Chapter 1.
> Sein Name war Alucard und eigentlich war er tot.
Bilder von England schossen vor sein inneres Auge. London stand in Flammen. Auf allen Seiten gab es schwere Verluste. Auch war da Walter. Er hatte Hellsing an Millennium verraten, nur um mit ihm zu kämpfen. Dann war da dieser Katzenjunge. Er hatte das Blut, das Alucard trank, mit seinem eigenen verunreinigt.
Das letzte woran er sich erinnerte war sein Verschwinden und die verzweifelten Befehle seiner Meisterin, die ihn am gehen hindern sollten. Er hatte nichts tun können um ihr zu gehorchen.
Nun..war er hier. Wo er sich befand und wie viel Zeit seit dem Angriff von London vergangen war, war ungewiss.
Als Alucard schließlich aufstand, realisierte er mit mildem Erschrecken, dass er nicht seine gewöhnliche Kleidung trug. Genauer genommen, trug er fast gar nichts am Leib, bis auf eine Art provisorischer Unterwäsche. Wo zur Hölle war seine Kleidung hin?? Verwirrt versuchte Alucard seine Kleidung, mit Hilfe seiner Schatten, zu manifestieren. Doch egal wie sehr er es versuchte, es regte sich nichts! Tatsächlich fiel ihm nun ebenso auf wie wenig er von seinen ursprünglichen Kräften spürte und wie stumpf seine Sinne nun waren. Er konnte um einiges weniger riechen und hören als er es sonst gewohnt war, ebenso stand es mit seinem Sehsinn. Auch konnte er in seinem Mund keine Fänge mehr spüren und Alucard war sich sicher, dass wenn er in sein Spiegelbild sah, seine Augen nun blau wären. Mit einer gewissen Nervosität, wurde ihm schlagartig bewusst was dies nun zu bedeuten hatte. Er war ein Mensch? Aber wie-....wie war das möglich? War er überhaupt ein Mensch? Musste wohl so sein, denn ansonsten konnte er sich nicht erklären, warum er sich nun so anders fühlte. Naja, er könnte es ja einfach ausprobieren, in dem er sich von irgendwas umbringen ließ, doch fürchtete Alucard, dass er ein Problem hätte, sollte er wirklich auf wundersame Weise wieder sterblich sein. Damit hieß es also, vorsichtig sein! Er war in einer, für ihn, unbekannten Umgebung in welcher ebenso unbekannte Gefahren lauerten. Doch als er so den Strand hinab sah, wirkte alles so friedlich. Dieser Frieden war allerdings irgendwie merkwürdig. So ganz trauen konnte er ihm nicht. Es war viel zu ruhig! Wenn er genau hin sah, so sah er keine Tiere, die doch bei einem so naturbelassenen Ort überall sein mussten.
Langsamen und leisen Schrittes lief er über den Strand. Der Sand fühlte sich heiß unter seinen Füßen an, allerdings half er dabei jedes Störgeräusch zu schlucken, das seine Schritte erzeugten. Hier und da tauchten doch irgendwelche Geräusche aus dem Wald auf, die von irgendwelchen Tieren stammen könnten, die Alucard weder kannte, noch irgendwie zuordnen konnte.
Sein aufmerksamer Blick schoss sogleich wieder auf den Boden als er auf etwas hartes trat, dass knackend ein wenig unter ihm nachgab. Als er realisierte was sich dort unter seinem Fuß befand, staunte er nicht schlecht. Es war eine Muschel. Doch war es nicht die Art an Muschel, die man an der englischen Küste fand, sondern sie war riesig! Mit einem mindest Durchmesser von 30cm war sie das größte im Wasser lebende Schalentier, dass Alucard jemals in seinem Leben gesehen hat.
Neugierig beugte er sich zu der, nun ein wenig aufgebrochenen, Muschel runter und zog die weiße, brüchige Schale beiseite. Im rosigen, schleimigen Fleisch eingebettet, lagen einige weiß, silbrige Perlen, von unglaublicher Größe. Zwar konnte Alucard damit nicht viel anfangen, doch war es irgendwie interessant zu wissen, dass es so etwas hier zu finden gab.
Kaum darauf wurde seine Aufmerksamkeit wieder auf etwas anderes gezogen, als er ein gackern und glucksen zu seiner rechten vernahm.
Verwirrt sah er zur Seite und erblickte einen rundlichen Vogel, der wohl gerade aus dem Gebüsch getreten war. Die Schwingen waren mickrig, womit eine Flugfähigkeit sofort ausgeschlossen war. Im allgemeinen erinnerte dieser Vogel Alucard an eine viel zu fette Taube. Irgendwie jedoch bekam der schwarzhaarige das beunruhigende Gefühl diesen Vogel schon einmal gesehen zu haben, aber nicht in echt! In einem Buch vielleicht? Ja, das könnte sein. Wann hatte er mal ein Buch über Vögel gelesen?
Dann traf ihn die Erkenntnis wie ein Schlag gegen den Hinterkopf. Diese Kreatur vor ihm.... Das war ein Dodo!!?
Tatsächlich ein Taubenvogel, der ausschließlich auf der Insel Mauritius im indischen Ozean gelebt haben soll und dessen letzte Exemplare wohl Ende des 17ten Jahrhunderts ausgestorben waren. Woher der schwarzhaarige nun diese Informationen hatte, wusste er nicht, doch höchstwahrscheinlich war es London zu verschulden. Mit dem Blut hatte der Vampir nicht nur tausende Seelen, sondern auch eine Tonne an Informationen aufgenommen. Von den Seelen und ihren Erinnerungen spürte Alucard nun nichts mehr, doch die allgemeinen Informationen schienen noch da zu sein. Merkwürdig. Was allerdings noch merkwürdiger war, war dass vor ihm ein ausgestorbener Vogel herum lief!
Wie zur Hölle war das möglich? Wo zur Hölle war er hier? Vielleicht war er ja irgendwie auf einer Insel gelandet, wo diese Vögel ungestört weiter leben konnten.
Damit stellte sich zwar immer noch die Frage, wie er bitte auf diese Insel gekommen war und wie er denn seine Kräfte verlieren konnte, aber zumindest gab es ihm eine halbwegs logische Erklärung, warum er dieses Tier vor sich hatte. Sich von seinem kleinen Schock schließlich erholend , stand er, mit einem letzten Blick auf die Muschel, auf und machte sich lieber daran die weitere Umgebung zu erkunden.
Er wusste nicht wie lang oder wie weit er lief, doch wenn er geglaubt hätte, dass er an diesem Tage keine weiteren schockierenden Erlebnisse haben würde, hätte er sich gewaltig ins eigene Fleisch geschnitten! Der nächste Schock folgte nämlich sogleich nachdem er etliche Felsen passiert hatte. Er hatte eine weitere Schar an Dodos entdeckt, die ihn dadurch natürlich ablenkten. Fasziniert besah er sich die rundlichen Vögel, die ebenso verschiedene Federfarben aufwiesen und lief dabei weiter. Aus dem Augenwinkel bemerkte er einen weiteren Felsen, den er umrunden wollte. Doch erwies sich diese Felsen-Theorie augenblicklich als inkorrekt, als sich der 'Felsen' mit einem schnauben zu bewegen begann. Blitzartig schoss Alucards Blick wieder nach vorn und überrascht stolperte er erstmal einige Meter zurück. Mit großen Augen betrachtete er das Wesen, welches sich, von Alucard ungestört, zu einer weiteren Pflanze bewegte und dort mit reichlich Appetit hinein biss. Die erste konkrete Information die in das Gehirn des schwarzhaarigen sickerte war, die enorme Körpergröße dieses Wesens! Es hatte einen sehr stämmigen Körperbau, fast schon klobig, wollte man sagen, doch das wohl auffälligste waren die drei großen Hörner auf dem Kopf und das knöcherne Nackenschild.
Dann machte es klick und mit einem mal meldeten sich die fremden Informationen wieder. Bei dieser Kreatur vor ihm handelte es sich um nichts anderes als einen Triceratops. Ein Vogelbeckendinosaurier, der in der Oberkreide in Nordamerika beheimatet war und vor rund 66 millionen Jahren ausstarb.
Ah.
Für einen Moment wollte Alucard sich wieder entspannen, da es sich bei diesem Tier um einen friedlichen Herbivoren handelte, doch erschlug ihn augenblicklich wieder eine andere Erkenntnis. EIN DINOSAURIER???!!
In seinem 600jährigen Leben hatte er viele Dinge gesehen, Dinge die furchtbar waren und ihn dennoch nie gestört hatten. Er hatte viel erlebt und überlebt, doch der Anblick eines lebenden Dinosauriers zusammen mit der Gewissheit dass dies auch echt war, versetze ihn in einen schlimmeren Schock als der Dodo. Mit Dodos konnte er noch leben, da es dort auch nicht so unwahrscheinlich war, dass eine kleine Population überleben konnte... ABER EIN DINOSAURIER?? Wie sollte er sich so etwas erklären??
Die selbe Erklärung wie beim Dodo, konnte er sich hier nicht erlauben! Denn das hieße, dass eine Spezies seit 65 millionen Jahren unverändert auf einer einsamen Insel überlebt hat und zusammen mit Dodos koexistiert! Das... wäre einfach nur wahnsinnig! 'Unmöglich!', wollte der gesunde Menschenverstand schon posaunen, doch wie war dieses Tier dann hier?! Langsam aber sicher wandelte sich der Schock in eine komische Mischung aus Verwirrung und Neugierde. Da der Triceratops bis jetzt nur passiv reagiert hatte und nur von einer Pflanze zur anderen gewandert war, näherte sich der ehemalige Vampir dem Dinosaurier vorsichtig. Es war schließlich noch immer ein friedlicher Herbivore, richtig?
Gerade als Alucard seine Hand nach dem Saurier ausstreckte, sah das Tier in seine Richtung und er stockte. Vielleicht wäre es doch keine gute Idee so ein unberechenbares Wesen anzufassen. Also wich er in einer beschwichtigenden Geste wieder zurück, worauf das Tier sich wieder auf seine Pflanze konzentrierte, und lief an dem Triceratops vorbei. Es war vielleicht um einiges besser nichts riskieren zu wollen.
Sonderlich Lust darauf, als Galeonsfigur auf den Hörnern des Sauriers zu landen, hatte er nicht.
Kaum wollte Alucard sich weiter entfernen, bemerkte er einen tosenden Aufruhr im Dschungel. Er konnte einige kleine Flugreptilien von den Bäumen auffliegen sehen, vermutlich Dimorphodons, und hörte Knacken im Unterholz. Wenn er sich auch nicht komplett täuschte, so meinte er sogar eine gewisse Vibration im Boden zu spüren. Irgendwas großes war da wohl unterwegs und wohl auch genau in seine Richtung. Nicht wissend, was er nun tun sollte, blieb er einfach stehen und wartete die Situation ab. Das erste was er sah, war ein weiterer Dinosaurier, ein auf zwei Beinen laufendes Tier mit Entenschnabel-ähnlichem Maul und einem Hornfortsatz an seinem Hinterkopf. Dieser kam, nicht wirklich weit vor ihm, aus der Böschung gestolpert. Ein 'Parasaurolophus' oder kurz 'Parasaurus', wie es ihm im Hinterkopf vermeldet wurde. Immer wieder schaute es panisch hinter sich, bevor es genau in seine Richtung rannte. Blitzartig schoss der schwarzhaarige einige Meter vor, um sich davor zu retten, von dem Tier überrannt zu werden und sah, dass es einige tiefe Verletzungen aufwies. Im selben Augenblick, sah Alucard aber auch, wie noch ein weiterer Saurier aus dem Gebüsch gestürmt kam. Ebenso zweibeinig, mit stummeligen Ärmchen, einer rundlichen, kurzen Schnauze voller überstehender Zähne und jeweils ein stierähnliches Horn über den Augenwülsten. Also das war nun definitiv ein Carnivore! Ein Carnivore, der gerade gefährlich auf ihn zu kam! FUUUU-
Sich nicht mehr weiter darum kümmernd, was nun mit dem Parasaurus und dem Triceratops passierte, nahm der schwarzhaarige schleunigst die Beine in die Hand. Wo ein Carnivore war, war die Überlebenschance relativ gering! Das hatte ja selbst dieser Film 'Jurassic Park' bereits gezeigt! Mit ein wenig Enttäuschung musste Alucard feststellen, dass er den Ort des Geschehens nicht so schnell verlassen konnte, wie er es sonst gewohnt wäre. Gott! Waren Menschen wirklich so langsam? Urgh! Ein kurzer Blick über die Schulter, ließ sein Herz in die Hose rutschen. Der Carnivore hatte von seinem Ziel, dem Parasaurus, abgelassen und war nun hinter ihm her! Das konnte doch jetzt echt nicht wahr sein! Auf welcher Drecks Insel ist er hier bloß gelandet?? Welcher eklige Streich der Evolution hat hier Dinosaurier generiert? Mit steigender Panik, wie er sie schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gespürt hatte, rannte er immer weiter und sah mit großem Entsetzen, dass der Dinosaurier dennoch immer mehr aufholte. Hektisch blickte er sich um. Nichts dass ihm helfen konnte zu fliehen, nichts wo er sich verstecken konnte. Er könnte ins Meer rennen, denn er mochte zu bezweifeln, dass der Dinosaurier schwimmen konnte. Naja, allerdings konnte er das ebenso wenig, also stand sowas außer Frage! Erneut ein Blick nach hinten. Sie trennte jetzt vielleicht noch fünfundzwanzig Meter und der schwarzhaarige spürte auch langsam, wie ihm die Puste ausging. Och nö, oder? Hatte er auch noch so wenig Ausdauer?? Verdammt! Er hatte eigentlich nicht vor gehabt, in den ersten Stunden seines nun wieder sterblichen Lebens, als Futter zu enden!! Wenn ihm aber nicht schnell etwas einfiel würde genau das passieren! Erneut blickte er sich um, suchend nach möglichen Auswegen. Unweit vor ihm befanden sich wieder ein paar Triceratopse, aber sonst nichts. Ein paar Felsen, angeschwemmtes Treibholz, zu linken der Dschungel. Im Wald könnte er vielleicht den Saurier abhängen aber da er nicht wusste, was da noch so kreuchte und fleuchte, stand das ebenso außer Frage. Mit einem weiteren Blick auf die Triceratopse kam ihm eine Idee. Seine Idee war riskant, aber so war es das einzige was ihn jetzt noch davor retten konnte, gefressen zu werden. In einem letzten Manöver, nahm Alucard nochmal seine letzte Kraft zusammen und rannte auf die Herde der Triceratopse zu. Ein Blick nach hinten versicherte ihm, dass der Carnivore ihm immer noch folgte. Er holte weiter auf. Immer näher kam der Saurier. Es waren nur noch ca. 10 Meter und er war Futter. Sieben Meter. Fünf- JETZT! Ruckartig bremste er direkt vor den gehörnten Herbivoren ab, rutschte quasi mit voller Absicht aus und schlitterte unter einem der Saurier durch. Kaum war er durch, stolperte er wieder auf die Beine und rannte weiter. Als er wütende Schreie und brüllen hörte, bremste er ab und sah nach hinten. Es..hat funktioniert. Es hat funktioniert!
Tatsächlich war der Carnivore durch dieses Manöver gegen die Triceratops gelaufen und hatte diese sogleich angegriffen. Doch verteidigten eben jene sich und schienen den Carnivoren platt machen zu können.
Erleichtert setzte sich der schwarzhaarige in den Sand. Erst jetzt wurde ihm richtig bewusst, an welche Grenzen er seinen nun menschlichen Körper getrieben hatte. Sein ganzer Körper zitterte. Jeder Atemzug brannte, als hätte er Silberstaub eingeatmet. Sein Herz schlug so stark und schnell, dass es ihm vor kam als würde sein Brustkorb es nicht mehr halten können. Und ihm war warm! Ihm war sehr warm!
Ein weiterer Blick zu der Herde, teilte ihm mit, dass der Carnivore tatsächlich von ihnen getötet wurde. Unbeholfen stand er wieder auf. Er hatte Durst! Und Hunger! Aus Gewohnheit fragte er sich schon wo er am besten den nächsten Menschen finden konnte, um an ihr Blut zu kommen. Doch machte er sich augenblicklich wieder bewusst, dass er nun kein Vampir mehr war, sondern selbst ein Mensch. Menschen brauchten Wasser! Naja, vor ihm war ein Meer, wahrscheinlich mit Salzwasser, aber...eh, probieren ging über studieren.
Ein Schluck Salzwasser konnte ihn schließlich nicht eher umbringen, wie dieser Dinosaurier eben. Vorsichtig ging er zum Wasser und trat ein wenig in dieses hinein, aber nur so weit, dass es gerade seine Füße bedeckte. Die Kühle tat gut und schien wie ein Löschmittel, für sein noch immer kochendes Blut. Er ging in die Hocke, tauchte seine Hände ein und holte sich ein wenig Wasser heraus. Schnell hob er seine Hände an den Mund und nahm einen Schluck. Überrascht nahm der ehemalige Vampir zur Kenntnis, dass dieses Wasser, entgegen aller Erwartungen, nicht salzig schmeckte. Im Gegenteil! Im Grunde schmeckte es alles andere als salzig! Ein Ozean voll Süßwasser?? Was? Wie? Wieso? Wie war das möglich? Was für ein Ort war das hier bitte? Irgendwie begann Alucard langsam daran zu zweifeln, dass dies ansatzweise zu einem Ort gehört, den er kennt. Geschweige denn, der auf der ihm bekannten Erde zu finden ist. Dort gibt es keinen Ozean voller Süßwasser! Doch nutzte er direkt diese Chance um allgemein seinen Durst zu löschen. Es war irgendwie komisch nach Jahrhunderten wieder so etwas wie Wasser zu sich zu nehmen. Es schmeckte so...fremd und so fern von all dem, was er gewohnt war. Als er nun endlich seinen Durst gestillt hatte, stand er wieder auf und trat vom Wasser weg. Nun galt es noch etwas, für Menschen, essbares zu finden, denn Hunger hatte er immernoch.
Sein Blick fiel wieder auf den toten Carnivoren. Die Triceratopse hatten sich etwas mehr an die Böschung verzogen, weshalb Alucard freien Zugang zu dem toten Tier hatte. Vorsichtig besah er es sich und hockte sich vor dem Kopf hin. Dieses Tier war kleiner als ein T-rex, aber stämmiger als ein Allosaurus. Auch hatten beide Wesen nicht diese Charakteristischen Hörner über den Augen und eine derart kurze Schnauze. Ein Carnotaurus! Dieser Carnivore, über den er sich noch keine sonderlichen Gedanken gemacht hatte, war ein Carnotaurus! Vorsichtig ließ er seine Hand über die schuppige Schnauze gleiten. Sonderlich Angst davor haben, dass es beißen könnte, musste er ja aus offensichtlichen Gründen nicht mehr. Dann stand er wieder auf und ließ seine Finger weiterhin über die Haut des Reptils gleiten. Noch war es warm und die Haut war dick. Er würde ein Werkzeug brauchen, um diese Haut durchtrennen zu können und um das Fleisch zu erreichen. Er wagte zu bezweifeln an diesem Ort ein perfektes Messer zu finden, also musste er wohl oder übel sich so etwas aus Stein selber herstellen. Zwar war er jetzt nicht wirklich davon begeistert, zurück in die Steinzeit versetzt worden zu sein, aber großartig etwas dagegen tun, konnte er nicht. Ein wenig davon genervt, sammelte er den ersten großen Stein auf, den er in der Nähe des Carnotaurus fand und griff schon nach dem nächsten, als er stockte.
Der Stein... Er war weg! Wo war dieser verdammte Stein?? Er hatte ihn doch gerade noch in der Hand gehabt! Sein Blick fiel auf dieses Implantat in seinem Arm, dessen leuchtende Linie komisch aufblitzte. Kaum sah Alucard genauer drauf, tauchte plötzlich ein Hologramm oder so etwas vor ihm auf. Erschrocken riss er seinen Arm wieder runter und es war weg. Verwirrung breitete sich nun in ihm aus und er hob wieder seinen Arm, starrte auf das Implantat. Da war es wieder! Ein bläuliches Fenster öffnete sich, so als wäre er an einem Computer. Doch war es nicht vor ihm, wie ein Hologramm, sondern es war irgendwie....vor seinem inneren Auge?? Auf der rechten Seite stand sein Name, darunter standen allerlei Daten.
Survivor:
Alucard
The southern Islets
South zone 1
Tag: 1
Temp: 26°(C)
Zeit: 16:28
Rüstung: 0,0
Kälteschutz: 0
Hitzeschutz: 0
Puls: 76 BpM
Darunter sah er einige weitere Balken, die ihn noch mehr stutzen ließen, als die zuvorigen Daten.
Gesundheit: 100%
Ausdauer: 78%
Sauerstoff: 100%
Nahrung: 37%
Wasser: 99%
Gewicht: 0,4%
Benommenheit: 0,0%
Einige dieser Anzeigen schienen sich entweder aufzufüllen, wie die Ausdauer-anzeige, oder sie nahmen ab, wie die Nahrung gerade. Was zur Hölle? Dieser ganze Ort und was hier passierte wurde merkwürdiger und merkwürdiger! Dann blickte er auf die linke Seite, wo in großen Lettern oben am Rand 'Inventar' stand. Unter dieser Schriftanzeige wurden zahlreiche Slots angezeigt und in dem ersten davon, war ein Stein! Ist das der Ort, wohin der Stein gerade eben hin verschwunden ist? War das so etwas wie die Pocketdimension, die er als Vampir hatte? Wenn ja, wie bekam er die Dinge wieder heraus? Vorm geistigen Auge tippte er das Symbol des Steins an und schon, materialisierte er sich in seiner Hand. Faszinierend! Ein wenig besah er sich den Stein, fand aber nichts wirklich spannendes daran.
Wie bekam man den nun wieder darein? Wie hatte er das gemacht? War es eine Sache des Willens? War es eine bestimmte Bewegung? Ein wenig neigte er sein Handgelenk umher, doch nichts passierte. Es versuchte den Stein mit Gedanken verschwinden zu lassen oder machte andere Armbewegungen, doch auch das funktionierte nicht wirklich. Verwirrt ließ er seine Hand sinken. Er spielte im Geiste die Szenerie nochmal nach. Alucard hatte sich vorgebeugt um den anderen Stein aufzuheben. Dabei hatte er seinen Arm so an seine Seite bewegt, als würde er sich den Stein in die, nicht vorhandene, Hosentasche stecken wollen. War es das? Er ahmte diese Bewegung noch einmal nach und siehe da, der Stein war wieder weg! Erneut blickte er auf das Implantat und öffnete somit das Inventar. Da war er wieder, im ersten Slot!
Es verstrichen weitere Minuten, in denen er den Mysteriösen Raum des Inventars erkundete. Darunter fand er auch eine 'Funktion', wenn man es als eine solche bezeichnen konnte, die ihm das herstellen von Dingen ermöglichte. Es waren viele verschiedene Dinge, die er sich nicht genau anschaute aber er fand ganz oben primitives Werkzeug. Eine Art Spitzhacke und Axt.
Als er sich auf diese Sachen fokussierte, fand er sogar heraus was er alles für die Herstellung brauchte. Ein Stein, ein Stück Holz und zehn mal Stroh.
Wo zur Hölle bekam man Stroh her? Schließlich gab es hier nicht mal eben einen Acker um die Ecke! Von den Ecken selbst ganz zu schweigen... Aber wo man Holz fand, wusste er!
Schnurstraks lief er zum nächsten Treibholz, sammelte dort einige Stöcke auf und schlug mit der Faust gegen den angeschwemmten Baumstamm. Es hatte eigentlich keinen Sinn und ist nur aus einem Impuls heraus passiert. Außerdem bereute es der schwarzhaarige sogleich, da seine Fingerknöchel durch diese sinnfreie Aktion nun schmerzten und sich dieser Schmerz nicht wie sonst in ein angenehmes Gefühl umwandelte. Hmm.... War jetzt auch noch mit seinem Vampirsein, sein Masochismus verschwunden, oder was?? Dennoch hatte der Schlag auf eine verquere Art und Weise etwas erleichterndes, da er seinen Frust abladen konnte.
Irritiert blickte er wieder auf den Baumstamm und sah einige Fasern hochstehen. Diese zog er neugierig ab und hatte schlussendlich einen Holzfaserstreifen in der Hand. War das etwa das sogenannte Stroh? Er ließ diese Fasern verschwinden, genauso wie die Stöcke und sah ins Inventar. Tatsächlich hatte er nun zwei Steine, drei Stöcke, und einmal Stroh. "Welch stolzer Besitz....", murrte er vor sich hin, konnte sich ein schmunzeln jedoch nicht verkneifen. Diese Situation war einfach zu seltsam, als dass man ernst bleiben konnte.
Mit Hilfe eines Steins, anstatt seiner Faust, hatte er schnell den nötigen Rest 'Stroh' zusammen um eine Spitzhacke herzustellen. Die Herstellung an sich, hatte auch eine kleine Überraschung für ihn übrig, da er dies nicht direkt selbst machen musste, sondern es irgendwie im Inventar passierte. Die Materialien verschwanden und kaum später tauchte das Werkzeug in einem der Slots auf. Zwar war er davon noch mehr verwirrt, dennoch nahm er es auch sehr positiv auf, da es ihm sehr viel Zeit einsparte!
Er ließ das Werkzeug materialisieren, besah es sich mit mildem, zufriedenen Ausdruck und kehrte zum toten Carnotaurus zurück! Damit würde es noch immer schwierig werden, das Fleisch zu bekommen, doch war es nun eher möglich als ohne Werkzeug.
Tatsächlich war es noch um einiges spaßiger, als zuvor gedacht. Das ganze war eine sehr blutige Angelegenheit und eine ziemliche herumwürgerei und reißerei bis er endlich mal die Haut vom Fleisch getrennt hatte. Natürlich hatte er das Tier nur partiell gehäutet, doch war es schon anstrengend genug. Das Fleisch zu entnehmen, war hingegen ein wenig leichter, wenn auch noch immer eine sehr schmutzige Angelegenheit. Das Blut spritzte oder lief über seine Hände. Sonderlich stören tat es ihn nicht, doch würde das ganze Blut das braten schwieriger machen. Nachdem er für sich genug heraus gelöst hatte und alles in der neuen Art der Pocketdimension verschwinden lies, ließ er den Körper des Carnos für andere Lebewesen zurück.
Allerdings lief er davon auch schnell auf eine sichere Entfernung weg, um nicht direkt von angelockten Carnivoren ins Visier genommen zu werden. Während er lief, fiel sein Blick immer wieder auf seine blutigen Hände. Zwar war er ein Mensch, doch kam er bei diesem Anblick nicht umhin, sich zu fragen, wie es denn nun so für ihn schmeckte. Vorallem weil das hier Carnotaurusblut ist. Er stoppte, sah noch eine Weile auf seine Hände, bevor er seine linke schlussendlich an seinen Mund hob und seine Zunge darüber fahren ließ. Zwar zog sich sein Magen im ersten Moment unangenehm zusammen, doch schmeckte das Blut für ihn noch immer relativ gut! Vielleicht war nicht alles von seinem Vampirsein verschwunden. Er konnte zwar nicht jede Feinheit mehr herausschmecken, aber mögen tat es dennoch! Auch schmeckte das Blut ein wenig anders als menschliches, nur konnte er gerade die genauen Unterschiede nicht beschreiben. Ob jedes Tier hier anders schmeckte? Er wollte es irgendwie wissen! Mit einem Blick in den Himmel, wurde er jedoch wieder auf die wichtigen Dinge aufmerksam gemacht!
Es wurde langsam aber sicher dunkel und kühler! Er musste sich ein Feuer machen um sich warm zu halten und um unliebsame Gäste abzuschrecken!
Alucard wandte sich wieder dem Ozean zu, wusch erstmal den Rest des Blutes ab, trank noch einen Schluck normales Wasser und machte sich erstmal daran, das nötige Zeug für ein Lagerfeuer zusammen zu suchen! Zwar musste er erstmal heraus finden, wie er an 'Flint' kam, doch war diese Frage auch schneller als erwartet geklärt! Ganz stumpf, aus Felsen mit seiner Hacke. Auch hatte er heraus gefunden, dass er von den Sträuchern, die vereinzelt am Strand wuchsen, feinere Fasern und die verschiedensten Beeren heraus bekam. Wie auch immer es möglich war, dass 6 verschiedene Beerenarten an einem Strauch wuchsen. Doch irgendwie wunderte ihn, nach den ganzen anderen Schocks vorher, garnichts mehr. Laut seinem Inventar, konnte er die gelben, roten, blauen und lilanen Problemlos essen. Die weißen waren eine Art Stimulant und die schwarzen ein Nakotikum. Nein, ihn wunderte garnichts mehr! Die, die er essen konnte, aß er auch sogleich um die Zeit zu überbrücken, bis er das Fleisch essen konnte. Irgendwie irritierte ihn der Geschmack der Beeren um einiges mehr als den des Blutes. Der Geschmack war zwar nicht unangenehm und süß, aber es war dennoch irgendwie seltsam. Wahrscheinlich war dies ebenso der verdammten Gewohnheit verschuldet! Zumindest gaben die Beeren ihm wieder ein paar kleine Prozent auf seine Nahrungsanzeige in seinem Inventar, also hatte es schon einen gewissen Zweck erfüllt. Auch hatte er nun ein paar weitere Parasaurier, Triceratopse und einen Pteranodon getroffen. Bei letzterem hatte er sich furchtbar erschrocken, als das Tier relativ nah hinter ihm gelandet war und er sich wegen dem Geräusch umgedreht hatte. Dadurch hatte sich aber auch dieser Flugsaurier erschrocken und war sogleich wieder weggeflogen.
Jedenfalls konnte er sich relativ schnell ein kleines Lagerfeuer entzünden, wo er auch sofort sein Fleisch dran braten ließ. Noch einmal blickte er sich um, nahm missmutig zur Kenntnis, dass er mit steigender Dunkelheit immer weniger sehen konnte. Mit einem seufzen, sah er auf sein Implantat und öffnete sein Inventar. Vielleicht konnte er noch die ein oder anderen Sachen machen, die ihm hilfreich waren. Tatsächlich hatte er noch genug Zeug gesammelt um sich eine Axt und eine primitive Stoffhose herzustellen. Es war nicht viel an Kleidung, doch war er froh dass er nicht mehr ganz nackt herumlaufen musste. Er ließ die Hose aus seinem Inventar heraus materialisieren und zog sie sich schnell über. Warum auch immer passte sie ohne Probleme, ohne dass irgendwelche Maße benötigt wurden und so weiter. Naja, im Grunde war der schwarzhaarige schon an dem Punkt angekommen, wo er garnichts mehr hinterfragte. Diese paar Stunden, die er nun hier war, haben bis jetzt schon sämtliches in seinem Kopf über'n Haufen geworfen.
Er war wieder ein Mensch. Ein Ozean voll Süßwasser. Inseln bevölkert von Urzeitlichen Tieren und Wesen aus anderen Epochen. Eine holografische Pocketdimension, in der man Objekte innerhalb von Sekunden herstellen konnte, ohne es wirklich selbst zu machen. Was also wunderte ihn eigentlich noch?
Vorsichtig sah er nach seinem Fleisch und sah dass die ersten Stücke durchgebraten waren! Mit einem spitzen Stöckchen, spießte er die Stücke auf, damit er sich nicht die Finger verbrennen musste und begann es vorsichtig zu essen. Hey, es schmeckte garnicht mal so schlecht und es war auch nicht so irritierend vom Geschmack her, wie die Beeren! Das war doch etwas positives! Damit zufrieden kaute er auf seinen recht zähen Fleischstreifen herum und genoß zum erstenmal die Ruhe, die er hier draußen hatte. Kein Lärm, keine Motorengeräusche, nichts was auf Menschen hindeuten würde. Nur die Natur und ihre Lebewesen. Herrlich!
Die Minuten verstrichen und diese Ruhe wurde augenblicklich gestört, als er ein aufgeregtes keckern hinter sich hörte. Augenblicklich, riss er seinen Oberkörper zur Seite und sah wie eine grünlich, schleimige Masse vor ihn in den Sand klatschte. Dann hörte er kleine, schnelle Schritte näher kommen. Reflexartig griff er sich den nächsten Stein, drehte sich blitzartig herum und sah schon etwas auf ihn zu springen, bevor er dem Etwas den Stein gegen den Schädel donnerte. Durch den Impakt, wurde das Tier auf die Seite geschleudert und landete nicht weit neben dem schwarzhaarigen. Dieser war aus seiner seltsam sitzenden Position aufgesprungen und hatte schon die Axt bereit gemacht, als er realisierte, dass dieser eine Schlag schon gereicht hatte um das Tier bewusstlos zu kriegen. Naja, im Grunde machte dies es ihm um einiges einfacher. Für einen Augenblick hob er die Axt so an, dass sie nun mit einem entsprechenden Schwung, das Genick durchtrennen konnte. Doch ließ er sie, nach einem Moment des verharrens, wieder sinken. Irgendwie fühlte es sich nicht richtig an. Er hatte das Tier, welches er nach näherem betrachten als Dilophosaurus erkannte, schon bewusstlos geschlagen oder weiß Gott für Schäden am Schädel hinterlassen. Es war nun komplett hilflos und irgendwie verbot es ihm sein Stolz, von dieser Situation besitz zu ergreifen. Er hatte genug gegessen, also was brachte ihm nun noch eine weitere Tierleiche? Seufzend ließ er die Axt verschwinden und griff den kleinen Raubsaurier am Schwanz und an den Hinterbeinen um es von seinem kleinen Lager wegzuziehen. Als er mit der Entfernung halbwegs zufrieden war, legte er ein paar kleine Brocken rohes Fleisch neben den Kopf des Tieres und hoffte bloß, dass es ihn damit in Ruhe lassen würde. Es waren die Reste, die er für sein Abendessen nicht gebraucht hatte und die wahrscheinlich eh am nächsten Tag schon relativ ungenießbar gewesen wären, also warum sollte dieses Tier nicht noch davon profitieren können?
Es war relativ kalt, weshalb er sich schnell wieder zu seinem Lagerfeuer verzog. Nocheinmal legte er etwas Holz nach, bevor er sich vorsichtig hinlegte, die Arme als Kopfkissen benutzend, damit er nicht direkt mit dem Gesicht im Sand lag. Es war dunkel und es war besser wenn er schlief.... eigentlich. Nur wäre er dann ungeschützt wenn wieder ein Raubtier auftauchen würde, was aus offensichtlichen Gründen sehr schlecht für ihn wäre... Mit einem letzten Blick in die Richtung, in die er den Dilophosaurus geschliffen hatte, schloss er langsam die Augen, in der Hoffnung dass er schnell schlafen könnte und nichts passieren würde.
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Urgh, ein Spiel in eine Story zu transferieren, sodass es auch noch halbwegs Sinn macht, ist ganz schön anstrengend! Aber ja, zumindest habe ich jetzt das gröbste xD
Einige Sachen sind gleich, andere Dinge sind ein wenig anders und alles ist verwirrend.. zumindest für Alcard, lol xD
I like where this is going! Hoffe ihr hattet Spaß beim lesen
Bleibt immer fresh
Lesen uns wieder
Eure Laskume Dragon
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