23.
Nachdem ich mit meinen Gedanken so überfordert bin, beschließe ich, erstmal planlos durch die Gegend zu fahren und mich abzulenken. Das gestaltet sich jedoch schwerer als gedacht, als ich bereits beim Verlassen der Straße, in der Cassie wohnt, die ersten Tränen über mein Gesicht laufen spüre.
Ich kann nicht leugnen, dass mich die Situation verletzt. Zum einen verletzt es mich, dass Faith denkt ich wäre eine schlechte Freundin, obwohl ich dachte, es gäbe nur uns beide. Zum anderen habe ich nicht das Gefühl, dass ich was falsch gemacht habe. Dazu kommt noch der Punkt, dass ich noch nie in meinem Leben so enttäuscht wurde. Faiths Worte waren hart und ich fühle mich plötzlich so leer bei dem Gedanken, sie könnte mich ersetzen und alleine zurücklassen.
Ich lasse die letzten Jahre Revue passieren und stelle fest, dass ich ohne Faith irgendwie aufgeschmissen bin. Ich wische mir die Tränen aus dem Gesicht, um meine Sicht während des Fahrens zu vergessen und steuere auf die nächste Tankstelle zu, um mir Süßigkeiten und eine Cola Zero als Trostspender zu holen. Ich fasse es nicht, in was für einer Lage ich mich befinde. Ich bin drauf und dran meine beste Freundin zu verlieren, wegen meiner ehemaligen Erzfeindin und einem Jungen, den ich überhaupt nicht mag.
Ich parke mein Auto neben zwei weiteren SUVs auf der Parkfläche der Tankstelle und stelle den Motor ab. Ich denke an Riley und seine Worte vorhin. Mag ich ihn wirklich nicht? Beim Gedanken an ein Date mit ihm bekomme ich eine Gänsehaut. Was, wenn er mich genauso behandelt und sitzen lässt wie Faith? Dann wäre ich nur eine weitere junge Dame auf seiner Liste, die er abhacken kann, bevor er dann glücklich weiterzieht um andere Herzen zu brechen.
Wütend schnaube ich. Nicht mit mir, Riley Carter. Du hast mein Leben bisher schon genug auf den Kopf gestellt.
Ich frage mich wirklich, woher Faiths Besessenheit für ihn kommt. Natürlich sieht er gut aus und ich muss zugeben, dass er auch wirklich in Ordnung ist. Der Unterricht ohne ihn wäre wahrscheinlich nur halb so erträglich und ich bin ihm auch immer noch sehr dankbar dafür, dass er mich ohne zu Zögern einen Blick auf seine Prüfungen werfen lässt. Aber noch nie habe ich Faith in so einer Situation erlebt.
Ich laufe in die Tankstelle und sehe mich bei den Kühlregalen für Getränke um. Ich seufze enttäuscht, als ich keine Cola Zero zwischen den verschiedenen Biervarianten sehe. Ich weiß, wieso ich Tankstellen außerhalb des Tankens nicht besuche. Schließlich greife ich zu einem Mountain Dew und kralle mir beim Gummibärchenregal eine Packung Haribos, bevor ich beschließe, dass das reichen muss um meine Trauer zu beseitigen. Lustlos werfe ich die Sachen dem Kassierer entgegen und bezahle brav, bevor ich das kleine Gebäude verlasse.
Mein Handy vibriert in meiner Hosentasche und ich fummele es verzweifelt raus, während ich meine Snacks und die Autoschlüssel in der anderen Hand halte. Ich stelle mein Getränk auf dem Autodach ab und blicke auf das Display.
Ich würde mich wirklich freuen, wenn du es dir überlegst, schreibt er und ich verdrehe genervt die Augen. Fahr zur Hölle, Riley.
Ich reiße die Gummibärchentüte auf und stopfe mir eine Hand voll in den Mund, während ich auf dem Fahrersitz Platz nehme und eine Antwort tippe.
Ich verstehe nicht was du von mir willst, schreibe ich und kaue wütend. Ich habe das Gefühl, dass ich von ihm in eine Situation gedrängt werde, in der ich garnicht sein will. Ich wurde ja bereits in DIESE Situation gedrängt und auch das gefällt mir nicht besonders gut. Aber ein Date, nur um einmal mit mir ausgegangen zu sein und dann weiterzuziehen? Auf garkeinen Fall.
Ich möchte dich einfach kennenlernen, antwortet Riley. Für eine klitzekleine Sekunde denke ich darüber nach, ob er es wirklich Ernst meinen könnte. Und vielleicht denke ich auch darüber nach, wie es wäre, wenn Riley fucking Carter wirklich mit mir ausgehen würde. Aber ich schüttele den Kopf und verdränge schnell diesen Irrsinn.
Bitte lass es einfach. Ich habe wegen vorhin schon ein absolutes Problem mit Faith. Außerdem meinst du es doch sowieso nicht Ernst, schreibe ich und werfe mein Handy auf den Beifahrersit bevor ich den Motor starte.
Ich fühle mich einsam, als ich nach Hause fahre. Einsam und irgendwie verloren in meinen Gefühlen, denn das Letzte was ich will ist Faith zu verlieren. Ich parke ungeschickt, aber ohne Schaden und packe meine Sachen, damit ich meiner Mutter das Auto so hinterlassen kann wie ich es übernommen habe.
Beim Reingehen werfe ich noch einen kurzen Blicn auf mein Handy und lese die letzte Mitteilung.
Dann lass es mich bitte beweisen, dass ich es Ernst meine.
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hallo. das stand nicht auf meiner bingo-card für 2026 :))
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