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Der gesamte Saloon erstarrte, als der Schuss fiel. Die Musik hörte auf zu spielen, die Männer hörten auf zu lachen und alle wichen erschrocken von Astrid zurück, die vor dem Mann stand, der nun reglos am Boden lag. Sie hatte ihn einfach umgebracht. Ohne zu zögern. Hicks war geschockt von dem Geschehen. Er starrte fassungslos die Kopfgeldjägerin an, wie sie einfach so ein Leben nehmen konnte. Es war unbegreiflich für ihn. Er hätte eigentlich ängstlich zurück weichen sollen, doch statt der Angst machte sich nun Wut in ihn breit. Wut darüber, wie sie rücksichtlos, so unmenschlich, so bescheuert sein konnte. Dank ihr würde man jetzt nun den Scheriff auf sie hetzten und das würde es den beiden die Mission erschweren. Wie konnte sie nur so blöd sein, schimpfte Hicks in seinen Gedanken und sah Astrid ernst an. Die Menge fing an zu tuscheln und einige Männer rannten aus dem Saloon, um wahrscheinlich dem Scheriff Bescheid zu sagen. Sie mussten hier so schnell wie möglich raus.

Hicks ging direkt auf sie zu. Die Wut in ihm ließ ihn vorwärtsgehen. Ohne zu zögern nahm er sie grob an ihren Arm und zog sie mit sich nach draußen. Astrid warf ihn einen wütenden Blick zu und wollte gerade protestieren und ihn wieder anschnauzten, doch sie zögerte, als sie Hicks wütendes Gesicht sah. Hicks war eigentlich recht überrascht davon, dass sie ihren Mund hielt, doch das spielte momentan keine Rolle.

Hicks zog Astrid noch weiter mit raus und zu ihren Pferden, wo er sie dann losließ, seinen Hut abnahm und sich mit seiner Hand durch seine Haare fuhr.

„Was sollte das?" beschwerte sich Astrid und rieb sich den Arm, wo Hicks sie gepackt hatte. Fassungslos drehte sich Hicks zu ihr um.

„WAS sollte das?" fragte er und zeigte mit seiner Hand wütend auf den Saloon, „kannst du mir mal erklären, was das da drinnen sollte? Du hast jemand umgebracht. Umgebracht!"

„Dieses Schwein hat mich ..." begann Astrid zu erklären, aber Hicks war die ganzen Ausreden satt.

„Hör auf die Unschuldige zu spielen, Astrid. Du hast abgedrückt. Du hast gerade ein Leben auf deinem Gewissen. Der Scheriff wird hinter DIR her sein." Hicks atmete tief durch, um sich etwas abzuregen und einen kühlen Kopf zu bekommen, „wir sollten von hier verschwinden, und das sofort. Ich habe im Saloon eine Karte von der Gegend gesehen, wir sind nicht weit von einem anderen Dorf entfernt, dort sollten wir fürs erste untertauchen, bis sich die ganze Lage etwas entspannt hat. Dann brechen wir auf zu diesem Typen, zu dem du die Karte hast." Astrid stand vor ihm und brachte kaum ein Wort heraus. Hicks war selber von sich überrascht und sie schien ihm mal endlich zuzuhören, er brauchte eben eine Menge an Selbstbewusstsein.

Als von Astrid noch immer nichts kam ging Hicks davon aus, dass nun er die Führung übernommen hatte und drehte sich zu seinen Pferd um. Er wollte gerade aufsteigen, als Pferdegetrampel von überall zu hören war. Der Sheriff war bereits hier und sie hatten sie umrundet. Hicks sah sich um und sie waren umgeben von Männern auf Pferden. Einige hielten Fackeln, um die beiden verdächtigen zu beleuchten, während die anderen mit Waffen auf sie zielten. Es waren zu viele um zu entkommen und Hicks hatte keine Waffe und hätte noch nicht einmal damit umgehen können, hätte er eine.

„Na wen haben wir denn da. Sind wohl zu weit vom Kurs abgekommen." Sagte einer der der Männer grinsend und trat mit seinem Pferd ins Licht. Hicks erstarrte. Rotzbacke, der Sohn des Sheriffs aus seinem Dorf musste ausgerechnet die beiden gefangen nehmen. Das konnte nicht gut enden.

Er hatte die Jorgensons nie wirklich leiden können, vor allem nicht Rotzbacke, der immer selbstverliebt war und dachte, er sei der größte und könnte sich alles erlauben.

„Wir haben dich schon überall gesucht Hicks, ich wundere mich, dass du so lange hier draußen überleben konntest." Meinte er mit seinem dreckigen Grinsen. Er schien jeden Moment zu genießen. „Und du, meine hübsche, " er widmete sich Astrid zu, „endlich hab ich dich." Sein dreckiges Grinsen wurde breiter, er gab Befehl Astrid und Hicks gefangen zu nehmen und nahm sie mit in ein in dem Dorf gelegenes Gefängnis.

Hicks kniff wütend seine Lippen zusammen, als sie beide durch das Dorf zu dem Besagten Gebäude geführt wurden. Astrid stolperte neben ihn her und hatte Schwierigkeiten auf den Beinen zu bleiben. Sie hatten seit mehr als 24 Stunden keinen Schlaf gehabt und essen gab es auch kaum. Die Tatsache, dass sie gerade mit einem leeren Magen und Schlafmangel betrunken war, machte die Situation in der sie sich gerade befanden nicht leichter. Er hätte sie lieber weiter angeschnauzt, wie dumm es doch von ihr war, doch das half beiden jetzt nicht sich gegenseitig zu bekriegen. Er musste nachdenken, wie sie hier heile rauskamen, und zwar schnell.

Rotzbacke war nicht die hellste Person die Hicks begegnete, genauso wie sein Vater. Aber beide hatten Einfluss und Macht. Hicks wusste auch, dass Rotzbacke seine eigenen Interessen zurückstellte um seinen Vater stolz zu machen, jedoch mit wenig Erfolg. In Hicks kopf formte sich schon ein Plan, wie sie fliehen könnten, während sie in das Gebäude gebracht wurden und zusammen in ein Käfig gesperrt wurden. Astrid hielt sich an den Gittern fest, um nicht ihr Gleichgewicht zu verlieren. Sie hatte eindeutig zu viel getrunken, also konnte Hicks auf ihre Hilfe nicht bauen. Er musste da alleine durch.


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