-Chapter 7-
*Josephines Sicht*
Mit einem unbehaglichen Gefühl im Bauch folge ich also den beiden nach draußen und kann sehen, wie die Sonne nun endgültig hinter den Bäumen verschwindet. In weniger als einer halben Stunde wird es Stockdunkel sein und was tue ich? Ich befinde mich weiterhin mit zwei völlig fremden Personen irgendwo im nirgendwo.
"Wie lange lag ich eigentlich in Ohnmacht?", frage ich und schaue mich um. Ich hatte nachts den Unfall und jetzt ist es wieder dunkel. Also müsste es ein gesamter Tag gewesen sein, oder irre ich mich? Wow, ein gesamter Tag ist schon recht viel.
"Etwas über fünf Tage", gibt dieser Liam unbeeindruckt von sich. Augenblicklich bleibe ich auf der Stelle stehen und reiße meine Augen so weit es geht auf.
"Wie bitte? Etwas über fünf Tage? Wollt ihr mich verarschen?", sie wollen mich doch als dumm verkaufen. Niemals kann ich über fünf Tage in Ohnmacht gelegen haben. What the hell? Die Verwirrung ist mir regelrecht ins Gesicht geschrieben.
"Doch, es stimmt. Und jetzt komm", Mabel nimmt mich am Handgelenk und ich weiche erschrocken zurück. Ihre Haut ist mehr als eiskalt. Noch nie habe ich einen so kalten Menschen getroffen. "Wo gehen wir denn hin?"
Wir befinden uns immer noch im Vorgarten des Hauses. Ich schaue mir das Haus von außen noch kurz genauer an. Es besteht aus roten Backsteinen und ist mit gepflegten Rasen umrahmt. Dieses Haus scheint von außen ziemlich groß und müsste mehr als eine Etage haben. Drum herum nehme ich keine anderen Grundstücke oder Häuser wahr. Nur Wald. Wo zur Hölle bin ich nur gelandet?
"Wir müssen tiefer in den Wald", verkündet Mabel und geht mit Liam voraus. Was möchten sie denn dort? Mich umbringen? Schnell verwerfe ich diesen Gedanken und folge ihnen mit wackligen Schritten. Das ich Angst habe, würde ich nicht behaupten. Irgendwie habe ich das Gefühl, ich hätte nichts mehr zu verlieren.
"Habt ihr mich vom Unfall gerettet? Und wieso habt ihr mich so lange bei euch behalten? Habt ihr nicht gedacht, ich wäre schon tot? Ich meine, wer liegt den schon über fünf Tage in Ohnmacht?" Ich muss beinahe selbst lachen, da ich es nicht glauben kann.
"Sie redet ganz schön viel, dafür das sie erst erwachen ist", meint Liam zu Mabel, doch ich kann es hören. Ich verdrehe dazu einfach nur die Augen. Sorry, dass ich Fragen habe.
"Ich entschuldige mich für Liam. Er ist es nicht gewöhnt mit Menschen zu sprechen", Mabel läuft neben mir und wir gehen immer tiefer in den Wald hinein.
"Wieso mit Menschen? Du bist doch auch ein Mensch?", harke ich nach. Sie sieht mich schweigend von der Seite an.
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