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Das Weinen der Wolken

Es war dunkel und man sah nichts. Leise Stimmen drangen aus einer undefinierbaren Richtung langsam aus dieser Dunkelheit heraus. Es fühlte sich an, als würde man schweben. Wortfetzen flogen an ihr vorbei, aber sie konnte sie nicht festhalten, auch wenn ich wusste, dass es wichtig war. Sie hatte nicht genug Kraft. Sie merkte, dass die Stimmen sich in eine sanfte Melodie umwandelten, in bezaubernde unbeschreibliche Klänge. Und obwohl diese Töne so fremd waren, spürte sie eine so tiefe Verbundenheit, als hätte sie dieses Lied schon hundertmal gehört. Dann geschah etwas Seltsames. Etwas Magisches. Vor ihr stieg eine meterhohe Fontäne aus dem Boden. Diese Fontäne bestand aus Licht. Aus bunten Schlieren in schillernden Farben, die sich in spiralenförmigen Bewegungen vor ihr aufbauten. Sie hatte das Gefühl, sie riefen nach ihr. Langsam streckte sie ihre Hand danach aus. Als sie das Licht berührte, ging ein erschütternder Stromschlag durch ihren gesamten Körper. Die Melodie um sie herum verstummte und sie sank zu Boden. Seltsamerweise landete sie nicht wie erwartet auf hartem kalten Stein, sondern spürte die warmen weichen Kissen unter sich. Ihr Atem raste, als sie feststellte, dass alles nur ein Traum gewesen war. Doch er hatte sich so echt angefühlt, dass man hätte meinen können, es wäre wirklich passiert. Und das schlimmste war, sie hatte nicht allein geträumt. Auf der anderen Seite des Zimmers hörte Elizza Ihre Schwester hörbar laut atmen.

„Sara?", fragte Elizza leise in die Dunkelheit hinein. Alles blieb still.

„Ja?", kam es schließlich zögerlich aus Saras Richtung.

„Ich hab was Blödes geträumt. Von Schlangen aus Licht. Aber als ich wegrennen wollte, bin ich in einen Sog geraten und plötzlich war alles schwarz. Die Dunkelheit hat angefangen zu wispern. Erst ganz leise und schließlich immer deutlicher. Ich konnte sie nicht verstehen, aber jetzt wo ich hier liege, weiß ich es ganz genau. Die Dunkelheit zischte: verschwinde!".

Elizza fröstelte. Ein kalter Schauer lief ihr den Rücken hinunter.

„Du hat es auch geträumt, oder?", fragte Sara leise. Aus irgendeinem Grund hatte sie das Gefühl, nicht gehört werden zu dürfen.

„Mhhhm", flüsterte Elizza zurück.

Der Wind peitschte gegen das Fenster undRegentropfen rannen daran herab, doch ihr kam es so vor als würden die Wolkenin ihr weinen und nicht über der Stadt.

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