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Luhan war dabei das Restaurant dicht zu machen als Junmyeon aus der Küche kam. Kyungsoo und Minseok waren bereits vor einer Stunde gegangen, weil an Freitagabenden meist mehr Getränke als Essen bestellt wurden und sie somit zeitig dazu gekommen waren aufzuräumen. Es war schon ein Uhr morgens als Luhans letzte Gäste das Restaurant verlassen hatten und Jongdae, Chanyeol und Baekhyun anfangen konnten den Innenraum aufzuräumen. Zitao hatte heute, statt Baekhyun, in der Küche ausgeholfen.

Luhan, die gute Seele die er war, hatte seine Kollegen nachhause geschickt sobald das meiste aufgeräumt war und musste nur noch über die Tische wischen und anschließend abschließen.

Er hatte nicht mit Junmyeon gerechnet aber es war keine unerfreuliche Überraschung. „Was machst du noch hier?", fragte Luhan und nahm den Eimer mit dem Lappen mit an die Theke um das schmutzige Seifenwasser ins Waschbecken zu kippen. „Warst du heute nicht bei Sparkly?" Sparkly war ihr Großhändler für Getränke und dergleichen. Sie bekamen Getränke wie Mango Limonade und Cranberrysaft von ihnen geliefert.

„Ja", antwortete Junmyeon und holte zwei Gläser aus einem der Regalen heraus. „Hast du noch Zeit Luhan oder musst du direkt los?"

„Nein ich habe Zeit."

Junmyeon lächelte ihn über die Schulter an. „Leistest du mir noch etwas Gesellschaft?"

Luhan nickte dümmlich, seine Kehle war ganz trocken geworden. Er schloss den Vordereingang ab und ging in den hinteren Bereich um sich umzuziehen, etwas Deo zu benutzen und seine Haare zurecht zu zupfen. Junmyeon hatte den Hintereingang bereits abgeschlossen als er reingekommen war also ging Luhan zu ihm zurück.

Junmyeon hatte währenddessen die Oberlichter des Restaurants abgeschaltet und nur die azurblaue Barbeleuchtung angelassen. Er saß an der Theke, mit den Ellbogen auf dem Tisch und wurde blau angeschienen. Luhan stand für einen Moment nur da um ihn zu betrachten. Seine Haut strahlte wie blauer Kristall – er war wunderschön.

Junmyeon wandte ihm das Gesicht zu und lächelte wieder. Dieses Lächeln würde Luhan eines Tages noch um den Verstand bringen.

Luhan setzte sich neben ihn, seine Tasche auf dem Boden neben dem Barhocker abgelegt. Ihre Knie berührten sich.

Junmyeon schob ihm ein Tumbler-Glas mit einer goldbraunen Flüssigkeit zu, die im Licht grünlich schimmerte, wie eine Mischung aus Smaragd und Bronze. „Das ist ein ‚Aberlour', achtzehn Jahre alt und schottischer Abstammung." Junmyeon drehte die Flüssigkeit in seinem eigenen Glas herum. „Er schmeckt nach Gewürzen, Datteln, Eichenholz, eine Spur Honig und", er nahm einen kleinen Schluck aus seinem Glas, bevor er Luhan direkt in die Augen sah. „Dunkle Schokolade. Ich denke er entspricht ganz deinem Geschmack."

Luhans Wangen fühlten sich warm an aber Junmyeon würde es aufgrund der Beleuchtung nicht bemerken. „Du kennst mich", sagte Luhan und nahm ebenfalls einen Schluck. Luhan konnte die unterschiedlichen Komponenten herausschmecken, vor allem die Schokoladennote von der Junmyeon gesprochen hatte. Der Abgang war mittellang und mild – tatsächlich ganz nach Luhans Geschmack. „Du kennst mich definitiv", verbesserte Luhan nachdem er sein Glas wieder abgestellt hatte. „Er wird eine gute Ergänzung auf unserer Getränkekarte sein."

„Die Lieferung kommt nächste Woche", Junmyeon deutete auf die Flasche. „Die hier war ein Geschenk." Er legte den Kopf in die Hand und war ganz Luhan zugewandt, was sein Herz schneller schlagen ließ. „Das haben wir seit einer Weile nicht mehr gemacht oder? Nach der Arbeit noch ein wenig getrunken und geredet", er lächelte. „Nur zu zweit meine ich."

Luhan nickte und malte Muster auf die Tischplatte vor sich. „Du warst beschäftigt."

„Stimmt", er seufzte leise. „Danke Luhan."

„Hm?"

„Für Sehun", antwortete er. „Dafür dass du mit ihm gesprochen hast. Er scheint dich wirklich zu mögen."

„N-nein ich denke das ist ein wenig übertrieben."

„Ich weiß nicht", erwiderte Junmyeon und wandte das Gesicht wieder nach vorne. Manchmal wenn nur die Barbeleuchtung angeschaltet war, hatte Luhan das Gefühl dass sie auf dem Grunde des Meeres waren, wo das Wasser wie Saphire strahlte. „Ich habe das Gefühl ich habe die ganze Sache ein wenig unterschätzt. Früher war Sehun immer so angetan von mir. Ich wusste dass ich sein großes Vorbild bin und war ziemlich stolz darauf", er lachte leise, vielleicht weil ihm dieses Eingeständnis peinlich war. „Aber das scheint nicht mehr der Fall zu sein. Mir ist wohl erst jetzt aufgefallen dass mein kleiner Bruder erwachsen geworden ist."

„Das heiß nicht dass er dich nicht mehr braucht", sagte Luhan sanft.

Junmyeon zuckte die Achseln. „Er ist heute auf einer Party." Luhan hob beide Augenbrauen an. „Er hat mir erzählt er übernachtet nur bei einem Freund aber er hat sich Gel in die Haare gemacht und sich ordentlich angezogen." Er schüttelte den Kopf. „Er ist so durchschaubar es ist urkomisch."

„Willst du nicht dass er auf Partys geht?"

„Nein ich hab nicht wirklich etwas dagegen, er ist fast erwachsen und ich denke ich kann ihm vertrauen keinen allzu großen Unsinn anzustellen. Mich beschäftigt mehr der Umstand, dass er es mir nicht erzählt hat. Ist das dämlich?"

Luhan schüttelte den Kopf. „Natürlich nicht."

„Ich will für ihn da sein, ich will dass er weiß dass er mich immer anrufen kann wenn etwas ist." Junmyeon nahm dieses Mal einen größeren Schluck aus seinem Glas. „Ich will dass er mir vertraut."

„Sag ihm das."

„Denkst du nicht er denkt dass ich zu aufdringlich bin? Ich will ihn nickt kontrollieren, nur will ich es irgendwie doch tun."

Luhan legte ihm eine Hand auf die Schulter, woraufhin sich Junmyeon noch ein bisschen mehr zu ihm lehnte. „Ich weiß", sagte er. „Du warst schon immer gut darin dich zu sorgen." Das war eines der Dinge in die sich Luhan vor Jahren verliebt hatte. Ihre erste Begegnung als Luhan hoffnungslos und verraten von der Welt war und Junmyeon ihm Hoffnung und so viel mehr wieder zurückgegeben hatte.

Als er Luhan in die Augen sah hatte er das Gefühl, dass sie an dasselbe dachten und alles in Luhan wünschte sich, sich jetzt nach vorne zu beugen und ihn zu küssen, ihm verständlich zu machen wie viel er ihm bedeutete und immer bedeuten würde. Aber der Moment verstrich und Luhan trank sein Glas leer damit Junmyeon es wieder auffüllen konnte.

„Dieser Whisky hat mich sofort an dich erinnert", sagte Junmyeon etwas später. „Nicht süß aber voller unterschiedlich starker Aromen."

„Du findest mich nicht süß?", fragte Luhan lachend. „Ich kann wirklich niedlich sein."

Junmyeon grinste ebenfalls. „Ich weiß nicht ob ich das jemals gesehen habe."

Und es war nur eines von vielen Dingen, die Junmyeon nie in ihm gesehen hatte. Luhan versuchte nicht traurig darüber zu sein, aber Enttäuschung war ein Verräter, der sich schon seit Jahren in seinem Herzen eingenistet hatte und sich immer weiter ausbreitete. Luhan und Junmyeon tranken einen guten Teil der Flasche leer, während sie sich über das Restaurant und ihre Kollegen unterhielten, über Luhans Reisewünsche in den nächsten Jahren und Junmyeons Eltern. Es war spät als sie schließlich entschieden genug zu haben – Luhan hatte nicht bemerkt wie die Zeit verflogen war - und er bemerkte erst, dass er wirklich betrunken war als er aufstand und Junmyeon ihn festhielt, weil er schwankte.

Junmyeon lachte leise über ihn, dabei konnte er seinen Alkohol noch viel schlechter halten als Luhan. Das besondere an ihm war jedoch, dass er die einzigartige Fähigkeit hatte sich nicht anmerken zu lassen wie betrunken er wirklich war.

„Vielleicht haben wir heute Nacht ein wenig übertrieben."

Luhan lachte, weil Junmyeon Recht hatte und alles ein wenig lustiger in benebeltem Zustand war. Er war froh dass er morgen nicht arbeiten musste. „Kann...gut sein."

Junmyeons Hände lagen fest und sicher auf seinen Armen und Luhan war ihm wieder so nahe dass er den Kopf auf seiner Schulter ablegen und seinen Hals küssen könnte. Junmyeon lachte wieder und dieses Mal klang das Geräusch tief und nahe an seinem Ohr. „Vielleicht habe ich mich doch geirrt. Du bist süß wenn du betrunken bist."

„Sagte ich doch." Er richtete sich auf und nahm einen tiefen Atemzug. „Ich denke jetzt geht es wieder."

„Schon?", fragte Junmyeon und lachte nervös. „Das Restaurant dreht sich."

Luhan schüttelte belustigt den Kopf. Das war genau das was er gemeint hatte. „Halt dich fest. Ich rufe ein Taxi."

-

Luhan war müde und niedergeschlagen als er Junmyeon im Taxi zurückließ. Es war ein schöner Abend gewesen, Luhan liebte es Zeit mit Junmyeon zu verbringen und normalerweise war er gut darin nicht zu sehr darüber nachzudenken, dass er für Junmyeon nur ein guter Freund war. Normalerweise war er aber auch nicht ganz so betrunken in Junmyeons Anwesenheit. Luhan brauchte echt wieder ein Date, er war viel zu angespannt.

Er schloss die untere Haustüre auf und fuhr mit dem Aufzug nach oben, froh darüber als er das grelle Licht der Aufzuglichter wieder hinter sich lassen konnte. Nicht ganz so froh als er Sehun auf seiner Fußmatte sitzen sah. Luhan fuhr sich mit der Hand über die Augen und seufzte tief. Er war wirklich nicht in der Verfassung dazu sich heute Nacht auch noch mit Sehun zu befassen.

Luhan stieß Sehun sanft mit der Spitze seines Schuhs an, was den anderen aus seinem Schlummer weckte. Sehun blinzelte, stöhnte leise über das Flurlicht und blinzelte dann zu ihm auf. „Du bist hier."

„Ich habe auch allen Grund dazu", sagte Luhan und reichte ihm seine Hand damit er aufstehen konnte. „Du aber nicht. Was machst du hier Sehun?"

Sehun hielt sich an der Wand neben der Tür fest, während Luhan seine Wohnung aufschloss und das Licht anschaltete. Sehun trottete hinter ihm herein. „Ich wollte dich sehen."

„Das hättest du auch morgen tun können."

„Nein", sagte Sehun, er klang betrunken aber Luhan konnte nicht sagen wie sehr, weil sein eigener Rausch ihm die Sache erschwerte. „Es musste heute sein."

„War die Party so langweilig?"

Luhan streifte seine Schuhe ab und wartete nicht darauf, dass Sehun fertig war bevor er durchs Wohnzimmer und in die Küche ging um zwei Gläser mit Leitungswasser zu füllen.

„Natürlich. Du warst nicht da", sagte Sehun von weiter hinter ihm.

Luhan ignorierte diese Worte. „Wolltest du nicht bei deinem Freund übernachten?"

Er spürte erst Sehuns Atem über sein Haar streichen, bevor seine Arme ihn plötzlich von hinten umschlangen. Sanft, ohne Druck auszuüben. „Dort warst du auch nicht."

Luhan schloss die Augen, er war wirklich nicht in der Verfassung für Sehun.

„Wo bist du noch so lange gewesen? Du riechst nach Alkohol."

„Du auch", erwiderte Luhan. Aus der Nähe konnte Luhan süßen Alkohol aus seinem Atem riechen. Die Dinge, die er selbst früher auch auf Partys getrunken hatte. „Du solltest doch nicht so viel trinken."

„Ich hab's versucht, ehrlich, aber alle haben getrunken, ich musste also auch mithalten."

Luhan lachte leise, weil er sich gut daran erinnerte wie sich das anfühlte. „Klingt nach einer gelungenen Party."

Sehun brummte in, was Luhan für Einverständnis hielt, und drückte Luhan nun etwas fester gegen sich. „Du fühlst dich so gut an."

„Du bist betrunken, alles fühlt sich gut an."

„Aber du fühlst dich immer gut an." Er schmiegte seine Wange an Luhans Haar und lies den Kopf sinken, bis seine Nasenspitze Luhans Ohr streifte. Sein Atem war warm und feucht gegen Luhans Haut. „Ich will dich immer berühren. Nicht nur wenn ich betrunken bin."

Luhans Vernunft kämpfte sich an die Oberfläche, er war betrunken und hatte vielleicht schon seit einer Weile keinen Sex mehr gehabt aber Sehun war keine Option. Er drehte sich in Sehuns Armen um und legte die Hände auf seine Brust um Sehun davon zu schieben. Sehun ließ seine Arme augenblicklich sinken aber er sah verletzt aus.

„Wieso willst du mich nicht?"

Luhan seufzte. „Sehun du weißt wieso."

„Du musst mein Gesicht nicht ansehen wenn du nicht willst."

Er schüttelte den Kopf. „Sag so etwas nicht. Sehunnie du verdienst jemanden der dich wirklich liebt, verstehst du nicht? Wenn ich mit dir schlafen würde, dann wäre es nur wegen dem Sex und das willst du nicht wirklich." So wie Luhan es niemals gewollt hatte. In all den Jahren in denen er Junmyeon kannte war er oft nahe dran gewesen Junmyeon an sich zu ziehen und zu küssen, wenn er betrunken und verwirrt war. Luhan hatte es sich so oft vorgestellt, war der Versuchung so oft beinahe erlegen, aber so hatte er Junmyeon nie gewollt. Es hätte ihn umgebracht wenn Junmyeon ihm am nächsten Morgen nicht mehr in die Augen sehen könnte oder sich für etwas entschuldigte, dass Luhan sich so sehr gewünscht hatte.

„Nein es ist okay", flüsterte Sehun und trat wieder näher. „Du musst mich nicht so mögen wie ich dich."

„Sehun-"

„Es wäre genug für mich. Ehrlich." Aber das wäre es nicht. Sehun war nur zu jung um das schon zu wissen. Er hatte noch gar keine Ahnung. Luhan war betrunken und vielleicht ein bisschen grausam, weil er so verflucht verliebt in Junmyeon war aber dieser keine verfickte Ahnung hatte. Er war wütend auf Junmyeon, es insgeheim schon immer gewesen, und vielleicht hätte er nichts dagegen ihn einmal so zu verletzen, dass er fühlte wie sehr Luhan litt. Was würde Junmyeon sagen, wenn Luhan seinen kleinen Bruder fickte?

Luhan strich mit den Fingerspitzen über Sehuns Gesicht, was Sehun die Augen aufreißen ließ. „Luhan?"

„Wenn du mir etwas bedeuten würdest, würde ich es nicht tun", sagte Luhan. „Du musst mit diesem Wissen leben. Ich werde es nicht bereuen aber du könntest es. Ich habe keine Gefühle für dich Sehun."

Sehun zuckte zusammen aber er wich nicht zurück. „Das – d-das...ist in Ordnung."

„Du bist ein Idiot." Aber es war nicht an Luhan das zu entscheiden und er hatte keine Lust sich um seine Gefühle zu scheren. Sehun war minderjährig und Junmyeons kleiner Bruder aber Luhan war noch nie ein Vorbild gewesen.

„Ich weiß", flüsterte Sehun, bevor Luhan seinen Kopf zu sich hinunterzog und ihn küsste. Er war nicht in Stimmung für sanft und vorsichtig also biss er in Sehuns Unterlippe und wartete darauf bis Sehun den Mund für ihn öffnete. Der Kuss war hungrig und unschön, ihre Zähne klirrten mehrfach gegeneinander. Luhans Zunge strich über Sehuns Zähne, er schmeckte bitteren Tequila und süßen Erdbeersirup auf seiner Zunge. Luhan stütze die Hände auf dem Küchentisch ab und schwang sich darauf, bevor er Sehun zwischen seine Beine drängte und ihn näher zog. Seine Finger zogen an seinen Haaren und rissen seinen Kopf herum damit er seine Seite küssen und in seinen Hals beißen konnte. Sehun wimmerte unter ihm und es waren so süße Laute, dass Luhan eine Welle der Erregung durchflutete.

Sehuns Hände lagen unschuldig auf seinen Hüften und Luhan riss sich los, um ihn anzufunkeln. „Benutz deine Hände Sehun."

„I-ich weiß nicht-"

„Du wirst mich nicht zerbrechen, mach was du willst, hab ein wenig Fantasie." Luhan ließ seine eigene Hand unter Sehuns Shirt gleiten, bis der Stoff seines T-Shirts sich über seinen Unterarm raffte. Er zwickte in seine Brustwarze und ließ einen Finger darum kreisen. Sehun erschauderte. „Du musst aber nicht wenn du nicht willst", sagte Luhan und benutzte dieselbe Hand um ihn zurück zu drängen. Sehun schüttelte schnell den Kopf.

„Ich will", sagte er atemlos. Er hob seine Hände an und strich Luhans Oberkörper hinunter, sanft und vorsichtig so dass Luhan es kaum spüren konnte. Er seufzte. Natürlich war das hier eine Schnapsidee gewesen. Er wollte Sehun gerade wegdrücken, dieses Mal wirklich, als Sehun den Saum seines Shirts ergriff und ihn anhob bis Luhan die Arme ausstreckten musste, damit er es ihm ausziehen konnte. Sehun atmete gegen Luhans nackte Haut aus und fuhr mit den Fingerknöcheln seine Rippen entlang. Luhan wölbte sich ihm entgegen, was Sehun bestärkte. Er beugte sich zu ihm nach vorne und fing an seinen Oberkörper entlang zu küssen. Luhan schloss die Augen und machte erst einen Laut als Sehun in die Haut neben seinem Bauchnabel biss. Sehun ließ sofort ab und stotterte einen Entschuldigung heraus, die Luhan mit einem Kopfschütteln unterbrach.

„Besser", sagte er. „Halt dich nicht zurück." Luhan schob ihn zurück um zurück auf die Beine zu kommen. Er drängte Sehun mit den Fingern auf seiner Brust zurück und navigierte ihn zur Couch. „Aber du musst noch verdammt viel lernen."

Sehun fiel mit einem ‚Uff' auf die Couch zurück und sah Luhan mit seinen großen, trüben Augen an. Sein Atem ging schnell vor Aufregung und Luhan fühlte sich nicht schlecht unter seinem Blick und der Lust, die er in ihnen sah. Er ging auf die Knie und drückte Sehuns Beine weiter auseinander damit er Platz zwischen ihnen finden konnte. Sehun hielt erschrocken den Atem an.

„Dieses Mal musst du wenigstens nicht in deine Hose kommen, das ist doch ein Fortschritt", sagte Luhan und knöpfte Sehuns Jeans auf. „Hat jemand ihn schon einmal in den Mund genommen?"

Sehun atmete schwer aus und versank ein wenig tiefer in der Couch als Luhan seinen Schwanz aus seiner Unterhose befreite. Sehun war dick und pink und bereits hart in Luhans Handfläche. Er strich seine Länge zwei Mal experimentell entlang und erhielt dafür ein langes Stöhnen von Sehun.

„Nicht so", antwortete Sehun. „Es war...anders."

Luhan hob eine Augenbraue an. „Wer?" Er presste seine Spitze gegen seine Lippen aber öffnete noch nicht.

Sehuns Hände zitterten als er sie in Luhans Haar vergrub. Offensichtlich lernte er wirklich dazu. „Jongin", antwortete er. Luhan öffnete zur Belohnung den Mund. Sehuns Hüfte schnellte nach oben, was Luhan überraschte. Er versuchte nicht zu würgen als er plötzlich mehr als beabsichtigt im Mund hatte. Luhan umschloss das Ende und kam seinem Mund damit zwei Mal entgegen, bevor er Sehun wieder aus dem Mund nahm. Sehuns Oberschenkel zitterten vor Anspannung.

„Du siehst so gut aus", hauchte Sehun atemlos.

Luhan legte den Kopf schief. „Jongin also? Du magst ihn?"

Sehun schloss für einen Moment die Augen. „Nein natürlich nicht. Jongin mag Mädchen aber wir...wir waren jung und wollten es nur ausprobieren. Es war anders."

„Anders?" Luhan fuhr mit der Zunge eine von Sehuns prominenteren Adern entlang und kitzelte dabei mit der Kinnspitze Sehuns Hoden.

„Nicht so -fuck." Luhan hatte ihn wieder in den Mund genommen und versuchte das Brennen seiner Mundwinkel zu ignorieren während er mit der Zunge über die Unterseite seines Penis fuhr. Sehun stöhnte laut auf und wurde mit jedem auf und ab von Luhans Kopf immer lauter. Er gab ihm keine Vorwarnung als er kam aber Luhan hatte es erwartet. Er nahm ihn aus dem Mund und beendete es mit ein paar letzten Bewegungen aus dem Handgelenk heraus.

Sehun entließ einen abgehackten Schrei und fiel beinahe vornüber als er zitterte wie Espenlaub. Luhan strich seine Länge entlang bis er von seinem Höhepunkt heruntergekommen war. Seine Knie waren wund als er aufstand und sich die Hände unter dem Wasserhahn in der Küche wusch. Sein Kopf drehte sich weil er zu schnell aufgestanden war aber noch folgte dem keine Übelkeit.

Er kam, mit einer Rolle Küchenpapier in der Hand, zurück ins Wohnzimmer, wo Sehun noch immer schwer atmete. Luhan setzte sich breitbeinig auf seinen Schoß hinunter, ließ das meiste Gewicht jedoch auf den Knien. „Geben und Nehmen", sagte er zu Sehun. „Du bist dran." Er spürte Sehuns rasanten Herzschlag gegen seine Handfläche schlagen als er sich wieder vorbeugte um Sehun zu küssen. Sehun verzog leicht das Gesicht über den bitteren Geschmack auf Luhans Lippen aber zog ihn nichtsdestotrotz fest zu sich heran, eine Hand strich seine Seite entlang, bis er sie auf Luhans Hintern ablegte.

„Du bist hart", flüsterte er gegen Luhans Lippen, als würde ihn das überraschen.

„Natürlich", antwortete Luhan. „Mach was."

Sehun knöpfte seine Hose auf, Luhan lehnte sich zurück, damit Sehun ihn besser erreichen konnte. Sehun sah ein wenig verloren zu ihm auf. „Ich will dass es sich gut für dich anfühlt."

Er war hübsch, dachte Luhan. Er war pink im Gesicht und seine Augen waren rauchig und unklar von den Wirkungen des Alkohols - den er vorhin getrunken hatte - und seinem Orgasmus, den er Luhan zu verdanken hatte. Er hatte lange, dichte Wimpern und weiche Gesichtszüge – wahrscheinlich war er die Art von Mann, denen nicht einmal innerhalb einer Woche ein paar ordentliche Bartstoppeln wuchsen. Luhan war in diesem Fall nicht wirklich anders.

„Nimm ihn in die Hand Sehun und streich ihn langsam entlang. Benutz Kraft – etwas mehr." Luhan schloss die Augen, während Sehun seinen Anweisungen folgte. „Gut", flüsterte er. „Wie machst du es bei dir selbst?"

„Weniger Kraft." Er nahm die Hand fort und spuckte in seine Handfläche, was Luhan erschaudern ließ. „Sanfter."

„Ich will nicht dass du sanft zu mir bist."

„Okay", hauchte Sehun und verstärkte seinen Griff wieder. Er entwickelte einen Rhythmus und begann sogar Luhan zu ärgern, in dem er immer langsamer wurde, wenn Luhans Atem anfing sich zu beschleunigen. Es nervte Luhan, genau so sehr wie es ihn noch weiter erregte.

„Sehun", flüsterte er, als seine Eier sich anspannten, aber Sehun lachte nur leise und stillte wieder.

„Sag das noch einmal Luhan. Bitte."

Luhan öffnete zum ersten Mal wieder die Augen und sah auf Sehun hinunter, der ihn keine Sekunde lang aus den Augen gelassen hatte. „Was?"

„Meinen Namen. Sag ihn noch einmal."

Luhan schnaubte. „Verdien es."

Sehun drückte fester zu, was heiße Wellen durch Luhan schickte. „Sehun", hauchte er. „Sehun."

„Du bist so verdammt schön."

„Lass mich kommen", flüsterte Luhan und lehnte sich nach unten, damit er ihn küssen konnte. „Bitte Sehun." Und Sehun strich ihn wieder entlang, schneller und härter dieses Mal bis er Luhan damit über die Klippe brachte. Er kam in Sehuns Hand und auf sein Shirt und fiel schwer gegen den anderen. Sein Herz raste und tiefe Zufriedenheit breitete sich in ihm aus. „Das war gut", flüsterte er gegen sein Ohr. „Sehunnie."

Sehun erschauderte wieder, Lippen hungrig gegen seinen Hals gepresst. Luhan stand auf um Sehun Küchenpapier zu geben und ließ sich dann wieder geschafft auf die Couch nieder. Er war unglaublich fertig und hörte noch immer, wie das Blut in seinen Ohren rauschte. Der Alkohol erschwerte es ihm, noch länger bei Bewusstsein zu bleiben und Sehun schien es nicht anders zu ergehen. Luhan streckte sich aus und klopfte auf das bisschen Platz neben sich. „Zu müde", erklärte er. „Komm her."

Sehun streckte die Arme aus und drückte Luhan fest an sich, damit sie zusammen auf die Couch passten, ihre Beine ein einziges durcheinander am Fußende der Couch.

„Ich liebe dich", flüsterte Sehun gegen seine Stirn und küsste ihn.

Luhan war noch zu betrunken, zu weit von sich selbst entfernt, um seine letzten Entscheidungen jetzt schon zu bereuen aber er wusste dass er sich einem Chaos gegenüberfinden würde, sobald er aufwachte. Für den Moment jedoch versank er in tiefer Dunkelheit, das Gesicht in Sehuns Hals gepresst.

Luhan war durchgeschwitzt und klebrig als er am nächsten Morgen erwachte. Sehuns Arme waren noch immer fest um ihn geschlungen und irgendwie hatte sein Bein es geschafft Luhans Hüfte zu umschlingen, wo er ihn nun hinunterdrückte. Luhans Kopf brummte aber er war schon mit deutlich schlimmeren Kopfschmerzen aufgewacht. Er hatte seinen Alkohol gestern nicht gemischt also war er heute Morgen besser dran, als seine gestrige Trunkenheit es erahnen ließe.

Luhan schob Sehun von sich und verzog das Gesicht über seine klebrige Haut und den widerlichen Geschmack in seinem Mund. Das rief ein paar Erinnerungen zu Tage, über die Luhan noch einmal das Gesicht verzog. Er hatte sich an Dummheit mal wieder selbst übertroffen.

Er stand auf, ohne Sehun damit aufzuwecken und ging ins Schlafzimmer um sich frische Unterwäsche und gemütliche Kleidung zu besorgen. Seine Hose war dabei noch immer über dem Schritt geöffnet, aber klebte ihm genug an den Beinen, um nicht nach unten zu rutschen.

Luhan duschte kalt und putzte sich die Zähne, bevor er in der Küche mehrere Gläser Wasser und eine Schmerztablette trank. Sein Magen war ein klein wenig aufgerüttelt aber geduscht fühlte er sich gleich um einiges menschlicher und mehr wie er selbst.

Anschließend nahm er sich Zeit um über die Dinge von heute Nacht nachzudenken. Er hatte Junmyeons kleinem Bruder nachgegeben, damit er Junmyeon eins auswischen konnte – und dieser dumme Beweggrund war wahrscheinlich die allerdämlichste Aktion der ganzen Nacht gewesen. Wobei, er hatte ja außerdem etwas Illegales getan indem er einem Minderjährigen einen geblasen und Sehun Anweisungen gegeben hatte, wie er ihm effektiv einen runterholen konnte. Vielleicht teilten sich alle diese Dinge den ersten Platz an dummen Dingen, die Luhan diese Nacht alle getan hatte. Er war wirklich das letzte vom Letzten.

Er sah zur Couch hinüber auf der Sehun noch immer schlief und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. Den ganzen Stress war ein One-Night-Stand gar nicht wert.

Was Luhan letztendlich jedoch am meisten Graute, war der Ausdruck auf Sehuns Gesicht wenn er erwachte und Luhan ihm erneut sagen würde, dass ihm gestern Nacht nichts bedeutet hatte. Luhan hatte ihn gewarnt aber er war nicht dumm genug zu glauben, dass Sehun tatsächlich so viel Kontrolle über seine Gefühle hatte.

Er seufzte leise. Er hatte ihm versprochen ihm zu helfen über ihn hinwegzukommen und nun hatte er seinen Penis in den Mund genommen. Luhan hätte sich gerne selbst erwürgt. Dann jedoch, es wäre eine gute Lektion für Sehun und vielleicht würde er Luhan die Sache genug verübeln, dass er auch aufhörte so sehr an ihm zu hängen. Vielleicht hatte er genau das ja gebraucht, so grausam es auch war.

Sehun stierte im Schlaf und klang schon jetzt als hätte er höllische Schmerzen. Luhan ging ins Wohnzimmer zurück und stellte sein Glas auf einer Kommode ab. „Wach?" Sehun stöhnte. „Ich kann mir vorstellen dass du dir wünscht es nicht zu sein."

Sehuns Augen zuckten ein paar Mal, bevor er sie öffnete und Luhan ansah. „Wurde ich überfahren?"

Luhan schüttelte den Kopf. „Nein aber es fühlt sich ein bisschen so an nicht wahr? Willst du etwas trinken?"

„Ich will dass die Sonne nie wieder scheint", grummelte Sehun und kniff noch einmal die Augen zusammen. „Mist ich fühle mich mies."

„Geh duschen", sagte Luhan. Das wird helfen ein wenig Leben in dich zurück zu bringen."

Sehun setzte sich langsam auf, hielt sich jedoch sofort am Kopf fest. „Fühlt sich an als würde er gleich abfliegen. Ew alles dreht sich." Luhan verzog das Gesicht, das würde kein schöner Tag werden.

„Los, Badezimmer." Er tätschelte seinen Kopf, weil er Mitleid mit ihm hatte, seine Haare fühlten sich klebrig unter seinen Fingern an. Sehun stand auf und wankte alleine ins Badezimmer. Luhan zeigte ihm wo er ein Handtuch finden würde und versprach gleich mit frischen Klamotten zurück zu kommen als Sehun bereits zu Boden sank und die Kloschüssel mit beiden Armen umschloss.

Luhan war nicht selten schon in genau derselben Situation gewesen, daher hatte er tiefes Mitgefühl mit Sehun. Er klopfte ihm auf dem Rücken und versicherte, danach würde es ihm besser gehen.

Luhan ließ ihn für die nächsten Stunden alleine, während Sehun das Badezimmer blockierte und jeden einzelnen Schluck Alkohol des gestrigen Abends bereute.

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Es war später Nachmittag als Sehun, blass und grünlich im Gesicht, wieder Wasser aufnehmen konnte ohne sich zu übergeben. Er hatte geduscht aber wirklich besser sah er dadurch nicht aus.

„Junmyeon wird dir wahrscheinlich eine lange Standpauke halten."

„Ich hoffe er macht es morgen", murmelte Sehun. Er war, nachdem er aus dem Badezimmer gekommen war, noch einmal für ein paar Stunden eingeschlafen, nur um dann noch einmal im Bad zu verschwinden.

„Du hättest wirklich nicht so viel trinken dürfen."

Sehun verzog das Gesicht. „Bitte lass uns nie wieder über Alko-...mir wird schlecht."

Luhan lachte leise, ihm ging es mittlerweile wieder ganz gut, daher konnte er sich ein bisschen über Sehun lustig machen. „Das legt sich auch wieder. Vielleicht lernst du daraus dass du in Zukunft nicht mehr so viel trinken sollst aber du wirst bestimmt nicht damit aufhören. Das tut niemand."

Sehun seufzte. „Vielleicht werde ich der erste sein."

Luhan hatte sich die letzten Stunden gefragt ob Sehun die gestrige Nacht vielleicht vergessen hatte aber er fragte nicht nach, weil er die Erinnerung nicht zwingend heraufbeschwören musste. Sehuns nächste Worte verrieten ihm, dass er es nicht vergessen hatte. „Sieht mein Gesicht immer noch aus wie eine Kartoffel?" Er sah an den Fernsehbildschirm, während er das fragte aber er schien nicht wirklich zu sehen was gerade gezeigt wurde.

„Ja", antwortete Luhan nach einem Moment.

Sehun nickte langsam und sagte dann gar nichts mehr.

Luhan musste zugeben, dass er mit mehr gerechnet hatte aber Sehun brachte ihre Nacht nicht mehr zur Sprache und er schien auch nicht weniger oder mehr angetan von Luhan zu sein. Alles war zu dem Punkt zurückgekehrt, bevor zwischen ihnen etwas geschehen war und wenn sich Luhan nicht sicher wäre, dann hätte er sich gefragt, ob er alles nicht eventuell nur geträumt hatte. Nur hatte Luhan ganz gewiss nicht solche Träume von Sehun und seine Erinnerung spielte ihm für gewöhnlich auch keine Streiche in diesem Ausmaß.

Sehun verhielt sich wirklich eins zu eins wie immer und Luhan fragte sich, ob er seine Gelassenheit mit Gefühlen umzugehen eventuell doch unterschätzt hatte. An manchen Tagen wünschte er sich, dass Sehun die Sache vielleicht doch etwas mehr ans Herz gegangen wäre. Heute war wieder so ein Tag.

Sehun kam nun jeden Tag ins Restaurant und weil Luhan ihm verboten hatte alleine zu kommen und dann nichts zu tun, kam er mit einem Freund. Sie aßen Mittagessen im Restaurant, blieben eine Weile sitzen und wenn das Zimmer neben Junmyeons Büro unbesetzt war, verzogen sie sich dorthin um zu lernen.

Das ging nun schon eine Woche lang so. Luhan sollte generell nichts dagegen haben, dass Sehun hier war aber er fühlte sich durchgehend von dem anderen beobachtet und fragte sich schon ob er Paranoia entwickelte, denn immer wenn Luhan zu Sehun und Jongin sah waren beide mit sich selbst beschäftigt.

Junmyeon indes war der glücklichste Mensch, der auf diesem Planeten wandelte. Er freute sich darüber seinen kleinen Bruder nun fast rund um die Uhr um sich zu haben und hinterfragte nicht, wieso Sehun so oft vorbeikam – und zufällig an den Tagen fehlte, wenn Luhan frei hatte. Junmyeon mochte blind sein aber Luhan spürte förmlich wie sich die Theorien und Fragen in den Köpfen seiner anderen Kollegen bildeten.

Statt Mittagessen hatten Jongin und Sehun heute Eisbecher bestellt, die Luhan ihnen an den Tisch brachte. „Seid ihr nicht langsam müde davon hier zu sein?", fragte er. „Wollt ihr nicht das richtige Studentenleben genießen und in der Mensa essen?"

Jongin starrte ihn an als hätte er den Verstand verloren. „Auf keinen Fall."

Sehun lachte leise und sah dann von Jongin zu Luhan. „Du hast morgen frei, nicht wahr? Wollen wir ins Kino gehen?"

„Geh doch mit deinem Freund hier", schlug Luhan lächelnd vor und klopfte Jongin auf die Schulter.

„Jongin will nicht ins Kino." Jongin machte ein Gesicht als hätte Sehun ihn nie gefragt. „Der Film ist wirklich gut."

Luhan seufzte. „Wieso fragst du nicht ob Junmyeon mit dir gehen möchte?"

„Ich könnte ihn fragen", sagte Sehun langsam. „Wenn du dann auch mitkommst?"

Luhan hob eine Augenbraue an. Er war schon lange nicht mehr mit Junmyeon im Kino gewesen aber die Vorstellung mit Sehun und Junmyeon zu gehen war zu eigenartig. „Geh doch am besten einfach nur mit ihm hin."

Sehun ließ die Schultern hängen. „Komm schon, ich sage ihm auch dass er dich einladen soll, in Ordnung? Und Jongin kommt auch mit."

Jongin sah verblüfft auf. „Ich?"

„Klar wir haben am Nachmittag nichts vor." Jongin zuckte nach einen Moment nur die Achseln als würde er Sehun Recht geben und vertiefte sich anschließend wieder in seinem Eisbecher (Frucht- und Joghurteis mit viel Sahne und Preiselbeeren Sauce). „Komm schon, du musst nur Ja sagen."

Luhan fragte sich wirklich was Sehun sich dabei dachte aber er hätte nichts dagegen Zeit mit Junmyeon zu verbringen also zuckte er die Achseln. „Gut, wenn Junmyeon möchte dass ich mitkomme, dann komme ich mit."

Sehun strahlte auf. „Sehr gut! Ich frage ihn später."

„Genießt euer Eis", sagte Luhan mit einem Lächeln und wandte sich ab um zu seinen nächsten Gästen zu gehen. Später war das Restaurant zu voll, als das er noch einmal mit Sehun hätte reden können und sah nur noch wie er und Jongin das Restaurant verließen, bevor er seine ganze Aufmerksamkeit wieder auf seine Gäste richtete.

Luhan war gut darin Normalität vorzugaukeln und scheinbar war Sehun ein ebenso guter Schauspieler.

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Luhan lehnte gerade an der Küchentheke, mit einer Mitternachtsmahlzeit in der Hand, und unterhielt sich mit Zitao, der großspurig erklärte, was seinen Hund von jedem anderen gewöhnlichen Vierbeiner auf dieser Welt abhob. Luhan nickte mehrfach und gab ein paar ‚Ahs' und ‚Ohs' von sich und gab sich gleichzeitig große Mühe nicht zu lachen. Zitao war immer in Erregung über irgendetwas Neues und schaffte es, nur indem Luhan ihm zuhörte, sein Energielevel erneut von null auf hundert Prozent zu erhöhen.

Das Restaurant war bereits aufgeräumt und geschlossen aber keiner ihrer Kollegen war bereits gegangen, weil sich Minseok und Kyungsoo mit dem Mittagsgericht heute selbst übertroffen hatten und sie alle bis dahin nur eifersüchtig zugesehen hatten wie sie Teller an ihre Gäste brachten aber selbst noch nichts davon essen konnten.

Luhans Aufmerksamkeit schweifte ab als Junmyeon in den Raum trat. Er sah erschöpft und ein wenig zerknittert aus von den vielen Stunden, die er in seinem Büro verbracht hatte. Luhan hatte immer gedacht dass Junmyeon am härtesten von ihnen arbeitete und es wurde ihm immer wieder bestätigt.

„Hungrig?", fragte Minseok ihn, was Junmyeon mit einem gepeinigten Gesichtsausdruck bestätigte.

„Danke Minseok."

Junmyeon aß ein paar Bissen, während Zitao erklärte das Candy, sein Hund, ihm mit der Anzahl ihres Augenblinkens definitiv etwas mitteilen wollte – nur hatte Zitao den Code noch nicht entschlüsselt.

Junmyeon kam zu ihm herüber und lehnte sich neben Luhan gegen die Küchentheke, was Zitao dazu veranlasste noch einmal von vorne anzufangen um auch Junmyeon einzuweihen. Junmyeon lachte und amüsierte ihren Arbeitskollegen indem er ihm Fragen stellte und um Bilder bat. Als Baekhyun sich ebenfalls zu ihnen stellte, fingen Zitao und er an ihre Hunde miteinander zu vergleichen, so dass Junmyeon und Luhan aus dem Gespräch ausgeklinkt wurden.

„Was hast du morgen vor?", fragte Junmyeon dann. Luhans Herz beschleunigte sich für einen Moment vor Überraschung, bevor er sich wieder an heute Mittag erinnerte.

„Nichts wirklich. Wieso?"

„Sehun wollte sich da diesen Film mit mir ansehen und hat gefragt ob ich jemanden mitnehmen möchte." Er grinste Luhan an. So wie er es ausdrückte klang es wirklich so als ob Junmyeon von selbst auf die Idee gekommen wäre ihn einzuladen. Luhan kannte natürlich die Wahrheit und konnte trotzdem nicht verhindern wie enttäuscht er darüber war. Er hatte plötzlich herzlich wenig Lust ins Kino zu gehen.

„Störe ich euch nicht?"

Junmyeon schüttete den Kopf. „Ich denke wirklich Sehun würde dich auch gerne dabei haben. Seit du mit ihm gesprochen hast scheint er einen Draht zu dir zu haben." Junmyeon stieß ihm sanft mit dem Ellbogen in die Seite. „Ich denke du bist sein Vorbild geworden."

„Bestimmt nicht", sagte Luhan – vielleicht etwas schneller als geplant. „Ich meine das ist doch dein Job."

„Wer weiß für wie lange noch. Also, kommst du mit?"

Luhan wollte gerade nicken, als Baekhyuns Stimme dazwischen fuhr. „Ihr geht zusammen auf ein Date? Nur ihr zwei?" Baekhyun starrte Luhan mit fassungslosen Augen an. Seine Stimme war so laut gewesen, dass sie nun die Aufmerksamkeit von Allen auf sich hatten. Minseoks Augenbrauen waren weit in seine Stirn hineingezogen als er zwischen Junmyeon und Luhan hin und her sah.

„Kein Date", sagte Junmyeon schnell und lachte. „Natürlich nicht."

Kein sonderlich subtiler Messerstich in Luhans Brust.

„Wir gehen mit Sehunnie und seinem besten Freund ins Kino." Er zögerte. „Wobei ich gerade erst dabei war Luhan zu fragen."

„Ich habe nichts anderes vor", sagte Luhan und zuckte die Achseln als wäre das kein großer Deal. „Also komme ich gerne mit."

Junmyeon strahlte ihn an. „Sehr gut!" Er wandte sich wieder den anderen zu. „Will noch jemand mitkommen?"

Und auch die letzte Hoffnung ein wenig Zeit alleine mit Junmyeon zu verbringen verpuffte in Wohlgefallen.

„Ich habe auch frei", grinste Baekhyun. Yixing und Zitao mussten am Abend arbeiten und genauso Minseok. Junmyeon sah Kyungsoo erwartungsvoll an, der nach einem Moment nickte.

„Ich komme gerne mit."

Damit war abgemacht dass sie sich morgen um halb acht vor dem Kinotheater im Ginzunko-Distrikt trafen, Junmyeon wusste nicht welcher Film es war, den Sehun sich ansehen wollte aber letztlich kamen sie wohl alle eher wegen der sozialen Komponente.

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Luhan konnte Sehun seine Verstimmung ablesen als Luhan, eingerahmt von Kyungsoo und Baekhyun, vor dem Kino ankam. Er wusste noch immer nicht was Sehun sich dabei gedacht hatte ihn hierzu einzuladen aber er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass sich ihnen noch mehr Leute anschließen würden.

Junmyeon begrüßte sie mit einem strahlenden Lächeln, von dem Luhan die Augen nicht abwenden konnte, bis Junmyeon sich schließlich wieder zu Sehun wandte und vorschlug reinzugehen. Über die letzte Woche hinweg, in der Jongin und Sehun jeden Tag im Restaurant aufgetaucht waren, hatte auch Jongin langsam alle Mitarbeiter des Restaurants kennengelernt, womit Baekhyun und Kyungsoo auch für ihn keine Fremden mehr waren.

Sie kauften ihre Karten und erfuhren am Schalter auch zum ersten Mal in welchen Film sie gingen. „Eine romantische Komödie?", fragte Luhan mit Überraschung in der Stimme.

„Großartig", strahlte Baekhyun. Kyungsoo las sich bereits die Kurzbeschreibung und Kritik in der Kinobroschüre durch.

„Du magst solche Filme?", fragte Luhan als sie zur Ticket-Kontrolle gingen.

Sehun zuckte die Achseln. „Manchmal."

„Aber nicht immer?"

„Ich fand den Trailer zu diesem hier echt gut." Er senkte die Stimme zu einem Flüsterton. „Wieso sind die beiden hier?"

Luhan zwickte ihm in den Arm. „Junmyeon hat sie eingeladen." Sehun seufzte tief. Als Luhan zur Seite sah, bemerkte er, dass Junmyeons Augen auf ihnen lagen und er sie breit angrinste. Vielleicht war die ganze Sache doch keine so gute Idee gewesen.

Sie kauften Popcorn, oder besser gesagt Baekhyun, Jongin und Sehun kauften Popcorn, während Kyungsoo Nachos bestellte. Junmyeon sah nachdenklich zu der Snack-Karte auf, gerade als Luhan ebenfalls bestellen wollte.

„Wollen wir uns ein Menü teilen Junmyeon?"

Junmyeon, erleichtert dass ihm die Entscheidung abgenommen wurde, strahlte Luhan an. „Gerne!"

„Hyung", sagte Sehun schnell. „Du kannst auch mit mir teilen."

„Schon in Ordnung Sehunnie", grinste Luhan. „Ich bin nicht sonderlich hungrig und würde sowieso nicht alles schaffen." Sehun sah ihn beleidigt an, was Luhan umso mehr belustigte. Damit war zumindest gesichert dass Luhan neben Junmyeon sitzen würde. Der Abend sah plötzlich gar nicht mehr so düster aus.

Sie brachten ihre Sachen in den Kinosaal - irgendwie hatte es Sehun geschafft auf den freien Platz auf Luhans anderer Seite zu finden – bevor Luhan noch einmal nach draußen ging um zur Toilette zu gehen. Er war gerade am Händewaschen als Sehun sich neben das Waschbecken lehnte und ihn ansah.

„Die Toiletten sind dort hinten", sagte Luhan ohne aufzusehen.

„So habe ich mir das nicht vorgestellt", murmelte er beleidigt.

„Ich weiß nicht was du dir vorgestellt hast." Er schnippte Sehun Wasser ins Gesicht, bevor er seine Hände mit Papiertüchern trocknete. „Aber ich finde bisher läuft alles gut."

„Das fühlt sich aber nicht wie ein Date an."

Luhan seufzte tief. „Sehun."

„Schon klar", murmelte der andere mit verschränkten Armen vor der Brust. „Ich hab gar nichts gesagt."

„So ist es richtig." Er zerzauste Sehuns Haar. „Gehen wir zu den anderen, der Film fängt gleich an."

Sehun folgte ihm stillschweigend zurück in den Kinosaal, wo Baekhyun Kyungsoo und Jongin angeregt über irgendetwas sprachen und Junmyeon Popcorn aß. Luhan ließ sich neben ihn sinken und freute sich als sich ihre Schultern berührten aber Junmyeon nicht zur Seite rutschte. Sehun aß sein Popcorn grummelnd aus der Faust heraus.

Bald darauf wurden die Lichter gedämpft und die Werbungen abgespielt. Luhan achtete nicht wirklich darauf was auf dem Bildschirm geschah, weil Junmyeons Hand seine manchmal streifte wenn sie gleichzeitig in die Popcorntüte griffen und Luhan das wahnsinnig ablenkte. Luhan sah ein einziges Mal zur Seite, wo Sehun mit verschränkten Armen in seinem Sitz eingefallen war und ihn verstimmt ansah. Luhan zwinkerte ihm zu.

Er sollte sich wirklich etwas ausdenken um Sehun dazu zu bringen ihn weniger zu mögen, wenn er nur wüsste wie...vielleicht sollte er versuchen ihn mit jemand anderem zu verkuppeln? Aber in Frage kämen hauptsächlich ihre Arbeitskollegen und von denen waren die meisten zu alt für ihn und die andere Hälfte bereits vergeben oder an Frauen interessiert. Luhan unterbrach seine Gedanken als der Film schließlich anfing.

So wie es aussah ging es um zwei Kindheitsfreunde, die beide in unterschiedliche Leute verliebt waren. Das Mädchen geriet dabei immer wieder in Schlamassel weil sie zu schüchtern war ihrem Schwarm mitzuteilen, dass sie in ihn verliebt war und in die komischsten Situationen geriet, um ihr Geheimnis zu bewahren. Der Junge hingegen hatte es am Anfang auf eine andere gemeinsame Freundin abgesehen, bemerkte jedoch immer wieder, wie sehr ihm seine Kindheitsfreundin den Kopf verdrehte bis er sich schließlich eingestehen musste, dass er in sie verliebt war. Der Junge gab sich also alle Mühe sie davon zu überzeugen, dass sie sich ebenfalls in ihn verlieben sollte und ihren Schwarm vergaß. Viel Drama, ein paar witzige Szenen und lustige Nebencharaktere machten den Film gar nicht so übel aber Luhan konnte das schleichende Gefühl nicht verdrängen dass Sehun ihm diesen Film aus einem bestimmten Grund zeigen wollte.

Letztlich kamen die zwei Kindheitsfreunde zusammen und alles freute sich für die beiden...und Ende.

Luhan streckte die Arme über den Kopf als die Lichter wieder angingen. Sehun wandte sich sofort aufgeregt zu ihm um. „Wie hat er dir gefallen? Ziemlich gut nicht wahr? Letztlich hat die Liebe gesiegt."

Luhan kniff leicht die Augen zusammen. „Findest du? Ich habe gehofft, dass sie doch mit ihrem eigentlichen Schwarm zusammenkommt."

Sehun runzelte die Stirn. „Aber er hat sich solche Mühe um sie gegeben!"

„Aber sie war in den anderen verliebt."

„Aber doch nur am Anfang! Sie hat sich eben geirrt und nicht gesehen, dass etwas viel besseres auf sie wartet."

„Sie hatte nie die Gelegenheit es mit ihrem Schwarm zu versuchen, wahrscheinlich ist sie den Rest ihres Lebens weiterhin in ihn verliebt und geht nur aus Mitleid mit ihrem Kindheitsfreund aus."

Sehun starrte ihn an. „Nein so...so sollte das nicht sein! Sie liebt ihn bestimmt auch und-"

„Streitet ihr?", fiel Junmyeon Sehun belustigt ins Wort. „Euch muss der Film ja wirklich gefallen haben."

„Was denkst du Hyung?", fragte Sehun drängend. „Mit wem hätte sie zusammenkommen sollen?"

Junmyeon zuckte die Achseln. „Es war ihre Entscheidung aber insgeheim...", er lachte leise. „Ich habe gehofft dass sie sich überwinden wird und dem anderen Kerl zumindest ein einziges Mal gesteht, was sie für ihn empfindet statt ständig davon zu laufen."

„Hyung!", rief Sehun gepeinigt aus. Luhan hatten seine Worte härter getroffen als gedacht. Wenn Luhan einmal ehrlich zu sich selbst wäre, allen Mut zusammennahm und Junmyeon gestand, wie viel er ihm bedeutete...wie würde Junmyeon wirklich reagieren? Würde er zumindest darüber nachdenken?

„Das ist eine Katastrophe", murmelte Sehun und fuhr sich mit den Händen übers Gesicht. „Ich gehe nie wieder ins Kino."

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Luhan ist moralisch nicht unbefleckt aber lassen wir das einfach mal außen vor. Und seht mich bitte nicht komisch an wegen dem Smut. Ich bin echt nicht gut darin solche Szenen zu schreiben aber manchmal verlangt es die Geschichte und ja...natürlich wird das alles noch Konsequenzen haben aber fürs erste bleibt alles recht ruhig. :D

Ich hoffe es hat euch gefallen! Und ich hoffe ihr mögt Sehun, ich wollte ihn wirklich sympathisch rüber bringen aber wer weiß ob mir das gelungen ist?

Liebe Grüße
Cherry

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