.10.
Namjoon
„Jungkook!"
Ich renne um den Tresen herum, packe den Jüngeren an seinem Hemdkragen und drücke ihn fast gewaltvoll gegen das helle Holz der Anmeldung.
„Wo ist Jin?"
Meine Stimme ist verzweifelt und ein bisschen zu hoch, aber gleichzeitig scheine ich Jungkook mit meiner unkontrollierten Art ziemlich Angst zu machen.
„I-Ich weiß es nicht," wimmert er und hat seine Augen weit aufgerissen, aber ich drücke ihn nur noch stärker gegen die Kante des Tresens.
„Lüg mich nicht an!"
„Namjoon, lass den Kleinen los," meint Hoseok und versucht mir beruhigend eine Hand auf die Schulter zu legen, aber ich schüttele ihn ab.
„Halt dich da raus!," knurre ich wütend und wende meine Aufmerksamkeit wieder Jungkook zu.
„Du kleines Arschloch weißt ganz genau wo er ist. Verdammt, jetzt sag schon!," ich schüttele den Jungen ein bisschen und Jungkook legt fast reflexartig seine Hände um meine, um mich von ihm zu drücken.
„Lass mich los, Namjoon! Ich sag dir nichts!," knurrt er und ich schnaufe wütend, ehe ich ihn tatsächlich loslasse, nicht ohne ihn noch einmal gegen den Tresen zu stumpen.
Jungkook atmet etwas schwer, genau wie ich, aber im Gegensatz zu mir wirkt er wütend, während ich aufgewühlt und verzweifelt bin.
„Okay, wenn du mir nicht sagen kannst, wo er ist, dann richte ihm wenigstens etwas von mir aus," murmele ich bemüht ruhig und fahre mir einmal mit zittrigen Händen durch die Haare.
„Du kannst ihm sagen, dass ich ihn vermisse und ihn brauche. Ich liebe ihn. Aber das es verdammt asozial ist, mich einfach grundlos sitzen zu lassen und das ich wenigstens eine Erklärung für sein Verhalten möchte."
Ich atme aus und sehe, wie Jungkook zu einer Erwiderung ansetzen will, aber ich schüttele nur den Kopf.
„Verteidige Jin bloß nicht und halte dich da raus."
Dann wende ich mich von ihm ab und gehe wieder um den Tresen herum.
„Komm, Hoseok, wir suchen uns ein anderes Fitnessstudio."
Ich hasse diesen Tag.
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