Chapter 2.
Trotz seiner Versuche einzuschlafen, war es um einiges schwieriger als gedacht. Denn er konnte seine Zwangsvorstellungen, dass er von allem angefallen werden könnte, nicht abschalten. Dies versetzte ihn natürlich in einen dezenten Zustand der Paranoia! Wann immer er ein Geräusch hörte, waren seine Augen wieder offen und er blickte sich nervös um. Gott, es war furchtbar wieder um sein Leben fürchten zu müssen! Da bekam er doch glatt wieder Sehnsucht nach seinem Vampirdasein und seiner Unsterblichkeit! Einmal fuhr er sogar zusammen als ein großer Schatten über ihn hinweg glitt. Dieser entpuppte sich allerdings als ein Pteranodon, der keinerlei Interesse an Alucard zeigte und einfach weiter flog. Doch auch nach dieser Erkenntnis war es für den schwarzhaarigen sehr schwer gewesen, seinen Puls wieder halbwegs zu beruhigen. Nach einer gefühlten Ewigkeit des paranoiden wachliegends, wobei eigentlich nichts passiert war, kam es dann endlich zu dem Moment, bei dem er endlich vom Schlaf übermannt wurde.
Die Sonne war schon lange wieder am Himmel aufgegangen als Alucard wieder in die Welt des Bewusstseins zurück kehrte. Der Hunger und Durst machte ihn allein schon wach, doch waren es auch diese komischen Berührungen an seiner Wange die ihn in seinem Schlaf störten. Murrend drehte er sich um, hatte aber augenblicklich Sand im Gesicht, was ihn sofort wieder aufschrecken ließ. Ach ja, er war ja nicht in seinem Sarg sondern an einem Strand. Verwirrt und ein wenig enttäuscht darüber, dass diese ganze Geschichte kein Traum war, setzte er sich auf. Kaum saß er vernünftig, spürte er wieder eine leichte Berührung, diesmal von hinten an seiner Schulter. Noch nicht ganz wach, drehte er langsam seinen Kopf, machte nur sogleich fast einen Luftsprung auf die Seite, als er in eine Echsenvisage blickte. Oh Gott! Die Dinosaurier! Er hatte vergessen dass es hier Dinosaurier gab!! Und nun stand so'n Vieh direkt hinter ihm!!
Aber warte mal- Mit noch mehr Verwirrung nahm er auch zur Kenntnis, dass dieses Tier ihn nur berührt, ihn nicht aber angefallen hatte. Die Echse, die er anblickte, hatte eine kurze Schnauze, zwei parallel zueinander liegende Knochenkämme über den Augen und eine kleine, schlaksige Gestalt. Am Hals konnte er charakteristische Hautlappen erkennen, die wie bei einer Kragenechse, aufgestellt werden konnten. Ein Dilophosaurus! Beziehungsweise....DER Dilophosaurus, wenn Alucard nicht alles täuschte. Es war das Vieh, was ihn angefallen hatte! Doch warum tat es jetzt nichts? Im Grunde stand es nur halb neben und halb hinter ihm und blickte ihn nur an. Verwirrt blinzelte Alucard und der Saurier tat es ihm gleich. Er neigte leicht seinen Kopf zur Seite, der Saurier auch! Nach einem weiteren unangenehm stillen Moment, indem sich diese zwei nur anstarrten, wagte Alucard es verwirrt seine Stimme zu erheben. "Uhm...Hi?", fragte er zu dem Tier und hätte sich auch gleich Ohrfeigen können. Natürlich, ein wildes Tier verstand auch, was er zu ihm sagte... Doch zu seiner großen Überraschung schien der kleine Saurier direkt auf seine Stimme zu reagieren, denn es gab sogleich einen hellen, pfeifenden Ton von sich, der sogleich in ein leises keckern hinüber glitt. Doch war es nicht das keckern was er gestern gehört hatte, sondern es war eine viel viel ruhigere und sanftere Ausformung von eben jenem Geräusch. Dementsprechend nahm der schwarzhaarige an, dass es vielleicht ebenso eine Art Begrüßung war? Er wusste es nicht. Allgemein wusste er nicht was er von all dem halten sollte! Als das Tier dann näher kam und ihn nochmal anstubsen wollte, wich er erneut weg, stand aber auch sogleich auf. Sein Arm zuckte schon nach oben, sodass er fast sein Inventar geöffnet hätte um seine Axt zu holen, doch vermied er schnell diese Reaktion, da das Tier noch keinerlei Aggression gezeigt hatte. Doch nun wo er stand, konnte er sich den Dilo ein wenig besser besehen, als aus einer Perspektive wo er nur direkt die Schnauze vor sich hatte. Der Saurier hatte gelb-orange Augen und auf dem Rücken trug es blau-graue Schuppen, die im Licht einen silbrigen Schimmer annahmen. Auch hatte der Dilophosaurier merkwürdige Borsten auf dem Rücken, die eher in einem rötlichen Ton waren, genauso wie der äußerste Teil der Halskrause und die dezente Musterung auf dem Schuppenkleid. Die Unterseite wiederum war in beigen Schuppen gehüllt.
Noch immer fragte sich der ehemalige Vampir, warum dieses Tier ihn noch nicht angegriffen hatte. Schließlich war es wohl das selbe wie gestern und dort hatte es ihn angegriffen, warum also jetzt nicht? Dann fiel dem schwarzhaarigen ein, dass er dem Saurier Fleisch überlassen hatte. War es also nun eine Art Dankbarkeit, die ihm entgegen gebracht wurde? Naja, eigentlich klang das ja schon echt komisch, so etwas von einem solchen Lebewesen zu denken. Doch sollte man Tiere nie unterschätzen! Sie waren meist sogar noch intelligenter als so mancher Mensch! Es kam ihm eine aberwitzige Idee! Vielleicht sollte er einfach mal seine Hand nach dem Tier ausstrecken und schauen was passierte. Das machte er auch, selbst wenn die Gefahr hoch war, nun eine Hand zu verlieren. Er hielt seine Hand vor die Schnauze des Sauriers, ließ es ihn erstmal beschnüffeln bevor er langsam seine Hand drehte und die Innenseite präsentierte.
Was dann geschah, entlockte ihm ein überraschtes keuchen. Der Saurier hatte ihn nur kurz beschnuppert, ihn angesehen und sofort seinen Kopf an seine Hand gelegt. Mit einem hellen gurren rieb es seinen Kopf an seiner Hand wie eine zahme Hauskatze. Alucard konnte es nicht glauben! Was war da nur los? Gestern hätte es ihn noch munter zerfleischt, jetzt war es sein Haustier oder was?
Augenblicklich wurde er allerdings von einem gewissen Magenknurren wieder in die Realität zurück geholt! Verdammt! Er hatte seine neu zurückerlangten, menschlichen Bedürfnisse vergessen!
Unter diesen Bedürfnissen gab es auch eines, welches besonders nervig war. Ein wenig verzog er das Gesicht, wandte sich vom scheinbar nun braven Dilophosaurus ab und lief schnurstraks zur leichten Böschung am Rande des Waldes. Nur ungern wollte er wirklich in den Wald, doch verzog er sich soweit dort ins Unterholz, dass er nicht sofort visuell entdeckt werden würde, weder von Menschen, die es hier sowieso irgendwie nicht gab, noch von anderen Tieren!
Ein paar Minuten verstrichen und Alucard kam wieder aus der Böschung hervor, noch immer missmutig aber auch ein wenig erleichtert. Mit Erstaunen stellte er fest, dass der Saurier bis zum Rande des Waldes gefolgt, dann aber mit ein wenig Abstand stehen geblieben war. Auch als er wieder zurück zum Strand und zum Wasser ging, folgte es ihm wieder. Faszinierend!
Am Wasser wusch er sich die Hände, befreite sich allgemein von sämtlichen Schmutz, bevor er auch seinen Durst löschte. Seine Kehle hatte sich angefühlt, als hätte er nicht nur auf Sand gelegen, sondern auch welchen geschluckt. Dass durch das Wasser nun auch seine Hose nass war, war dem schwarzhaarigen eigentlich relativ egal, da es eh warm genug war und es damit schnell trocknen würde!
Nun galt es noch schnell etwas zu essen zu finden! Zum Carno konnte und wollte er auch nicht mehr! Zu groß die Gefahr anderen Carnivoren oder Aasfressern in die Klauen zu laufen. Beim Lagerfeuer fand er nicht mehr viel praktisches. Er nahm nur noch die Steine und die größeren Stücke Holzkohle mit. Die Asche ließ er einfach liegen!
Dann lief er weiter den Strand entlang, in die selbe Richtung in die er auch schon gestern die ganze Zeit gelaufen war. Wenn er den Strand so hinabblickte, dann kam es ihm fast so vor, als gäbe es da entweder weiteres Land oder weitere Inseln! Wenn es Festland war, hatte der schwarzhaarige Glück! Wenn nicht, ja dann war es fraglich wie er bloß dahin kam, oder er verschimmelte auf dieser Insel! Denn schwimmen konnte er nicht und wollte es auch nicht unbedingt ausprobieren, bei dem was hier kreuchte und fleuchte! Wieder blickte er sich um, um nach etwas essbarem Ausschau zu halten. Er hatte nicht viele Möglichkeiten bei dem, was er essen könnte! Er könnte etwas töten oder irgendwelche Pflanzen nach diesen komischen Beeren abgrabbeln! Also da war ihm die erstere Option um einiges lieber... Wobei er zweiteres wohl auch noch machen müsste, um sich mit Hilfe des Inventars weitere Kleidung zu machen. Denn selbst wenn er nun eine Hose hatte, war ihm nicht unbedingt danach, seinen restlichen Körper unbedeckt zu lassen! Viel was er töten konnte, befand sich aber ebenso wenig am Strand! Er sah ein paar Dodos, die aber eventuell zu wenig sein konnten, außerdem hatte er keine Lust auf das rupfen! Dann sah er noch ein paar Triceratopse, Parasaurier und noch weiter entfernt einen Langhals! Hier mochte er allerdings sehr zu bezweifeln, dass er eines davon überwältigen konnte! Plötzlich hörte er bei den Dodos ein fauchen und keckern, wie er es gestern gehört hatte, und drehte seinen Blick dort hin! Ein bräunlicher Dilophosaurier griff gerade die Schar Dodos an, die in alle Richtungen weg rannten! Er sah neben sich, wo noch immer brav der silbrige stand, der ihm seit seinem Aufwachen gefolgt war. Vielleicht konnte er dieses Tier ja überwältigen! Bestimmt! Doch wieder sah er kritisch zu seinem kleinen Begleiter. Würde der das zulassen? Gab es eine Rudeldynamik bei Dilos?
Weil, wenn er dann zwei wütende Reptilien am Arsch kleben hatte, hätte er dezent ein Problem! Eh... Sollte dies der Fall sein, kam einfach nochmal der Stein zum Einsatz! Mit einem erneuten kritischen Blick zu seinem Dilo, öffnete er das Inventar und ließ seine Axt und einen Stein erscheinen! Den Arm mit der Axt streckte er gerade aus, den anderen, mit dem Stein, hob er zum Wurf. Eine nicht sehr galante Art und Weise, wie man auf sich aufmerksam machte, dennoch wirksam. Er wollte fast schon wieder sein drittes Auge öffnen um damit zu zielen, bemerkte jedoch dass er das ja nicht mehr konnte und zielte eher mit seinem Arm beziehungsweise der Axt ab. Es war ungewohnt wieder so zu zielen, doch war sein Wurf erfolgreich, als er das fremde Tier an der Schulter traf. Mit einem erschrockenen Fauchen ließ es von dem bereits getöteten Dodo ab und drehte sich in seine Richtung. Der Kopf war hoch erhoben, die Halskrause drohend aufgestellt, bevor es auf ihn zu lief. Bevor er selbst los lief, hörte er ein fauchen und keckern neben sich, und erwartete schon, dass ihn sein Begleiter auch noch angriff. Zu seiner großen Überraschung, spuckte der silberne Dilo seinen grünen Schleim auf den Fremden, bevor er auch auf diesen zurannte. Perplex sah Alucard dabei zu, wie die beiden Dilophosaurier in ein Kampf gerieten, bei dem schnell deutlich wurde, dass sein silberner die Oberhand hatte! So schnell wie der Kampf begonnen hatte, so schnell war er auch wieder vorbei, als Alucards Dilo dem anderen gezielt in den Nacken biss. Der Körper sackte zusammen und der Gewinner sah zu dem schwarzhaarigen, bevor er zu ihm hinlief und freudig gurrte. Innerhalb von kürzester Zeit hatte dieses Tier seinen Artgenossen ohne zu zögern umgelegt und acuh ohne selbst viel abzubekommen. Langsam kniete sich Alucard hin und besah sich sich die paar wenigen Verletzungen, die es davon getragen hatte. Alles waren Kratzspuren, denn der fremde Dilophosaurier hatte wohl keine Chance gehabt zu beißen, und diese waren auch nur oberflächlich. Ohne es wirklich zu wollen zogen sich seine Mundwinkel ein wenig nach oben. "Du bist wahrlich ein faszinierendes Tier..", murmelte er darauf und strich dem Tier über den Hals. Dann stand er auf, um sich um das tote Tier zu kümmern.
Mit der Axt als eine Art Klinge, war es um ein Vielfaches leichter das Tier zu häuten, ohne furchtbare Fetzen zu reißen. Zum Fleisch entnehmen, entpuppte sich jedoch die Hacke als besseres Werkzeug! Auch wenn Alucard eigentlich ein normales Messer für diese Arbeit bevorzugte! Gerade musste er aber benutzen was er hatte, viel Auswahl gab schließlich nicht! Er trennte sich so viel Fleisch ab, wie es ging! Wenn er es gut durch briet, würde es sich eventuell für die nächsten Tage halten. Doch wo er schon den anderen Dilo so auseinander nahm, kam er auch nicht umhin von dem Blut zu probieren, dass ihm über die Finger lief. Tatsächlich hatte es einen leicht anderen Geschmack wie der Carno! Der Carnotaurus hatte irgendwie bitterer und metallischer geschmeckt! Als er sich dann ein Feuer machte um schon mal das erste zu braten, sah er wie sich sein Dilophosaurus über die Reste, insbesondere die Innereien, her machte. "Ähh...du weißt schon, dass das dein Artgenosse war?", merkte er leicht entgeistert an, bevor er jedoch mit den Schultern zuckte. Ihm sollte es recht sein, schließlich durfte er, was Kannibalismus anging, sowieso nichts sagen, so oft wie er andere Vampire gefressen hatte. Die Innereien des anderen Dilophosaurus hätte er sowieso nicht gegessen, zu hoch war die Gefahr auf Parasiten in ihnen! Also warum sollte sein kleiner Begleiter nicht noch profitieren, wenn er das Tier schon erlegt hatte. Während der schwarzhaarige sich also ums Feuer und das braten seines Fleisches kümmerte, fraß der Saurier alles was er übrig gelassen hatte und nagte die Knochen ab um eventuell auch an das nahrhafte Knochenmark zu gelangen. Zwischendurch besorgte Alucard auch die ein oder anderen Ressourcen, die er brauchte um sich weitere Kleidung und Waffen zu machen.
Alles in allem vergingen Stunden, in denen er sich nur sein Futter für die nächste Zeit vorbereitete, Sachen sammelte und herstellte. Er war wirklich zurück in die Steinzeit katapultiert worden. Urgh.
Nun ja, Zumindest hatte er am Ende dieser ganzen Session komplette Bekleidung, primitive Speere als Waffen, eine Fackel. Auf die Kopfbedeckung hatte er bei seiner Kleidung allerdings verzichtet, denn mit diesem Bandana kam er sich dann doch ziemlich dämlich vor.
Noch dazu hatte er in seinem Inventar jede Menge an Ressourcen, denn man wusste ja nie! Irgendwie fühlte sich Alucard wie eine Frau beim Koffer packen. Denn die nahmen ja auch immer endlos viel Zeug mit, dass am Ende gar nicht mal gebraucht wurde. Mit erneutem Missmut hatte er auch entdeckt, dass alles im Inventar sich gewichtsmäßig auf ihn auswirkte, so als ob er es direkt mit sich tragen würde! Ganz toll...
Also da wünschte er sich wirklich sein Vampirdasein zurück, denn bei seiner Pocketdimension hatte er dieses Problem nicht gehabt. Zumindest hätte er davon nichts gemerkt und er hatte schon so einigen Müll darin herumtransportiert! Irgendwann am Mittag war er soweit mit allem fertig, dass er weitergehen konnte. Vielleicht gab es irgendwo doch ein Hauch an Zivilisation oder zumindest einen sicheren Unterschlupf, den es nun jeweils noch zu finden galt! Kaum hatte er sich wieder aufgerafft, war auch schon wieder der Dilophosaurus an seiner Seite. "Du willst mir also jetzt die ganze Zeit folgen?", fragte Alucard das Tier, strich ihm aber nochmal sanft über die Schnauze. Eigentlich hatte er nichts dagegen, da es auch Vorteile für ihn hatte, doch konnte er sich noch immer nicht ganz erklären warum. Der Dilo gurrte freudig und Alucards Mundwinkel zuckten wieder leicht nach oben. Mit einem seufzen, schloss er kurz die Augen, bevor er sie wieder öffnete und los ging. "Wenn das so ist, dann sollte ich dir wohl einen Namen geben, was meinst du?" Erneut gluckste das Tier, worauf Alucard so langsam wirklich das Gefühl bekam, dass der Saurier vielleicht doch mehr von seiner Sprache verstand als er zuerst dachte. "Nur blöd, dass ich nicht weiß was du bist...und dir untern Schwanz zu gucken bringt nicht viel..." Irgendwie fühlte sich der schwarzhaarige immer noch sau dämlich auf ein Tier ein zu reden. Doch war es eigentlich auch sehr angenehm, denn die schweigsamste Person war er schließlich nicht und konnte daher auch nicht allzulange die Klappe halten, wenn er in einer guten Stimmung war. Also lieber mit einem Tier reden, als garnicht zu reden. Außerdem hielt Reden die Psyche intakt. Naja, was man bei ihm so als intakte Psyche bezeichnen konnte...'n knacks weg, hatte er definitiv. Das war ein Fakt den er weder leugnen konnte, noch wollte.
Während er also weiter den Strand entlang lief, lief der Dilophosaurus brav bei Fuß, vorallem weil Alucard noch immer ein wenig dessen Nacken kraulte. Seufzend blickte der schwarzhaarige nochmal in sein Inventar und nahm dabei die Hand vom Dilo herunter, was diesen etwas empört aufblicken ließ. Bevor Alucard realisieren konnte was es war, verschwand augenblicklich etwas, was sich in seinem Inventar verändert hatte. Irritiert legte er ein wenig den Kopf schief und legte dem Dilo wieder die Hand an den Nacken. Tatsächlich! Mit dem Kontakt zu dem Tier hatte sich sein Inventar ein wenig verändert. Die Gesundheits Informationen waren nun in der Mitte und nicht mehr rechts wie vorher. Ganz Rechts waren nun weitere Slots angezeigt, wie er sie schon aus seinem Inventar zuvor kannte, nur war in ihnen nichts drinnen, außer ein paar Stücke Leder. Auf der linken Seite konnte er sein eigenes Inventar sehen, mit allem was er hatte. Moment mal!
Wieder nahm er die Hand vom Dinosaurier weg und alles war wieder normal, dann legte er die Hand zurück und das zweite Inventar war da. Das war das Inventar des Dinosauriers? Die hatten auch jeweils eine Pocketdimension??! Auch hatte er eine Veränderung bei den Gesundheitsinformationen bemerkt! Im Grunde war alles gleich wie bei ihm auch, nur gab es eine kleine aber feine Veränderung! Es waren die obersten zwei Zeilen, die für ihn ausschlaggebend waren!
♀️ Dilophosaurus
Owner: Alucard
Ow...ner?? Warum 'Besitzer'? Er besaß dieses Tier nicht! Dann machte es aber 'klick'. Er hatte es gefüttert und daraufhin hatte es sich ihm angeschlossen! Hatte er es damit irgendwie gezähmt? Naja, die Anrede 'es' war auch nicht mehr ganz stimmig, nun wo er das Weiblichkeitssymbol neben der Rassenbezeichnung sah. Es war also ein Weibchen! Gut, dass diese Frage nun auch geklärt war. Das machte die Suche nach einem Namen um einiges einfacher. Erstaunt davon, dass er nun schon wieder neues entdeckt und neue Informationen bekommen hatte, schloss Alucard das Inventar wieder und sah zu seinem kleinen Begleiter, naja ....seiner kleinen Begleiterin, bevor er wieder weiter ging.
Es war gefühlt eine ewig lange Strecke, die sie liefen, in der Alucard jedoch mit den Gedanken hauptsächlich bei einem Namen für den Dilo war. Gott, er war nie gut wenn es um wirkliche Namen ging. Seltsame Spitznamen, ja, aber echte Namen? Nah...Nicht so seine Stärke. Nach einem seufzen, richtete er seine Vorschläge direkt an den Saurier.
"Du....Dino....was hältst du von 'Florentine'?" Die Silberne hob ihren Kopf, sah ihn einige Momente emotionslos an, bevor sie den Blick wieder abwandte.
"Du hast recht....war auch nicht unbedingt mein Favorit....Der Name passt vielleicht zu einer Adligen aber nicht zu einer Kreatur wie dir. Hmmm..... Dann hätte ich spontan noch 'Luminia' im Angebot, aber ich glaube der Name klingt ein wenig zu niedlich, oder?" Auch hier bekam er keine wirkliche Reaktion. Er blickte sich in der Umgebung um, aber er sah irgendwie immer das gleiche. Sand, Felsen, Bäume, Meer und hier und da ein Saurier. Kein Zeichen von Zivilisation! Doch dann fiel ihm spontan ein Name ein, der vielleicht sehr gut zu dem Dinosaurier passen konnte. "Hey! Wie wärs mit 'Raika'? Ist ein bulgarischer Name! Kommt ungefähr aus der selben Ecke, wo ich auch her komme!" Das gurren, welches als Reaktion folgte, klang in den Ohren des schwarzhaarigen eigentlich recht positiv, weshalb ihm erneut ein leichtes lächeln entkam. "Gut! Schön das wir das auch geklärt haben, Raika" Er blickte wieder zu ihr, strich ihr sanft über den Hals. Er muss schon ehrlich zu geben, dass er sich sehr schnell an die Präsenz des Saurier gewöhnt hatte und diese auch irgendwie ein wenig genoß! Zumindest war sie ein wenig Gesellschaft und er war nicht allein. Außerdem würde sie sich vielleicht als Wache in der Nacht nützlich erweisen, schließlich würde sie als Wildtier Gefahren schneller wittern und realisieren können. Nur war es fraglich, wie treu sie sein würde. Schließlich kennen sie sich nur seit ein paar Stunden, aber das würde man wohl oder übel halt sehen.
Aporopos Gefahren. Innerhalb von einem Moment zum anderen hatte Raika den Kopf gesenkt und begann drohend zu zischen. Alucard fragte sich schon, was denn jetzt los sei, doch realisierte er schnell, dass es nicht gegen ihn gerichtet war. Das Dilophosaurus-weibchen blickte nämlich zum Meer. Aufmerksam folgte Alucard ihrem Blick und konnte ihm ersten Moment nichts sehen. Was zur Hölle war los? Doch dann sah er etwas kurz die Wasseroberfläche durchstoßen. Was war das? Eine Flosse? Nein. So sah keine Flosse aus. Es sah aus wie das Segel eines Dimetrodons, nur in größer!
Oh nein.
Oh nein nein nein!
Es gab nur EIN Tier, welches ihm einfiel, dass solch ein Segel besaß! Seine Vermutung wurde ihm jäh bestätigt, als dieses Etwas näher zum Land kam und sich eine lange, Krokodil-ähnliche Schnauze aus dem Wasser erhob. Ein Spinosaurus! Ganz toll! Das hatte ihnen gerade noch gefehlt. Es gab hier Spinos! Es gab hier gottverdammte Spinos!! Noch dazu sah das Vieh ganz danach aus als wollte es gerade an Land kommen. "Uhm....Raika... Vielleicht solltest du mal das knurren einstellen, damit wir Land gewinnen.", merkte Alucard an und sah immer noch zum Spino. Der war nämlich nicht sonderlich weit von ihnen entfernt. Es würde nicht mehr lange dauern und dieser sah sie. Tatsächlich hörte der Dilo mit dem knurren und zischen auf und blickte zu ihm hoch. Wie auf Kommando liefen die beiden los! Gott, sie brauchten wirklich einen sicheren Unterschlupf! Doch hörten sie augenblicklich ein brüllen, welches im allgemeinen nichts gutes verheißen konnte.
Ein schneller Blick nach hinten, bestätigte es. Der Spinosaurus war auf Alucard und Raika aufmerksam geworden und sah sie nun als leichten Happen! Na ganz toll! Wie sollte er nun dieses Vieh los werden? Zum Entsetzen des schwarzhaarigen, hörte er die Schritte des Spinosaurus viel schneller lauter werden als die des Carnos! Oh nein! Es gab wohl kein entkommen. Dieser Carnivore würde ihn nun erwischen.
Kaum hatte Alucard innerlich mit seinem sterblichen Leben abgeschlossen, hörte er einen Knall, der wie ein Schuss einer Waffe klang. Ein Schuss? Hier? Wo es keine Waffen gab?? Blitzartig drehte Alucard sich um, stolperte aber sogleich nach hinten als er sah wie nah ihm der Saurier war! Doch hatte dieser seine Aufmerksamkeit abgewandt, blickte knurrend zum Wald. Erneut ein Schuss! Ja, das war wirklich ein Schuss, denn der Saurier wurde von etwas am Hals getroffen und begann zu bluten. Kaum war der Hall vom zweiten Schuss verklungen, brach ein orangebrauner Carnotaurus aus der Böschung. Doch das war kein normaler Carno, denn dieser war.... gesattelt und gezäumt? Was zur Hölle? Fast sofort kriegten sich der Carno und der Spino in die Haare, worauf Alucard noch weiter nach hinten flüchten musste, um nicht unter einem der Saurier zu landen. Raika stand allgemein schon auf Abstand, war aber immer noch in seiner Nähe. Kaum waren die beiden großen Carnivoren in einem Kampf, lief eine weitere Gestalt aus der Böschung und erneut hallte ein Schuss wieder. Ein Mensch! Es war tatsächlich ein Mensch! Oder.... zumindest etwas humanoides in einer Metallrüstung! Diese Person hatte tatsächlich eine Waffe in der Hand und schoss in regelmäßigen Abständen auf den Spino. Wo war Alucard hier bloß rein geraten? Es dauerte keine fünf Minuten und der Kampf war entschieden! Der Spino sackte zusammen und Mensch mit Carno waren die Gewinner. Der Carno hatte zwar auch ordentlich was abbekommen, denn er blutete aus zahlreichen Kratz und Bissspuren, humpelte nun sogar, doch war er am Leben. Die Person ließ die Waffe verschwinden, hatte also auch ein Inventar, und drehte sich zu dem Carno, legte diesem behutsam eine Hand auf die Schnauze und sagte etwas, dass Alucard nicht hören konnte. Ein stubsen von Raika an seinem Nacken, ließ den schwarzhaarigen wieder aufschrecken. Er sollte sich vielleicht wirklich wieder aus dem Sand erheben, in den er gefallen war, als er sich über die Nähe zum Spino erschrocken hatte. Missmutig klopfte Alucard sich den Sand aus der Kleidung und sah dann nach seinem Dilo. Da sie sich allerdings nicht im Kampf beteiligt hatte, worum Alucard auch ein wenig froh war, was er nie zugeben würde, ging es ihr sehr gut und sie wies keine Verletzungen auf. Warte...keine Verletzungen? Sie war doch vor ein paar Stunden noch im Kampf mit dem anderen Dilo! Wo waren die Kratzspuren?? Diese Frage konnte er sich allerdings nicht beantworten, vorallem auch deswegen weil er hörte wie die fremde Person auf ihn zukam. Misstrauisch stellte Alucard sich hin und sah zu eben jener Gestalt, die ebenso stehen blieb. Durch die metallene Rüstung konnte er nichts sehen, keine Augen, keine Haare, nichts was ihm etwas zu einer Identifikation verhelfen könnte. Die Person legte den Kopf leicht schief ehe ein leises lachen zu hören war. Oh nein! Er bekam das eklige Gefühl, dass dieses Lachen ihm bekannt war.
"Ich hätte nicht gedacht dich so schnell wieder zu sehen, Alucard. Vorallem nicht an einem Ort wie diesem..." Also diese Stimme erkannte er sofort!
❀⊱┄┄┄┄┄┄┄┄┄┄┄⊰❀
Yay, finally another chap! Ich hoffe wirklich es ist nicht zu langweilig u_u
Weil jetzt vorallem in den ersten beiden Kapiteln ging jetzt sehr viel darum, dass Alucard verschiedene Dinge entdeckt und sie beginnt zu nutzen. Hoffentlich ist es okay so wie ich es geschrieben habe, dennoch wünsche ich euch desweiteren viel Spaß!
Bleibt immer fresh
Lesen uns wieder
Eure Laskume Dragon
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