22.
Verwirrt blicke ich ihn an und schüttele langsam den Kopf.
„Du spinnst doch", zische ich, drehe mich ruckartig um und betrete das Diner. Schnell blicke ich mich nach Faith um und entdecke sie am anderen Ende des Ladens an einem Tisch in der Ecke. Sie sitzt und tippt energisch auf ihr Handydisplay. Ihrem Gesichtsausdruck nach ist sie sehr wütend.
Als ich vor ihn ankomme, hebt sie den Kopf und ein erleichtertes Lächeln erscheint auf ihrem Gesicht, als sie mich erkennt.
„Gott sei Dank, du bist hier", sagt sie und greift nach ihrer Handtasche, um aufzustehen.
„Ich habe Cassie gerade noch getextet, dass du scheinbar noch länger brauchst. Bitte lass uns verschwinden", raunt sie mir zu, packt mich sanft am Oberarm und zerrt mich regelrecht mit sich.
Ich lache leicht und entwende mich ihrem Griff. „Das klingt überhaupt nicht gut."
Sie rollt mit den Augen, während sie sich an einem Pärchen vorbeidrängt und blickt mich dann an. „Wenn du wüsstest."
Als wir draußen ankommen, sehe ich mich nach Riley um, doch er ist weg. Diese Tatsache scheint auch Faith zu bemerken, denn ihr Unterkiefer klappt leicht nach unten und sie blickt wie erstarrt auf einen der Parkplätze.
„So ein mieses Arschloch. Jetzt ist er doch tatsächlich weg. Er wollte mich wirklich sitzen lassen, ich fasse es nicht", sagt sie leise und ich seufze, während ich sie langsam Richtung Wagen schiebe.
„Vielleicht wusste er, dass du gehen möchtest", meine ich, doch sie schüttelt fest den Kopf.
„Ich habe ihm nicht gesagt, dass ich gehen möchte. Er meinte, er möchte nur kurz rauchen", antwortet sie und setzt sich auf meinen Beifahrersitz, nachdem ich den Wagen geöffnet habe.
Als ich ebenfalls einsteige und den Schlüssel in das Zündloch stecke, fängt Faith leise an zu schluchzen. Ich blicke sie an und mein Herz zieht sich schmerzhaft zusammen.
Sie vergräbt ihr Gesicht in ihren Händen und die kurzen blonden Strähnen fallen ihr wirr ins Gesicht. Mit einem Schlag habe ich so einen unfassbar großen Hass auf Riley, dass ich am liebsten zu ihm fahren und ihn schlagen würde.
„Hey, mach dir nichts draus", flüstere ich und streiche ihr beruhigend über die Schulter. Sie schnieft und blickt mich wütend an.
„Hör auf das zu sagen. Ich mache mir etwas draus, er ist mir wichtig! Ich verstehe nicht, wieso er sich so verhält", schluchzt sie und ich zucke die Schulter.
„Er ist einfach ein Arschloch."
Sie lacht gehässig auf und entzieht sich meinem Griff.
„Dafür, dass er so ein Arschloch ist, verbringst du ziemlich viel Zeit mit ihm. Außerdem hat er angedeutet, dass seine Interesse eher dir gilt", verbittert kramt sie nach einem Taschentuch in ihrer Tasche. Ich erstarre und schaue sie mit offenem Mund an.
„Was redest du da?"
Sie lacht leise und blickt mich dann aus dunklen Augen an.
„Du musst mir schwören, dass du unseren Beste-Freundinnen-Codex nicht brichst", sagt sie leise und langsam und ich nicke.
„Kein Sex mit Faiths Ex", lache ich und halte ihr meinen kleinen Finger hin. „Ich verspreche es."
Sie nickt erleichtert und seufzt.
„Ich habe das Gefühl, dass ich noch nie in meinem Leben so behandelt worden bin. Er hat mich kein einziges Mal ausreden lassen, er hat keine einzige Frage zu mir gestellt. Ich konnte mich nicht mal wirklich vorstellen. Er hat auch nichts über sich gesagt, nur ständig darüber gequatscht, dass er es hasst mit Mädchen auszugehen und es eine absolute Ausnahme ist. Bin ich so schlimm, Ava? Bin ich wirklich so schlimm, dass man mich so kalt abweisen muss?", sie beginnt wieder zu weinen und ich sehe sie ratlos an. Im Trösten bin ich noch nie gut gewesen.
„Vergiss ihn einfach, Faith. Er ist es nicht wert", meine ich achselzuckend und lasse den Wagen anspringen.
„Das wird sehr schwer", gibt sie zu und seufzt. „Ich glaube, ich hatte noch nie so starke Gefühle für jemanden."
Ich runzele die Stirn. „Du kennst ihn doch nicht mal. Vielleicht ist er ein absoluter Idiot und du würdest nicht mal im geringsten mit ihm klarkommen", stelle ich fest und sie nickt langsam.
„Ich habe aber das Gefühl, als würde ich ihn kennen. Vielleicht liegt das daran, dass ich es mir so sehr wünsche."
Ich nicke langsam und setze den Blinker.
„Möchtest du nach Hause?"
Sie schüttelt den Kopf. „Ich möchte gerne zu Cassie, wenn du mich da hinbringen könntest."
Und wieder ist es da, dieses Ziehen in meiner Brust.
„Du verstehst dich ja sehr gut mit ihr", gebe ich zerknirscht zu und sie nickt.
„Sie und Demi waren in letzter Zeit sehr oft für mich da und haben mir geholfen, mich selbst zu verstehen", sagt sie und ich könnte schwören, dass ich einen verbitterten Blick in meiner Richtung spüre.
Ich nicke langsam und ignoriere den Schmerz, den ich spüre. Dabei hätte ich für sie da sein sollen.
„Es tut mir wirklich leid, dass ich in letzter Zeit so eine blöde Freundin war", gebe ich zu und sie seufzt.
„Das ist es nicht. Cassie versteht mich einfach besser als du, weißt du? Wir beide, wir sind so unterschiedlich. Aber Cassie weiß einfach, was ich meine und wie ich mich fühle. Sie ist wie ich."
Ich zucke zusammen bei ihren harten Worten und ignoriere die Tränen der Wut, die in mir aufsteigen.
„Willst du mir damit sagen, ich bin eine unpassende Freundin?"
Sie zuckt mit den Schultern. „Nein, das nicht. Aber ich habe die Möglichkeit, jetzt mit jemandem befreundet zu sein, der wirklich mein Seelenverwandter sein könnte. Mach dir nichts draus, wir können ja trotzdem noch abhängen. Aber du kannst mir ja auch nicht verbieten, mit anderen befreundet zu sein und du bist ja auch nicht die einzige Freundin in meinem Leben", meint sie schnippisch und ich schlucke.
Als sie mich zu Cassies Haus navigiert und ich sie schließlich vor der Türe absetze, blicke ich noch eine Weile auf das protzige Haus und die Enttäuschung in mir wird ersetzt durch Wut und Trauer.
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ich hasse faith tbh nehmt abstand von toxic bitches
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