Ein Unfall
Für QueenHilda2 alles gute zum Geburtstag!! Ich wünsch dir immer viel Glück im Leben, viele (gute) Freunde, Gesundheit für dich und deine Familie und alles, was du dir sonst noch wünscht.
Deine Fire 😘
Also zogen wir alle unsere Regenjacken an und machten uns auf den Weg in Richtung Speisesaal.
Wir waren mittlerweile schon etwas spät dran, weshalb wir uns mit dem Essen beeilen mussten.
Also die anderen mussten sich ziemlich beeilen. Ich ess immer sehr schnell, deshalb war es normal für mich.
Normal war nur nicht, dass die anderen so schnell aßen.
Das verwirrte mich ein bisschen, aber ich wusste ja, wieso.
Danach gingen wir zu Mathe (uaaahg!), Wo wir eine Ex schrieben. Na super. Ich hatte gerade gedacht, ich könnte heute nochmal fragen, wie genau man so was jetzt macht.
Uns jetzt schreibt die einfach ne Ex!
„Es ist schonmal eine Vorbereitung für die Prüfungen", meinte Elisabeth entschuldigend.
Nach der Stunde gingen wir gemeinsam zu Kampfkunst.
Lena erzählte uns gerade, dass das Exenblatt leider etwas nass geworden war. Dabei hatte sie sich extra nach hinten gelehnt.
Wir anderen fanden das natürlich total lustig.
Etwas fröhlicher als davor schnappte ich mir einen Stab, die Leo verteilte, damit wir uns aufwärmen konnten.
Was mich verwunderte war, dass bisher noch niemand eine blöde Bemerkung über Lenas Wolke gemacht hatte.
Tiffany warf ihr zwar manchmal spöttische Blicke zu, was der einzige Anhaltspunkt war, dass die anderen die Wolke sehen konnten.
Ich glaube, die hatten alle etwas Angst vor Lena, seit sie fast den ganzen See überflutet hatte.
Hey, wieso hatte niemand Angst vor mir?? Ich hab circa 10 Haare abgefackelt.
Aber zurück zum Unterricht.
„Hey, Leute. Passt Mal auf! Heute werden wir eine neue Kampfart anfangen zu lernen."
Ich triumphiert innerlich. Endlich kein B
ogen schießen mehr!
„Ich habe schon die Stöcke verteilt. Das sind keine normalen Stöcke, sondern Kampfstäbe."
Ich war etwas entäuscht. Kampfstäbe hatte ich mir immer total anders vorgestellt. Irgendwie gefährlicher.
Aber das hier waren einfach nur Stöcke.
„Am besten ihr bekommt erst Mal ein Gefühl für die Kampfstäbe. Ihr könnt natürlich wie immer Partnerarbeit machen. Noch Fragen?"
Tiffany meldete sich.
„Ja?"
„Melissa ist krank. Also geht es nicht auf. Aber Sie könnten ja vielleicht mit mir...?"
Er lächelte gezwungen.
„Ich muss immer rumgehen und Tipps falls notwendig geben. Dann macht ihr einfach zu dritt."
Sie nickte enttäuscht.
Dafür kicherte ich.
Leo drehte sich zu mir um.
„Gibt es ein Problem, Emilia?"
Natürlich wurde ich schlagartig rot.
„Nein, alles gut."
Er nickte.
Ich schwang den Stab einmal probehalber durch die Luft, dann stellte ich mich gegenüber von Anna auf.
Ich sah sie ratlos an.
„Und was sollen wir jetzt machen?"
Anna zuckte mit den Schultern.
„Keine Ahnung. Vielleicht sollen wir schonmal anfangen zu kämpfen?"
Da uns nichts besseres einfiel, taten wir das dann auch.
Wir probieren es wie mit doppelseitigen Lichtschwertern, was am Anfang auch gut klappte, bis ich Anna aus Versehen auf den Kopf schlug, weil ich dachte, sie würde abblocken.
Sie taumelte zwei Schritte zurück und hielt sich den Kopf.
Sofort ließ ich meinen Kampfstab fallen und stürzte auf sie zu.
„Oh mein Gott, Anna, dass tut mir so mega leid, war echt nicht mit Absicht. Tut's arg weh?"
Sie hob stöhnend den Kopf.
„Ist schon... Okay."
Dann ließ sie sich auf den Boden fallen.
Ich geriet total in Panik und fing an laut rumzukreischen.
„OH MEIN GOTT, ANNA STIRBT GERADE!! BITTE, HILFT MIR JEMAND? WIR MÜSSEN SIE RETTEN! LEOOO!!"
Der kam sofort angerannt und kniete sich neben Anna ins Gras.
Auch die anderen hatten mittlerweile kämpfen aufgehört und sahen neugierig zu uns rüber.
Lena und Toni folgten Leo und setzten sich auf ihre andere Seite. Ich stand hilflos neben Annas Füßen.
Was sollte ich tun?
Leo strich Anna kurz über den Rücken und fragte mit seiner weichen, ruhigen stimme:
„Was ist denn überhaupt passiert?"
Anna stammelte vor sich hin.
„Wir haben gekämpft... Und dann... Ich weiß nicht... Ich hab nicht aufgepasst und dann hat mich der Stock getroffen. Mein Kopf..."
Ich hatte total das schlechte Gewissen. Wegen mir hatte Anna vielleicht eine Gehirnerschütterung. Oder einen Schädelbasisbruch. Obwohl ihr da glaub ich die Gehirnflüssigkeit aus der Nase laufen würde.
Oder aus den Ohren?
Oder war das doch bei was anderem gewesen?
„Am besten ihr geht zu Mysanna.
Emilia, hilf ihr.
Lena, Toni, ihr zwei geht auch noch mit.
Ich komme sobald wie möglich nach, erst muss ich die Stäbe einsammeln. Nicht dass sich noch einer von diesen Chaoten den Kopf einschlägt. Kannst du aufstehen?"
Anna nickte schwach, auch wenn sie beim Aufstehen ziemlich zitterte und immer wieder Zusammensackte.
Lena stützte sie auf der einen Seite, ich auf der anderen.
Als wir am Tor angekommen waren, drückte Toni es auf, damit wir hindurch konnten.
Vor Mysannas Büro blieben wir stehen.
Toni klopfte.
Wir warteten.
Nichts regte sich.
Toni klopfte nochmal.
Wieder nichts.
Entschlossen drückte die Toni die Tür auf.
„Hallo?"
Alles war still.
Unheimlich still.
Nervös trat ich von einem Fuß auf den anderen.
„Kommt, Leute, sie ist nicht da. Lasst uns gehen."
Lena sah mich spöttisch an.
„Klar, wir tragen Anna durch die ganze Schule, bis wir Mysanna gefunden haben. Die kommt bestimmt gleich wieder. Wir warten hier."
Niemand widersprach ihrem energischen Tonfall.
Wir verfrachteten Anna auf einen Stuhl, der vor dem großen Eichenschreibtisch stand.
Danach stellte ich mich wieder in die Tür und hielt nach Mysanna oder zumindest Leo Ausschau.
Doch keiner kam.
Toni und Lena schlichen unterdessen durchs Zimmer und begutachten es.
Beide blieben vor einer Steinschatulle stehen, die auf einem Sockel stand.
Sie war circa 20 Zentimeter lang und 10 Zentimeter breit.
Eine massive Kette war einmal quer um sie geschlungen, sodass man sie nicht öffnen konnte, ohne die Kette zu entfernen.
Die Kiste war ohne auffällige Verzierung, trotzdem schlug sie uns alle in ihren Bann.
Auch ich näherte mich ihr nun.
Was sich wohl darin befand?
Auf einmal hatte ich das tiefe Bedürfnis, die Kiste zu öffnen.
Ich löste die Kette.
„Emilia, was machst du da?", Fragte Toni.
„Ich will wissen, was in der Kiste ist."
„Es ist nicht deine, stell sie zurück."
„Es ist mir egal!", Fauchte ich. Ich war selbst erschrocken über meinen Tonfall.
Etwas milder fügte ich hinzu:
„Ihr seid doch bestimmt auch neugierig, was sich darin befindet."
Ohne auf eine Antwort zu warten, öffnete ich den Deckel.
Ich hörte ein kurzes, lautes Pfeifen, wie ein Windstoß, die Tür knallte ins Schloss.
Und es war stockfinster.
Erschrocken quiekte ich auf.
Auch den anderen schien es nicht ganz geheuer zu sein.
„Emilia, was hast du getan?", Flüsterte- schrie Lena, deren stimme auch um etliche Oktaven höher klang.
Ich wollte gerade antworten, dass ich keine Ahnung hätte, als es wieder hell wurde.
Blinselnd schaute ich mich um.
Dann erstarrte ich.
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