehnt hatte. "Vielleicht macht er einen Rundflug!", mutmaßte er und legte sich nachdenklich eine Hand ans Kinn. Die Mädchen nickten und sahen, genau wie Raika, weiterhin in den Himmel. Ein aufgeregtes Argentavis-kreischen jedoch zog aller Aufmerksamkeit auf sich, gefolgt von einem schwarzweißen Argentavis, der über die Mauer flog. Alex. "Seht ihr? Da ist er ja!", wollte Anderson schon lächeln, doch bröckelte dieses schnell, als Alex alleine landete und sich nicht mehr zu beruhigen schien. Sie war gesattelt, aber eben jener war leer. Mit einem bitteren verziehen ihrer Mundwinkel trat Heinkel auf den aufgebrachten Vogel zu und ergriff die losen Zügel. Alex hingegen warf nur den Kopf nach oben, ihr Kreischen ohrenbetäubend. Immer wieder schlug sie mit den Flügeln, als wolle sie wieder losfliegen. So sanft wie möglich zog die Blondhaarige an den Zügeln und brachte damit den Kopf des Argentavis zu sich runter. Vorsichtig strich sie ihr über den Schädel und durch die Federn, wodurch sich Alex nur milde beruhigen ließ. Selbst nach dem beruhigenden zuflüstern, riss Alex wieder ihren Kopf hoch und machte erneut anstalten loszufliegen. "Ich glaube sie will uns wo hinbringen!", stellte Anderson fest und Heinkel nickte. Ohne zu zögern, ließ sie die Zügel des Argentavis los. Mit einem Pfeifen riefen die Drei ihre eigenen Vögel. Andersons Männchen, Loki, war der erste, gefolgt von zwei Weibchen. Heinkels Argentavis Nezumi und Yumikos Zashi.
Alex besah sich unruhig, wie die drei Menschen ihre Artgenossen sattelten und sich die Frauen auf ihre Argentaven schwangen. Der blondhaarige hingegen hatte Loki zwar gesattelt, kehrte jedoch wieder zu Alex zurück, ergriff ihre Zügel und schwang sich bei ihr in den Sattel. So konnte er direkt sehen wo Alex sie hinführte. Loki würde ihnen erstmal nur folgen. Synchron erhoben sich alle Vögel in die Luft und Anderson überließ Alex jegliche Kontrolle. Sofort drehte sie sich in die Richtung aus der sie gekommen war und flog so schnell sie konnte.
Beunruhigt betrachtete Anderson wie die Umgebung unter ihnen vorbei zog und sie sich immer mehr dem Sumpf näherten und damit der Grenze ihres Territoriums. Also dort sollte sich der schwarzhaarige eigentlich nicht befinden. Instinktiv ergriff Anderson die Zügel und versuchte mit einem Zug den Vogel am weiterfliegen zu hindern. Mit einem empörten kreischen blieb Alex in der Luft stehen, riss ihren Kopf hoch und wieder zur Seite. Während die Frauen die Situation nur beobachteten, entbrannte zwischen Alexander und Alex ein kleiner Kontrollkampf. Alex wollte unbedingt über Andersons auserkorene Grenze fliegen, der ehemalige Paladin jedoch nicht. Immer wieder kreischte Alex, kämpfte mit ihrem Kopf gegen die Zügel an und flog einfach weiter. Dies war aber garnicht so einfach, wenn man den Kopf irgendwie befreien musste. Anderson hingegen versuchte den Vogel stehts zum umdrehen zu bewegen. "Alex, verdammt! Nicht hier! Alex! Gott, du bist so stur wie dein Reiter!" Mit einem weiteren festeren Zug an den Zügeln, ließ Alex einen weiteren lauten Schrei los. "Alexander!", rief Yumiko und flog mit Zashi an Alex' rechte Flanke heran. "Schonmal daran gedacht, dass Alucard auch einfach selbst über die Grenzen geflogen ist und Alex uns nur weiterhin zu ihm bringen will? Heinkel kam ebenso näher und nickte nur, um den Gedankengang ihrer Freundin zu unterstützen. Schon beim fliegen, keimte in ihr der Gedanke auf, dass es so sein könnte. Der Argentavis schien zumindest fest entschlossen in die Richtung des Redwoods zu wollen. Für einen Moment hielt Anderson inne. Zwar hatte er es sich auch schon gedacht aber irgendwie verdrängt, in der Hoffnung, dass der ehemalige Vampir auf seine Warnungen gehört hätte. Aber nun wo Alex sich immer weiter dagegen sträubte eine andere Richtung einzuschlagen, schien es wirklich nur diese eine Möglichkeit zu geben. Der Schwarzhaarige schien über ihre Grenzen ins Redwood geflogen zu sein. Die eine Sache, die er eben nicht machen sollte. Aber wirklich überrascht war der Blondhaarige nicht, nur ein wenig enttäuscht. Doch darum würde er sich später kümmern. Nun galt es dem Schwarzhaarigen irgendwie aus der Patsche zu helfen. Er musste schließlich in Problemen stecken wenn der Argentavis so aufgeregt und fest entschlossen war Hilfe zu holen. Mit einem Nicken und resignierten Seufzen ließ er die Zügel wieder los, den kleinen Kampf mit Alex wieder beendend. "Ist gut, Kleine. Such ihn, wo auch immer er sein mag..." Dies ließ sich das Argentavis Weibchen nicht zweimal sagen und sie stürzte im Flug wieder nach vorn.
Das Erste was Alucard wirklich wieder mitbekam, war ein Pochender Schmerz hinter seiner Stirn. Also eigentlich pochte es überall, aber am Kopf war es besonders schlimm. Auch war ihm furchtbar schwindelig und er hatte das Gefühl jeden Moment kotzen zu müssen. War das immer so nachdem man gestorben war? War es so ein Nebeneffekt? So häufig war er in dieser Welt noch garnicht gestorben, dementsprechend konnte er es nicht so ganz beurteilen. Wobei, als er von den Piranhas gefressen wurde, hatte er sowas auch nicht verspürt. Verdammt. Orientierungslos zwang sich der Schwarzhaarige dazu seine Augen zu öffnen. Eine Entscheidung, welche er sofort wieder bereute, da der Lichteinfall seine Kopfschmerzen nur noch verstärkte. Mit einem schmerzerfüllten Brummen hob er eine Hand, nur um sie sich über die Augen zu legen. Mühsam öffnete er wieder seine Augen, sah aber nur zwischen seinen Fingern hindurch um vielleicht die Menge an visuellem Reiz zu reduzieren. Das Erste was er mit Verwirrung wahrnahm, waren die Steinwände und Dächer. Wo auch immer er war, er war nicht in Andersons Basis. Dort hatten sie nämlich keine Steindächer.
Eine Stimme, dessen Sprache er gerade nicht entziffern konnte, ließ ihn zusammenfahren. *"Oh, hey! Du bist wach! Wie geht es dir?"* Blitzartig drehte er seinen Kopf und wollte sich ebenso ruckartig aufsetzen, als er schon wieder von einer Welle der Übelkeit überrollt wurde. Kaum drauf wurde er von einer aufgeregten und irgendwie besorgt aussehenden, braunhaarigen Frau zurück aufs Bett gedrückt. Oder zumindest den Ort wo er bis jetzt gelegen hatte. *"Woah! Hey! Bleib liegen!! Du bist noch nicht so weit!"* Verwirrt musterte Alucard diese Frau. Wer zur Hölle war das? Wo zur Hölle war er? Was hatte diese Person mit ihm vor und wieso kam ihm ihre Sprache so unglaublich bekannt vor? Fragen über Fragen. Seinen Kopfschmerzen und der Übelkeit zur Trotz, versuchte Alucard irgendwie etwas auszumachen, was er kannte. Die Sprache war so etwas, aber das einzige woran er dabei denken musste, war der Major! Warte, der Major? Der Major! Nazis! Deutschland! Sie sprach Deutsch! Warte.... Deutsch? Nach weiteren Momenten des verwirrten anstarrens, schaffte es Alucard einige Worte hervor zu bringen. Sein Hals fühlte sich an, wie Sandpapier und genauso klang er auch. "Ich.. spreche kein...deutsch". Die fremde Frau blinzelte kurz. Ein Moment, den der Schwarzhaarige nutzte, um sie zu betrachten. Schulterlange braune Haare, braune Augen und relativ helle Haut. Ein leicht rundliches Gesicht und sonderlich groß oder klein schien sie auch nicht zu sein. Sie war, was andere als den absoluten nordeuropäischen Standard bezeichnen würden. "Oh! Englisch! Richtig! Sorry, ich war so verwirrt mal wieder eine bekannte Sprache zu hören, dass ich es erstmal nicht einordnen konnte." Die Frau lachte kurz aber ein wenig peinlich berührt und zog ihre Hand von seiner Brust, welche dort bis vor wenigen Momenten noch geruht hatte. "Wie geht es dir?" Nun ein wenig vorsichtig und misstrauisch versuchte Alucard erneut sich aufzusetzen, nur diesmal um einiges langsamer. Sein Torso schmerzte bei der Bewegung, genau wie seine linke Schulter, auf dessen selbigen Arm er sich auch nicht sonderlich stützen konnte. Zwar wurde er diesmal nicht vom aufsetzen gestoppt, erhielt allerdings einen warnenden Blick. "Wer bist du überhaupt? Wo sind wir und wie komme ich hier her?" Diese Frau war eine Wildfremde. Er wäre verdammt, wenn er einfach so irgendwem vertrauen würde. So jemandem, wie Anderson konnte er nur so schnell vertrauen, weil er ihn schon kannte und ihn einschätzen konnte. Dennoch gab es noch einige Schwierigkeiten zwischen ihnen. Die junge Frau nickte nur. "...Nenn mich Nici. Du befindest dich gerade in meiner Hütte und ich habe dich gefunden, gerade als dein Argentavis abgehauen ist und du umgekippt bist. Hergebracht habe ich dich mit meiner Säbelzahnkatze Emilia und es ist ein Wunder dass du noch lebst, so niedrig wie deine HP war. Im genaueren befinden wir uns circa bei lat 62 und lon 51. Brauchst du mehr Details?" Die Braunhaarige hatte eine Augenbraue gehoben und irgendwie war Alucard in der Verlockung 'ja' zu sagen. Dies ließ er jedoch lieber bleiben und schüttelte den Kopf. "Gut. Über die Zeit wo du geschlafen hast, konntest du etwas heilen, allerdings wird es wahrscheinlich noch bis morgen dauern, bis diese Verletzungen vollständig verschwunden sind. Das hier wird dir helfen! Trink." Damit trat 'Nici' kurz einen Schritt zurück, ergriff eine Flasche mit einem rötlichen Inhalt und hielt sie dem Schwarzhaarigen entgegen. Misstrauisch musterte er diese Flasche und sah wieder zu der Frau. "Mensch. Zier dich nicht so. Das Zeug boostet deine regenerativen Fähigkeiten und es ist nichts anderes als ein Sud aus Tintobeeren und Narkosemittel. Pennen wirst du davon aber nicht, es ist eher ein Schmerzmittel." Als Alucard sich immernoch nicht rührte und sie weiterhin misstrauisch musterte, seufzte sie, hob die Flasche an ihre Lippen, nahm einige Schlucke und hielt ihm die Flasche erneut hin. "Siehst du? Trink!" Nur zögerlich gab der Schwarzhaarige nach und ergriff mit seinem gesunden Arm die Flasche. Kurz sah er drauf, bemerkte das leichte Zittern in seiner Hand. Dann schließlich hob er die Flasche an seine eigenen Lippen und ließ die Flüssigkeit in seinen Mund fließen. Nur langsam fing er zu schlucken an, aus Frucht sich irgendwie selbst zu ersticken. So ganz vertraute er seinem Körper nicht und wenn er wirklich diesen Angriff überlebt hatte, dann war sein Hals sicherlich noch angeschlagen. Das Schlucken fiel ihm nur bedingt schwer, hauptsächlich eher durch die Schmerzen. So vorsichtig, aber effizient wie möglich, leerte er die Flasche und setzte schlussendlich mit einem Seufzen ab. Das Zeug schmeckte absolut scheiße, viel zu sauer für seinen Geschmack, aber solang es ihm half? Zumindest hoffte er es, denn wenn es nicht schnell auch seine Übelkeit zu nichte machte, würde er der jungen Dame auf den Boden reihern. Etwas, was er nicht unbedingt präferieren würde. Eben jene wirkte eher ein wenig beeindruckt davon, dass der Schwarzhaarige in seinem Zustand, die Flasche wegexen konnte. Mit einem kichern, nahm Nici ihm schließlich die leere Flasche wieder ab. "Also, wenn es dir besser geht, sollten wir vielleicht mal was zusammen trinken. Scheinst zumindest Erfahrung zu haben." Der Blick des ehemaligen Urvampirs wurde kurz entgeistert, bevor er den Kopf schüttelte. "Zuvor gilt es andere Dinge zu regeln, also passe ich fürs erste." Die Frau nickte nur. Kurz fragte sich Alucard, was sie wohl dachte, bevor er jedoch diesen Gedanken schnell wieder verwarf. Was juckte es ihn eigentlich? Sie hatte ihm geholfen, ja, aber das machte sie nicht zu Freunden. Vielleicht stand er nun in ihrer Schuld, aber mehr auch nicht. Tatsächlich realisierte er, wie seine Übelkeit rapide abnahm und ebenso seine Schmerzen dumpfer wurden. Das Zeug war wirklich schnell, dafür dass er mitbekommen hatte, dass es bei Menschen gut und gerne eine halbe Stunde dauerte, bis irgendeine Medikation ihre Wirkung entfaltete. Doch musste er nun, wo es ihm besser ging, einen Weg zurück zur Basis finden und wenn er eben den ganzen Weg zurück lief. Obwohl, wenn Alex allein zurück zur Basis geflogen war und Anderson ihn nirgendwo in der Basis gefunden hatte, würde er sicherlich nach ihm suchen. Ein kurzer Blick zu Nici, die sich abgewandt hatte und irgendwas an ihrer Schmiede machte, bevor er seine Beine über die Bettkante schwang. Ihm war noch immer ein wenig schlecht, doch durch das komische Zeug, war es nun zu einem level abgeflaut, welches er ignorieren konnte. Es fühlte sich nur noch so an, als hatte er ausversehen Ghoulblut getrunken. Es brachte ihn nicht zum kotzen, aber sonderlich gut ging es ihm damit auch nicht. Ein wenig mühsam stemmte sich der Schwarzhaarige hoch und brauchte einen Moment bis er wirklich sicher stand. Nici war noch immer mit der Schmiede abgelenkt, einer Art Werkbank, welche dazu diente in ihrem Inventar Metallhaltige Objekte herzustellen. Erst als er an ihr vorbeistapfte, schien sie sich aus dem Inventar zu reißen und fuhr überrascht herum. "Hey! Du solltest noch nicht herumspazieren! Vorallem nicht draußen!" Kurz hielt Alucard an und seufzte. "Ich muss zurück...im Gegensatz zu dir lebe ich nicht allein. Was glaubst du was los ist, wenn mein Vogel allein Zuhause aufkreuzt." Die junge Frau wollte noch etwas sagen, doch Alucard nutzte die kurze Pause und trat durch die einzige Tür in der Hütte. Doch entgegen sofort draußen zu sein, fand er sich in einem kleinen Stall wieder, wo ein kupferroter Säbelzahntiger ihn erwartete. Die Katze wich zurück und fauchte misstrauisch, machte aber keine weiteren Anstalten ihn anzugreifen. Kurz blickte Alucard in ihre Richtung, bevor er einfach an ihr vorbei zum Tor am Ende des Stalls wanderte. Da er diese Tore bereits von seiner Basis kannte, wusste er, dass sie irgendwie von diesem Implantat in seinem Arm abhängig waren. Dementsprechend richtete er seine linke Hand, wenn auch mit Schmerz durch die Steifheit seiner Schulter, nach vorn und legte sie an die Türen. Das Implantat blitzte auf, jedoch öffneten sich die Türen nicht wie normal. Ein wenig verwirrt sah er auf seine Hand hinunter. Was war da los? Kaum darauf ertönte ein Lachen hinter ihm, welches ihm sofort ein Augenverdrehen entlockte.
"Du weißt schon, dass das meine Tür ist und solange du kein Teil meines Tribes bist, sie auch nicht benutzen kannst?" Mit einem murren, legte Alucard den Kopf schief und sah sie aus zusammen gekniffenen Augen an. "Tja, so wie es aussieht, musst du wohl hier bleiben, so ein Pech..!" Alucards Blick wurde nur noch angepisster. "Mach es auf..." "Wie wärs mit Nein? Du solltest ruhen, damit die Verletzungen gänzlich verheilen können! Ansonsten könnten sie wieder aufreißen und du hättest noch mehr Probleme! Vorallem da draußen..." "Mach das verdammte Tor auf...", zischte der Schwarzhaarige, seine Stimme gefährlich ruhig. "Ich sagte du sollest-.." "Mach es auf!" In der Kehle Alucards ertönte ein tiefes Knurren, welches erschreckend animalisch klang, und irgendwas blitzte in seinen Augen auf, was Nici einen Schritt nach hinten treten ließ. "Ist ja gut! Ist ja gut! Kein Grund auszurasten!" Ein wenig beunruhigt lief sie zum Tor und legte ihre linke Hand daran, worauf es sich sofort öffnete. Sie wusste nicht was der Typ einst gewesen war, aber durch sein Verhalten konnte er nicht rein menschlich gewesen sein. Ein Glück, dass er überhaupt eine Sprache sprach, die sie verstehen konnte. Nicht wie so manch anderer in dieser Umgebung. Mit einem gemurmelten 'Danke', verschwand Alucard durch das Tor und sah sich um. Sie waren nicht direkt in diesem Mammutbaum-wald, sondern ein wenig davor. Das Mädchen war clever genug gewesen, um ihre Hütte an einem Kliff zu bauen, denn zu seiner Linken ging es steil bergab. So konnten keine Tiere vom Sumpf, wie Sarcosuchus, das Haus erreichen. Erst zu seiner Rechten standen einige gigantische Mammutbäume und bildeten den Eingang in den Wald. Er sah einige Pteranodon über sich hinweg fliegen, genau wie einen Argentavis, welcher in die entgegengesetzte Richtung flog und sie nicht beachtete. Im Wald konnte er auch einige Pteranodon am Boden erkennen, genauso einige Herbivoren, wie Stegosaurus und Diplodocus.
Diese majestätischen Bäume nun im Licht der späten Morgensonne und vom Nahen zu sehen war schon ein atemberaubender Anblick, dennoch hatte der Schwarzhaarige ein Ziel vor Augen. Nach einem kurzen Blick auf seine Karte, lief er zielstrebig los. Er musste irgendwie das Kliff runter und durch den Sumpf um, in südöstlicher Richtung, zu ihrer Insel zu gelangen. Na wunderbar. Das Kliff selbst war noch zu steil zum runter klettern. Er würde abrutschen und sich unnötig weiter verletzen. Dementsprechend müsste er es irgendwie umgehen. Also lief er weiterhin direkt am Kliff entlang, stehts die Augen offen haltend, dass ihn nicht schon wieder etwas anfiel. Ein schnelles Geräusch von sich nähernden Pfoten ließ ihn sich hektisch umwenden. "Warte! Wenn ich dich nicht aufhalten kann, dann begleite ich dich!" Als er die junge Frau erblickte, welche auf ihrem Säbelzahn angeritten kam, wusste er nicht, was er davon halten sollte. "Ach wirklich?" "Naja, sechs Augen sehen mehr als zwei. Außerdem lebe ich hier und kenne die Umgebung und Tiere etwas. Der Wald ist gefährlich! Alles will dich hier fressen!" "Hätte ich jetzt nicht gedacht..." Ein wenig musste Alucard schmunzeln. Dennoch wusste er wirklich nicht, warum ihm dieses Weibsbild wirklich noch folgen wollte. Er hatte jetzt eigentlich nicht vor gehabt sie mit zu Anderson zu schleppen. "Naja, der Thylacoleo war nur der Anfang! Aber er war definitiv das mieseste, was einem hier begegnen kann..." "Ein Tü-was?" "Thylacoleo! Das Vieh was dich angefallen hat!" Ah. Alucard nickte kurz und sah aus dem Augenwinkel zu Nici und ihrer Katze Emilia. Letztere betrachtete ihn noch sehr misstrauisch und unsicher, trabte dennoch mit Nici auf ihrem Rücken neben ihm her. "Du sagtest, du lebst nicht alleine und dass eben jene Personen nach dir suchen, richtig?" Verwirrt runzelte der Schwarzhaarige seine Stirn. Das war ja mal ein Themawechsel. "Ja, und?" "Und sind sie rein zufällig zu dritt auf Argentaven unterwegs?" "Woher--?", setzte er schon zum fragen an, als Nici ihren Arm langsam hob und in den Himmel zeigte. "Dort!"
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