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„Eine Reise?", wiederholte Baekhyun mit Aufregung in der Stimme. „Du willst mit uns verreisen?"

„Eine Reise würde ich es vielleicht nicht nennen", sagte Junmyeon und rieb sich verlegen über den Nacken. „Mehr ein kurzer Trip?"

„Und was ist mit dem Restaurant?", fragte Kyungsoo, während sein Schneebesen in unmenschlichem Tempo durch Eiweiß schlug.

„Wir schließen für ein paar Tage."

Minseok nickte. „Ist das eine Art Arbeitsausflug?"

„Ihr seid nicht dazu verpflichtet mitzukommen", sagte Junmyeon schnell. „Ich dachte einfach es würde uns ein bisschen näher zusammenbringen und...dass wir Spaß haben könnten."

Minseok warf einen Arm um Luhans Schultern. „Wir sind uns eigentlich schon nahe genug aber warum nicht? Ich finde das ist eine tolle Idee!"

„Ich auch!", bestätigte Baekhyun begeistert.

„Wann?", fragte Jongdae, bevor er wieder auf seiner Unterlippe kaute.

„Ich dachte an November. Irgendwann wenn es allen passt." Er tippte sich nachdenklich mit dem Zeigefinger gegen das Kinn. „Wir könnten an einem Freitagabend losfahren und bis Sonntagmorgen bleiben."

„Und wohin?", warf Luhan ein, weil diese Frage noch nicht geklärt wurde.

„Ich dachte an Chungcheongbuk-do. Ich könnte ein Ferienhaus für uns reservieren, damit wir den Songnisan Nationalpark erkunden können. Ich wollte euch schon immer einmal die Gegend zeigen und es wäre ein entspannter, kurzer Urlaub."

Luhan würde den Ort sehen an dem Junmyeon, und Sehun, aufgewachsen waren. Der Gedanke beschwor ein Lächeln auf Luhans Lippen. „Ich finde das klingt großartig. Ich bin dabei", sagte Luhan. Junmyeon schenkte ihm ein strahlendes Lächeln.

„Ich muss nachsehen ob ich in der Zeit Klausuren schreibe", murmelte Jongdae, während Baekhyun ebenfalls seine Zustimmung in den Raum warf. Minseok nickte ebenfalls und würde, sobald er Zuhause ankäme, wahrscheinlich die Gegend auf Google Maps abchecken und sich kleine Notizen machen um nicht zu vergessen was er alles sehen wollte. Kyungsoo nickte einfach und Yixing und Jisoo taten es ihm gleich.

Ein Trip mit allen Mitarbeitern klang nach einer Menge Spaß und natürlich könnte er etwas Zeit mit Junmyeon verbringen, was immer eine gute Sache war.

Junmyeon versprach alles Genauere bald in ihre KakaoTalk-Gruppe zu posten und löste die Minikonferenz auf, damit sie den Laden saubermachen und schließen konnten.

Sehun hatte seit etwa fünfzehn Minuten nicht aufgehört ihn mit beleidigten Blicken zu bombardieren. Luhan tat so als würde er sie gar nicht wahrnehmen aber es wurde schwerer jetzt da sich Sehun auch noch vor seinen Besen stellte und nicht zur Seite rücken wollte.

„Wir haben schon seit einer Woche nichts mehr miteinander gemacht."

„Du bist jeden Tag im Restaurant", erwiderte Luhan. Er hatte sich sogar angewöhnt zum Ende von Luhans Schicht noch einmal zu kommen, um ihm beim Saubermachen zuzusehen. Es war mittlerweile leider zu kalt draußen um ihn einfach auszusperren.

„Zu zweit", fügte Sehun hinzu.

„Wir sind jetzt gerade zu zweit."

„Aber du bist auf der Arbeit! Du arbeitest ständig!"

„Jemand muss ja auch Miete zahlen und lebt nicht bei seinem älteren Bruder."

„Zieh bei uns ein", schlug Sehun vor.

„Geh zur Seite Sehun, ich will noch vor Mitternacht fertigwerden."

Sehun seufzte tief aus und machte schließlich ein paar Schritte zur Seite damit Luhan weiterfegen konnte. „Du bist ständig nur am Arbeiten. Was machst du in deiner Freizeit?"

„Fernsehen", antwortete Luhan kalt. Er sah flüchtig zu Sehun herüber. „Und seit neuestem auch noch Babysitten."

„Wenn das wahr wäre würden wir uns viel öfter sehen!", rief er weinerlich aus. „Gehst du mir aus dem Weg?"

„Nein", antwortete Luhan, obwohl er Sehun tatsächlich in der letzten Woche an seinen freien Tagen aus dem Weg gegangen war. „Ich kann gar nicht, weil du jeden Tag ins Restaurant kommst", wiederholte Luhan.

„Was machst du wenn wir uns nicht sehen?"

Luhan atmete tief aus und hielt seinen Besen still. „Gut, ich will mich nicht mit dir treffen, weil ich die verdammte Champions League nicht verpassen will, in Ordnung?"

Sehun blinzelte ihn verwirrt an. „Champions was?"

„Champions League", wiederholte Luhan langsamer. „Fußball!"

„Du...schaust dir also Fußballspiele an?"

Luhan runzelte die Stirn. „Wieso klingst du so überrascht?"

Sehun lachte auf. „Es ist nur Fußball! Ich dachte du gehst mir aus dem Weg weil du wieder ein Tinder-Date hast."

„Nicht das dich das etwas angehen würde." Er hatte nach Kris nun wirklich mit Tinder abgeschlossen aber das würde er Sehun nicht erzählen. „Es ist Fußball-Saison natürlich muss ich mir die Spiele ansehen."

„Du stehst also auf Fußball? Das wusste ich nicht."

Luhan erinnerte sich an seine Kindheit, als er nachmittags im Fußballclub seiner Schule mitgespielt hatte, nur um abends im Verein weiterzumachen. Er hatte Fußball geliebt und war entschlossen gewesen, einmal ein berühmter Fußballspieler zu werden aber es war anders gekommen.

„Ich habe früher gespielt", sagte er zu Sehun.

„Und du schaust dir also die Spiele an? Nur deshalb willst du dich nicht mit mir treffen?"

„Ich habe nur ein paar freie Tage aber fast jeden Tag läuft ein Spiel also sehe ich mir alle Wiederholungen an."

Sehun blinzelte mehrfach. „Ich wusste nicht dass du so ein großer Fan bist."

„Fußball ist cool." Er sah Sehun kritisch an. „Magst du Sport?"

„Meine Eltern und Junmyeon stehen mehr auf Baseball", sagte Sehun und zuckte die Achseln. „Ich mochte es nie wirklich." Luhan war empört, obwohl er davon gehört hatte dass es Menschen gab, die Fußball nicht mochten.

„Wenn es also nur das ist, dann kann ich doch mit dir gucken oder? Wir schauen auch sonst manchmal zusammen Fernsehen."

„Das ist etwas ganz anderes!", sagte Luhan mit Betonung auf die letzten Worte. „Ich muss mich darauf konzentrieren können."

„Und ich bin für dich eine so große Ablenkung?" Er trat wieder einen Schritt nach vorne, dieses Mal aber nur um näher zu kommen und nicht um seinen Besen zu blockieren. „Das wusste ich auch nicht."

„Du bist vor allem lästig", erwiderte Luhan ohne Biss in der Stimme. Er tätschelte Sehuns Schulter. „Fußball ist heilig. Die einzige Person mit der ich mir ein Spiel ansehen kann ist Minseok."

„Du hast mir noch nicht einmal eine Chance gegeben", schmollte Sehun. „Ich störe dich auch bestimmt nicht."

„Du wirst dich langweilen, wenn du dich nicht für Fußball interessierst."

„Ich interessiere mich aber für dich", sagte er mit einem Lächeln auf den Lippen. „Ich werde mich bestimmt nicht langweilen."

Luhan verdrehte die Augen. „Es tut dir nicht gut dich so oft mit Kris zu treffen, was macht ihr überhaupt die ganze Zeit zusammen? Junmyeon sagt du kommst nur noch zum Schlafen nachhause, weil du sonst den ganzen Tag unterwegs bist."

„Ich muss ja was machen, wenn du die ganze Zeit nur arbeitest und Jongin hat auch keine Lust mehr sechs Stunden am Stück hier zu lernen. Wir wissen nicht einmal WAS wir noch lernen könnten, so weit ist es schon gekommen."

„Schön dass ich an deiner Bildung beitragen kann. Also was machen du und Kris die ganze Zeit?"

„Wir haben Spaß miteinander."

Luhan schossen ein paar ziemlich verstörende Bilder in den Kopf. „Spaß?"

„Er hat eine Sammlung an alten Spielkonsolen und einen Haufen Miniaturspielsachen. Er sammelt kleine Hubschrauber. Außerdem sind seine Katzen super niedlich."

Damit hatte Luhan nicht gerechnet aber es passte so gut zu Kris' Charakter, dass er Sehuns Worte gar nicht hinterfragte. „Hat er Fifa?" Minseok hatte früher eine Konsole, auf der sie manchmal gespielt hatten, bevor er sie seinem kleinen Bruder geschenkt hatte.

Sehun runzelte die Stirn. „Keine Ahnung, wir spielen die ganze Zeit nur Mario Kart."

„Langweilig", schlussfolgerte Luhan.

„Also?"

„Was?"

„Lass mich morgen vorbeikommen", bat Sehun. „Ich bin auch ganz leise. Versprochen."

„Du bist niemals leise", murmelte Luhan, gab schließlich jedoch unter Sehuns erwartungsvollen Augen nach. „Gut, von mir aus." Er verstand nicht, was es an Sehun war, dass ihn einfach immer nachgeben ließ.

Sehun grinste triumphierend und Luhan hatte gar nicht bemerkt wie nahe er ihm die ganze Zeit gewesen war, bis Sehun schließlich wieder einen Schritt zurücktrat.

-

Luhan hatte gerade eine Packung Popcorn in die Mikrowelle geworfen, als Sehun an der Tür klingelte. Er trug ein rotes Shirt, das seine Schlüsselbeinknochen zeigte und dunkelgraue Jeans, die seine Beine besser umarmten als noch vor ein paar Wochen. Luhan konnte nicht anders als das zu bemerken.

„Also, welche Mannschaft feuerst du an?", fragte Sehun, sobald er sich auf der Couch niedergelassen hatte.

„Atlético Madrid", antwortete Luhan aus der Küche, während er mit seinen Fingerspitzen versuchte die heiße Verpackung aufzureißen um das Popcorn in eine Schüssel zu kippen. „Die einzige Mannschaft, die man anfeuern sollte." Er ergriff die Schüssel und eine Flasche Cola und brachte sie zu dem Abstelltisch, den Luhan bereits mit Chips und zwei Gläsern ausgestattet hatte.

Sehun nahm ihm die Cola Flasche ab, bevor er etwas fallen ließ.

„Ich kenne nur Real Madrid denke ich. Da spielt dieser berühmte Fußballer mit...Ronaldo?"

Luhan schnalzte mit der Zunge. „Das ist Minseoks Spezialbereich. Wenn er nicht gerade über ManU spricht, dann geht es bei ihm nur um Real. Ich meine, nur weil Real einen guten Spieler hat rettet das noch nicht die ganze Mannschaft." Vielleicht war das ein wenig übertrieben aber Luhan hatte den Stolz seiner Lieblingsmannschaft zu verteidigen.

„Wer ist Man U?"

„Manchester United."

„Ah", machte Sehun aber Luhan bezweifelte dass er wusste, um wen es ging. „Und wer spielt heute?"

Luhan strahlte auf. „Atlético gegen Valencia."

Luhan schaltete den Ton wieder ein, den er während der Werbung auf stumm geschaltet hatte. „Und wer wird gewinnen?", fragte Sehun.

„Wenn's gut läuft Atlético. Sie hatten leider keinen guten Start in diese Saison aber das können sie noch drehen. Sie haben ein paar verdammt gute Stürmer in ihrer Aufstellung. Darunter Antoine Griezmann, der nur ein Jahr älter ist als ich."

„Mhm."

Sehun aß Popcorn, während das Spiel anfing. Luhan hatte die Arme auf den Oberschenkeln abgestützt und war weit nach vorne gebeugt um alles auf dem Bildschirm genau verfolgen zu können. Er zischte ein paar Mal enttäuscht, wenn der Ball von Valencia gestohlen wurde oder jubelte wenn Atlético einen schönen Pass gespielt hatte. Das einzige was Luhan von Sehun für eine ganze Weile hörte, war das Rascheln von Popcorn.

Er sank zurück ins Polster, als das Spiel für die Halbzeit schließlich unterbrochen wurde. Keine der Mannschaften hatte bisher ein Tor geschossen.

„Was bedeutet Abseits?", fragte Sehun dann, Luhan sah überrascht zu ihm auf. „Du hast die ganze Zeit ‚Abseits' geschrien, was bedeutet das?"

„Du kennst die Fußball-Regeln, nicht wahr? Du weißt wie das alles funktioniert?", fragte Luhan langsam und sah mit Schrecken dabei zu wie Sehun den Kopf schüttelte.

„Ich habe mich nie für Fußball interessiert."

Luhan rutschte ein wenig weiter auf dem Polster zurück und nahm die Beine im Schneidersitz nach oben nachdem er sich Sehun zugewandt hatte. „Okay ich fange ganz von vorne an. Es gibt zwei Mannschaften auf dem Spielfeld. Am Anfang des Spiels, müssen mindestens sieben und höchstens elf Spieler auf dem Feld sein. Ihr Ziel ist es den Fußball über die Torlinie des Gegners zu bekommen und wer zum Schluss die meisten Tore hat gewinnt."

Sehun sah ihn ein wenig beleidigt an. „Das wusste ich bereits."

„Klar", erwiderte Luhan. „Aber das waren ja auch nur die Basics."

„Das Spielfeld ist bis zu Hundertzwanzig Meter lang und in der Mitte, durch die Mittellinie getrennt. Jede Mannschaft hat ihre Seite, kann sich jedoch auf beiden bewegen. Ansonsten", er zeigte auf den Bildschirm, wo sich gerade zwei Moderatoren im Hintergrund unterhielten, während Bilder vom Stadion gezeigt wurden. „Vor dem Tor ist die Torlinie und davor wiederum der Strafraum. Der Punkt im Strafraum zeigt die Strafstoßmarke, auch Elfmeterpunkt genannt, an, von der aus Elfmeter geschossen werden. Um den Strafraum ist ein Halbkreis gezeichnet, aber der gehört faktisch nicht mehr zum Strafraum dazu. Von dort aus werden Freistöße geschossen."

„Was ist der Unterschied zwischen Frei- und Strafstoß?"

„Strafstöße werden meistens vom Schiri vergeben, wenn ein Regelverstoß in der Strafzone geschehen ist. Sie heißt auch Strafzone weil die Strafe etwas härter ist, wenn man gerade in diesem Bereich einen Regelverstoß begeht ober bei anderen besonders harten Vergehen." Die Bilder auf dem Fernseher wechselten und filmten nun die Fans, die mit bemalten Gesichtern und Schals in den Farben ihrer Mannschaft auf den Podesten standen und Anfeuerungsrufe vor sich hin schrien.

„Fußball ist ein Mannschaftssport und funktioniert nur, wenn alle ihre Aufgabe richtig machen. Der Torwart hat die letzte Verantwortung zu tragen. Er darf den Ball, als einziger Spieler mit Armen und Händen berühren so lange er sich in der Strafzone bewegt, außerhalb ist er so wie alle anderen. Dann gibt es die Innenverteidiger, die die nähere Umgebung um das Tor bewachen, die Außenverteidiger, die die Seiten bewachen, einen Zentral Defensiven und einen Zentralen Offensiven Mittelfeldspieler, zwei Mittelfeldspieler und zwei Stürmer. Die Stürmer sind verdammt wichtig, weil sie sich ständig zwischen Defensive und Offensive bewegen. Sie müssen meistens blitzschnell von einem Strafraum zum anderen sprinten." Luhans Augen funkelten und er wusste es. Er hatte früher nie den Mund gehalten, wenn es um Fußball ging und Sehun davon zu erzählen kitzelte seine Erinnerungen, die er sonst weit weggepackt hielt.

„Was war deine Position früher? Als du gespielt hast."

„Stürmer", antwortete Luhan und lehnte sich mit einer Schulter an die Rückenstütze der Couch.

„Wieso hast du aufgehört?"

Luhan schwieg.

Sehun wandte die Augen ab. „Entschuldige, ich hätte nicht fragen sollen." Und etwas in Sehuns Stimme verriet Luhan dass er es bereits wusste. Luhan hätte ihn fragen sollen, wie viel Junmyeon jemals von ihm erzählt hatte aber er ließ es sein und erzählte Sehun stattdessen von Absatzregeln und welche Fehlentscheidungen die Schiedsrichter in der letzten Champions League getroffen haben.

Er sprach während die zweite Spielhälfte schon längst wieder angepfiffen wurde und Sehun hörte zu. Luhan konnte nicht sagen ob er sich wirklich für Fußball interessierte, jetzt da Luhan ihm die Regeln mehr oder weniger erklärt hatte aber er wusste das Sehun sich die zweite Hälfte nicht mehr ansah weil seine Augen unentwegt auf ihm lagen.

Junmyeon hatte Luhan vor einem Jahr einmal gefragt, ob Luhan seinen Job mochte. Die Frage hatte ihn überrascht und für einen Moment kam ihm die Frage auf, ob das wohl eine vorsichtige Einleitung war, um ihn zu feuern weil er seine Arbeit nicht gut genug machte aber so war Junmyeon nicht. Und Luhan machte, so wie er das sah, auch gar keinen allzu schlechten Job.

Luhan hatte also einen Augenblick ernsthaft über die Frage nachgedacht, sich selbst gefragt ob er wirklich gerne im Restaurant arbeitete, ob er morgens gerne aufstand oder seine Abende aufgab nur um Essen zu servieren. Ob er mehr wollte - ob das wirklich schon alles sein sollte? Aber so kritisch er auch darüber nachgedacht hatte, er konnte nichts in sich finden was wirklich gegen seinen Beruf sprach.

„Ich mag meine Arbeit", sagte er also zu Junmyeon. „Ich mache es gern."

Junmyeon hatte daraufhin nur genickt, seine Schürze ordentlich vor dem Bauch festgebunden und ihn angelächelt. „Gut, das beruhigt mich."

Und anschließend hatte Luhan seine Antwort niemals bereut.

Als Luhan von dem Cocktail aufsah, den er gerade gemixt hatte, weil Chanyeol Pause machte, strahlte ihm Kris mit klimpernden Wimpern entgegen.

„Du bist schon wieder hier?"

„Das ist kalt Luhan, freust du dich nicht mich zu sehen?"

„Kommt drauf an." Er brachte eine Physalis an den Rand des Glases an und zupfte die abstehenden Blätter zurecht. „Wieso bist du hier?"

„Ich treffe mich mit Sehunnie."

Luhan verengte die Augen. „Wieso?"

„Wieso?" Er grinste. „Ich habe dir schon einmal gesagt wieso."

„Es ist nur...ich habe das schleichende Gefühl dass ihr zusammen etwas ausfrisst und ich weiß nicht ob ich diese Vorstellung mag."

Kris lachte mit seiner lauten, tiefen Stimme und warf dabei den Kopf in den Nacken. Wie ein Anime-Charakter in den Serien, die Zitao und Baekhyun sich so gerne ansahen. „Durchschaut. Ich gebe ihm Ratschläge wie er dich rumkriegt."

Luhan runzelte die Stirn. „Das ist ein Scherz."

„Nein, nicht wirklich."

Luhan schüttelte den Kopf. „Ich bin dabei ihm Ratschläge zu erteilen, wie er von mir loskommt. Denkst du nicht wir sollten bei der Sache an einem Strang ziehen?"

Kris trommelte mit den Fingern auf die Theke und tat so als würde er darüber nachdenken. „Ich denke Sehun wird dich nicht so schnell aufgeben. Der Junge ist zäh wie Leder."

„Und du musst ihn auch noch bestärken?"

Kris setzte sich auf einen der Barhocker und verschränkte die Hände unter dem Kinn. „Was ist dein Problem Luhan? Wieso gibst du nicht einfach nach?"

„Nachgeben?", wiederholte Luhan mit erhobener Augenbraue. Jongdae nahm den Cocktail mit, den Luhan ihm auf ein Tablett gestellt hatte und warf nur flüchtig einen neugierigen Blick auf Kris. „Das kann nicht dein ernst sein."

„Wieso nicht?"

Luhan runzelte die Stirn. „Ich empfinde nichts für Sehun."

„Nichts? Dafür hast du mich aber ziemlich schnell abblitzen lassen."

„Er hat geweint-", setzte Luhan an, wollte aber nicht wirklich darüber sprechen. „Wenn du ihm wirklich helfen willst dann hör auf ihm Mut zuzusprechen."

Kris lehnte sich weit nach vorne. „Ist es wirklich das was du willst?"

„Ja", sagte Luhan, weil es offensichtlich war. Hatte Luhan jemals etwas anderes behauptet? Hatte er jemals undeutlich gemacht, dass er Sehuns Gefühle nicht erwidern würde? Hatte er ihn jemals ernsthaft ermutigt seine Gefühle für ihn zu behalten? Die Antwort war eindeutig Nein.

Kris sah ihm lange in die Augen und fiel dann zurück in seinen Hocker, die Stirn tief gerunzelt. „In Ordnung. Wenn du dir so sicher bist."

Luhan nickte aber sein Herz hatte sich in seiner Brust beschleunigt, wie damals zur Schulzeit als er vor all seinen Klassenkameraden etwas vortragen musste.

„Ich sage ihm dass du hier bist", sagte Luhan dann, weil er für den Moment keine Getränke machen musste und aus irgendeinem Grund wollte er Kris auch nicht in die Augen sehen. Er ging in den Privatbereich und klopfte an die Tür des Konferenzzimmers, bevor er sie öffnete. Jongin war schon vor einer Weile gegangen, was Sehun alleine zwischen seinen Papieren am Tisch sitzen ließ. Er blickte zu ihm auf und erstrahlte bei seinem Anblick.

„Hey."

Kris' Worte schossen ihm durch den Kopf. ‚Ist es wirklich das was du willst?' und er verdammte ihn dafür so etwas dummes gefragt zu haben, wenn die Antwort glasklar war. „Kris ist da. Er wartet an der Bar auf dich."

„Danke", sagte Sehun und schaufelte seine Sachen zusammen. „Tut mir leid ich habe vergessen auf mein Handy zu sehen."

„Schon in Ordnung, ich war nicht sonderlich beschäftigt."

Sehun lächelte ihn wieder an. „Da fällt mir ein. Ein paar meiner Kommilitonen treffen sich manchmal um auf dem Sportgelände der Uni Fußball zu spielen. Sie haben mich gefragt ob ich mal mitspielen möchte. Jongin war bereits ein paar Mal dabei und meinte sie spielen ganz gut." Er verstaute seine Papiere in seinem Rucksack und stand dann auf. „Möchtest du mitkommen?"

„Du willst dass ich mit euch Fußballspiele?"

Er zuckte die Achseln. „Wenn du Lust hast meine ich. Jongin und ich sind natürlich auch dabei und desto mehr Leute mitspielen desto besser wird es."

Luhan hatte seit Jahren kein richtiges Spiel mehr gespielt. Früher war er manchmal mit Minseok auf einen Platz in der Nähe von Minseoks alter Wohnung gegangen um ein wenig zu dribbeln aber das hatte sich mit den Jahren aufgelöst. Sie gingen nun viel öfter Basketballspielen oder Wandern.

„Klar", hörte Luhan sich sagen. „Klingt gut, wieso nicht."

Sehun grinste breit. „Sehr gut! Ich gebe dir Bescheid, wann wir uns das nächste Mal treffen." Er stand nun direkt vor Luhan. „Seit wir uns zusammen das Spiel angesehen haben, wollte ich unbedingt mal sehen wie du spielst."

Luhan musst den Kopf nur ein klein wenig in den Nacken legen um ihm in die Augen sehen zu können. „Ich bin total eingerostet und außer Form, du solltest nicht zu viel erwarten."

Sehuns Augen wanderten seinen Körper ab, was Luhans Wangen eigenartig warm werden ließ. „Als außer Form würde ich dich nicht beschreiben" Seine Augen kehrten zu seinen zurück. „Aber du weißt dass ich dich wunderschön finde."

Luhan konnte sein neues Cologne riechen als Sehun an ihm vorbeiging und irgendwie frustrierte ihn, wie gut es roch wenn Sehun alles andere als das tun sollte.

Es war bereits spät und Luhan ziemlich müde. Seoul kurz vor Mitternacht war nur noch eine träge pulsierende Stadt mit wenigen Autos, die über die Straßen fuhren und Zombieartigen Schülern und Studenten, die von ihren Abendschulen nachhause gingen.

Sehun lief neben ihm her, zufrieden damit etwas Stille mit Luhan zu teilen. Er hatte ihn wieder nach der Arbeit abgefangen und dafür einen überraschten Blick von Jongdae einkassiert. Luhan musste Sehun sagen, dass er wirklich aufhören musste seinetwegen so oft ins Restaurant zu kommen aber heute Abend war er zu erschöpft dafür.

„Bist du hungrig?", fragte Luhan dann, um seine eigenen Gedanken abzulenken. „Jongin und du habt heute wieder nur Dessert gegessen statt etwas Normales."

Sehun lachte verlegen. „Etwas. Aber du siehst müde aus, vielleicht solltest du nachhause fahren."

„Darüber hättest du dir Gedanken machen sollen, bevor du gekommen bist." Sehun sah verlegen zu Boden, was ein schlechtes Gewissen in Luhan beschwor. Er stieß ihm mit dem Ellbogen in die Seite und versicherte, dass das nur ein Scherz gewesen war.

„Also", sagte er und versuchte ein wenig motivierter zu klingen. „Wie wäre es mit einem kleinen Mitternachts-Snack?"

„Das klingt großartig", strahlte Sehun. In letzter Zeit fühlte sich Luhan immer wieder geblendet, wenn Sehun ihn so breit anlächelte. „Ehrlich gesagt ich versuche schon die ganze Zeit mein Magengrummeln zu unterdrücken."

„Du hättest etwas sagen sollen. Ich hätte dir auch im Restaurant etwas zu essen machen können." Zumindest ein paar Reste aus dem Kühlschrank holen.

Sehun schüttelte den Kopf. „Ich wollte euch nicht beim Aufräumen behindern."

„Das hätte nicht lange gedauert", stritt Luhan ab. „Halt dich das nächste Mal nicht zurück in Ordnung? Es wäre okay. Und das meine ich."

Sehun lächelte still in sich hinein, bevor er nickte.

Sie gingen in eine Straße aus der es köstlich duftete. Sie hatten einen Nachtmarkt erreicht, der noch immer voller Leben strotzte, als hätten sich alle Nachtwanderer dort verssammelt. Sehun staunte nicht schlecht über die Vielfalt der Essensstände und Luhan kam nicht umhin sich zu fragen, ob das das erste Mal war, dass Sehun einen Nachtmarkt sah. Er lief von einem Stand zum nächsten, wie ein aufgeregtes Kind, blieb jedoch an einem kleinen Tisch stehen vor dem eine ältere Dame saß. Auf einer dunklen Tischdecke lagen Spielsachen vor ihr ausgebreitet. Luhan trat neben Sehun und begrüßte die alte Dame mit einem Nicken.

„Das sind wirklich schöne Dinge", sagte Sehun und blickte staunend über die kleinen Metallautos, Miniatur Zinnsoldaten und bunt-bemalte Figuren von Drachen. „Wo kommt das alles her?"

Die alte Frau lachte über Sehuns Begeisterung. „Das sind die Sachen meines Enkelsohns. Ich habe sie über die Jahre hinweg für ihn aufbewahrt aber es scheint so als wäre er nun doch zu alt für sie." Sie zuckte die Achseln und blickte mit etwas wie Heimweh auf die Sachen hinunter. „Er hat sie geliebt und viel damit gespielt. Jetzt hat er eine Ehefrau in Amerika und erinnert sich nicht mehr an die Farbe seines Lieblings Powerrangers."

„Welcher war sein Lieblingspowerranger?", fragte Sehun mit einem Grinsen auf den Lippen.

„Der Blaue", erwiderte die alte Frau. In die Haut um ihre Augen waren kleine Falten, wie Hühnerfüße, gebettet und ihr Mund war von Lachfalten gezeichnet. „Seht euch um, vielleicht gefällt euch ja etwas."

Sehun schenkte ihr ein Lächeln, bevor er die Spielsachen mit den Augen abfuhr. Luhan sah wie die ältere Dame ihn dabei ansah und vielleicht musste sie an ihren eigenen Enkelsohn denken, denn ihre Augen waren warm und wohlwollend. Vielleicht war das aber auch einfach der Effekt den Sehun auf andere Leute ausübte.

„Ich würde das hier gerne kaufen", sagte Sehun und griff gleichzeitig in seine Hosentasche nach seiner Geldbörse. Er zeigte der alten Frau den kleinen Gegenstand in der Hand und fragte wie viel sie dafür wollte.

Sie bedankten und verbeugten sich vor der Verkäuferin, bevor sie weitergingen um nun ihrem wahren Ziel nachzugehen.

„Wieso hast du gerade das gekauft?", fragte Luhan. „Ich dachte du magst Fußball nicht." Sehun kramte den kleinen Schlüsselanhänger, mit dem Fußball daran, wieder aus seiner Hosentasche heraus und hielt ihn sich vors Gesicht.

„Ich mag Fußball auch nicht." Er hielt ihn vor Luhan. „Er ist für dich."

Luhan hob verdutzt die Hände an, bevor Sehun den Anhänger in seine Handflächen fallenließ. Er betrachtete den kleinen, unschuldigen Ball für einen Moment, bevor er wieder zu Sehun aufsah. „Das hättest du nicht tun müssen."

„Er hat mich sofort an dich erinnert, als ich ihn gesehen habe. Ich konnte nicht anders."

Luhan durchflutete Wärme. Er schloss die Faust um den Anhänger und bedankte sich bei Sehun. „Er passt wirklich gut zu mir", gab er lachend zu. Sehun betrachtete ihn und die Gefühle, die ihm dabei in den Augen standen, waren so ehrlich und unkontrolliert das Luhan wegsehen musste.

„Also lass mich dich zum Dank zum Essen einladen." Nicht dass er etwas anderes vorgehabt hatte. „Such dir was aus Sehunnie."

Letztlich aßen sie Reis- und Fischkuchen auf Plastikstühlen und tranken Tee aus kleinen Papierbechern. Der heiße Dampf brachte wieder etwas Gefühl in Luhans Gesicht und seine Hände zurück und das Essen wärmte seinen Magen durch die Schärfe und die Hitze.

Sehun erzählte ihm von seinen Kursen an der Uni und dass alles ganz anders war als in der Schule aber er nichts gegen den Wandel auszusetzten hatte. „Ich habe es mir schlimmer vorgestellt", gab er zu. „Und es ist auch nicht einfach aber es macht Spaß. Ich denke ich studiere das Richtige."

„Was hast du vor wenn du fertig bist? Willst du auch dein eigenes Restaurant eröffnen, so wie Junmyeon?"

Sehun zuckte die Achseln und nahm einen neuen Reiskuchen in den Mund. Er hielt sich die Hand vor den Mund um warmen Dampf auszupusten. „Ich weiß noch nicht", antwortete er dann. „Aber es ist ziemlich wahrscheinlich. Ich wollte früher immer mit Hyung zusammenarbeiten, vielleicht eine Restaurant-Kette eröffnen." Er schürzte nachdenklich die Lippen. „Oder ich fahre zurück Nachhause und helfe meinen Eltern das Geschäft zu erweitern. Das war früher immer Junmyeons Ziel, bevor er Seoul nicht mehr verlassen wollte." Er blickte einen Moment zu Luhan auf, bevor er mit dem Zahnstocher durch sein Essen fuhr. „Jemand muss die Ferienhäuser unserer Eltern eines Tages übernehmen aber ich bin mir nicht sicher ob Hyung es tun möchte."

„Du möchtest also eines Tages wieder zurück nach Chungcheongbuk-do?"

„Vielleicht, ich denke schon. Es ist die meiste Zeit sehr langweilig und das einzige was wir wirklich zu bieten haben sind Berge und Tempel." Er ließ den Zahnstocher in der Papierschale liegen um einen Schluck Tee zu trinken. „Ich wollte Chungcheongbuk-do, seit ich klein war, unbedingt verlassen - so wie Junmyeon-hyung - aber ich denke ich kann unsere Eltern dort auch nicht einfach alleine lassen." Er hielt kurz inne. „Ich weiß noch nicht was ich einmal machen werde." Er lächelte ihn an. „Es würde mir schwerfallen dich zu verlassen."

Luhan spürte wie sein dummes Herz vor Überraschung einen Schlag aussetzte. „Keine Sorge, ich werde auch ohne dich zurechtkommen Sehunnie."

„Das bezweifle ich nicht", versicherte er. „Ich weiß nur nicht ob ich es könnte. Ich bin gerne in deiner Nähe."

„Das könnte sich in den Jahren ändern."

„Ich denke nicht."

Luhan schwieg für einen Moment. Er sollte Sehun daran erinnern, dass er so nicht über Luhan denken sollte und das Luhan ihm versprochen hatte ihm dabei zu helfen von ihm loszukommen aber der Moment verstrich und Sehun wechselte das Thema auf Luhans ehemalige ‚Fußball-Karriere' und wie er diese Leidenschaft entwickelt hatte und Luhan ließ zu dass sie das Thema einfach schweifen ließen.

-

Am Abend, als Luhan Zuhause war und sich fertig machte zu Bett zu gehen, kramte er noch einmal den kleinen Anhänger mit dem schwarz-weißen Fußball aus seiner Hosentasche. Er steckte den Finger durch den Metallkreis und ließ den Fußball an der Kette für einen Moment vor seinen Augen baumeln. Sehun hatte gesagt der Anhänger hatte ihn sofort an Luhan erinnert. Luhan würde er nun immerzu an Sehun erinnern.

Er seufzte, ging in den Flur und griff nach seinen Schlüsseln, die in einer Schale auf der Kommode neben dem Türeingang lagen. Er befestigte den Anhänger an ihnen und ging anschließend ins Badezimmer.


Luhan konnte nicht verhindern, dass sein Blick ständig nervös zur Konferenztür wanderte. „Wieso dauert das so lange?", richtete er an Minseok. „Sie sind schon seit Stunden dort drinnen."

Minseok zuckte die Achseln, während er weiter über seine Herdplatten wischte. „Junmyeon wird morgen ganz schön einen sitzen haben."

„Vielleicht sind sie ja schon ohnmächtig."

Kyungsoo schüttelte den Kopf. „Ich war vor einer Stunde drinnen und habe ihnen Käse und Oliven gebracht. Da sahen sie noch lebendig aus."

„Nur lebendig?"

Kyungsoo zuckte die Achseln. „Du kennst Junmyeon, er versteckt es aber ich denke er hat mich für eine Sekunde nicht erkannt als ich hereingekommen bin." Luhan trommelte nervös mit den Fingernägeln auf die Tischkante ein. Junmyeon hatte seit Stunden einen Termin mit zwei Winzerinnen und Luhan und die anderen wussten nur allzu gut wie solche Weinproben endeten.

Normalerweise wurde all der Wein bei einer Probe nicht wirklich getrunken, sondern nur im Mund behalten und anschließend in einen Eimer gespuckt. Junmyeon jedoch hasste diesen Brauch und weigerte sich ihm zu folgen. Also trank er den Wein anstatt ihn einfach wieder auszuspucken. Zwar in kleinen Schlucken aber bei der Anzahl an Weinen, die er probierte machte das kaum einen Unterschied.

Er war zwar ein Meister darin seinen Rausch zu verstecken aber das würde nicht lange anhalten.

Die Tür öffnete sich und Gelächter drang aus dem Konferenzzimmer heraus. Sie unterhielten sich noch ein wenig länger bei geöffneter Tür, bevor die zwei Verkäuferinnen sich für Junmyeons Zeit bedankten. Minseok und Kyungsoo rannten schnell aus der Küche heraus um den Frauen beim Tragen ihrer Kisten zu helfen, bevor Junmyeon sich dazu anbieten konnte.

„Ich danke Ihnen für Ihre Zeit", sagte Junmyeon in bester Laune. „Ich melde mich in den nächsten Tagen bei Ihnen und teile Ihnen dann mit für welche Weine wir uns entschieden haben."

Es wurden weitere Verabschiedungen ausgetauscht, bevor Junmyeon in die Küche kam, während Minseok und Kyungsoo ihre Gäste nach draußen brachten. Luhan stützte sich vom Küchentisch ab und kam auf Junmyeon zu. „Bist du in Ordnung? Das hat lange gedauert."

„Luhan!" Er strahlte auf und wankte plötzlich gefährlich zur Seite. Luhan griff nach seinem Arm um ihn festzuhalten. „Verdammt", murmelte er. „Hat man sehr gemerkt dass ich...du weißt schon."

„Nein", versicherte Luhan. „Ich denke du hast dich gut gehalten." Er seufzte. Er wusste das Junmyeon kein Fan von Weinproben war aber unter ihren Kollegen hatte niemand sonst wirklich ein Gespür für Wein und Junmyeon traute keinen Außenstehenden die Entscheidung für ihn zu fällen.

„Luhan wieso bist du eigentlich noch hier? Du hast doch schon seit Stunden Feierabend!" Luhan schlang einen Arm um seine Taille, was Junmyeon zum Lachen brachte.

„Ich bringe dich nachhause", sagte er zu ihm. „Du hast heute hart gearbeitet."

Junmyeon gab sich sichtlich Mühe gegen den Nebel vor seinen Augen anzukämpfen aber er gab schließlich nach und teilte etwas seines Körpergewichts mit ihm. „Du bist immer so gut zu mir Luhan."

„Das stimmt nicht. Du bist immer so gut zu mir", murmelte Luhan und tätschelte seine Seite. Er hörte Minseok und Kyungsoo zurückkommen, was gut war, denn Junmyeon brauchte dringend ein Taxi und Luhan hatte die Hände voll.

Junmyeon richtete sich wieder etwas gerader auf, fiel aber beinahe gegen Luhans Brust, als er versuchte einen Schritt nach vorne zu tun. Er späte durch glasige Augen zu ihm auf. „Woah du bist immer noch so hübsch."

Luhan starrte ihn an. „Hübsch? Du findest mich hübsch?" Nicht attraktiv oder gutaussehend aber hübsch? Womit hatte Luhan das verdient?"

Junmyeon nickte und verzog dann kurz das Gesicht. „Wie damals, als du...was hast du gemacht? Ich denke du hast etwas nach mir geworfen?"

„Nicht nach dir", sagte Luhan und lächelte auf ihn hinunter. „Es hat dich nur versehentlich getroffen."

„Ich hab damals gesagt, dass es nicht wehgetan hat aber das...hat es."

„Ich weiß", erwiderte Luhan. „Du sahst so aus als wärst du in Schmerzen gewesen." Luhan lachte und Junmyeon stimmte kurz darauf ein. Ihre erste Begegnung hatte wirklich nicht das beste Licht auf Luhan geworfen.

„Du warst so...besonders."

Luhans Herz drückte sich in seiner Brust zusammen. Junmyeon sollte solche Dinge nicht sagen, wenn er betrunken in Luhans Armen lag und nicht wusste, wo oben und unten war.

„Luhan wie geht's-"

Etwas war geschehen als Minseok die Küchentür wieder aufdrückte und Luhan konnte nicht glauben was es war. Er starrte auf Junmyeons Gesicht hinunter, das ihm wahrscheinlich noch nie zuvor so nahe gewesen war. Junmyeons Hände hatten sein Gesicht umschlossen und ihn zu sich gedreht um seinen Mund auf seinen zu drücken.

Luhan stand da wie festgefroren, während Junmyeon sanft, so unendlich sanft, Druck auf seine Lippen ausübte. Junmyeon küsste genauso wie Luhan es sich immer vorgestellt hatte.

„Oh Mist", murmelte Minseok und war blitzschnell an Luhans Seite, als Junmyeon kichernd von ihm abließ und plötzlich den Halt verlor. Luhan war zu geschockt um rechtzeitig nach ihm zu greifen aber Minseok hatte es vorhergesehen und stützte Junmyeon an den Schultern, bevor er fallen konnte. „Junmyeon alles in Ordnung?"

Junmyeon nickte schwach. „Nur...schwindelig."

Minseok sah vorsichtig zu Luhan herüber. „Und bei dir? Alles in Ordnung?"

Luhan nickte, zu schwach und deutlich zu verwirrt, um zu Antworten.

„Hyung", sagte Sehun hinter ihm und stützte seine andere Seite. „Wow, bist du blau?"

„Sehunnie." Junmyeon richtete sich mit reiner Willenskraft auf und lächelte seinen kleinen Bruder an. „Nur ein klein wenig."

Sehun sah flüchtig zu Luhan herüber. „Lass uns Heimfahren."

Kyungsoo hatte in der Zwischenzeit ein Taxi gerufen und Sehun und Luhan halfen Junmyeon durch die Hintertür nach draußen. Luhan ging daraufhin noch einmal rein um seine Sachen und Junmyeons Jacke zu holen. Er atmete zwei Mal tief durch als er in der Umkleidekabine stand und schloss kurz die Augen. Das eben...das war wirklich geschehen nicht wahr? Junmyeon hatte ihn von sich aus zu ihm gezogen und geküsst.

Luhans Schultern sackten ein wenig hinunter. Junmyeon war betrunken und Luhan hatte nicht gewollt dass ihr erster Kuss so passieren würde – gut er hatte nicht wirklich die Hoffnung gehegt dass ihr erster Kuss überhaupt jemals geschehen würde, also sollte er sich wahrscheinlich nicht beschweren. Selbst wenn Junmyeon dabei wahrscheinlich nicht so an ihn dachte, wie Luhan es tat.

Er nahm noch einmal einen tiefen Atemzug und schob diese Gedanken dann von sich.

Er ging noch einmal in den Gastbereich um sich bei Sooyeon und Jongdae zu verabschieden und versicherte beiden, dass es Junmyeon gut ginge und ging dann in die Küche.

„Bist du okay?", fragte Minseok noch einmal und klopfte ihm auf den Rücken. „Ich weiß was Junmyeon dir bedeutet", er zögerte. „Aber du solltest dir das wahrscheinlich nicht allzu sehr zu Herzen nehmen Luhan."

„Ich weiß", erwiderte er und kniff Minseok in die Wange, weil das die ultimative Chance war, um ungeschoren davon zu kommen. „Keine Sorge."

Minseok nickte und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln. Im Hintergrund hatte Kyungsoo Baekhyun gerade von dem Kuss erzählt und Baekhyun beschwerte sich nun, dass er immer ‚die guten Dinge' verpasste. Luhan winkte ihnen zum Abschied zu und ging dann nach draußen, wo Junmyeon sich alle Mühe gab gerade stehen zu bleiben um eine gute Form vor seinem kleinen Bruder zu bewahren.

„Ich helfe dir ihn Nachhause zu bringen", sagte Luhan und schlang einen Arm um Junmyeons Mitte damit er eine Entschuldigung hatte sich an ihn zu lehnen.

„Ich denke ich komme zurecht", erwiderte Sehun.

„Das wirst du nicht, glaub mir. Es macht mir nichts aus", versicherte er. Sehun nickte schließlich.

Junmyeon nickte während der Taxifahrt immer wieder ein, gab sich aber alle Mühe wach zu bleiben. Er sprach nicht aber senkte irgendwann den Kopf auf Luhans Schulter und seufzte leise.

Luhan versuchte seinem Herzen verständlich zu machen, dass Junmyeon nur betrunken und müde war aber der Abend war bereits ereignisreich genug gewesen und sein dummes Herz wollte nicht auf ihn hören.

Luhan bezahlte den Taxifahrer und tappte Junmyeon sanft auf die Schulter, während Sehun um den Wagen ging um Junmyeon die Tür zu öffnen. „Wir sind da", sagte er zu ihm.

Junmyeons Kopf richtete sich langsam auf, er nickte mit müden Augen und wandte sich zur Tür, wo Sehun bereits auf ihn wartete. Junmyeon bestand darauf alleine zu laufen, aber Sehun und Luhan blieben in seiner Nähe und hatten ihre Hände sofort an ihm, sobald er ins Stolpern geriet.

Junmyeon besaß ein großes Apartment im zweiten Stock eines Wohnhauses, in das Luhan und Sehun ihn gemeinsam hievten. Sobald Sehun die Tür geöffnet hatte brachten sie Junmyeon in sein Schlafzimmer, wo er mit einem leisen Ächzen in der Matratze versank. Luhan zog ihm die Schuhe aus und dachte kurz darüber nach ob er sein Hemd und seine Hose ebenfalls abstreifen sollte aber Junmyeon sah nicht allzu unbequem darin aus, also ließ er es sein.

„Danke", sagte Junmyeon als Luhan ihn zugedeckt hatte. „Und Entschuldige."

Luhan schüttelte sanft den Kopf. „Schlaf. Morgen wird es dir ziemlich mies gehen aber für jetzt mach einfach die Augen zu."

Junmyeon lächelte leicht. Er befreite seine Hand unter der Decke und legte sie für einen Moment auf Luhans Wange. Luhan blinzelte auf ihn hinunter, auch jetzt, in diesem Zustand, war Junmyeon wunderschön. Luhan beugte sich nach vorne und küsste seine Stirn weil er sich nicht helfen konnte. Junmyeon atmete tief aus, seine Augen waren geschlossen und seine Hand neben seinen Körper auf die Matratze gesunken.

Sehun räusperte sich und trat anschließend in den Raum ein, ein Glas Wasser in der einen Hand und eine Schachtel Aspirin in der anderen. Er legte beides auf den Abstelltisch neben dem Bett ab. Luhan erhob sich von der Bettkante und räusperte sich ebenfalls, weil er einen Kloß im Hals hatte und Scham seine Wangen rot färbte. Hatte Sehun ihn gerade gesehen?

„Lassen wir ihn schlafen", sagte Luhan und ging aus dem Schlafzimmer heraus. Sein Herz schlug wild gegen seine Brust. Sehun zog die Schlafzimmertür hinter sich zu und folgte Luhan ins Wohnzimmer, das er automatisch aufgesucht hatte. „Ist es okay wenn ich bleibe?", fragte er ohne sich zu Sehun umzudrehen. „Ich möchte heute Nacht lieber ein Auge auf Junmyeon behalten. Er hat wirklich viel getrunken und ich will nicht dass ihm etwas passiert." Er drehte sich um, weil Sehun kein Wort gesagt hatte und Luhan sich vergewissern wollte, dass er wirklich noch da war. Sehun sah zu Boden. „Du solltest schlafen gehen Sehun, du hast morgen früh Uni nicht wahr? Ich arbeite erst am Abend und kann es mir leisten, die Nacht aufzubleiben." Immer noch keine Antwort. Er lächelte ihn an. „Hörst du mir zu Sehun?"

Sehun nickte nach einem Moment.

„Ist es okay wenn ich bleibe?"

Noch ein Nicken.

„In Ordnung" Luhan atmete tief aus. „Du solltest wirklich ins Bett gehen."

„Hyung er-", sagte Sehun dann plötzlich mit einer Stimme, die eigenartig belegt klang. „Er hätte das nicht tun sollen." Luhan wandte den Blick wieder ab. „Er...das war verdammt egoistisch von ihm."

„Er ist betrunken Sehunnie."

Sehun schüttelte den Kopf. „Das...was ich sagen will ist", er trat plötzlich nahe an Luhan heran. „Dass es mich rasend vor Eifersucht macht." Sehuns Lippen waren weder zaghaft noch sanft, als er sich zu Luhan beugte und ihn küsste.

Luhan stand für einen Moment wie festgefroren da, bevor seine Lippen den Druck erwiderten. Er konnte nicht mit Genauigkeit sagen, was es war das ihn Sehun zurückküssen ließ aber er wusste dass es viel mit Junmyeon zu tun hatte und vielleicht ein ganz klein wenig mit dem Ausdruck in Sehuns Augen, mit dem er ihn bedacht hatte.

Sehun seufzte leise gegen seine Lippen, bevor er die Hände um Luhan legte und ihn fest an sich drückte, eine Hand in seinem Nacken und die andere um seine Taille geschlungen. Sehun verlangte nicht nach mehr, seine Hände waren nur schlaff um ihn geschlungen und er versuchte nicht Luhan zurückzudrängen oder seine Hände unter sein Shirt zu schieben. Luhan spürte dennoch, wie sein Körper unter Sehuns ruhigen Fingerspitzen reagierte und brach den Kuss schließlich ab. Sehun stolperte augenblicklich einen Schritt zurück und sah ihn aus großen Augen an, ohne ein Wort zu sagen.

„Sorry", sagte Luhan schließlich. „Ich bin verwirrt. Tut mir leid Sehunnie."

Sehun schüttelte schnell den Kopf. „Schon in Ordnung, es war meine Schuld ich..." Er verzog das Gesicht. „Es war nur so eigenartig zu sehen wie Hyung dich...Tut mir leid."

Luhan lachte leise um die Situation ein wenig aufzulockern und schlug Sehun, ohne Kraft, gegen die Schulter. „Zieh nicht so ein Gesicht, ich will nicht dafür verantwortlich sein dass du vorzeitig Falten bekommst."

Sehun streckte eine Hand aus um sie auf seine Wange zu legen und zog sie dann schnell wieder zurück. „Okay jetzt habe ich mich wieder unter Kontrolle, sorry."

Luhan blinzelte mehrfach, während Sehun rot anlief. Er schüttelte den Kopf über ihn. „Du hast also nicht vor heute Nacht schlafen zu gehen?"

Sehun schüttelte den Kopf. „Du kannst Nachhause fahren wenn du möchtest ich passe schon auf Hyung auf, oder", er zeigte auf den überdimensionalen Fernseher, der an Junmyeons Wohnzimmerwand befestigt war. „Du bleibst und wir schauen uns die ganze Nacht Filme an oder Fußballspiele auf YouTube, wie du möchtest."

„Du magst Filme sehr, nicht wahr?"

„Ziemlich", antwortete Sehun. „Hyung und meine Eltern haben mich früher immer gezwungen mit ihnen raus zu gehen. Wenn man in Chungcheongbuk-do aufwächst, dann ist es üblich dass man viel Zeit in den Bergen oder im Wald verbringt. Wir sind ständig zu den Tempeln gewandert damit meine Eltern für unsere schulischen Leistungen beten und wir mit unseren Vorfahren kommunizieren können." Sehun lächelte scheu zu ihm herüber und ging anschließend vor dem Schrank unter dem Fernseher auf die Knie, wo der DVD Player und eine beachtliche Sammlung DVD's zu finden waren. „Als Kind hat mir das eigentlich ziemlich viel Spaß gemacht, weil Jongin und seine Schwestern immer mitgekommen sind und wir die Gegend erforscht haben. Ich kenne den Wald um den Songnisan Nationalpark so gut wie meine eigene Hand." Er zuckte die Achseln. „Später wollte ich nur noch drinnen bleiben und Videospiele mit Jongin spielen oder Filme ansehen. Sie sind spannender als unser ruhiges Chungcheongbuk-do."

Luhan setzte sich im Schneidersitz auf die Couch, während Sehun durch seine, oder Junmyeons, DVD-Sammlung stöberte. „Vermisst du es? Chungcheongbuk-do meine ich?"

Sehun hielt kurz inne, ohne sich umzudrehen. „Nicht wirklich. Bisher war ich gut abgelenkt und Jongin ist hier, was sich irgendwie so anfühlt als wären wir noch immer Zuhause. Ich vermisse meine Eltern ein wenig aber sie rufen zu oft an, als das ich ernsthaft Heimweh bekommen könnte", er lachte leise. „Ich dachte es wird schwieriger aber das ist es nicht."

„Was ist mit Junmyeon? Erinnert er dich an Zuhause?"

Sehun griff nach ein paar DVD's und kam mit ihnen zur Couch auf der Luhan saß. „Junmyeon war so alt wie ich als er Chungcheongbuk-do für Seoul verlassen hat. Ich war erst neun und irgendwie hat es sich mit der Zeit nicht mehr so angefühlt als würde Junmyeon noch zu Chungcheongbuk-do gehören. Er ist immer wieder zu Besuch gekommen aber er gehörte nicht so ganz dazu? Nicht so wie meine Eltern oder Jongin oder die anderen Dorfbewohner. Das ist dumm, weil Junmyeon den Großteil seines Lebens dort verbracht hat aber für mich waren es nur neun Jahre und an den Großteil dieser neun Jahre kann ich mich nicht mehr erinnern." Er strich mit den Fingerspitzen über die DVD-Hüllen, dessen Plastikverkleidungen an den Seiten bereits leicht abblätterten. „Hyung hat in meinen Augen immer mehr nach Seoul gehört." Er blickte zu Luhan auf. „Deshalb wollte ich schon immer einmal in Seoul studieren."

„Und jetzt bist du hier", sagte Luhan.

Sehun nickte. „Jetzt bin ich hier."

Es blieb für einen Moment ruhig zwischen ihnen. Es war keine schwere Stille, voller Unbehagen weil keiner wusste was er sagen sollte, sondern einfach eine Stille nach der viele Worte gefallen waren und keine weiteren folgen mussten.

Luhan fiel erst jetzt auf, dass er in Wahrheit nicht allzu viel über Sehun wusste und das war ein eigenartiges Gefühl wenn man bedachte, dass er nicht wenig Zeit mit ihm verbrachte.

„Such dir einen aus", sagte Sehun nachdem er sich geräuspert hatte. „Ich bin mir sicher alle davon würden dir gut gefallen."

Luhan wählte eine DVD aus und saß dicht neben Sehun, während nur der Bildschirm den Raum in Licht tauchte. Ein eigenartiges Gefühl schlich sich in Luhans Brust, während Sehuns Oberschenkel gegen seinen presste und sie Wärme unter derselben Decke teilten, während der Film vor ihren Augen abgespielt wurde, während Luhan an Sehun dachte und wie er mit Jongin durch Wälder streifte und die Hand seiner Mutter hielt, während Glocken im Tempel erklangen.

Luhan versuchte nicht an Junmyeon zu denken auch wenn seine Gedanken immer wieder den Moment hochbeschworen in dem Junmyeon sein Gesicht ergriffen und ihn geküsst hatte. Und er versuchte nicht an Sehuns eifersüchtige Augen zu denken als sie sich im Wohnzimmer gegenübergestanden waren und Luhan ihn zu spät von sich geschoben hatte. Nur dachte er dennoch daran. Die ganze verdammte Zeit lang.

Luhan sah in dieser Nacht immer wieder nach Junmyeon, um sich zu vergewissern dass es ihm wirklich gut ging und fühlte sich nicht müde, selbst als die Sonne langsam hinter dem Horizont hervorkoch.

-

Als Luhan Junmyeon das nächste Mal auf der Arbeit sah, lächelte Junmyeon ihn breit an und bedankte sich dafür, dass Luhan ihn nachhause gebracht hatte. Er sah ein wenig zerknirscht und verlegen aus aber der Kuss kam niemals zur Sprache.

Luhan hatte nicht erwartet, dass er sich daran erinnern würde oder es ihm auch nur etwas bedeutet haben könnte – nur hatte er vielleicht ein klein wenig die Hoffnung gehegt, dass es doch so wäre.

Junmyeon klopfte ihm daraufhin auf die Schulter und ging zurück in sein Büro, während Luhan nur dastand und betroffen zu Boden sah. Er wünschte sich wirklich der Boden würde aufbrechen und ihn in ein Loch fallen lassen aber selbst das wurde ihm nicht gewährt.

„Luhan", sagte Minseok sanft und berührte ihn am Arm. „Luhan du wusstest doch..." Luhan unterbrach ihn indem er nickte.

„Schon gut." Er wandte sich ab und ging zurück an die Arbeit. Es war nicht gut aber Luhan war auch ein Idiot, der nicht dazu lernte und von Gefühlen mitgerissen wurde, die von Anfang an nur einseitig gewesen waren. Es war nicht gut aber es war auch nicht neu.

Er nahm einen tiefen Atemzug und riss sich zusammen.

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*Ich habe absolut keine Ahnung von Fußball, ich interessiere mich wirklich nicht dafür auch nicht zur WM oder EM oder sonst wann...ich habe den Sport echt nie verstanden xD also alles was hier bezüglich der Regeln etc. erklärt wurde, ist reine Wikipedia Recherche-Sache gewesen :D also wenn es Fachleute unter euch gibt, die irgendwelche Fehler entdeckt haben, könnt ihr mich gerne korrigieren oder drückt ein Auge zu xD jetzt da ich recherchiert habe weiß ich mehr über Fußball als ich jemals wissen wollte und das ist ironisch...aber auch lustig :D 

(Sport den ich echt gerne anschaue ist zum einen Volleyball und zum anderen Eiskunstlauf :D. Schaut ihr gerne irgendeinem Sport zu?)



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