5.

*William*

Nachdem ich das Büro meines Chefes wieder verlassen hatte, wollte ich eigentlich zu Tamara gehen und bei ihr weiter arbeiten, doch sie redete gerade mit Ethan, so wie es sich anhörte redeten sie über Gefühle oder so. Ich ging also zu Layla's Schreibtisch und begrüßte sie „Hey Lay, kann ich dich mal was fragen?" „Hey Will, hast du doch gerade!?" sie lächelte freundlich „Okay... wie fandest du Harry?" fragte ich ohne zu zögern was sie ein wenig schockte. „Er war süß, nett, ihr beiden wart niedlich, vor allem als ihr das mit den Knutschflecken an seinem Geburtstag abgestritten habt. Weiß nich ob es euch aufgefallen ist, aber niemand hat euch eure Geschichten geglaubt, wir wussten dass zwischen euch was läuft. Hauptsächlich haben wir es durch unsere Fähigkeiten bemerkt, in deiner Wohnung hat es immer nach hm gerochen als wir dort waren und diese Emotionen die man vom Schlafzimmer her gerochen hat, hatten auch viel zu bedeuten, er hatte außerdem deinen Hoodie an. Es hätte jeder bemerkt der euch einmal zusammen gesehen hat, entweder am Hoodie oder an euren Blicken, am Anfang hat nur er dich so angesehen aber irgendwann hast du auch damit angefangen und Harry hat sich um dich gekümmert und war so selten Zuhause, also war es offensichtlich." erklärte sie ausführlich was sie darüber dachte, währenddessen wurde ich rot „Wir sind vom Thema abgekommen!" wich ich aus „Nächste Frage: Was würdest du tun wenn ich ihn wieder gesehen hätte?" „Hast du?" fragte sie ungläubig, ich schüttelte den Kopf „Nein, noch nicht, aber ich will ihn wieder sehen." „Die Frage ist ob das gut wäre. Glaub nicht das wir es nicht wüssten! Will, wir wissen alle wie fertig dich das macht ihn nicht zu sehen, wir wissen alle wie sehr es dich verletzt hat als er gegangen ist. Tamara hat uns von dem Geruch deines Blutes erzählt und Ethan von den Federn. Wir wissen dass du deine Wohnung verwüstet hast und alle wissen warum du deine Wohnung nicht verlassen hast. Also denk darüber nach ob du ihn noch einmal verlieren kannst!" ihre Worte brachten mich zum nachdenken. „Weißt du was? Jetzt hab ich ein noch schlechteres Gefühl weil ich vor hatte ihn zu suchen..." „Was!? Nein, das wollte ich nich, du solltest es vielleicht überdenken, aber ganz sicher solltest du dich nicht schlecht fühlen! Kämpf für deine große Liebe!" versuchte sie mich wieder aufzumuntern. „Wer kämpft für seine große Liebe?" ertönte Cara's Stimme hinter mir „Niemand!" antwortete ich schnell was sie nur weiter mit einem „Aha" kommentierte und setzte sich dann an ihren Tisch, der neben Layla's stand. „Danke für deinen Rat, ich muss los. Sag es keinem, bitte!" bedankte ich mich bei Layla und ging dann, ich hörte noch wie Cara anfing ihre Schwester auszufragen, doch sie blieb still und wird nicht einknicken. Ich verabschiedete mich auch erst mal von meinen anderen Freunden und ging dann wieder. In meinem Auto legte ich meine Tasche, in der noch ein paar Texte lagen, auf den Beifahrersitz und fuhr zum Wald. Da ich nicht ins fremde Revier fahren wollte parkte ich wieder am Waldrand und lief ein Stück in den Wald wo ich mich dann verwandelte. Als Wolf rannte ich vorfreudig nach Norden, kurz vor der Dämmerung war ich fast da, wurde jedoch aufgehalten. Ein Stolperdraht. Wenige Sekunden später hing ich, wie Tamy gestern, in einem Netz von Baum herunter. Da ich noch keinen Menschen hörte oder witterte fing ich an zu heulen, da ich nah an der Grenze war könnte Harry oder Jason mich hören, denn der Rest meines Rudels war zu weit weg. Vielleicht hörte mich aber auch der Jäger und wird mich gleich erschießen. Doch mein Ruf hatte nicht den Jäger angelockt, sonder meinen geliebten Schattenwolf. „Harry!" bellte ich seinen Namen, er saß unter mir und sah mich belustigt an „Brauchst du Hilfe William?" hörte ich seine Stimme. „Ja, wärst du so freundlich? Schließlich bin ich wegen dir hier drinnen." „Warum wegen mir?" „Weil ich dich liebe und ich dich endlich wieder in meinen Armen halten will." „Kannst du nicht endlich damit aufhören?" bettelte er leidend „Womit?" fragte ich unsicher „So verdammt süß zu sein!" dann erhob er sich und zerbiss von unten aus eines der Seile am Baum dass mit dem Stolperdraht verbunden war und mich hier rauf befördert hatte. Jetzt beförderte es mich wieder nach unten, ich fiel mit einem dumpfen Aufprall auf dem Waldboden. „Was wurde aus: Du bist ein Verräter und Es ist aus, stell dir vor es gab uns nie!?" er hatte sich zurück verwandelt und stand ratlos vor mir, ich verwandelte mich auch zurück. „Ich halte es nicht aus, ich war in dem Moment einfach so wütend weil dein Bruder so viele Leben bedroht hat und du trotzdem zu ihm gehalten hast. Es tut mir leid, ich kann keine Nacht ohne dich ruhig schlafen, erlebe alles wieder was zwischen uns war, ich fühle mich schuldig. Ich weiß dass ich nicht so wichtig bin der Grund dafür zu sein dass du gegangen bist, aber ich weiß dass ich mit Schuld daran habe. Und es tut mir so unglaublich leid, dass ich dir sowas gesagt habe..." entschuldigte ich mich bei Harry und musterte ihn erneut. „Du Idiot weißt gar nichts!" er kam sofort zu mir und drückte seine Lippen auf meine. Ich erwiderte den Kuss mit meinen Händen an seinen Wangen, er schlang seine Arme um meinen Nacken und fuhr durch meine Haare. Da war wieder dieses Feuerwerk in mir, dass nur er auslösen konnte, ich fühlte mich besser als jemals zuvor da dieses Verlangen endlich erfüllt wurde. Leider löste er seine Lippen wieder von meinen, Harry musterte mich. „Was weiß ich nicht?" hauchte ich „Du bist der Einzige der wichtig genug ist um für alles mein Grund zu sein, ob gut oder schlecht, du bist der Grund für so vieles... Du hast dir meine Nachricht noch immer nicht angehört, oder?" flüsterte er lächelnd ohne den Blickkontakt zu unterbrechen. Ich schüttelte den Kopf und strich an seinen Armen entlang zu seinen Händen. Der Pulli den er trug, war ihm zu groß da die Ärmel seine Hände bedeckten, ich sah an ihm runter und lächelte glücklich. „Das ist meiner..." stellte ich fest, er grinste mich ertappt an und kaute auf seiner Unterlippe und küsste ihn wieder und verschränkte unsere Hände. „Das tut so gut..." murmelte ich gegen seine Lippen und verband sie dann wieder mit meinen, er lächelte in den Kuss rein. Nachdem wir uns von einander lösen mussten merkte ich das ihn etwas bedrückte, also fragte ich ihn was los sei. „Hattest du jemanden anderen in den letzten Monaten?" fragte er gerade heraus, nun kaute ich auf meiner Lippe. „Also ja?" „Nur eine Nacht mit einer jungen Frau, aber es war bedeutungslos, ein One-Night-Stand. Ethan wollte unbedingt dass ich mich ablenke, weil ich mich so fertig gemacht hab weil du nicht da warst, du müsstest mal meine Wohnung sehen! Es tut mir leid, wenn du wüsstest wie schrecklich ich mich gefühlt habe würdest du es verstehen! Es war wirklich-" „Bedeutungslos, ich weiß und ich verstehe es. Ich musste auch oft an dich denken und hätte jemanden gebraucht." genau für so was liebte ich ihn so sehr. „Harry?" fragte ich nun mit ziemlich ernster Stimme „Ja?" „Da du zu perfekt bist um mich anzulügen werde ich dich ein einziges Mal fragen: Wie fühlst du dich wirklich bei Jason?" „Ich habe ein eigenes, bequemes Zimmer, kann den ganzen Tag hier draußen rumlaufen und tun was ich will, ich hab Schokolade, Netflix und hab den ganzen Tag frei. Manchmal trainieren wir zusammen und er verlangt zu viel von mir, er kann ziemlich streng sein und wenn es um euch, speziell dich geht dann wird er schnell wütend. Wenn ich mich weigere etwas zu tun dass er will dann kann er bedrohlich werden, aber er weiß dass ich in allem besser bin als er, also greift er mich nicht an oder so. Im Großen und Ganzen ist es schön, aber teilweise macht er mir Angst." antwortete er ausführlich und ehrlich „Du weißt dass du jederzeit zurück kommen kannst?" „Ja, aber wenn er alleine ist wird er wie du: wütend, selbsthassend. Und wenn Jason sich selbst zu schlecht findet braucht er mehr Macht und fängt wieder an verschiedene Wesen zu töten, nur um zu zeigen dass er stark ist." „Ruf mich wenn dir etwas passiert, ich bin da, egal wo du bist!" bat ich ihn darum ihn beschützen zu dürfen, er antwortete mit einem Nicken und küsste mich wieder. „Du solltest gehen, Jason hat sicherlich schon gerochen dass du hier bist, spätestens wenn ich zurück bin weiß er es. Und du solltest erstmal von ihm wegbleiben. Außerdem ist es schon spät..." „Alles was du willst..." „Wirst du wiederkommen?" fragte er bevor ich los gehen wollte „Ja, so oft es geht, ich warte an der Grenze. Ich warte bis du bei mir bist..." „Du kannst echt unglaublich romantisch sein!" stellte Harry lächelnd fest und griff nochmal nach meiner Hand und zog mich zu sich um mich ein weiteres Mal zu küssen. Mit einem Lächeln auf den Lippen trat ich ein paar Schritte weg und verwandelte mich, dann ging ich. Ich rannte durch die Dunkelheit und machte Luftsprünge. Ich war einfach mehr als glücklich, zu wissen dass er immer noch das Selbe fühlte und es machte mich glücklich dass ich ihn endlich wieder küssen und in meinen Armen halten konnte. Ich rannte zurück zu meinem Auto und als ich drinnen saß war es fast zwölf Uhr nachts. Ich fuhr nach Hause und fiel direkt in mein Bett, ich nahm mein Handy aus meiner Hosentasche und entsperrte es, ich klickte auf die Nummer der Mailbox und hörte mir Harry's Nachricht an. „Hey William, ich weiß nicht ob du diese Nachricht jemals hören wirst, weil ich dich auch ziemlich verletzt habe. Tja, da du nicht ran gegangen bist kann ich frei reden, weil du nicht darauf antworten oder mich unterbrechen wirst. Ich wollte eigentlich nur sichergehen dass du dir nicht die Schuld gibst, auch wenn du sie in gewisser Weiße hast. Ich bin gegangen weil du mir so viel bedeutest, ich habe mich nie so gefühlt wie bei dir, jeder Kuss, jede Berührung war wie ein Feuerwerk. All die Schmerzen die ich in unseren Nächten gefühlt habe, habe ich auch genossen, weil du es warst... irgendwie ist es mir peinlich, aber es ist so. Du bist mir so wichtig wie nichts und niemand es je war, ist oder sein wird. Deshalb bist du auch der Grund warum ich mit Jason gegangen bin, ich habe gesehen wie verletzt du warst, ich konnte den Hass in deinen wunderschönen Augen sehen. Ich wollte dich nicht wieder sehen mit dem Wissen dass du mich verabscheust, das hätte ich nicht ausgehalten. Deshalb bin ich weg... Und da Jason gerade das Haus verlassen hat: Ich liebe dich noch immer, aber ich muss noch eine Zeit lang hier bleiben um zu wissen wie man ihn kontrollieren kann. Sobald es mir möglich ist werde ich kommen und mich für alles entschuldigen was ich dir angetan habe. Ich liebe dich!" und das war's, es war ziemlich lang, aber es war wundervoll. Ich speicherte die Nachricht und legte mein Handy auf den Nachttisch. Ich machte mich fertig um zu schlafen und viel dann todmüde zurück in mein Bett, konnte jedoch nicht schlafen. Wieder dachte ich an Harry, ich sah ihn wie wir damals seinen Geburtstag feierten.

Wir waren schon ein Weilchen im Club und hatten Spaß, Harry und ein paar der anderen waren auch schon ziemlich betrunken, diese Chance nutzten die Anderen und Kyle fing an ihm eine Frage zu stellen. „Also gut Harry, jetzt wo du betrunken bist wirst du es nicht abstreiten also erzähl uns woher du diese Knutschflecken hast." forderte er eine Antwort, ich wurde etwas nervös und bekam Angst dass er vielleicht so betrunken ist dass er uns verraten könnte. Harry fing nach einem kurzen zögern an zu erzählen „Also wisst ihr, ich hab da jemanden kennengelernt, stand total auf die Person und dann haben wir uns geküsst und so was und daher hab ich die." „Und wer ist es?" fragte Cara neugierig „Tja das bleibt ein Geheimnis, ich sage nur es ist jemand der wahnsinnig heiß ist, wunderschön, nett, lustig und noch viel mehr, einfach perfekt." er lächelte verträumt, ich musste mir ein zufriedenes Grinsen unterdrücken. „Du sagst nicht dass es ein Mädchen ist..." stellte Tamy nachdenklich fest "Ich hab gesagt es bleibt ein Geheimnis." er fing an hin und er zu schaukeln, was ich einfach mehr als niedlich fand. Um ihm zu zeigen, dass er einfach unwiderstehlich ist, legte ich eine Hand auf sein Bein und merkte wie angespannt er war um sich nichts anmerken zu lassen, Layla stellte noch eine Frage, die ich nicht mitbekam, weil ich zu sehr auf Harry fixiert war, er legte seinen Zeigefinger auf die Lippen und schüttelte den Kopf. Nach kurzer Zeit akzeptierten sie es und als die Aufmerksamkeit nicht mehr auf ihm lag flüsterte er mir zu dass ich es lassen sollte, nach einer kleinen Unterhaltung akzeptierte ich es und ließ von ihm ab.

Ich hatte noch nie in meinem Leben so viel Angst davor, dass meine Freunde etwas herausfanden, dass ich verheimlicht hatte. Mit dem Wunsch Harry wieder bei mir zu haben schlief ich dann doch friedlich ein.

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