Chapter 12.
Ebenso langsam, wie Nici ihren Arm erhoben hatte, folgte Alucard ihrem Finger und tatsächlich! Da waren sie! Heinkel, Yumiko und Anderson! Jeweils auf ihren Argentaven, wobei der Paladin auf Alex' Rücken saß und Loki allein hinterher flog. Tja, das konnte jetzt mal heiter werden. Die Drei schienen sie ebenso schon entdeckt zu haben, denn sie flogen zielgerichtet auf sie zu. "Alucard!", rief der Blondhaarige, als sie kaum noch voneinander entfernt waren. Nici trat mit Emilia einige Schritte zurück, als die riesigen Vögel, einer nach dem anderen, vor dem Schwarzhaarigen landeten.
Alex ließ einen glücklichen Schrei los und rammte ihrem eigentlichen Reiter den Kopf gegen die Brust. Das dies in Alucard die Hölle an Schmerz auslöste, ließ dieser hinten rüber fallen. Den Schmerz überspielend umarmte er seinen Vogel, die anderen Drei erstmal nicht beachtend, und strich ihr durch das Gefieder. Ein heiseres Krächzen entkam ihrem Schnabel und sie schloss die Augen, als Alucard sich hinunter beugte um Alex eine leise Begrüßung zu zu flüstern. Er war einfach nur glücklich, dass Alex wieder da war und dass sie wirklich klug genug war Hilfe zu holen. Im selben Moment stieg Anderson vom Sattel ab und wartete ruhig darauf, dass der ehemalige Vampir seine Aufmerksamkeit auf ihn richtete. Nur widerwillig sah dieser auf und dem Paladin in die Augen, aber da es aus dieser drohenden Diskussion kein entkommen gab, sollte er es so schnell wie möglich über sich ergehen lassen.
Anderson nickte angespannt, nicht sicher wie er genau anfangen sollte zu reden. Dann schließlich seufzte er. "Was hast du dir eigentlich dabei gedacht?" Alucard sah ihn emotionslos an. "Wobei?" Natürlich wusste er was Anderson meinte, aber wenn dieser etwas von ihm wollte, sollte er es auch offen sagen. Eben jener verdrehte entgeistert die Augen. "Ich habe dir gestern gesagt, dass du nicht über den Sumpf hinausfliegen sollst und was machst du? Missachtest prompt die eine Einschränkung, die ich wirklich festgelegt habe. Und sieh dir an in welchen Schlamasel du geraten bist. So wie die Bandagen aussehen, wurdest du von irgendwas gehörig in die Mangel genommen und dir musste der Arsch gerettet werden!" Alucard schnaubte. "Ich hatte alles unter Kontrolle." "Yup, sah alles sehr kontrolliert aus, dein Blut und die Bewusstlosigkeit und so.", gab Nici im Hintergrund von sich, wofür sie nur einen bösen Blick von Alucard erhielt, aber ansonsten ignoriert wurde. "Siehst du? Das hätte alles verhindert werden können, wenn du dich einfach nur an die Abmachung gehalten hättest! Schon traurig, dass ich ihr bei dieser Aussage mehr vertraue als dir! Nichts für Ungut, Miss...", die letzten beiden Sätze murmelte der Blondhaarige nur noch und sah kurz zu der fremden Frau, die allerdings nur entspannt abwinkte. Die Gesichtszüge Alucards wurden nur noch kälter. "Und ich hatte dir bereits gesagt, wie unsinnig ich das finde! Das ist lächerlich! Sich verschanzen während wir komplett frei sind?! Warum? Willst du noch ne Mauer bauen? Wie in der guten deutschen DDR?" Man merkte deutlich wie auch Anderson immer angespannter wurde. "Wir mögen vielleicht frei sein, dass heißt aber nicht, dass wir alles riskieren sollten! Denk an die Basis! Denk an die Tiere! Wir haben mit diesen Dingen Verpflichtungen. So frei sind wir also doch nicht!" "Auch nur weil du dich einschränken lässt! Ist ja nicht so als könne man die Tiere für eine Zeitlang mit genug Futter sich selbst überlassen. Waren ja keine Wildtiere zuvor, nein! Und die Basis wird in wenigen Tagen komplett verfallen, natürlich!" Der höhnische Ton Alucards ließ Alexanders Temprament blitzartig höher schießen. Es war der selbe Ton wie damals, wenn sie gekämpft hatten. Der Schwarzhaarige war rein auf Provokation aus, wollte ihn anstacheln für einen erneuten Kampf, und, verdammt, er hatte Erfolg damit.
Yumiko trat einen Schritt vor, sie sah den Zorn auf Andersons Gesicht und wollte irgendwie zwischen den beiden schlichten, wurde jedoch von Heinkel zurück gehalten. Die Blondhaarige schüttelte den Kopf. Diese Sache mussten die beiden alleine ausfechten. Es war ein Machtkampf zwischen ihnen und die Frauen sollten sich lieber nicht in dieses Feuer hineinstürzen. Auch wenn es zwischen den beiden, zumindest damals, gern eskalierte, beide wussten wie weit sie bei einander gehen konnten. "Oder brauchst du etwa Einschränkungen? Jetzt wo deine geliebte Kirche dich nicht mehr an der Leine hat, musst du dir selbst eine anlegen?" Sein hämisches lächeln, stockte kurz als Anderson ihn am Kragen packte, bevor es ein wenig breiter wurde. Vielleicht kam der alte Anderson doch noch zum Vorschein. Endlich verspürte er wieder diesen Nervenkitzel, den er nur dann erlebt hatte, wenn er mit Anderson wirklich aneinander geraten war. Da war wieder das alte Verlangen nach einem guten Kampf mit seinem Nemesis. "oops? Nerv getroffen? Das tut mir aber leid." Ein Knurren verließ Andersons Kehle. "Jetzt hör mal zu! Das ist MEINE Basis. Ich habe dich nur aus reiner Nettigkeit und Güte aufgenommen, nichts weiter. Also wenn du dich nicht unseren Regeln beugen willst, kann ich dich auch jeder Zeit wieder rausschmeißen! Das wäre das geringste Problem." Alucards Augen weiteten sich für einen Moment, doch sein Grinsen verbreiterte sich. "So? Aber das wagst du nicht!" Auch Andersons lächelte. "Wollen wir wetten?" Erschrocken wichen die Frauen zurück, als Anderson blitzartig Alucards linkes Handgelenk ergriff, Alucard jedoch zeitgleich ein Fauchen verlauten ließ und, in alter Vampir-manier mit den Zähnen gebleckt, nach vorne stürzte. Beide kamen schließlich wieder zum halten, als Anderson ein Schwert in der Hand hatte und es Alucard an die Kehle drückte. Dieser lachte nur und lehnte sich richtig in die Klinge rein, den wieder aufgetauchten vampirischen Wahn richtig genießend. "Tue es!", lächelte er und legte seine freie Hand fast schon zärtlich über Andersons drüber, ihn dazu zwingend fester zu drücken. "Tue es! Schneid mir die Kehle auf, ganz wie damals, vergieße mein Blut~ Komm schon! Töte mich! Tue es!" Kurz zuckte Andersons Hand zur Seite, wodurch die Klinge durch Bandagen und ein wenig in Alucards Haut glitt. Es war fast so als wären sie wieder in ihren altgewohnten Positionen, als Urvampir und heiliger Paladin des Vatikans, kämpfend um Leben und Tod und dem entgütigen Triumph über des anderen Organisation. Erst mit Nici, der das alles ein wenig zu viel wurde, wurde die ganze Szenerie unterbrochen. "Leute! Was ist bei euch denn bitte schief gelaufen?! Warte! Nein. Sagts mir nicht, ich wills nicht wissen! Macht mir aber auch nicht meine ganze Arbeit kaputt, den Typen da wieder halbwegs zu heilen!" Damit zeigte sie kurz auf Alucard. "Euer Knife-play könnt ihr euch auch fürs Schlafzimmer aufheben! Meine Fresse, das will niemand sehen!" Irritiert sahen beide Partein zu Nici, bevor Alucard anfing schallend zu lachen. Anderson hingegen, rausgerissen aus seiner Kampfeslust, wich zurück als hätte er sich an etwas verbrannt. Geschockt blickte er auf die blutbefleckte Klinge, bevor er zu dem Schwarzhaarigen sah. Dieser beruhigte sich und musterte ihn nun ein wenig verwirrt. Auch sein wahnsinniges Amüsement verschwand aus seinem Blick. Die strahlend grünen Augen hatten sich auf die Stelle an Alucards Hals fixiert, welche nun rot glänzte, das frisch austretende Blut die Bandagen tränkend. Die Reue traf ihn sofort. Er wollte- Das sollte-- Er wollte doch nicht so sehr die Kontrolle verlieren! Er hätte ihn fast umgebracht! Naja, eigentlich war es Alucard selbst Schuld! Aber hätte er sich nicht so sehr provozieren lassen- Er war doch eigentlich besser als das. Verwundert betrachtete der ehemalige Vampir die verschreckte Haltung des Blondhaarigen. Was war nur los? Sie konnten hier doch eh nicht sterben. Was war nur sein Problem? Als Alucard versuchte mit ihm Augenkontakt aufzunehmen, wich er sogar seinem Blick aus. Mit einem fragenden Blick sah er zu Yumiko und Heinkel, welche nur den Kopf schüttelten oder mit den Schultern zuckten, und zu Nici, die jedoch nur so aussah als würde sie verzweifelt versuchen die Beziehung zu verstehen, die die beiden zueinander hatten. Mit einem Biss auf die Unterlippe trat Alucard einen Schritt auf den Paladin zu. "Anderson..?" Noch immer vermied er Augenkontakt. Zögerlich streckte er Anderson schließlich seinen Unterarm entgegen. Erst dann sah Anderson zu ihm hin und legte langsam seine Hand an Alucards Arm, strich mit dem Daumen über das leuchtende Implantat. Doch entgegen aller Erwartungen wurde er nur ruckartig nach vorn gezogen und fand sich im nächsten Moment in Andersons Armen wieder. Verwirrt und überfordert legte der Schwarzhaarige seine Hände an dessen Brust, unsicher ob er ihn wegdrücken oder einfach verharren und diese gefühlsduselige Tat über sich ergehen lassen sollte. Diesmal blickte er hilfesuchend zu den Frauen, von denen diesmal alle etwas überrumpelt wirkten.
"Ich werd dich nicht rausschmeißen. Das war dumm von mir zu sagen, tut mir leid.", wisperte Anderson, sodass nur Alucard ihn hören konnte. "Tut mir leid..." Alucard blieb dennoch weiterhin still, wartete ab und wurde keine Sekunde später wieder losgelassen. Anderson wandte sich sofort ab und ging zu den Argentaven und den Frauen. Diese Aussage war nicht mal ein vorgeschobener Grund um die Wogen zu glätten, es tat ihm wirklich leid. Auch wenn er noch immer verärgert darüber war, dass Alucard seine Regel einfach missachtete, er hatte die augenblickliche Angst in seinen Augen gesehen, als er dies gesagt hatte. Und da Alucard Jahrhunderte alt war, brauchte er nur 1 und 1 zusammen zu zählen, um sich denken zu können, um welche Art der Angst es sich handelte. Die Sache mit der Regel würden sie ein andermal klären. Jetzt schien nicht die Zeit zu sein, dafür waren sie alle zu aufgebracht. "Alucard, komm. Wir fliegen nachhause. Und sie, Miss?" Damit wandte sich Anderson an Nici, welche extrem zu ihm aufschauen musste. "Danke, dass sie auf ihn aufgepasst haben. Ich hoffe es hat keine Umstände gemacht" Während die beiden sich anlächelten und Anderson ihr zunickte, grummelte Alucard irgendwas vor sich hin, dass er doch kein Kind sei, welches gerade von der Babysitterin abgeholt wurde. Dies wurde jedoch gekonnt ignoriert "Ach, kein Problem! Ich bin Nici übrigends!" Damit hielt sie Anderson die Hand entgegen, der sie überrascht, aber auch amüsiert, entgegen nahm. "Alexander Anderson. Ich bin mir sicher wir sehen uns irgendwann nochmal!" "Hoffe ich doch!", lächelte Nici und winkte auch nochmal Alucard zu, der inzwischen wortlos auf seinen Argentavis gestiegen war. "Lass wirklich mal zusammen saufen!", lachte sie und er schnaubte. "Ich revanchiere mich noch, keine Sorge...", rief er ihr zu, bevor Alex in die Luft startete. Auch Anderson stieg auf seinen Vogel, gefolgt von den stillen Damen und die vier verließen das Redwood.
Nici hatte zwar keine Ahnung, was für eine seltsame Vergangenheit die beiden Männer miteinander hatten oder was sie überhaupt gerade miterlebt hatte, aber es war definitiv interessanter und amüsanter als die letzten Wochen Isolation. Irgendwie hoffte sie wirklich, dass die schräge Gruppe nochmal auf ihrer Matte stehen würde und irgendwie hatte sie das Gefühl auch nicht lange warten zu müssen.
Der Flug zurück war verdammt unangenehm. Noch immer war die Luft um sie herum gefüllt von erdrückender Spannung, weshalb jeder irgendwie seine Klappe hielt. Auch Heinkel und Yumiko hielten sich zurück, obwohl sie nicht einmal was mit der angespannten Stimmung zutun hatten. Auch als sie gelandet waren, hatte Alucard sich zurück gezogen und sich hauptsächlich um Raika und Alex gekümmert. Anderson hingegen war ins Haus verschwunden. Mit einem Seufzen sah Yumiko zu Heinkel, die nur mit den Schultern zuckte. Sie würden einfach erneut den Ressourcenbestand checken, nach dem Futter für die Tiere sehen und eventuell sogar freiwillig entmisten. Sie wollten halt bloß nicht in der Nähe sein, sobald der Spannung entgültig Luft gemacht wurde. Wie dieses Luft machen genau ablief, wollte auch keiner von ihnen wissen.
Der Nachmittag war noch lang, weshalb ein paar alltägliche Sachen gemacht wurden und jeder irgendwie für sich blieb. Nach einiger Zeit, in der er wegen seinen Tieren draußen geblieben war, wollte sich Alucard zurück in sein Zimmer verziehen. Dadurch, dass er mitten in der Nacht durchgestartet war, hatte er einiges an Schlaf nachzuholen und die Müdigkeit zog seine Laune runter, wie das Meer die Titanic. Kurz vor seiner Tür zögerte er jedoch und sah kurz zu Andersons. Er hatte das Gefühl, dass dieses ganze Thema noch nicht abgeschlossen war und das nervte ihn. Er hasste es wenn irgendwelche Diskussionen noch offen standen und wie ein Damoklesschwert über einem lungerten. Doch genauso sehr hasste er es über emotionale Angelegenheiten zu sprechen und dieses Thema war definitiv von dieser Sorte. Mit einem Durchatmen öffnete er seine eigene Tür und verschwand mit Raika in seinem Zimmer.
Es dauerte jedoch nicht lange, da wurde die Tür wieder aufgerissen und ein noch angenervterer Alucard kam wieder heraus und verschloss die Tür vor Raikas Nase, bevor er zu Alexanders Tür rüber wanderte. Erneut stoppte er kurz, bevor er seine Hand hob und an das Holz klopfte. Es war noch immer etwas seltsam wieder Türen aktiv zu nutzen und auch die Privatsphäre achten zu müssen, nachdem er Jahrhunderte lang einfach durch die Schatten und durch die Wände in jeden beliebigen Raum gleiten konnte. Jetzt war er wieder auf die physische Form eines Menschen begrenzt und wartete auf Antwort. Wie gern wollte er dieses Gespräch meiden, aber lieber jetzt als irgendwann, in irgendeinem unverhofften Moment.
"Komm rein!", wurde nur geantwortet, bevor Alucard die Tür öffnete. Anderson schien überrascht zu sein ihn zu sehen, nickte dann aber zu dem einsamen Stuhl an seinem Tisch. "Alucard! Setz dich. Darf ich raten? Du willst reden, sonst wärst du hier nicht aufgekreuzt." Alucard schmunzelte und betrachtete noch für einen kurzen Moment, wie der Blondhaarige auf seinem Bett saß, der Dimorphodon Nova eingerollt auf seinem Schoß, und wie seine Hand vorsichtig über den Rücken von eben jenem Tier strich. Erst dann ging Alucard zum Tisch rüber, schnappte sich den Stuhl und setzte sich falschherum drauf, sodass er seine Arme auf der Rückenlehne ablegen und seinen Kopf darauf abstützen konnte. Dann fiel wieder die Stille über den Raum her. Erst nach einigen Ansätzen schaffte Alucard es irgendwie einen vernünftigen Anfang zu finden. "Naja, reden will ich jetzt nicht unbedingt, allerdings kann das nicht tot geschwiegen werden, ansonsten führt es nur zu weiteren Problemen. Ich sehe es taktisch." Erneut verfiel der Schwarzhaarige ins Schweigen und geduldig wartete Anderson darauf, dass er weiter sprach. Noch nie hatte er den ehemaligen Vampir offen reden gesehen, weshalb er sich denken konnte, dass es ihm schwer fiel. "Ich verstehe nur nicht ganz....Wieso?" Nun musste Anderson selbst einen Moment lang überlegen. "Du meinst die Grenzen?" Alucard zuckte mit den Schultern, nickte dann unschlüssig. "Naja, eigentlich...alles...nicht nur Grenzen, sondern auch dieses isolieren und vorallem....warum hast du mich nicht umgebracht? Vorhin? Ich wollte sehen wie weit du gehst, aber du hast an diesem Punkt einfach gestoppt. Warum?" Alucard hob sein Kinn, der Schnitt deutlich zu sehen, das trockene Blut sich langsam verfärbend. Irgendwie beschämt sah Anderson zurück auf Nova. "Das bin ich nicht mehr..." "Aber warum?" Mit einem bitteren Blick presste der Blondhaarige die Lippen aufeinander. "Weil ich müde bin, Alucard, ....müde vom ständigen Kämpfen und unnötigen Blutvergießen. Ich kann und will das einfach nicht mehr." Kurz sah Alucard ebenso auf den Boden, zu gut kannte er dieses Gefühl und doch war er immer wieder zum Blutvergießen zurück gekommen, MUSSTE zurück kommen. "Ich weiß, dass ich alles noch könnte und der Instinkt ist noch da, das hat man heute ja gesehen, aber ich möchte einfach niemanden mehr wehtun... Deshalb habe ich dich auch nicht getötet. Ich bin eigentlich zufrieden damit, wie es jetzt ist, so friedlich zwischen uns." Anderson sah langsam auf und blickte zu Alucard, der jedoch seinen eigenen Fokus auf den Boden gerichtet hatte. Dann nickte dieser langsam. "Bewundernswert...", murmelte er schließlich. "Dass du alles einfach loslassen kannst..." "Naja, du weißt ja auch warum, dennoch kannst du das auch." Alucard schnaubte. "Sicherlich..." "Nein, ich meine das ernst!" Alucard sah ihm für einige Momente skeptisch in die Augen. "Ich bin ein Vampir geworden...und Vampire bleiben in gewisser Weise in der Zeit stehen. Mit loslassen is nicht..." Anderson seufzte, hob Nova von seinem Schoß, welcher sofort anfing zu protestieren und auf dessen Schulter flog, und stellte sich vor Alucard hin. Ohne seinen Kopf von seinem Arm zu heben, sah der Schwarzhaarige zu dem Paladin hoch. "Alucard. Im Gegensatz zu damals, bist du wieder ein Mensch! Du hast eine zweite Chance! Also nutze sie und geh einfach weiter in deinem Leben. Tue es für dich!" Nun hockte sich Anderson hin, sodass der ehemalige Vampir nun runter schauen musste. "Ich weiß du kannst es schaffen." Mit Andersons aufmunterndem Lächeln, musste Alucard wirklich aufpassen keine Grimasse zu schneiden. Nein, mit solchem therapeutischen, gezwungen positiven Bullshit kam er wirklich nicht sonderlich gut zurecht. "Ich habe die Basis gefunden, von denen, die du erwähnt hattest." Über den plötzlichen Themenwechsel überrascht, stockte der Blondhaarige. "Was meinst du?" "Beim abfliegen der Grenzen erwähntest du einen anderen Tribe im Redwood, der euch nicht ganz wohlwollend eingestellt sei. Um ehrlich zu sein, bin ich gestern Nacht nur losgeflogen um zu Kundschaften. Neben Nicis kleinem Kabäuschen, gab es nur eine einzige andere Basis auf dieser verdammten Insel. Die Basis ist nicht sehr groß, aber ebenso umrundet von den großen Behemoth Steinmauern, wie unsere. Alex und ich konnten sehr nah ranfliegen, weshalb es auch sicherlich keine automatisierten Geschütze gibt.", erklärte der Schwarzhaarige, worauf Anderson nur die Augenbrauen hoch zog und schon tief die Luft einzog. "Ja ja! Sag nichts! Es war riskant, ich weiß. Dennoch war auch die Hütte sehr kompakt und klein gehalten. Ställe sind damit auszuschließen. Die einzigen Tiere die ich sehen konnte, waren zwei Rexe, aber mehr auch nicht! Die Tore waren Hölzern und bei dem Haus schien nur das Fundament aus Metall zu sein, der Rest war aus Stein." Anderson seufzte, als Alucard aufhörte zu sprechen, und stand wieder auf. "Das ist ja schön und gut, dass du all das herausgefunden hast, aber was bringt uns das? Wir werden eh nicht mit diesen Leuten in Kontakt treten, denn, wie du dir richtig gemerkt hast, sie sind uns nicht wohl gesonnen! Wir versuchten einst im Redwood unsere Wurzeln zu schlagen! Sie vertrieben uns und ich will nicht erneut in einen Konflikt geraten." "Naja, dann können wir ja das gleiche machen und unser Gebiet erweitern! Mit Nici haben wir sogar eine mögliche Verbündete!" Erneut seufzte der Blondhaarige und rieb sich genervt den Nasenrücken. Es brauchte ihm viel Zurückhaltung diesen Vampir nicht doch nochmal so ein wenig zu strangulieren. "Sag mal, hörst du mir eigentlich auch mal zu?? Ich sagte, ich will keine Konflikte und keinen Kampf und du ziehst alles darauf hinaus! Nein! Lass es doch einfach!" Alucard schnaubte, stand von seinem Stuhl auf und verschränkte die Arme vor der Brust. "Ich habe nie gesagt, dass du mitmachen oder irgendwas damit zutun haben musst. Du hast mich, Heinkel und Yumiko. Du müsstest dir nicht ansatzweise die Hände schmutzig machen! Und Tiere? Wer sagt dass wir Tiere nutzen müssen, an denen wir hängen? Wenn wir Säbelzahnkatzen brauchen müssen wir nicht direkt Nemuri & Sally nehmen, wir besorgen uns einfach andere. Im Redwood gibt es ja genug." "Das Zähmen funktioniert nicht so ein-" "Ich weiß, ist mir egal. Du weißt worauf ich hinaus will!" Anderson seufzte und ließ den Kopf hängen. "Aber woher willst du wissen, ob es wirklich nötig ist drastische Maßnahmen gegen diese Basis zu erheben?" "Wir fragen Nici!" "Also dafür, dass du sie erst seit ein paar Stunden kennst, hast du verdammt großes Vertrauen auf ihre Meinung. Außerdem sind wir gerade erst von ihr weggegflogen!" "Naja, sie lebt ihn näherer Umgebung und müsste mehr über die wissen, als wir. Außerdem würde ich erst morgen fliegen. Es beginnt schon zu dämmern."
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