Kapitel 14
Question marks sind voll besonders
Als nach einem großen Aufruhr wegen Sirius Black die Ferien begannen, hatte ich mein drittes Jahr mit Bestnoten geschafft. Auf der Rückfahrt von Hogwarts im Hogwarts-Express redeten Luna und ich aufgeregt über alles mögliche.
Ich war froh, dass dieses Jahr zu Ende war, denn auch, wenn es besser gewesen war, als mein zweites, waren die Dementoren doch sehr schlimm gewesen. Meine Familie holte mich bei King's Cross ab. Sie sahen mich mit Luna aus dem Tor kommen. Ich stellte Luna meiner Familie vor.
Wenig später kam Milan aus dem Tor. Er war in diesem Jahr zu einem ganz schön beliebten Gryffindor geworden. Obwohl er ein Erstklässler war. Tja, so war das.
Milan lächelte Luna an. Ich wusste, dass er sie jetzt nicht besonders mochte, weil sie so verrückt war, aber irgendwie fand er sie wohl doch nett. Luna würde die beiden ersten Ferienwochen bei uns verbringen.
Also apparierten Luna und ich gemeinsam mit meiner Familie zu unserem Haus. Luna schlief in meinem Zimmer und ich hatte tolle Ferien. Manchmal trafen wir uns auch mit Diana und Rocky, die Luna zwar verrückt fanden, sie aber mochten. Schließlich waren die beiden auch auf ihre eigene Art verrückt.
Dann in der dritten Woche bestand Luna darauf, sie auch zu besuchen. Ich wusste, wo sie lebte und hatte jetzt nicht wirklich Bock in so einem verrückten Haus zu leben. Aber Luna war meine Freundin, also sagte ich ja.
Diese Woche war wahrlich ein Erlebnis. Lunas Dad war verrückt aber im Grunde liebenswürdig. Nur den Spulenwurzeltee mochte ich nicht. Ein Glück hatte Luna ihren Dad dazu aufgefordert ein paar Sachen zu kochen, die sie bei mir auch gegessen hatte. So musste ich nicht ganz so viele eklige Sachen essen.
Die Woche darauf verbrachte ich bei uns Zuhause. Ich erzählte Milan von der Woche bei den Lovegoods. Er kicherte am laufendem Band, als ich ihm alle Verrücktheiten meines Besuches schilderte.
Den Rest der Ferien spielte ich mit Diana und Rocky und manchmal Verrücktheiten der Lovegoods erzählte. In der nächsten Woche, spielte ich auch mit Diana, Rocky Lisa und Katharina Quidditch.
Ich hatte meine Eltern überredet, uns Tickets für die Weltmeisterschaft zu kaufen. Also nahmen wir den Portschlüssel, der in Düsseldorf auf uns wartete. Schließlich waren wir dann bei diesem Zeltplatz.
Wir hatten ja auch ein normales Zelt, aber hatten uns entschieden, es wie die Weasleys etwas umzuformen. Von innen. Wir bauten das Zelt auch von Hand auf, aber da wir auch schon mehrmals als Muggel zelten waren, dauerte es nicht halb so lang, wie bei den Weasleys. Dann sollten wir Wasser holen.
Ich hatte eigentlich ein wenig Angst, dass Harry & Co mich sehen, aber eigentlich war das ja egal. Also holten Milan und ich Wasser. Es war sehr lustig die vielen Zauberer und Hexen anzusehen, die versucht hatten, sich wie Muggel anzuziehen. Die meisten waren kläglich gescheitert.
Da entdeckte ich Hermine. Sie, Harry und Ron holten auch gerade Wasser. Hermine musste sich gerade aus der Schlange wegducken, weil sie nicht aufhören konnte über einen Zauberer im Nachthemd zu lachen. Ich fand die Szene auch extrem lustig. Ich schaute zur Seite. Milan hielt sich eine Hand vor den Mund, um nicht loszulachen. Nach ein paar Minuten kriegten wir uns aber wieder ein.
Wir holten Wasser und gingen dann zurück. Wir liefen nun langsamer, da wir nun die schweren Wassereimer tragen mussten.
Auf dem Weg begegneten wir Milan' Freunden aus Gryffindor. Sie waren alle ganz nett. Doch ich glaubte nicht, dass sie mich besonders mochten. Ich war schließlich in Slytherin. Aber, daran hatte ich mich inzwischen gewöhnt. Wir gingen weiter und plötzlich kamen wir an Draco und seiner Familie vorbei.
Draco versuchte Blickkontakt mit mir aufzunehmen. Doch ich ließ es nicht zu. Ich hatte ihm doch gesagt, er solle sich von mir fernhalten. Aber anscheinend konnte er der Versuchung nicht standhalten, immer wieder versuchen mit mir zu reden.
Warum war ich ihm eigentlich so wichtig? Ja, mir war er wichtig, aber... ... er war Draco Malfoy! Ich warf ihm einen bedeutenden Blick zu, vergewisserte mich, dass sein Vater nichts gesehen hatte und ging weiter. Als es am Abend endlich zum Stadion ging, war ich sehr aufgeregt. Das Ding war nämlich, dass nachher Todesser auftauchen würden.
Doch jetzt musste ich noch nicht daran denken. Denn gleich würde ich das Endspiel der Quidditchweltmeisterschaft sehen! Wir hatten relativ gute Plätze ergattert, zwar nicht in der Ehrenloge, aber das wäre auch sehr schwierig gewesen.
Wir setzten uns also auf unsere Plätze und warteten, bis das Spiel begann. Erst einmal wurden auf der großen Werbetafel Werbesprüche angezeigt. Ich las sie alle, nur aus Langweile. Dann schallte plötzlich eine Stimme über den Platz:
"Ladies and gentlemen ... welcome! Welcome to the final of the four hundred and twentysecond Quidditch World Cup"
Alles klatschte und kreischte und schrie und man sah Fahnen in unterschiedlichen Farben und die große Tafel am anderen Ende des Stadions zeigte nun statt der Werbesprüche an: BULGARIA: ZERO, IRELAND: ZERO
Jetzt fing Bagman wieder an zu sprechen: "And now, without further ado, allow me to introduce ... the Bulgarian Team Mascots!"
Die Veela kamen herein. Mein Bruder hatte sich blitzschnell die Ohren zugehalten, aber ich nahm an, dass sie nur für Jungs so betörend waren und sah ihnen einfach nur zu. Ja, sie waren unglaublich hübsch, aber es gab viele, die sehr hübsch waren und wer will schon so perfekt sein, wie die?
Doch nun hörten die Veela auf mit ihrem Tanz und ihrem Gesang und Bagman meinte: „And now, kindly put your wands in the air ... for the Irish National Team Mascots!" Im nächsten Moment kamen hunderte Leprachans und warfen einen Goldregen. Nun ja, ich kannte Leprachan Gold und wusste, dass es sich irgendwann auflösen würde, doch trotzdem machte ich mir einen Spaß daraus, mehr Gold aufzusammeln, als Milan. Ich gewann knapp.
„And now, ladies and gentlemen, kindly welcome – the Bulgarian National Quidditch Team! I give you – Dimitrov!"
Bagman hieß alle Spieler des bulgarischen Teams willkommen. Dann:
„And now, please greet – the Irish National Quidditch Team! Presenting – Conolly! Ryan! Troy! Mullet! Moran! Quigley! Aaaaaaaand Lynch!"
Ich klatschte laut. Natürlich war ich für Irland. Warum wusste ich selbst nicht, aber da ich ja wusste wie das Spiel enden würde, setzte ich halt auf sie.
Es war ein tolles Spiel. Jedoch hätte ich ohne mein Omniglas, welches ich in weiser Voraussicht gekauft hatte, nichts mitbekommen können. Doch tatsächlich erging es mir dann auch einmal so wie Harry.
Ich hatte die Geschwindigkeit runtergedreht, um alles mitzubekommen und alles schrie und jubelte, während ich verwirrt umherschaute. Schließlich hatte der verbitterte Krum den Schnatz gefangen und das Stadion grölte.
Der Pokal wurde hoch in die Ehrenloge gebracht. Ich lächelte. Krum war ein außerordentlich guter Spieler, er hatte es verdient, den Schnatz zu fangen, auch wenn Irland gewonnen hatte. Ich fragte mich mal wieder, wie Fred und George gewusst hatten, oder geahnt hatten, dass das passieren würde. Ich wäre nicht darauf gekommen.
Glücklich gingen wir aus dem Stadion raus. Dann wurden wir allerdings ein wenig hektisch. Meine Mutter hatte nämlich vorgeschlagen, von hier zu verschwinden, bevor die Todesser auftauchten.
Wir fanden das alle eine gute Idee, aber wenn das so war, mussten wir jetzt einpacken. Unsere Nachbarn sahen uns komisch an, doch wir sagten einfach, wir haben noch einen wichtigen Termin morgen und mussten so schnell wie möglich nach Hause.
Wir gingen mit unseren Sachen in den Wald und Seit-an-Seitdisapparierten nach Hause. Ich fragte mich kurz, wieso wir das nicht auch hin getan hatten, doch nachdem wir disappariert waren wusste ich es: Es war viel angenehmer mit einem Portschlüssel zu reisen.
Zuhause legten wir uns alle ins Bett. Es war spät am Abend und wir waren alle einfach nur froh, dass wir den Todessern „entkommen" waren.
Ich hatte den Tagespropheten abonniert, um mich über die Zauberwelt auf dem Laufenden zu halten und sah am nächsten Morgen die Schreckensnachricht:
Terror at the World Cup
Ministry blunders, culprits not apprehended, lax security, Dark Wizards running unchecked, national disgrace...
Nun ja, ich wusste das ja, aber trotzdem hätte ich den Artikel fast gefressen, weil mich diese scheußliche Skeeter (Ja, so heißt Rita Kimmkorn nämlich eigentlich) so was von abfuckt (Sorry für den Begriff).
Meine Mutter lächelte, als sie mich sah, wie ich wütend in meinem Zimmer auf und ab lief, mit dem Artikel in der Hand.
Ich fragte mich, was sie wohl jetzt von mir denken sollte. Ich versuchte mich in sie reinzufühlen und plötzlich merkte ich, dass sie es lustig fand, mich so zu sehen, meine Stimmung aber vollkommen verstehen konnte.
Warte, was passierte gerade? Wieso wusste ich das alles? Ich konnte mich schon immer gut in Situationen und Menschen hineinfühlen und wusste meist, wann jemand log, aber das war wirklich strange. Ich hatte gerade so gut wie ihre Gedanken gelesen.
Fassungslos blieb ich stehen. Mama schaute mich fragend an. Sie dachte: „Was ist denn jetzt schon wieder los?" „Das kann ich dir beantworten.", stieß ich heraus, „Irgendwie habe ich gerade deine Gedanken gelesen."
Sie sah mich überrascht und fassungslos an. Dann sagte sie: „Ach wirklich? Weißt du auch, was ich jetzt gerade denke?"
Ich konzentrierte mich auf sie und... „Du denkst daran, dass es heute Abend Nudeln mit Pesto geben wird, du fragst dich aber auch, ob ich damit einverstanden bin, was ich bin." Sie schaute mich beeindruckt an.
Dann murmelte sie: „Dann bist du wohl ein Legilimentor..." Bitte was? Habe ich mich gerade verhört? „Ähm, Mama, ich dachte man braucht einen Zauberspruch um Gedanken lesen zu können? Legilimens?"
„Das ist richtig, aber es gibt auch angeborene Legilimentoren. Sie haben diese Fähigkeit entweder von Beginn an oder sie merken im Laufe ihres Lebens, dass sie sie haben."
Ich meinte: „Tja, ich wusste schon immer, wenn jemand lügt, aber so richtig Gedanken lesen... das ist mir erst heute aufgefallen."
Mama lächelte plötzlich listig. „Spielen wir den anderen doch einen Streich. Du liest ihre Gedanken und sagst sie ihnen dann."
Ich grinste. „Du hättest auch gut nach Slytherin gepasst."
„Abendessen!", rief meine Mutter und ich polterte die Treppe herunter wie Peeves. Mein Bruder rauschte an mir vorbei. Ich las seine Gedanken.
„Ich dachte du wolltest noch weiter YouTube schauen, wieso hetzt du dann so?"
Mein Bruder schaute mich fassungslos an, als sei ich ein Riese oder ein Troll. Ich lächelte und ging an ihm vorbei.
Beim Abendessen meinte Papa: „Wäre es nicht toll, wenn Diana und Rocky für ein Jahr nach Hogwarts können, so wie Mama und ich?"
Ich grinste ihn an, las seine Gedanken und sagte: „Du machst dir doch nur Sorgen um mich, dass ich zu alleine bin, und dass Luna zu verrückt für mich ist! Papa, Luna reicht mir vollkommen aus, aber natürlich wäre es toll, wenn sie beide kommen würden, dann würde ich bestimmt aufgeheitert werden, aber sie würden vermutlich nicht nach Slytherin kommen, stimmt's? Ja, ich kapiere schon."
Mein Vater wirkte etwas überrascht, fragte aber nicht. Dann fragte Mama Milan: „Was hast du denn heute so gemacht? Dich nur erholt, oder...? Blitzschnell las ich seine Gedanken und zählte auf:
„Er hat sich für eine Stunde ins Bett gelegt, hat dann einen Brief an seine Freunde aus Gryffindor geschrieben, wofür er ohne Erlaubnis UNSERE Eule benutzt hat, die er aus meinem Zimmer geschmuggelt hat, als ich im Keller war, dann hat er sich an seinen Computer gesetzt und hat Minecraft gespielt, worauf mehrere Stunden YouTube folgten. Er hat unter anderem dagiLP, Puuki und IcriMilan geschaut."
Milan starrte mich an. So wie der Rest der Familie.
Schließlich stotterte Milan: „Hast du mich gestalkt oder was?" Ich lächelte ihn an.
„Nope. Ich habe das alles gerade erfahren." „Wie?" , Milan Gesicht sah aus, wie ein Fragezeichen. Ich musste mich zwingen nicht laut loszulachen.
„Milan, Ich bin ein Legilimentor! Ich kann Gedanken lesen!" „Wirklich?", fragte Papa nun. Ich nickte las seine Gedanken und fügte hinzu:
„Und du brauchst mir nicht zu sagen, dass ich herausfinden soll, was du gerade denkst, dass weiß ich schon und habe es gerade gemacht."
„Ok." Papa war zufrieden. Anscheinend war ich wirklich ein Legilimentor. Milan schaute mich ein wenig neidisch an. Ich lächelte ihm aufmunternd zu. „Komm schon Milan, du bist in Gryffindor, dafür bin ich Legilimentor, das ist doch fair."
Er nickte. Das Abendessen war zu Ende. Ich ging nach oben und schloss mich ein. Wow, ich war ein Legilimentor, wie cool. Das einzig doofe daran war, dass ich nun noch mehr Ähnlichkeiten mit Voldemort hatte. Doch eigentlich war das ja egal. Hauptsache ich war gut. Der Rest war nicht wichtig.
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