Kapitel 7
Kathrine
Ich konnte die ganze Nacht ein Auge zu machen. Ich hatte Angst vor diesem Mann, der mich die ganze Zeit gegen sich schmiegte. Was würde er mit mir anstellen? Oder mit Mila?
Wo sind eigentlich Jason und Ashlyn? Was ist mit ihnen passiert? Werde ich sie je wieder sehen?
Irgendwann fielen meine Augen doch zu und ich fiel in einen traumlosen Schlaf.
Am nächsten morgen wurde ich auf den harten Boden geschubst. Ich zog die Luft scharf ein.
"Aufstehen.", befahl der braunhaarige Mann.
Ich zog mich am Bett hoch und rieb meine Augen.
"Ich will dich in 10 Minuten unten sehen.", sagte er, ehe er aus dem Zimmer ging.
Ich suchte das Bad und als ich es dann fand, wusch ich mein Gesicht und ging nach unten. Ich wusste nicht wirklich wohin also folgte ich einfach den Geräuschen und landete in der Küche. Wo auch der braunhaarige saß.
Ich räusperte mich.
Er schaute auf und zeigte auf den Stuhl vor sich. "Du willst frühstücken?", fragte ich, doch es klang eher nach einer Feststellung.
"Sieht doch danach aus, oder nicht?"
"Und Mila?"
"Sie kann später alleine essen. Setz dich.", sagte er und zeigte erneut auf den Stuhl vor sich.
"Okay, dann esse ich auch später."
"Entweder du setzt dich jetzt hin und isst, oder du isst heute garnicht.", sagte er wütend.
"Ich werde nicht essen während meine Schwester hungert."
Er stand auf und kam zu mir. "Wenn ich dir etwas Befehle, dann hörst du verdammt noch mal darauf."
Ich hatte Angst. Ich hatte Angst das er mit mir das gleiche machen würde, wie bei Ashlyn. Aber ich konnte mich nicht an diesen Tisch setzen und essen, während Mila oben verhungert.
"Bitte, lass meine Schwester mit essen.", flehte ich.
Er seufzte. "Gut, hier ist der Schlüssel. Hol' sie. Ich mache eine kleine Ausnahme. Solltest du ein weiteres mal nicht auf meinen Befehl hören, wird das Konsequenzen geben.", sagte er und holte einen Schlüssel aus seiner Hosentasche.
"Dankeschön.", erwiederte ich und ging zu Mila.
Ich schloss die Tür auf und sah sie auf dem Bett sitzen. "Hey.", sagte ich und umarmte sie. "Komm frühstücken. Du hast bestimmt einen riesigen Hunger."
Sie sagte nichts und zog mich einfach an sich.
-
Nach dem Frühstück brachte der braunhaarige Mila wieder in ihr Zimmer und befahl mir alles aufzuräumen. Was ich auch tat.
Eigentlich sollte ich mich wehren, aber ich hatte Angst, dass wenn ich wieder nicht auf ihn hörte, er etwas mit Mila machen würde.
Er hatte zwar gesagt das er ihr nichts tun würde, aber ich war mir ziemlich sicher das er sie als Druckmittel benutzen würde.
Wieso hab ich sie auch mitgenommen? Ich hätte auf Ashlyn hören sollen und sie zuhause oder bei Tante Anne lassen sollen. Dann müsste sie das alles nicht mitbekommen.
Wo wir grade bei Tante Anne waren, machte sie sich überhaupt Sorgen um uns? Ich hatte ihr zwar gesagt das ich Mila zu ihr bringen würde, wenn ich ins College gehe, aber dachte sie ich hätte sie mitgenommen? Nein, bestimmt nicht.
Ob sie wohl zur Polizei gehen würde? Und was war eigentlich mit Ashlyn's Eltern? Machen die sich Sorgen?
Jason lebte alleine, machte sich jemand Sorgen um ihn? Ich tat es auf jedenfall.
Ich trocknete grade meine Hände ab, als der braunhaarige in die Küche kam.
"Bis du fertig?", fragte er.
"Ja."
"Gut, dann komm mal mit."
Ich folgte ihm ins Wohnzimmer und setzte mich vor ihn hin.
"Also, süße. Ich klär dich mal auf wie das hier alles abläuft. Es gibt da so ein paar Regeln die du einhalten wirst. Ob du willst oder nicht." Ich zog meine Augenbrauen zusammen und hörte gespannt zu. "Also, du wirst mich immer mit Sir ansprechen, ab jetzt werde ich dich bestrafen solltest du es nicht tun. Widersprich mir nicht, unterbrech mich nicht und mach alles was ich verlange. Du isst und schläfst dann, wenn ich es dir erlaube. Und glaub mir im Thema Bestrafung bin ich nicht zimperlich.", redete er drauf los und guckte mir dabei streng mit seinen grünen Augen in meine braunen.
Ich sammelte mich erstmal. Ging alles noch mal durch, was er grade von mir verlangen hat. Nach ein paar Sekunden, in denen ich durch dringend auf den Teppich starrte, öffnete ich endlich meinen Mund.
"Ein Moment mal. Sir? Dein ernst? Ich bin zwar auf deinen Deal eingegangen, ich werde dir aber sicherlich nicht jeden Wunsch von deinen Lippen ablesen. Wie schön das du in deiner Welt Regeln hast, die kannst du ja jemand anderen erzählen. Und was das Thema Bestrafungen angeht, die kannst du dir sonst wo hin schieben.", ich stand auf um den Raum zu verlassen, wurde aber zurück gezogen.
Der Braunhaarige war einen Kopf größer als ich, was mich nach oben gucken ließ. Seine Augen wurden von Smaragd grün zu dunkelgrün und sein Gesichtsausdruck wurde immer wütender, doch dies ließ mich kalt.
Sowas würde ich nicht mit mir machen lassen.
"Du tanzt hier nach meinen Regeln.", sagte er streng.
"Und was wenn nicht?" Er lachte spöttisch.
"Das willst du nicht wissen, aber wenn du weiter so frech und ungezogen bist, wirst du es bald wissen. Befolg' brav meine Regeln und dir passiert Garnichts.", zwinkerte er mir zu. "Ich hab zwar versprochen das ich deiner Schwester nichts tun werde, dieses Versprechen kann ich aber ganz leicht brechen."
Ich schluckte schwer. Ich wusste das er sie als Druckmittel benutzen würde.
"Wag es ja nicht meiner Schwester zu nahe zu kommen."
"Befolg' brav meine Regeln und euch beiden passiert Garnichts.", wiederholt er.
Ich löste mich aus seinem Griff. Dann gab ich mich geschlagen. "Okay."
"Braves Kitten. So möchte ich das haben und jetzt zieh dich um, ich möchte dir was zeigen."
"Ich hab nichts zum anziehen."
"Geh schon mal nach oben. Ich schick gleich jemanden zu dir, der dir was geben wird.", sagte er.
"Okay." Ich wollte grade gehen, doch er zog mich erneut zurück.
"Okay, was?", fragte er wütend.
Erst wusste ich nicht was er meinte, doch dann fiel es mir wieder ein. "Okay, Sir."
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