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Das Gelände war größer, als Luhan angenommen hatte. Er war an zwei Beachvolleyballfeldern und zwei Tennisfeldern vorbeigelaufen, bevor er den Fußballplatz erreichte, um den eine Laufbahn mit mehreren Bahnen aufgemalt war. Daneben befand sich ein weitaus größeres Gebäude mit noch mehr Sporthallen, für Sportarten, die man lieber drinnen ausübte oder für Tage benutzte, an denen das Wetter nicht mitspielte.

Es war in den letzten Tagen kühler geworden, aber es hatte zuletzt am Anfang der Woche geregnet, was den Rasen nicht schlammig machte und heute lugte sogar die Sonne ab und an schüchtern hinter den Wolken hervor. Es war ein perfekter Tag um Fußball zu spielen, auch wenn Luhan bezweifelte, dass es einen ‚schlechten Tag' für Fußball überhaupt gab.

Er hatte schon seit Jahren nicht mehr auf einem so großen Fußballfeld gespielt und spürte Aufregung durch seine Adern pumpen.

Sehun winkte ihm zu, als er Luhan auf sie zukommen sah und grinste über seine Kleidung. Luhan trug Shorts und ein einfaches schwarzes Shirt und dazu seine alten Fußballschuhe, in die er direkt nach der Arbeit geschlüpft war. Er musste ein eigenartiges Bild abgegeben haben von seiner feinen Kellner Garderobe plötzlich in Shorts und Laufschuhe gewechselt zu sein. Sehun trug lange Jogginghosen und ein T-Shirt, das wahrscheinlich zu seinen alten Sachen gehörte, denn es war ihm deutlich zu weit.

„Hey du bist da, hast du gut hergefunden?"

Luhan nickte. „Kein Problem."

Jongin erschien an Sehuns Seite und lehnte sich an ihn, mit einem müden Ausdruck auf dem Gesicht. Luhan konnte nicht anders, als ihm die Haare zu zerzausen. „Du siehst aus, als wärst du gerade erst aufgewacht Jongin."

„Gut erraten Hyung", sagte Jongin und gähnte in Sehuns Schulter hinein. „Ich hasse die Uni-Bibliothek, niemand spricht, aber innerlich schreien alle. Und ich schlafe immer ein."

Sehun schüttelte Jongin ab und kam an Luhans Seite, um ihm eine Hand auf den Rücken zu legen und ihn nach vorne zu schieben. Luhan wurde Jongins und Sehuns Kommilitonen vorgestellt, die ihn fälschlicherweise ebenfalls mit einem Erstsemester verwechselten, was einen Moment später für beschämte Stille sorgte, als er ihnen mitteilte, dass er fünfundzwanzig Jahre alt war. Sie wechselten allesamt schnell zu Höflichkeitsformen und lachten dann über ihren Fehler.

„Also gut, wollen wir anfangen? Wir sind zwanzig, das ist so gut wie perfekt", sagte der Junge, der den Fußball unter dem Arm festhielt. Er hieß Minho und Luhan hatte sich seinen Namen gemerkt, weil er ein FC Barcelona Trikot mit der Nummer zehn von Lionel Messi trug. Wenn Minseok ihn gesehen hätte, er hätte wahrscheinlich auf der Stelle einen Zweikampf vorgeschlagen. „Am besten wir wählen erst die Mannschaften."

Minho und ein anderer Junge, dessen Namen Luhan schon wieder vergessen hatte, der aber von allen mit ‚Hyunie' angesprochen wurde, schnackten darum, wer beginnen sollte, bevor sie letztlich zwei gleich große Mannschaften hatten.

Jongin und Luhan waren im selben Team gelandet und Sehun schmollte, weil er im anderen war. Luhan tätschelte beschwichtigend über seinen Rücken.

„Super, dann hänge ich mich halt die ganze Zeit an dich ran."

Luhan lachte. „Wenn du das schaffst Sehunnie."

„Klar, du weißt, dass ich verdammt an dir hänge." Er grinste ihn an und ließ es weniger nach flirten, als nach einer normalen Tatsache klingen. Luhan pikste ihn mit dem Finger in den Bauch.

„Darauf solltest du nicht so stolz sein."

Sehun fing seine Hand ein, als Luhan sie zurückziehen wollte und strahlte ihn für einen Moment an, bevor er ihn wieder losließ. „Ich mag wie du in Shorts aussiehst", sagte er und wandte sich ab um zu seiner Mannschaft zu gehen.

Luhan sah ihm für einen Moment hinterher, bevor er mit den Augen nach Jongin suchte und sich zu ihm und den anderen stellte. ‚Hyunie', der in Wahrheit Woohyun hieß, fragte, wer ins Tor wollte und Jongin und ein Mädchen mit einem Pferdeschwanz stellten sich freiwillig in die Abwehr. Ansonsten wurden die anderen Positionen nicht besetzt, weil es immerhin nur um ein gewöhnliches Freundschaftsspiel ging. Luhan brannte trotzdem vor Aufregung.

Er dehnte sich neben dem Tor, während Jongin ihn mit schläfrigen Augen dabei zusah. „Du solltest deine Beine auch etwas ausschütteln", sagte er zu ihm. „Du könntest dich andernfalls verletzen."

„Nah schon gut, mir passiert schon nichts." Er streckte die Arme über den Kopf und ließ seinen Rücken knacksen. „So, fertig gedehnt."

Luhan schüttelte den Kopf über ihn, musste aber unweigerlich grinsen, weil Jongin in eine Art Sumo Ringer-Position gegangen war, als würde er auf diese Art nun den Ball empfangen wollen. „Ich an deiner Stelle würde die Beine nicht so weit auseinander strecken, wenn ein Ball in deine Richtung fliegt. Das kann schnell sehr unschön werden."

Jongin kam schneller wieder hoch, als es normaler, menschlicher Geschwindigkeit erlaubt sein sollte. „Das will ich mir gar nicht vorstellen."

„Nein, ich auch nicht", bestätigte Luhan lachend. Minho rief ihnen zu, dass das Spiel gleich beginnen würde und Luhan winkte Jongin zu, bevor er zur Spielfeldmitte joggte. Sehun stand auf seiner Spielfeldhälfte und grinste ihm von dort aus lässig zu. Soweit Luhan es richtig verstanden hatte, spielte Sehun heute zum ersten Mal Fußball. Das könnte lustig werden. Er erwiderte sein Lächeln freundlich.

Der Ball wurde in die Mitte des Spielfelds platziert und sobald Minho den ersten Kontakt hatte, wurde das Spiel eröffnet. Luhan preschte nach vorne.

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Innerhalb der ersten Spielminuten, kristallisierte sich heraus, wer wirklich spielen konnte und wer nur für ein wenig Spaß hergekommen war. Minho und Woohyun waren ziemlich gut und ein paar anderen in Luhans Mannschaft ganz in Ordnung. So ähnlich sah es auch auf Minhos Seite aus. Das Spiel lief also ganz gut und während sie alle langsam warm wurden, gerieten sie auch öfter aneinander, was für mehr Spannung auf dem Spielfeld sorgte.

Alles lief bestens, bis Minho sich zwei Angreifern gegenübersah (Woohyun und Luhan) und den Ball im hohen Bogen zu Sehun herüberkickte und Sehun...Sehun über den Ball stolperte und mit viel Armeflattern zu Boden fiel.

Luhan hatte das Spiel augenblicklich vergessen und rannte zu ihm herüber. Sehun ächzte im Gras und richtete sich langsam auf, während er seinen Rücken rieb. „Bist du in Ordnung?"

Sehun blinzelte mehrfach, bevor er scharlochrot anlief. „Das war definitiv Absicht, haha. Das sah doch urkomisch aus, nicht wahr?"

Luhan schüttelte den Kopf und musste leicht grinsen, weil Sehun sich solche Mühe gab und es echt ein wenig lustig ausgesehen hatte. Er half ihm zurück auf die Beine und strich Gras von seinem Rücken. „Du bist gefallen, als hätte jemand einem dieser Luftballon-Tänzern, die Luft ausgelassen. Weißt du was ich meine? Die pinken Luftballon-Dinger, die immer vor Autohäusern stehen und in alle Richtungen fliegen."

Sehun verengte die Augen. „Danke, ich denke ich weiß was du meinst."

„Das war wirklich ein fünf Sterne Fall", setzte Luhan fort um Sehun zu ärgern. „Ich habe noch nie gesehen, wie jemand mit so viel...Anmut über einen Fußball gestolpert ist."

„Danke, ich denke-"

„Ich meine, wolltest du ihn wirklich kicken oder nur darüber steigen und ausweichen?"

„Luhan-"

Luhan hörte auf, weil er fies war und Sehuns Ohren ganz rot geworden waren. Er klopfte ihm aufmunternd auf den Rücken. „Zumindest hattest du keine Angst vor dem Ball. Als ich meinen ersten Pass bekommen habe, bin ich vor Schreck davongerannt."

„Ehrlich?", fragte Sehun überrascht.

„Nein, ich wollte dich nur aufmuntern." Er zwinkerte ihm zu. „Ich war ein Naturtalent."

Sehun seufzte.

„Aber ich bin auch schon mehrfach über den Ball gestolpert, glaub mir. Kopf hoch Sehunnie!"

Minho und Woohyun vergewisserten sich ebenfalls, ob Sehun in Ordnung war und setzten das Spiel anschließend fort. Dieses Mal wich Sehun tatsächlich nicht von seiner Seite, auch wenn er manchmal an der Seite nach Luft schnappen musste, weil Luhan ihm zu flink von einer zu anderen Seite rannte und Sehun offensichtlich nicht die Ausdauer dazu hatte.

Luhan und Woohyun arbeiteten gut zusammen und schossen bald ein Tor nach dem anderen. Es war ein wirklich gutes Spiel, mit Minho, der Luhan nicht zu viel Spielraum überließ und die anderen, die sich Mühe gaben, den Ball auf ihrer Seite zu behalten.

Luhan hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß gehabt und spürte bald das Kitzeln in seinen Waden, das früher immer eingesetzt hatte, wenn er zu lange trainiert hatte – damals, als er noch im Verein war. Als Fußballspielen den Großteil seines Tages ausgemacht hatte.

Sie hatten zwei Stunden durchgespielt, als die anderen anfingen müde zu werden, während Woohyun, Minho und Luhan noch immer Kraft und Entschlossenheit ausstrahlten. Sehun hatte unlängst aufgegeben an Luhan dran zu bleiben und stattdessen immer wieder kurz mit Jongin geredet, dann war er zu seinem eigenen Tor zurückgekehrt, dann wieder zu Luhan und so weiter. Jetzt gerade stand er neben ihm, wirkte jedoch zu müde um wirklich noch einen Schritt zu tun. Luhan beobachtete den Ball und war bereit in seine Richtung zu laufen, als er spürte wie Sehun seine Arme um ihn legte. Luhan sah verwundert über die Schulter.

„Klappst du zusammen?"

„Nein...denke ich. Wieso bist du so fit? Ich kann keinen Schritt mehr tun."

„Nur, weil du nicht daran gewöhnt bist." Er tätschelte Sehuns Arme vor seinem Bauch. „Du musst bloß öfter spielen."

„Ich bin einmal hingefallen, habe den Ball zwei Mal verfehlt und ihn vorhin fast in Jongins Gesicht geschossen." Luhan hörte Belustigung, als er Letzteres sagte. „Ich denke Fußball ist nichts für mich."

„Du warst nahe genug am Tor, um Jongin mit dem Ball zu treffen, das ist doch was."

Mittlerweile rannte niemand dem Ball mehr hinterher, was wohl das Ende des Spiels verkündete, also ließ Luhan sich in Sehuns Armen zurückfallen – wenn sie schon da waren und er war immerhin ebenfalls ein wenig erschöpft.

„Vielleicht wenn Jongins Gesicht das Tor wäre..." Er lachte über den Gedanken und Luhan grinste ebenfalls. Er ließ seine Arme wieder sinken und Luhan drehte sich zu ihm um. „Zumindest weiß ich jetzt, dass du wirklich verdammt gut bist. Du hättest damals nicht aufhören sollen zu spielen."

Luhan zuckte die Achseln und sah auf seine staubigen Schuhe hinunter. „Ich bin nicht wirklich traurig darüber."

„Nicht? Ich wäre es, wenn ich nach einer langen Pause immer noch so spielen könnte wie du." Und vielleicht hatte Sehun Recht, aber das lag lange zurück und auch so war Luhan nicht unglücklich.

Jongin stellte sich zu ihnen und gähnte ausgiebig. „Wir packen zusammen und gehen noch was trinken. Was ist mit euch?"

Sehun sah Luhan an und zuckte dann die Achseln. „Wieso nicht?"

Luhan bestätigte und warf seine Arme um die Schultern der beiden anderen. „Ihr beide müsst noch viel in Sachen Fußball lernen."

Jongin grummelte. „Sehun sollte vor allem lernen mir nicht ins Gesicht zu schießen."

„Oh ich denke, das würde dir gar nicht so schlecht stehen. Schlimmer kann dein Gesicht ja gar nicht aussehen", erwiderte Sehun.

Jongin schnappte empört nach Luft, was Luhan zum Lachen brachte. Er streckte Sehun die Zunge aus, was dieser mit einer Grimasse erwiderte und das war so ziemlich die Kirsche auf dem Sahnehäubchen des heutigen Tages.

„Kinder, benehmt euch."

Beide grummelten, aber Sehun lehnte sich etwas näher an seine Seite und Luhan konnte spüren wie warm er unter seinem Shirt war.

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Nach dem Fußballspiel setzten sie sich noch in eine Campus Bar, wo sie günstige Pommes und pappartige Pizza aßen und alles mit Bier aus Plastikbechern hinunterkippten.

Alles lief ziemlich ruhig ab, bis Sehun Jongin erzählte, dass Luhan Zuhause wie ein Müllschlucker aß und Luhan das bestreiten wollte, es jedoch nicht wirklich abstreiten konnte. Luhan verkündete stattdessen, immerhin ging es hier um seine Ehre – zumindest dachte er das nach dem zweiten Becher Bier - dass er sehr wohl auch gesünder essen könnte, wenn er wollte.

Während er das sagte, hatte er gleichzeitig nach einem Stück Pizza gegriffen und ein paar Pommes darin eingerollt, um alles wie einen Burrito zu essen, was selbst die Studenten am Tisch zum Erschaudern brachte und Jongin auflachen ließ.

Sehun sah ihn betont an und Luhan behauptete nun, mehr angestachelt denn je, er könnte mindestens so gut kochen wie Minseok - nur wollte er nicht. Das war wahrscheinlich die dreisteste Lüge, die Luhan in seinem Leben je erzählt hat. Und er hatte bei einem Tinder-Date vor einem Jahr einmal behauptet noch Jungfrau zu sein, um den schmierigen Typen abzuwimmeln - das musste also etwas bedeuten.

Sehun zog die Augenbrauen nach oben und beugte sich zu Luhan vor und flüsterte ihm: „Beweis es mir", frech ins Gesicht. Und Luhan hatte genickt. Was dumm war, aber mittlerweile war er an seine dummen Aktionen bereits gewöhnt.

„Schön, ich beweise es dir."

„Überanstreng dich nicht."

Er funkelte Sehun an, brach jedoch eine Sekunde später in Gelächter aus, weil Sehun mit den Wimpern klimperte und ein unschuldiges Gesicht zog. Luhan stieß ihn unter dem Tisch mit dem Knie an, was Sehun erwiderte und sein Bein dann an Luhans gedrückt hielt.

Danach spielten sie eine Runde Tischkicker, bei der Sehun und Jongin haushoch gegen Minho und Luhan verloren. Zur Strafe mussten beide nun von ihrem peinlichsten Erstsemester Erlebnis erzählen.

Offensichtlich war Jongin während einer acht Uhr Vorlesung aus dem Raum gegangen, weil er auf die Toilette musste und, verschlafen wie er war, direkt ins Mädchenklo gestolpert. Dort hatte ein Mädchen gerade Lippenstift auf die Lippen aufgetragen und ihn damit fast attackiert, als Jongin, verwirrt sie zu sehen, fragte ob sie wirklich ein Junge wäre. (Sehun erzählte Luhan später, dass Jongin jetzt nach ihren Vorlesungen immer auf sie wartete und sie, wenn er endlich genug Mut dazu aufbrachte, irgendwann zum Essen einladen wollte).

Als Sehun an der Reihe war, musste er eine ganze Weile nachdenken, bevor er schließlich antwortete. „Das ist nicht super peinlich, aber echt dämlich." Er seufzte tief. „Es war in der Einführungswoche, genauer gesagt genau am ersten Tag und in der ersten Infoveranstaltung." Jongin lachte – offensichtlich wusste er worum es ging. „Wir waren in einem dieser riesengroßen Vorlesungsräume und sind ein wenig zu spät gekommen. Der Raum war bereits randvoll und so gut wie alle Plätze schienen schon vergeben, bis auf etwa zehn Sitze in der ersten Reihe. Jongin und ich sind also dorthin gegangen, aber an jedem Sitz war ein kleiner Zettel angeklebt auf dem ‚Reserviert' stand." Sehun nahm einen Schluck aus seinem Glas, bevor er fortsetzt. „Wir wollten natürlich keinen Stress machen also haben wir uns einfach auf die Treppe neben der ersten Reihe gesetzt."

Jongin lachte nun lauter. „Und dann?", fragte Woohyun, ebenfalls mit einem Grinsen im Gesicht.

„Der Professor ist reingekommen, mit seinem Mikrofon und allem und hat erst einmal dumm zu Jongin und mir gesehen und uns gefragt, ob wir gerne auf dem Boden sitzen. Ehrlich was hätten wir schon antworten sollen? Wir haben gesagt, dass alle anderen Plätze schon besetzt seien. Zu diesem Zeitpunkt war es übrigens schon super leise im Vorlesungssaal, als hätten alle Erstsemester plötzlich gleichzeitig den Atem angehalten." Sehun warf mit einem Bierdeckel nach Jongin, weil er nun nicht mehr an sich halten konnte und laut lachte. „Der Professor zeigte also auf die leeren Stühle und fragte uns, ob wir unsere imaginären Freunde mitgebracht haben also verneinte ich und sagte, dass die Plätze schon reserviert seien."

Minho lachte leise. „Wow, darauf seid ihr aber eiskalt reingefallen."

„Das dachte sich der Professor wohl auch, aber er war weniger nett. Er hat uns ziemlich lange nur dumm angesehen und dann die Augen verdreht. Ich denke, er hat so etwas gesagt wie ‚In Zukunft bringt noch jemand Handtücher zum Reservieren mit' oder so und hat uns danach nur noch ignoriert."

„Nehmt es euch nicht zu sehr zu Herzen", sagte Woohyun. „Das waren wahrscheinlich Zweitsemester, die auf den gleichen Trick hereingefallen sind und die Freude nun weiterreichen wollten."

Sehun zuckte die Achseln. „Es war nur sehr dumm, wir hätten uns denken können, dass wir verarscht werden."

„Aber der ganze restliche Raum muss wohl ebenso aufs Kreuz gelegt worden sein, wenn die Sitze bis zum Schluss nicht besetzt wurden", warf Luhan ein. „Ihr seid also nicht die einzigen gewesen."

Sehun nickte nach einem Moment. „Stimmt."

„Und nächstes Jahr könnt ihr das ja machen. Klingt nach einer lustigen Tradition."

„Für die nächsten Erstsemester legen wir dann wirklich Strandhandtücher auf die Stühle", sagte Jongin. „Dann wird der Professor wahrscheinlich auch dumm gucken."

Minho musste darüber so sehr lachen, dass ihm beinahe Bier aus der Nase lief, was wiederum den ganzen Tisch in Aufregung versetzte. Sehun lehnte sich an Luhan und lachte in seine Schulter hinein, was warme Wellen durch Luhan schickte.

Als es nach neun Uhr war und die Studenten vorschlugen von Bier auf Soju zu wechseln, stand Luhan auf und erklärte, er hätte genug für heute. Er musste morgen früh arbeiten und wollte nicht mit Kopfschmerzen aufwachen. Sehun schloss sich ihm an, was Luhan beobachtete, jedoch nicht kommentierte.

Sie bezahlten und wurden von den anderen mit ‚bis zum nächsten Mal' und ‚wir sehen uns' verabschiedet, was beide lachend erwiderten.

An der frischen Luft atmete Luhan ein paar Mal tief durch und spürte schon jetzt das Ziehen in seinen Muskeln, das morgen bestimmt zu einem Muskelkater werden würde. Sehun vergrub neben ihm die Hände in seinen Jackentaschen ohne ein Wort zu sagen. Es war eine angenehme Stille.

Es war bereits dunkel, aber die Lichter der Stadt beleuchteten die Straßen in bunten Farben, die sich in den Fensterscheiben und Glasfassaden der Häuser spiegelten. Bis zur nächsten Bushaltestell war es nicht weit und der nächste Bus würde noch eine Weile auf sich warten lassen, also schlenderten sie, ohne Eile, in diese Richtung.

„Du hättest nicht mit mir gehen müssen", sagte Luhan und sah für einen Moment zu Sehun herüber. „Du hättest länger bei deinen Freunden bleiben sollen."

„Schon in Ordnung." Er lächelte still in sich hinein. „Ich wollte noch ein wenig alleine mit dir sein."

„Wieso?"

„Nur so", antwortete er. „Ich verbringe gerne Zeit mit dir", er sah nun ebenfalls zu ihm herüber und traf Luhans Augen. „Ich habe dich gerne für mich alleine."

„Du bist so ausdauernd - nur nicht im Sport."

Sehun lachte und warf dabei den Kopf in den Nacken. Er hatte einen langen, schmalen Hals auf dessen Seite eine Ader hervorstach. „Ich bin unermüdlich wenn es um Dinge geht, die mir etwas bedeuten." Er grinste ihn an. „Kannst du es mir wirklich verübeln?"

„Ich weiß nicht, was ich mit dir machen soll", antwortete Luhan. „Ich habe wirklich keine Ahnung."

„Du könntest mit mir ausgehen", schlug Sehun leise vor. „Oder zumindest versuchen, nicht mehr an Kartoffeln zu denken, wenn du mein Gesicht siehst." Sehun sprach es wie einen Scherz aus, aber Luhan lachte nicht mit ihm. Er dachte nicht wirklich, dass Sehuns Gesicht wie eine Kartoffel aussah. Er war gutaussehend, das hatte Luhan von Anfang an zugeben müssen und Luhan fand, er war in den letzten Wochen noch viel attraktiver geworden. Er wandte das Gesicht von Sehun ab, bevor er noch etwas Dummes sagte.

„Die Leute vom Fußball waren sehr nett. Ich denke, du könntest bei Woohyun landen, wenn du es versuchen würdest."

Sehun blieb stehen. Luhan ging zwei Schritte weiter, bevor er sich ebenfalls zu ihm umwandte. Sein Gesicht war vor Traurigkeit verzerrt, als er Luhan ansah. „Ich will niemand anderes. Ich will nicht bei jemand anderem landen Luhan." Leute gingen an ihnen vorbei und warfen Sehun eigenartige Blicke zu, die er nicht bemerkte. „Wirklich nicht."

Luhan konnte ihm nicht ins Gesicht sehen. „Ich meine du musst natürlich nicht. Ich wollte dir nur...helfen. Erinnerst du dich? Das haben wir so abgemacht."

„Ich brauche deine Hilfe nicht...nicht in dieser Hinsicht." Er seufzte tief. „Ich kann nicht, in Ordnung? Ich kann mich nicht einfach neu verlieben oder dich vergessen. Das funktioniert nicht und ich habe nie angezweifelt, dass es nicht funktionieren würde." Er fuhr sich mit der Hand übers Gesicht und sah plötzlich schrecklich müde aus. „Als du mir vorgeschlagen hast, mir zu helfen, von dir loszukommen wusste ich, dass es nicht funktionieren würde. Ich habe nur zugestimmt, um bei dir sein zu können."

Luhan hatte es vermutet, weil Sehun sich nie ernsthaft Mühe gemacht hatte, seine Gefühle vor ihm geheim zu halten, aber das von Sehun gesagt zu bekommen war etwas anderes. Stellte ihn in eine ganze andere Position. „Dann sollten wir uns nicht mehr sehen."

Sehun verzog das Gesicht. „Sag das nicht. Bitte sag so etwas nicht."

„Was sonst soll ich tun Sehun?" Luhans Brust zog sich zusammen. Sehun war Junmyeons kleiner Bruder, aber er war schon lange nicht mehr nur das. Und das jagte Luhan eine Heidenangst ein.

Sehun überbrückte den Abstand zwischen ihnen und kam dicht vor Luhan zu Stehen. Seine Hand griff nach seiner und sein Blick war ehrlich und bittend, als er Luhan ansah. „Stoß mich nicht weg Luhan. Gib mir eine Chance, gib...uns eine Chance."

Die Antwort war klar und Sehun hätte keine andere von ihm erwarten sollen. Luhan zog seine Hand aus Sehuns Griff und dachte nicht daran, wie schwer ihm das gerade gefallen war. Er trat einen Schritt zurück und beobachtete wie Sehuns Schultern dabei hinuntersanken.

„Tut mir leid Sehun."

Sehun starrte ihn an, öffnete den Mund, schloss ihn wieder. Seine Lippen zitterten, bevor er sie fest aufeinander presste und schließlich mit dem Kopf nickte. „Ich weiß gar nicht, wieso ich überrascht bin", er lachte, aber es war ein unschönes Geräusch. Wie Fingernägel, die über eine Tafel kratzten. „Ich habe es mir anders überlegt, ich bleibe doch noch ein wenig bei den anderen." Sehun lächelte, oder er versuchte es zumindest, denn Luhan fand es hatte mehr Ähnlichkeit mit einer Grimasse. „Wir sehen uns."

„Sehun-" Doch Sehun hatte sich bereits abgewandt und lief entschlossen in die Richtung zurück, aus der sie gerade gekommen waren. Luhan wollte ihn so nicht gehen lassen, mit eingefallenen Schultern und gesenktem Kopf. Er wollte nach seiner Hand greifen und sich bei ihm entschuldigen aber er bewegte sich nicht von der Stelle. Er blickte Sehun hinterher, bis er in der Menge verschwunden war und langsam dimmten sich die farbigen Lichter der Stadt zu einem satten Grau, das Luhan einhüllte.

Er hatte nicht falsch gehandelt, aber es fühlte sich auch nicht richtig an.

‚Ist es wirklich das was du willst?', echote Kris' Stimme in seinem Kopf.

‚Ja', antwortete Luhan still. ‚Das ist es.'

Luhan seufzte, als er Mittwochabend in der Umkleidekabine stand und langsam in seine Arbeitskleidung wechselte. Es war nicht so, dass er sich nicht darauf freute mit Junmyeon zusammen zu arbeiten...es war nur alles ein klein wenig eigenartig zwischen ihnen geworden. Nicht, dass Junmyeon davon Wind bekommen hätte, immerhin war Luhan der einzige, der sich an den Kuss erinnerte und dem er etwas bedeutet hatte. Eigentlich kamen alle Anspannung und Unwohlsein zwischen ihnen nur von Luhan und Junmyeon hatte wahrscheinlich keinen blassen Schimmer worum es überhaupt ging.

Und Luhan ärgerte sich über sich selbst, weil er bereits dutzenden Menschen in seinem Leben geküsst hatte – darunter auch Junmyeons kleinen Bruder und das mehrfach – und trotzdem sollte ihm gerade dieser eine, betrunkene Kuss das Leben erschweren.

Er seufzte noch einmal tief und lehnte die Stirn für einen Moment gegen den Spiegel, der vor ihm an der Wand hing, bis er einen großen Fleck darauf hinterlassen hatte. Luhan zog seinem müde dreinschauenden Spiegelbild eine Grimasse.

Das Beste wäre, die Sache einfach zu vergessen und aufzuhören, Junmyeon aus dem Weg zu gehen, wenn sie gleichzeitig in der Küche waren oder sich auf dem Weg zum Badezimmer begegneten. Das wäre das Beste, wenn Luhan sich nicht so verdammt dämlich anstellen würde. Nicht so verdammt verletzt und angepisst wäre.

Luhan ließ die Umkleidekabine und seinen inneren Monolog hinter sich um seine Schicht zu beginnen. Junmyeon war bereits da und bediente einen Tisch an dem zwei Frauen saßen und ihn mit großen Augen anschmachteten, während er ihnen ein Gericht empfahl oder üben einen Wein sprach.

„Bist du okay?", fragte Chanyeol, den Luhan bis dahin noch gar nicht bemerkt hatte. Er versuchte nicht zusammen zu zucken und wandte sich stattdessen mit einem Lächeln zu Chanyeol um.

„Natürlich, wie lange stehst du schon da?"

Er betrachtete das Weinglas in seinen Händen, dass er mit einem weißen Tuch polierte. „Eine Weile. Geht's dir echt gut?"

„Bestens", versicherte Luhan. „Ist Jongdae schon gegangen?"

„Junmyeon hat ihn vorzeitig nachhause geschickt, als er seine Schicht begonnen hat. Irgendwas wegen einer Chemieklausur, man bin ich froh das meine Studienzeit hinter mir liegt."

„Wieso arbeitest du dann immer noch Teilzeit?", fragte Luhan, während er eines der Geräte aus der Ladestation holte und seinen persönlichen Mitarbeiterpin eingab.

„Ich genieße die Zeit noch ein wenig, bevor ich meine Seele verkaufe", antwortete er und zeigte beim Lächeln fast alle Zähne. „Noch ein Jahr oder so, bevor ich in einer Firma anfange und mich einem langweiligen Schreibtischjob ergebe."

„Du klingst so sicher, dass du auch genommen wirst", sagte Luhan stichelnd. „Was, wenn du keine Stelle findest?"

„Ich bin zuversichtlich, auch wenn ich nichts dagegen hätte eine Weile länger hier zu bleiben." Er zwinkerte ihm zu. „Ich mag den Laden hier."

Luhan nickte, weil er nachvollziehen konnte, was Chanyeol meinte. Sie arbeiteten gut miteinander und auch, wenn die Arbeit in der Gastronomie nicht sonderlich viel Prestige und Anerkennung einbrachte, war es doch kein schlechter Beruf.

„Wir sind ein gutes Team", sagte Luhan zu ihm. „Es wäre schade wenn du gehst."

„Team?" Chanyeol lachte. „Hast du Junmyeon nicht zugehört? Wir sind eine Familie."

Luhan lachte ebenfalls leise. „Richtig, wie konnte ich das nur vergessen?"

„Was hast du vergessen?", fragte Junmyeon in diesem Moment. Luhan wandte sich zu ihm um und wurde mit einem Lächeln konfrontiert, dass unfair und schön und niemals nur seins sein würde. Er wandte den Blick ab.

„Das wir eine Familie sind", erklärte Chanyeol. „Luhan hat es tatsächlich vergessen."

Junmyeon schnappte schockiert nach Luft. „Wie konntest du nur? Fühlen wir etwa nicht dasselbe?" Er warf einen Arm um Luhans Schultern und zog ihn an sich und etwas in Luhan brach entzwei, wie ein Baum der von einem Blitz getroffen wurde. Junmyeon war grausam, weil er das Gewitter um sie herum nicht bemerkte und Luhan so schnell aus der Fassung bringen konnte, obwohl er über all die Jahre hinweg dicke Wurzeln um sein Herz geschlungen hatte, damit es auch ja nicht verletzt werden konnte.

Er schüttelte Junmyeons Arm ab, weil er genug davon hatte. „Ich denke nicht, dass wir dasselbe empfinden", sagte er kühl und ging zu einem Tisch herüber, an dem sich gerade ein Paar niedergelassen hatte.

Hinter seinem Rücken spürte er, wie die Blicke von Chanyeol und Junmyeon ihm folgten.

-

Gut, Luhan fühlte sich schrecklich und er bereute seine Wut an Junmyeon ausgelassen zu haben, weil Junmyeon sie nicht verdiente, weil er Ahnungslos und unschuldig war und...vielleicht war es genau das, was Luhan so wütend machte, also blieb er wütend.

Sehun war vor einer Weile mit Jongin aus dem Konferenzzimmer gekommen, anders, als Jongin, jedoch geblieben und saß nun an einem Tisch, mit einer Schale Eiscreme vor sich, von der er nur lustlos ab und an etwas abkratzte. Junmyeon kümmerte sich um seinen Tisch, also machte sich Luhan nicht die Mühe zu ihm zu gehen, aber er war genervt von den Blicken, die Sehun ihm zuwarf und das aus all den falschen Gründen. Sehun hatte seine Wut nicht verdient, also blieb er ihm fern.

„Darf ich Ihnen noch etwas zu trinken bringen?", fragte er das Paar an vierundzwanzig sehr freundlich und stapelte die schmutzigen Teller von ihrem Abendessen auf seinem linken Unterarm übereinander. „Oder ein Dessert?"

Die Frau, Luhan schätzte dass sie etwa vierzig war, legte nachdenklich den Kopf zur Seite. Sie hatte kurze, dunkelbraune Haare, die bereits vereinzelte graue Strähnen aufwiesen und trug ein ordentliches, schwarzes Kleid, dass weder Dekolleté noch Knie zeigte. Ihr Ehemann, der den gleichen goldenen Ring, wie sie, am Finger trug sah Luhan an während er ebenfalls kurz nachdachte. Der Ehemann war höchstwahrscheinlich im selben Alter wie sie, vielleicht ein wenig älter, mit deutlich mehr Grau in seinem schwarzen Haar und einer Figur, die auf Büroarbeit und wenig Bewegung schließen ließ.

„Haben Sie eine Empfehlung? Ich denke ich könnte ein Dessert noch gut vertragen", sagte er und lächelte zu Luhan auf. Seine Frau bestätigte.

Luhan empfahl ihnen den Trüffel Schokoladenkuchen auf ihrer Karte, weil er keine Witze gemacht hatte, als er Minseok gesagt hatte, dass er nur noch diesen Kuchen empfehlen würde. „Oder das Himbeer-Parfait", fügte er noch hinzu, weil Baekhyun es so liebte und die Frau so aussah, als würde sie einen fruchtigen Nachtisch bevorzugen.

„Wir nehmen beides", sagte der Mann, noch immer lächelnd. „Sie sind wirklich eine große Hilfe."

„Sehr gerne", erwiderte Luhan und versuchte nicht darüber nachzudenken, wie die Augen des Mannes für einen Moment zu seinen Lippen geschweift waren.

Gegen acht Uhr abends füllte sich das Restaurant noch einmal, bis fast alle Tische belegt waren und Luhan freute sich über die Ablenkung. Wenn so viele Leute da waren, mussten seine Gedanken bei seinen Gästen bleiben und auch ein wenig vorausschauend für sie mitdenken. Junmyeon und er arbeiteten, wie üblich, perfekt miteinander, was kein Wunder war, weil Luhan, zumindest im Angesicht des Ansturms, Privates und Berufliches trennen konnte.

Es war ungewöhnlich, so viele Leute an einem Mittwochabend zu haben, aber so schnell wie sie gekommen waren, so schnell waren auch die meisten plötzlich wieder verschwunden. Das Paar an vierundzwanzig hingegen saß noch immer da. Ihre leeren Dessertteller hatte Luhan schon vor Stunden abgeräumt aber mittlerweile tranken sie einen Rotwein, den Luhan ihnen empfohlen hatte, weil Junmyeon ihn mochte, und hatten die Flasche beinahe geleert.

Luhan brachte ein paar schmutzige Teller in die Küche, statt sie auf die Theke zu stellen, weil Baekhyun mit dem ganzen Geschirr nicht hinterher kam und half ihm dabei das dreckige Geschirr in die Spülmaschine einzuräumen.

„Du hast heute noch kaum etwas gegessen", bemerkte Kyungsoo und sah ihn mit einem Stirnrunzeln an, was der höchsten Stufe an Besorgnis gleichkam, die Kyungsoo ihnen jemals zeigte. „Sogar Junmyeon hat vor seiner Schicht mittaggegessen. Soll ich dir was warm machen?"

Luhan schüttelte den Kopf. „Danke Kyungsoo, aber ich bin nicht hungrig."

Seine Sorgenfalte vertiefte sich. „Du? Aber du isst wie ein Müllschlucker."

Minseok und Baekhyun brachen in Gelächter aus. „Wo er Recht hat, hat er Recht Luhanie."

„Das stimmt nicht", murmelte er. Und noch leiser zu sich selbst: „Erst Sehun und jetzt ihr, ich kann's nicht glauben..."

„Was?", fragte Kyungsoo, seine Ohren mussten genauso gut sein, wie seine Kuchen.

„Nichts. Ich gehe zurück, wenn ihr euch nur über mich lustig macht."

„Aw tut uns leid~", sang Minseok, obwohl er es wahrscheinlich nicht meinte. „Komm später vorbei und iss was."

Luhan winkte ihnen nur über seine Schulter zu, bevor er in den Gastbereich zurückging und sich ein Tablett schnappte, um weitere Tische abzuräumen, die eben verlassen wurden. An der Theke standen Chanyeol, Yixing, Junmyeon und Sehun über irgendetwas gebeugt dass in Junmyeons Hand lag.

„Was ist?", fragte Luhan, als er näher trat. „Was habt ihr da?"

Yixing wandte sich grinsend zu ihm um. „Junmyeon hat etwas auf einem deiner Tische gefunden."

Luhan sah kurz zu Junmyeon, bevor seine Augen hinuntersanken. Es war die Rückseite einer Rechnung auf die eine Telefonnummer und darunter drei X geschrieben waren.

„Welcher Tisch?", fragte Luhan und nahm Junmyeon die Rechnung ab, um selbst nachzusehen.

„Vierundzwanzig", sagte Chanyeol, als Luhan die Nummer auch schon am Ende des Papiers entdeckte. „Das Paar, das eine Ewigkeit hier gewesen ist. Wir wetten nun wer von beiden es war." Chanyeol wackelte mit den Augenbrauen. „Ich denke, es war die Frau."

Junmyeon lächelte zerknirscht ohne ihn anzusehen. „Ich habe deinen Tisch abgeräumt und sie dabei entdeckt, ich wusste nicht ob du...sie behalten willst. Ich dachte, ich überlasse die Entscheidung besser dir." Sehun stand mit verschränkten Armen neben seinem Bruder und sah Luhan nur ausdruckslos an.

Normalerweise, in den Fällen in denen Gäste tatsächlich ihre Telefonnummern auf Servierten oder Rechnungen hinterließen, hatte Luhan immer kurzen Prozess mit ihnen gemacht und am besten auch immer so, dass Junmyeon es gut sehen konnte.

„Was denkst du Luhan? Wer von beiden war es?", fragte Yixing.

Luhan hatte eine Ahnung - vielleicht sogar etwas mehr, als nur eine Ahnung - dass es der Ehemann gewesen war aber er sprach seine Vermutung nicht aus. „Danke Junmyeon", sagte er nur zu ihm und steckte sich die Telefonnummer in die Hosentasche. Junmyeons Augen weiteten sich für einen Moment aber Luhan wartete nicht auf Fragen oder verwirrte Blicke, bevor er sich sein Tablett schnappte und zu einem anderen Tisch herüberging, um ihn abzuräumen.

Was machte es schon für einen Unterschied, ob Junmyeon dachte, dass er auf ein Date ging? Sollte er doch verflucht noch einmal denken, was er wollte, sollte er ruhig wissen, dass Luhan regelmäßig bedeutungslosen Sex hatte und...Luhan war wütend, doch noch während ihm all diese Dinge in den Kopf schossen, wusste er, dass er sie nicht wirklich so meinte.

Er seufzte und bereute es die Telefonnummer eingesteckt zu haben.

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Frühes Update (wenn man übersieht das ich letzte Woche nicht geupdatet habe - ich hoffe niemand hat darauf gewartet und war enttäuscht oder so :/)!!

Ich habe nicht viel zu sagen, die langsamen Entwicklungen in diesem Kapitel sollen für sich selbst sprechen ^^

Gut, ich hoffe es hat euch gefallen!! :)

Liebe Grüße!
Cherry

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