»»--Chapter Ten--««

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This moment of 
my name being called
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Soobin

Wir beeilten uns damit unsere Einkäufe zu beenden, denn nach der Sache gleich zu Beginn, hatten weder ich noch Yeonjun Lust darauf länger als nötig dort zu bleiben. Nicht das der Pulk sich doch noch mal zusammen ballte und Yeonjun auf die Hörner ging. Wir fanden uns schnell an der Kasse ein und legten unsere Waren auf das Band. 

Die Kassiererin schenkte mir ein vorsichtiges Lächeln, dass ich eben so vorsichtig erwiderte. "Es tut mir leid", sagte sie und ich sah sie überrascht an. "Was meinen Sie?", fragte ich und Yeonjun neben mir verdrehte die Augen. Die Blonde mir gegenüber lachte leise. "Du bist wirklich ein Engelchen, was?", fragte sie, bevor sie sich an Yeonjun wandte. "Das gilt auch für dich... es tut mir leid. Die dieses Dorf ist klein und die Menschen konservativ und gläubig. Natürlich fasziniert sie der Gedanke eines Engels und der eines Teufels macht ihnen Angst. Sie wissen es nicht besser, also bitte verzeiht ihnen." Yeonjun verdreht abermals die Augen und seufzte, worauf hin ich ihm den Unterarm tätschelte. "Es ist schon okay", versicherte ich freundlich (Ist es nicht, sagte Yeonjuns Blick) und ließ sie die Waren übers Band ziehen.

Danach verteilten wir die Einkäufe, um sie zurück zu unserer Hütte zu tragen, wobei Yeonjun sich das meiste krallte. Wir gingen ein Stück und ließen das Dorf schnell hinter uns. Ich atmete auf. Immerhin würden wir jetzt niemanden mehr in die Arme laufen, der mir an die Flügel wollte oder Yeonjun dumm anmachte. Ich musterte Yeonjun von der Seite. Er hatte mir eine Tüte gelassen und sich selber mir drei Tüten bepackt. Das sah irgendwie nicht gesund aus. "Ich kann dir auch eine Tüte abnehmen", meinte ich freundlich und er gab ein 'Tze' von sich. 

Hallo, ich bin über 1,80m groß ich konnte schon was tragen?

"Nein", quittierte Yeonjun mein Angebot jedoch nur betont altklug und schenkte mir dann ein schiefes Grinsen. "Ich bin der Dude, der Autos flippt", ließ er mich wissen, "du bist der, der niedlich ist." Ah. Welch unverkennbare Logik. Das hätte mir auch auffallen sollen. Okay, was? Autos flippen. Er drohte mir immer mal wieder gerne damit mein Sofa durch die Wand zu werfen, aber jetzt auch noch Autos? "Also sei froh, dass du überhaupt eine tragen darfst", fügte er gönnerisch hinzu und ich schnaubte. "Du... flippst nicht wirklich Autos", stellte ich eine vorsichtige Vermutung an, doch Yeonjun zuckte lässig mit den Schultern. "Doch das tue ich", erwiderte er und ging weiter. 

Ich wusste nicht was ich davon halten sollte. Verarschte er mich? Einfach weil er mich für gutgläubig hielt und es lustig fand, dass ich naiv genug war es zu glauben? Oder meinte er das ernst? Ich schätzte Yeonjun nicht so ein, dass er mich absichtlich in die Irre führen würde, dabei wäre mir das fast lieber, denn wenn er mich nicht anlog, bedeutete das, dass er sehr wohl ein Auto flippen konnte und das nur wusste, weil er mal ein Auto geflippt hatte und das wiederum machte man sicher nicht zum Spaß. 

Ich fragte mich, wer Yeonjun genug gereizt hatte, dass er sein Auto wegwarf. 

"Sicher, dass du ein Auto flippen kannst?", fragte ich. "Und nicht doch eine Tüte abgeben willst?" Yeonjun schenkte mir einen lässigen Blick. "Ich habe bereits ein Auto geflippt", meinte er, "und ich bin eine Ameise." Ich lachte leise. "Okay, okay. Ich lass dir deine Tüten", versprach ich. Gleichzeitig machte ich mir Sorgen und die Frage, wie es dazu gekommen sein mag, drängte sich mir nur noch mehr auf. Doch ich stellte sie nicht. Das war nicht der richtige Zeitpunkt. Wir waren mitten in der Wüste, die Sonne versuchte uns zu töten (Aber ich hatte ein super cooles Cappy auf und war eingecremt!) und wir schleppten uns ab. Also, zumindest ich. Yeonjun war ja laut eigener Aussage ein Insekt. Ich würde das aber im Hinterkopf behalten. 

Wir setzten unseren Weg fort und verfielen eine Weile in angenehmes Schweigen und während wir so liefen, ließ ich mir die Situation in dem Laden noch mal durch den Kopf gehen. Ich kam nicht umhin dankbar für Yeonjuns Beistand zu sein. "Danke, Yeonjun", sagte ich also leise. Dass es für ihn irgendwie unvermittelt kommen musste erkannte ich daran, dass er mir einen fragenden Blick schenkte. "Wofür?", wollte er wissen ohne zu stoppen. "Dafür, dass du mich beschützt hast", erwiderte ich und ich konnte Yeonjuns Blick auf mir spüren. "Du hast mich doch auch beschützt", meinte er. 

Hatte ich das? Von der Seite hatte ich es gar nicht gesehen. Ich hatte den Mund aufgemacht, doch es war mir in dem Moment völlig selbstverständlich vorgekommen. Ich hatte gar nicht weiter darüber nachgedacht. "Ja", meinte ich schließlich nachdenklich, "aber nicht so wie du mich." Ich war weder beeindruckend, noch konnte ich irgendwie cool knurren. Auch war ich von der Art her viel zu weich. Ich konnte niemanden so wirklich beschützen. Doch meine Begleitung war da wohl anderer Meinung. "Doch das hast du", widersprach er mir. "Meinst du?", hakte ich schüchtern nach. Ich fühlte wie meine Wangen warm wurden. Ich fühlte mich ein bisschen geehrt, dass er es so sah. Vorsichtig musterte ich ihn von der Seite. Er war so cool da im Laden gewesen. Ein richtiger Badboy-Superhero.

Yeonjun nickte und erwiderte meinen Blick. Dann schenkte er mit ein süßes Fangzahngrinsen, dass ich nur erwidern konnte. Er war wundervoll, wieso sah das nur keiner? "Du ... warst echt cool", sagte ich schließlich. Irgendwie schien ihm die Aussage allerdings nicht zu gefallen. Er schwieg ein paar Augenblicke und ließ seinen Blick über die sandige Umgebung schweifen. "Ich war nicht cool", sagte er schließlich. Er sah wieder zu mir und sah dabei unfassbar ernst aus. "Ich war alles andere als cool", setzte er noch einen nach, "ich war wütend und ich habe ihnen Angst gemacht." Ich lagerte meine Tüte ein bisschen um, um sie besser tragen zu können und seufzte. Ich wusste schon was er meinte, aber ohne das hätte ich wieder 20 Hände in meinen Flügel gehabt. Was hatte er auch sonst tun sollen, um beeindruckend genug zu sein und mich zu beschützen? Es war ja nicht so, als hätte er ihnen wirklich was getan. 

"Du warst cool", wiederholte ich also. Um nicht zu sagen: Er war attraktiv. "Und im Grunde sind sie selbst schuld, wenn sie Angst haben", fügte ich hinzu. Er zuckte mit den Schultern. Dass er das irgendwie zustande brachte, bepackt wie er war, war beeindruckend. "Ich mag es selbst nicht so gerne", sagte er nachdenklich, "gefürchtet werden, das fühlt sich nicht gut an, aber anderes hören sie mit nicht." Ich konnte mir denken was er meinte und wahrscheinlich hatte er recht. Trotzdem war es im Grunde nicht seine Schuld. Wären die Leute nicht so seltsam zu uns, dann würde es gar nicht zu solchen Situationen kommen. Ich war doch das beste Beispiel dafür, dass Yeonjun so freundlich und süß sein konnte, wenn man ihm nur ein bisschen Wohlwollen und Freundlichkeit entgegenbrachte. 

"Ich fürchte dich nicht, denn ich bin kein Idiot, der dir Sachen unterstellt, nur weil du ein paar Hörner auf dem Kopf hast", stellte ich klar. Jemand musste es ja mal aussprechen. "Sie gehen ja aber gleich vom schlimmsten aus, also natürlich scheißen sie sich in die Hosen." Das war nicht seine Schuld. Die Leute konnten auch mal simpel ihre Basis chillen. Yeonjun zuckte nur erneut mit den Schultern. "Ich lebe schon irgendwie damit", sagte er und ich seufzte und quittierte das mit einem unzufriedenen: "Mhmpf." Dann sah ich zu, dass ich ein bisschen schneller lief, denn ich fiel zurück und wollte Yeonjun nicht aufhalten. "Was hast du?", fragte Yeonjun. "Warum bist du nervös?" Nervös? Ich überlegte kurz und mir wurde klar, dass ich grade völlig unbewusst meine Flügel ausgeschüttelt hatte. Die Dinger entwickelten wohl ihr Eigenleben. 

Mir entkam ein kleines Seufzen. "Das sind nur Nachwehen", meinte ich ein bisschen niedergeschlagen, "es regt mich noch ein bisschen auf." Yeonjun lächelte aufmunternd. "Ich würde dir ja tröstend die Schulter klopfen aber im Moment bin ich ein Muli." Ich lachte nur leise. Ich hatte ihm ja was abnehmen wollen. Selbst Schuld, wenn er jetzt eine Muli-Ameise war. "Ja, so einen ähnlichen Gedanken hatte ich auch schon", zog ich ihn auf und er brummte nur. "Wir verstehen uns schon", sagte er und wandte seinen Blick in die Richtung, in der irgendwann die Hütte auftauchen würde. 

"Wir sollten uns ein Vehikel klauen", schlug er nüchtern vor und ich schenkte ihm einem schockierten Blick. "Das können wir nicht bringen", bestimmte ich und er zuckte gar unschuldig mit den Schultern. "Nein", setzte ich nach, "nein, nein, nein, Yeonjun. Meine unschuldige Seele wird nicht beschmutzt." Ich hielt inne. "Hast du überhaupt einen Führerschein?" Yeonjun schenkte mir ein weiteres Fangzahngrinsen. "Ich kann fahren", antwortete er zuckersüß. "Das war nicht meine Frage", wies ich ihn auf das offensichtliche hin. "Aber das war meine Antwort", gab sich Yeonjun cool. Dieser Typ. Er würde nicht wirklich ein Vehikel klauen, das wusste ich. 

"Rrrrrrr", schnurrte ich also betont beeindruckt, "Badboy." Yeonjun lachte leise, dann räusperte er sich gekünstelt. "Man braucht keinen Führerschein zum Fahren", erklärte er mir betont altklug, "man braucht nur rücksichtsvolles Verhalten als Verkehrsteilnehmer, Grundwissen über die STVO und das Wissen, wie man das Vehikel bedient." Ich schwieg einen Augenblick. Er würde sicher nichts klauen, aber warum konnte ich mir vorstellen, dass er schwarz fahren sehr wohl konnte? "Du bist unglaublich", stellte ich nüchtern fest und er schnaubte. "Sag nicht ich hätte nicht recht", meinte er und ich konnte dagegen nicht mal was sagen. 

Daher beließ ich es bei einem amüsierten Kopfschütteln.

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