⚡︎ neunundvierzig ⚡︎
HoeHoeHoe, fröhliche weihnachten meine bunnies❤️
Taehyung
Selbstverständlich bin ich bei dem Polizisten geblieben um meine Personalien aufzugeben, doch unter seinem erdrückenden Blick musste ich früher oder später mit meinem Geheimnis rausrücken. Doch es hat ihn gar nicht überrascht, dass ich ein Werwolf bin und angeekelt war er auch nicht. Stattdessen haben wir uns angefreundet und jetzt sind wir ein glückliches Paar. Da ich keine Kinder bekommen kann, haben wir drei Waisen adoptiert.
Nicht.
Stattdessen habe ich meine Beine in die Hand genommen und unterwegs noch Hoseok eingesammelt, dem es auch mehr als nur recht war, von der Villa fortzukommen.
Meine Personalien aufzugeben und in Kontakt mit der Polizei zu stehen, ist so ziemlich das Dümmste, was ich machen kann.
„Was ist passiert?", fragt Hoseok atemlos, nachdem wir mehrere Straßen ohne Pause gerannt sind und uns jetzt auf einer Schaukel auf einem Spielplatz fallen lassen. Wir werden schräg von den Kleinkindern um uns herum angesehen, aber ich winke ihnen nur fröhlich zu.
„Keine Ahnung", meine ich und hole einmal tief Luft, um meine Atmung zu beruhigen. „Aber es gab scheinbar einen Mord."
„Einen Mord? Du meinst, der Drache ist tot?" Hoseok hebt eine Augenbraue und ich zucke mit den Achseln.
„Keine Ahnung, vielleicht. Eines der Hausmädchen hat wohl die Polizei alarmiert", gebe ich nur zurück und zucke kurz zusammen, als ein Fußball an meinem Kopf vorbeizischt und hinter uns im Sand landet.
„Tut mir leid", entschuldigt sich ein kleiner Junge, vielleicht fünf Jahre alt und läuft los, um den Ball zu holen.
„Macht nichts", lächele ich nur und sehe ihm glücklich grinsend hinterher.
„Krank. Da wollen wir ausgerechnet heute dahin und dann passiert sowas." Hoseok atmet einmal tief aus, ehe er etwas zu schwungvoll aufsteht und dann zu mir auf der Schaukel sieht.
„Lass uns nach Hause gehen. Es bringt nichts, einfach nur dumm rumzusitzen und außerdem würden wir sowieso nichts erfahren. Aber vielleicht können wir ja in den nächsten Tagen eine Zeitung stibitzen und schauen, ob da etwas dazu drin steht."
Ich stimme ihm zu und gemeinsam machen wir uns auf den Nachhause weg.
Wir haben es nicht eilig, aber mit jedem Meter beginnt mein Herz schneller zu klopfen. Jungkook wird Zuhause sein und ich weiß nicht, ob er sauer darüber ist, dass ich zu Jiyong wollte. Und seltsamer Weise will ich nicht, dass Jungkook wütend auf mich wird - und außerdem vermisse ich diesen Idioten. Ich hab das Gefühl, ich bin viel zu lange von ihm getrennt, dabei sind es nur einige Stunden.
„Schade. Ich hätte irgendwie gedacht, wir finden heute etwas über mein Tattoo heraus", murmele ich geknickt und Hoseok schenkt mir ein warmes Lächeln.
„Macht doch nichts. Vielleicht solltest du auch erst abwarten, bis das Tattoo vollständig da ist. Immerhin ist es noch ziemlich blass, aber wird irgendwie mit jedem Tag kräftiger."
Ich nicke, obwohl ich ihm nicht ganz Recht gebe. Um ehrlich zu sein, macht mir das Ding an meinem Hals verflucht viel Angst und außerdem zieht es dieses Wesen an. Am liebsten würde ich beides loswerden.
„Warte mal."
Hoseok packt mich am Oberarm und zwingt mich somit, stehen zu bleiben. Verwundert sehe ich zu ihm, aber er sieht nur geradeaus und zieht die Augenbrauen zusammen. Ich folge seinem Blick und lande schließlich bei einer Frau, mindestens genauso ungepflegt wie wir. Ein Werwolf?
„Was ist?", frage ich und flüstere automatisch. Der Wind weht aus ihrer Richtung und schnuppernd nehme ich ihren Geruch auf. Er erinnert mich an etwas, aber ich bin mir nicht sicher an was und eine metallische Note schwingt mit. Trotzdem bin ich froh, dass sie Hoseok und mich aufgrund des Windes nicht riechen wird, dafür sind wir zu weit entfernt.
„Das ist die Wölfin, die Jungkook damals... Ähm... näher gekommen ist", erklärt Hoseok leise und sieht unwohl zu mir, während ich mich anspanne und meine Augen zu kleinen Schlitzen verenge. Wütend begutachte ich das Weib von oben bist unten.
„Schlampe", zische ich.
„Es ist amüsant zu sehen, wie eifersüchtig du sein kannst, aber das ist gerade unwichtig. Sieh dir lieber mal an, was sie da in ihrem alten Beutel hat."
Ich befolge Hoseoks Anweisung, aber kann nichts sehen. Dafür steigt mir der metallene Geruch von geronnenem Blut in die Nase.
„Wer läuft denn mit blutigen Lumpen in der Tasche herum?", frage ich angewidert und schüttele mich. Die Frau verschwindet in einer Seitengasse und wir setzen uns wieder in Bewegung.
„Niemand, der nichts zu verbergen hat", antwortet Hoseok mit einem beunruhigenden Unterton.
Ich schlinge meine Arme um meinen Oberkörper und schweigend laufen wir weiter, bis wir wieder an unserem Lager ankommen. Die Frau geht mir nicht aus meinem Kopf und ich habe das Gefühl, dass es nicht zufällig war, dass wir sie gesehen haben. Umso sicherer fühle ich mich, als wir endlich Zuhause ankommen.
„Taeby!"
Ehe ich reagieren kann, wickeln sich zwei starke Arme um meine Taille und ich werde ruckartig an eine muskulöse Brust gedrückt. Erschrocken japse ich nach Luft und nehme dabei den betörenden Duft meines Gefährten wahr.
„Jungkook!", murre ich, vergrabe aber trotzdem meine Nase an seiner Halsbeuge. Meine Hände lege ich behutsam an seine Hüfte und erwidere so die Umarmung gewissermaßen. Aber nur gewissermaßen, denn natürlich würde ich diesen Idioten nie freiwillig umarmen.
„Ich hab mir Sorgen gemacht! Namjoon hat heute Morgen eine Drohung erhalten und du warst nicht mehr da", nuschelt er und ich spüre seinen warmen Atem auf meiner Haut. Mein Herz setzt kurz einen Schlag aus, ehe es noch schneller weiterklopft.
„Eine Drohung?", frage ich und löse mich dann von Jungkook, der mich unwillig wieder freigibt. Aber hey, dass hier war so viel Körperkontakt, der reicht für mein ganzes Leben.
„Ja, auf einer alten Pappe waren undeutliche Wörter reingeritzt. Jemand will dich haben, Taehyung, und beginnt dafür bei denen, die dir nahestehen!"
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