{*2*} Plötzliche Wende

Fortsetzung vom ersten Teil und
ZWEITES KAPITEL DER LESENACHT :33

Harry P.O.V:

Als endlich die Schulklingel ertönte, die den Unterrichtsschluss ankündigte, packte ich meine Sachen in Lichtgeschwindigkeit in meine (ziemlich alte) Tasche.

Ich war extrem nervös.

Neben Ron und Hermine verließ ich das Gebäude, doch am Schultor blieb ich stehen.

»Ähm...Bye, Leute.«

Ron guckte mich verwirrt an.
»Kommst du nicht noch mit zu mir?«

»Vielleicht nachher...Ich habe noch etwas Wichtiges zu erledigen. Ich erzähl' es euch später.«

Hermine schaute mich mit ihrem Ich-bin-nicht-blöd-ich-weiß-dass-etwas-im-Busch-ist-Blick an, aber sie sagte nichts.
Sie guckte mir nur noch einmal prüfend in die Augen, ich nickte und sie seufzte.

Lächelnd umarmte sie mich zum Abschied.
»Bis gleich. Und Harry- Bau bitte keinen Mist.«

Ron, der gerade einen großen Bissen seines übriggebliebenen Sandwiches kaute, schaute sie verständnislos an.
»Hä, wasch soll'en sein?«

»Nichts Ron, gar nichts.«
Lachend schleifte Hermine Ron am Ärmel mit sich, zwinkerte mir zu und Ron schaffte es noch, ein kurzes »Tschau Harry!« zu nuscheln, da waren sie schon um die nächste Ecke verschwunden.

Jetzt verstärkte sich das nervöse Flattern in meinem Bauch nur noch.
Was, wenn das alles eine Falle war?
Draco nur kam, um mich auszulachen?
Oder vielleicht sogar gar nicht erschien?

Vielleicht war es doch besser, wenn ich jetzt einfach nicht länger wartete.

Gerade, als mir dieser Gedanke durch den Kopf ging, sah ich den blonden Jungen, der auf mich zuschlenderte.
Mein Herz machte einen kleinen Purzelbaum.

»Hey, Potter!«
Draco strahlte mich an.

»H-Hi, Malfoy.«

»Draco.«, korrigierte er mich.

»Stimmt. 'Tschuldigung.«
Beschämt merkte ich, wie mir das Blut in den Kopf schoss.
»Aber...Sorry, wenn ich das frage...warum wolltest du mich hier treffen?«

Erstaunt stellte ich fest, dass sich die Wangen des sonst so schlagfertigen Blonden in einem zarten Rosaton färbten und sein Blick zu seinen Schuhspitzen wanderte.
»Das kommt jetzt vielleicht etwas plötzlich...«, Draco schluckte,
»...ich...ich mag dich wirklich. Sehr sogar. Und eigentlich wollte ich dich fragen...Oh Gott, das ist jetzt echt peinlich...ob wir mal etwas zusammen machen wollen?«

Dracos Kopf war jetzt von tiefroter Farbe.

Ich merkte noch rechtzeitig, dass mein Mund einen Moment zu lange offen stand, und schnell schloss ich ihn wieder.

Ich schluckte.
»Das ist jetzt kein Scherz, oder?«

»Scherz?«

»Normalerweise ist das doch nur wieder eine Taktik von euch, mich irgendwie reinzulegen. Wenn das jetzt auch der Fall ist, kannst du deine Freunde aus ihrem Versteck holen und mit ihnen darüber lachen, dass ich mir tatsächlich Hoffnungen gemacht habe.
Das macht mir nichts aus, bin ich ja gewöhnt.
Aber zieht es nicht extra in die Länge, das wäre dann wirklich etwas zu viel für mich.«
Ich merkte, wie mir Tränen in die Augen schossen, und wandte meinen Blick ab.

Doch plötzlich schlossen sich zwei wärme Hände um meine und ich sah auf.

Draco schaute mich bedrückt an.
»Ich könnte dich niemals anlügen, Harry.
Ich denke, ich habe mich in dich verliebt.
Ich weiß auch nicht, wieso.
Wahrscheinlich wegen deinen verstrubbelten schwarzen Haaren, die dir so süß ins Gesicht fallen. Oder deinen wunderschönen grünen Augen. Oder auch, weil du einfach du selbst bist.
Das ganze Gefühl ist total neu für mich.
Und ich erwarte auch nicht, dass du das selbe für mich empfindest.
Ich wollte dich nur auf ein Date einladen, aber das kannst du natürlich auch jederzeit ablehnen, wenn du nicht
willst...«

Er mochte mich. Draco Malfoy mochte mich wirklich.
Glücklich lächelte ich ihn an.
»Ich gehe gerne auf ein Date mit dir.«

Sofort hellte sich Dracos Gesichtsausdruck auf.
»Heute Abend um sieben?«

Ich nickte.

»Okay, ich hole dich ab.«
Draco grinste. Aber es war nicht das überhebliche, sondern das offene Draco-Grinsen.
»Bis später.«

Er gab mir einen Kuss auf die Wange und ging in die andere Richtung davon.

Und nun stand ich da, mit meinen Fingern die Stelle berührend, an der er mich geküsst hatte und die jetzt total kribbelte, und einem wunderschönen Gefühl im Bauch.

Fortsetzung folgt...

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